Lochside 29. Jahre – Whisky Doris Dist. 11.05.1981 / Bottl. 12.10.2010 Fino Sherry Butt 58,8 %

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    • Lochside 29. Jahre – Whisky Doris Dist. 11.05.1981 / Bottl. 12.10.2010 Fino Sherry Butt 58,8 %

      Farbe: gülden. Aztekengold, also leicht dunkler. Minimal kleine Partikel sind zu erkennen. Wo kommen die denn her? Unter dem Mikroskop betrachtet, Fadenwürmer, die kurze Sorte. Wahrscheinlich Ballaststoffe für die Verdauung danach. Ein Bio-Whisky, endlich. Ooch, war da nicht die grüne Woche in der Hauptstadt. Zähe, mittelfeine Beinchen, suchen sich mit einem leichten Umweg den Weg nach Hause.

      Nase: Hossa! Der will erstmal streiten. Wieder einer mit diesen flüchtigen Lösungsmitteln. Rau und ungeschminkt. Warte mein Freundchen, dir kann geholfen werden. 15 min. Siesta und gut iss.....
      Pinkelpause 20 min. geschuldet einer Drüse für Vorstäher.
      Wusst ich´s doch. Ein weiterer Whisky, welchen man dekantieren muss. Himbeere? Au ja! Dazu ein Löffelchen Kirsche, ein Spritzer Johannisbeere. Pfundweise Citrusfrüchte hinein geworfen, umgarnt von einem Klecks Himalayahonig (5210m üN0). Blumenwiese, nasses Leder, kleine Torfattacke, wenig Holz, viel Salz! Ein Dejavu mit Laphroaig. Loch-Laph? Ich assoziiere.
      Nee, der ist auch maritim.

      Pur: kernig, kräftiger Antritt. Viele Wildblumen, auch etwas Rose. Vorsicht stachelig! Dazu schöne bestimmende Früchte, wieder diese wild gewachsenen. Nix von der Plantage. Eher ölig und FETT! Himbeergeist, Birnenbrand und Quitte. Deutlich alkoholisch aber nicht aufdringlich, schön eingebunden in die Frucht. Klasse!
      Wirklich schöner Holzeinsatz, etwas Torf, deutlich Salz und leicht frischer Fischgeschmack. Leicht scharfe, aber dezente Gewürze. Eine Nuance Lederimprägnierspray. Ja werkli. (Hochdeutsch: glaubt es gefälligst)

      Mit Wasser: Die Fadenwürmer werden weniger. Prozentual gesehen. Eine ganz zarte Trübung gibt er sich. Etwas „greener“!
      Bereits einige Tropfen Verdünnungsmittel geben dem Burschen zu denken. Er wird sanft. Nun Steinfrüchte in der Nase. Aprikose, Mirabellen, Grapefruit mit Zitronenkern (klasse Wortkombination). Kiwi noch.
      Richtig gezähmt wirkt der Bursche nun. Helle Früchte ohne Ende, wenig Chemie nun. Das salzige Moment ist geblieben. Der maritime Touch wirkt leicht nach.
      Der Torfanteil verfliegt fast gänzlich.

      Abgang: mittellang und ziemlich prägnant. Dürfte aber noch deutlicher sein, für mein dafürhalten. Wenn der ein aktiveres Fass gehabt hätte??? (Hab heute ein hohes Anspruchsdenken) Wunderbar ausbalanciert.
      Sehr pfeffrig und grasig. Und wieder dieses Salz von Laph-Loch!
      Leckt mal euere Lippen ab, da picht noch einiges drauf danach.

      Fazit: ein ungemein fruchtig, salziger Whisky von Laph.... ääh Lochside.
      Kraftvoll und sehr würzig.
      Auch einer dieser Luftwhiskies, wo man sich Zeit nehmen muss.
      Früher war alles einfacher. Aufgeschraubt, hineingeschüttet, Wirkung abgewartet und dann ins Bett.
      Heutzutage muss Man(n) sich widmen!
      Ooch, möchtest du noch etwas ziehen mein Schatz? Brauchst du ne Portion Sauerstoffzufuhr? Wie wäre es mit einer Wärmflasche? Darf ich dir den Hintern kraulen, nicht dass die Orangenhaut überhandnimmt?
      Alles so kompliziert. Für solche Tropfen nimmt man dies aber alles in Kauf.

      WBT
    • Schön geschrieben BTW ähh WBT oder wie auch immer ;) :top:
      Slainte

      Jörg

      ___________

      Bibo ergo sum

      Ich trinke Alkohol nur an Tagen, die auf -g enden. Und mittwochs.

      Urmenschen hatten nur Biofleisch, viel Bewegung, keine Zigaretten, keinen Alkohol und sind dennoch nie älter als 35 Jahre geworden.
    • Lochside, 1981-2010, Fino Sherry Butt 960, Whisky Doris, 58,8%

      Farbe: Bernstein
      Nase: gelbe Pflaumen, Bitterschokolade, Salznoten, Malz
      Körper: ölig
      Mund: geschmeidig, Alk. spürbar, Bitterschokolade, Ingwer, Malz
      Abgang: lang, mild, wärmend, salzig, Holznoten
      Fazit: 87,5P, perfekt ausgereift, super spannend
    • Nase: Spannend. Salzig, ledrig, Bitterschokolade. Eine dezente Fruchtigkeit ist dabei, aber der Whisky bleibt auf den herben Aromen stehe. Leinsamenöl kann ich noch erkennen. Mit Wasser geht er ein wenig auf, die Eiche wird etwas lauter. Ich finde vor allem die Art der Eiche schön, trocken, herb.
      Mund: Zuerst erstaunlich, dass er gewisse Ähnlichkeiten zu den anderen Lochsides aufweist. Dann aber viel Bitterschokolade, aber auch etwas Nougat. Unverdünnt etwas alkoholisch. Mit Wasser dann Ingwer und einiges an Eiche, Walnüsse.
      Abgang: herb, trocken, Holznoten, adstringirend, Leder, aber dennoch eine leichte Furchtigkeit im Hintergrund (unreife Banane), die den Whisky in Balance hält.
      Fazit: Unglaublich viel zu entdecken. Aber der Whisky ist kein leichter. Die herben Aromen spielen Ping Pong mit dem Gaumen. Ich finde ihn spannend, aber komme nicht gänzlich mit ihm klar.