Guatemala 2014

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Guatemala 2014

      So, hier beginne ich mal den versprochenen Reisebericht unserer Guatemalareise 2014, leider noch ohne Bilder, da ich die erst noch auswählen und komprimieren muss.

      Tag 1 / Anreise

      Am Freitag, den 11.04. gings los. Meine Mutter hat uns um 6:00 Uhr morgens abgeholt und zum Flughafen gebracht, wo dann auch pünktlich
      gegen halb neun die Maschine nach Amstardam startete. Dort hatten wir 1 1/2 h Aufenthalt bis zum Transantlantikflug nach Panama. Leider
      konnte ich beim Web-Check-In keine Sitzplatzvorauswahl treffen, und so sassen wir ein einer der 3er-Reihen Mitte und Fenster in der Boing 777-300 ER,
      und die Plätze waren eng ohne Ende, fast schon eine Zumutung bei 11h Flugzeit :thumbdown: (Dafür waren die Flüge wenigstens sehr günstig ;) )
      Wir kamen daher einigermassen platt in Panama an, der Flughafen war nicht besonders gut klimatisiert bei 30° Aussentemperatur, Getränke sauteuer (Dose Bier 6 $), mussten
      4h auf den Anschlussflug nach Guatemala City warten, und in PTY gibt´s KEINE MÖGLICHKEIT, eine zu rauchen :cursing: Aber egal, was tut man nicht alles.... :D
      Nach nochmals 2 1/2 h Flug mit Copa Airlines (in der Mühle lief die Airconditon auf Vollgas, sodass ich eine Jacke anziehen musste) kamen wir gegen halb elf Ortszeit (Deutsche Sommerzeit +8H)
      nach etwa 25 h Gesamtreisezeit in Guatemala City an. Die Einreiseformalitäten waren völlig problemlos, die Koffer kamen auch an, und so konnten wir uns in einen allerallerherzlichsten
      Empfang unserer guatemaltekischen Freunde stürzen (die uns vom Flughafen abholten), ein spätes Abendessen geniessen, zwei-drei Bierchen zischen und ins Bett fallen.

      Uff, geschafft :thumbsup:
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      Tag 2 / Guatemala City

      Am Morgen gab´s das erste Desayuno Tipico mit Frijoles, Eiern, Tortillas und gebratenen Bananen. Baudilio hat sich gleich mit Begeisterung auf den mitgebrachten Käse gestürzt :D Später sind wir dann zu Lincanola gefahren, ein Fachgeschäft, in dem man verschiedenste Stoffe und diverse Artesania-Produkte kaufen kann, um eine Stoffeinkaufauftrag meiner Mutter zu erledigen, dann zurück zu Baudilios Haus zum Mittagessen (eine sehr leckere Caldo, eine dortige Suppenspezialität mit verschiedenen Gemüsen und Rindfleisch und als Nachtisch frische Mango :P ) Dann einige Zeit Kleinkram erledigt wie Mitbringsel verteilt, die restlichen Leute, die da waren begrüsst etc. und am Nachmittag unseren Mietwagen abgeholt. War eine tolle Kiste: ein Nissan X-Trail mit Automatik, zuschaltbarem Allrad und Diff.-Sperren, die wir auch tatsächlich brauchten, davon aber später mehr. Da Baudilio alle Besucher und Mitarbeiter des Kulturvereins, für den er arbeitet, immer zu der gleichen Mietwagengesellschaft bringt, bekammen wir die Kiste zu einem sehr guten Preis: umgerechnet etwa 550,-- € für 12 Tage ohne Kilometerbegrenzung incl. aller Gebühren, Versicherung und Ausreisegenehmigung nach Honduras :thumbup:
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      Tag 3 / Sonntag / von Guatemala City nach Copán / Honduras

      Da wir auf unserer letzten Reise Tikal bereits besucht hatten (ich schon das zweite Mal), entschieden wir uns dafür, dieses Mal einen Abstecher zu den Ruinas de Copán in Honduras zu machen. Wir sind also frohgemut morgens um 8:00 losgefahren, Baudilio hat uns liebenswerterweise ein Stück durch die Stadt gelotst, sonst hätte ich mich garantiert verfahren :whistling:

      An dieser Stelle eine kleine Bemerkung zum Verkehr in Guatemala: er ist ein wenig "speziell": Hinweisschilder und Fahrbahnmarkierungen werden bestenfalls als grobe Empfehlung verstanden, übeholt wird, wo Platz ist (manchmal auch, wo keiner ist), und die Busfahrer kennen keine Gnade :!: Ausserdem ist immer und überall mit teils heftigen Schlaglöchern (Hundimientos) sowie Steinschlägen und / oder abgerutschten Strassen mit teils abendteuerlichen Umfahrungen zu rechnen. Zusätzlich gibt es in so gut wie jeder Ortsdurchfahrt (und davon hat´s viele, Umgehungsstrassen sind äusserst selten), vor Schulen und Bushaltestellen sog. Tumolos, das sind Stassenschwellen, mal etwas flacher, mal auch ganz schön hoch und buckelig. Wenn Du da mit mehr als Schrittgeschwindigkeit ´rüberknallst, dann rappelt´s aber ordentlich. Das ist mir auch passiert, und ich hatte im ersten Moment Angst, die Stossdämpfer hätten was wegbekommen, aber zum Glück haben sie´s ausgehalten :whistling: Interessant wird´s auch, wenn plötzlich grüne Zweige auf der Fahrbahnl liegen: die stellen das dortige Äquivalent zu unseren Warndreiecken dar :D Auch der Stadtverkehr ist doch deutlich anders als bei uns: es gibt fast nur Einbahnstrassen (Una Via), die sind z.T. zweispurig (in einer Richtung) Das ganze System bildet eine Art Schachbrettmuster rechtwinklig angeordneter Calles und Avenidas, die nummeriert sind und von denen immer jede zweite in die gleiche Richtung führt. Klingt einfach, ist aber mühsam, da man seltenst eine Bezeichnung der jeweiligen Strasse finden kann und man ständig um die Blöcke herumkurvt und sich oftmals vorher auf der Karte (ich hatte Google-Maps-Ausdrucke dabei) ausgesuchte Routen als Sackgassen erweisen, da man plötzlich vor eine Einbahnstrasse steht. Zusätzlich sind grössere Orte und Städte noch in sog. Zonas aufgeteilt, in denen sich die Nummerierung der Calles und Avenidas wiederholt 8o Und dann hatten wir noch zusätzlich das Problem (zumindest 2x), dass eigentlich richtige Routen durch Städte plötzlich gesperrt wurden, da dort die Vorbereitungen für die Karfreitagsprozessionen liefen bzw. die Prozessionen selber. Dann wird´s richtig lustig. Z.Gl. waren aber die Verkehrspolizisten (die dort aussehen wie Paramilitärs, komplett in Schwarz mit Stiefeln und bewaffnet) immer freundlich und hilfbereit :D

      Die Strecke nach Copán führt zuerst Richtung Osten bergab in Motagua-Tal mit einer Höhendifferenz von über 1000 m, wobei es immer wärmer und trockener wird (man kommt dort in eine Art bergige Trockensavanne) und ist recht gut ausgebaut. Dort hatten wir ein interssantes Erlebnis: vor uns fuhr ein Wagen, davor ein LKW. Plötzlich tuts einen ordentlichen Knall und es flogen schwarze Teile durch die Gegend: dem LKW hat´s einen Reifen zerissen, was auch kein Wunder ist und wohl öfter vorkommt angesichts der Tatsache, dass man bei einigen Exemplaren schon das Weisse auf der Lauffläche durchschimmern sieht 8o Das hat den allerdings erstmal wenig gestört, er ist einfach bis zur nächsten Pinchazo weitergefahren.(das sind kleine Werkstätten, die sich auf das Flicken oder Wechseln von Reifen spezaliesiert haben, meist nicht viel mehr als ein Bretterverschlag. Manchmal sieht man auch Reparaturen mitten auf der Strasse, bei einem Bus waren sie dabei, die komplette Vorderachse zu wechseln)

      Bei El Rancho eine kurze erste Rast, um eine Liquado zu trinken (Pürierte Früchte, wahlweise mit Wasser oder Milch, sehr lecker!). Dann weiter bis Rio Hondo und dort rechts ab und via Zacapa und Chicimula Richtung honduranische Grenze. Die Grenzformalitäten waren unspektakular: Ausreisegenehmigung der Mietwagenfirma und Pass vorzeigen, einen kleinen Betrag bezahlen, nochmal an die Zollstation der Honduraner, und wir waren drüben. Nach der Grenze sind´s noch etwa 20 km bis Copán. Dort hatten wir ein hübsches Hotel direkt am Parque Central, von wo aus man alles beqeum zu Fuss erreichen konnte. (Copán ist nicht gross)

      Im nächsten Teil gehts weiter mit den Ruinas de Copán.
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      whisky trinker schrieb:

      In diesem Teil der Welt war ich noch nie,
      aber solche Reise-Berichte lese ich sehr gerne ....


      Solltest mal hinfahren, lohnt sich!!!

      Tag 4 / Copán / Honduras

      An diesem Tag standen nun die Ruinas de Cópan auf dem Plan. Nach dem Frühstück sind wir losgezogen, zu Fuss, der Parque Archeologico lag nur etwas 1km von unserem Hotel entfernt. Auf dem Weg haben wir uns noch frische Mangos gekauft als Proviant, die gibts zu dieser Zeit in diesem Teil der Welt an jeder Ecke frisch vom Baum zu Spottpreisen, dabei haben sie Sorten, die bei uns völlig unbekannt sind und gegen die man jede noch so teure Flugmango fast vergessen kann :P

      Als wir im Park ankamen und den Eintritt bezahlt hatten, erwartete uns eine Überraschung: dort leben halbwilde rote Aras! Es gibt dort eine Initiative, die verletzte Tiere und Tiere aus schlechter Haltung aufpäppeln und nachzüchten und diese dann in Tal von Copán auswildern. Sie werden zwar etwas zugefüttert mit Obst und Nüssen, sind daher nicht sehr scheu, so dass man sie an den Futterplätzen am Parkeingang aus nächster Distanz (weniger als 1m) fotografieren kann, bewegen sich aber ansonsten völlig frei. So ein Vogel sieht auf einem grünen Baum oder im Flug in der Gruppe schon deutlich schöner aus als auf einem kahlen Stangerl in irgendeiner Wohnung :ok:

      Nun aber zu den Ruinen: sie unterscheiden sich fundamental von den mir bereits bekannten in Tikal: es ist alles viel weniger imposant und kleiner, auch in der Ausdehnung, dafür aber mit einer Menge an Stelen und sonstigen Strukturen wie Zeremonienaltären, die mit einer grossartigen Vielfalt an wunderbar erhaltenen Mayahyroglyphen versehen sind. Diese haben sich ob der Ausführung wesentlich besser erhalten als in Tikal, da sie als Steinmetzabeiten ausgeführt sind, im Gegensatz zu Tikal, wo die Ornamentik im Wesentlichen aus Kalkputz bestand, der die Zeiten natürlich nicht oder nur kaum überdauert hat. (Die Stadt Tikal wurde Ende des 9. / Anfang des 10. Jhd. verlassen)

      Nach den Ruinen nahmen wir uns ein Tuctuc und fuhren noch zu der Aufzuchtstation für die Aras. Dieser ist ein kleiner Vogelzoo mit schönen, grossen Volieren mit verschiedenen Papageien und Tukanen angeschlossen, der sehr schön in einem engen Bachtal mit tropischer Vegetation gelegen ist, und danach zurück zum Hotel, wo wir nach einem guten Abendessen in einem netten Restaurant mit Dachterasse dann bald zu Bett gingen. (Wir sind eigentlich fast immer schon spätesten um 9 ins Bett, da es in Mittelamerika bereits um 7 dunkel ist, und nach Einbruch der Dunkelheit sollte man nicht mehr weit vom Hotel unterwegs sein, sonst kann´s u.U. etwas gefährlich werden, ansonsten ist die Sicherheitslage in den meisten Teilen des Landes relativ gut, das hat sich sehr gebessert, z.B. ist es seit ca. 2-3 Jahren unbedenklich, sich bis nach Sonnenuntergang im Ruinenpark von Tikal aufzuhalten, wie wir es vor zwei Jahren getan haben, das wäre früher undenkbar gewesen, da gab es immer wieder Überfälle, heutzutage sind überall Polizisten im Park anzutreffen)
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      Tag 5 / von Copán / Honduras nach Cobán / Guatemala

      Und weiter geht die Reise: nach einem ausgedehnten Frühstück fuhren wir wieder zurück nach Guatemala. Ach dieses Mal war der Grenzübertritt völlig problemlos, nur kurz die Pässe und den bei der Ausreise aus Guatemala erhaltenen Zettel vorgezeigt und wir waren durch.

      Die Strecke nach Cobán im Alta Verapaz führt zuerst zurück bis El Rancho an die Kreuzung nach Guatemala City, dort ging´s dann geradeaus weiter Richtung Salama und die Berge der Verapazes hinauf. Das ist eine tolle Strecke, bei der man mehrere Klimazonen durchquert: von der eingangs schon erwähnten Trockensavanne, wo es über 30°hatte, bis hinauf in die Bergnebelwaldregion der Verapaces mit nurmehr knapp über 20° bei deutlich höherer Luftfeuchtigkeit.

      An dieser Stelle mal eine Anmerkung zur Ökologie und damit zu einem der wenigen unschönen Aspekte des Landes: Die Region der Bergnebelwälder ist der natürliche Lebensraum des Wappenvogels Guatemalas, des Quetzal, sicher einer der schönsten Vögel weltweit: Quetzal Er brütet in verlassenen Spechthöhlen, da er mit seinem rel. weichen Schnabel keine eigenen Bruthöhlen graben kann, seine Hauptnahrung besteht aus einer wilden Avocodoart, die in den Nebelwäldern wächst. Leider ist deser Vogel in Guatemala mittlerweile sehr sehr selten geworden, da sein Lebensraum durch Abholzung und Brandrodung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen bis auf wenige Reste verschwunden ist. (Ihr könnt Euch nicht vorstellen, in welchen Hanglagen die dort Gemüse und Mais anbauen 8o ) Auf der Strecke, die wir auf dem Weg Richtung Cobán durchfuhren gibt es einen Bergnebelwald-Korridor, in dem noch einige der Vögel leben, nebst einem kleinen, für Besucher geöffneten und über zwei verschieden lange Wanderwege begehbaren sog. "Biotopo". Ich habe es auf meinen bisherigen zwei Guatemalareisen 2008 und 2012 zweimal ganz früh am Morgen, der besten Zeit dafür, besucht, aber leider nie einen der Vögel zu Gesicht bekommen ;( Aber der Bergnebelwald am frühen Morgen ist die Wanderung alleine schon mehr als wert :!:

      Nach einem späten Mittagessen (Almuerzo) auf einem sehr hübschen Rancho an der Strecke kamen wir so gegen 15:00 in Cobán an -- und habe uns auf der Suche nach unserem Hotel erstmal sauber verfahren, da ich zwar einen guten Google-Maps-Ausdruck mit Verzeichnis der Una Via´s dabei hatte, leider aber die passende Abzweigung von der Calle 1 in die Calle 2 verpasst hatte. Daher sind wir erstmal ein wenig in der Stadt ´rumgegurkt, haben´s dann aber schliesslich doch gefunden. Das Hotel war ganz allerhübschest, ein älteres Gebäude im Kolonialstil mit sehr schönem, begrüntem Innenhof, einem sog. Patio. Und das schönste daran: genau gegenüber unserer Zimmertür hing eine Kolibri-Futterstation, ein Glaszylinder, mit Zuckerwasser gefüllt und vier künstlichen Blüten mit Öffnungen für die Schnäbel der Tierchen. Da konnte man jeden Morgen mehrere der kleinen Schwirrer beobachten, wir haben es auch geschafft, gute Bilder von ihnen zu machen. Ich liebe Kolibris :love:

      Nach dem Einchecken sind wir dann erstmal auf den Markt von Cobán getigert, der lag nur ein paar Gehminuten vom Hotel entfernt, befindet sich in Hanglage und man hat das Gefühl, duch eine Art Tunnel zu gehen, da er komplett überdacht ist. Dort habe ich verschiedene Sorten getrocknete Chilli gekauft, der Chilli aus Cobán ist in ganz Guatemala berühmt und sehr aromatisch (und, je nach Sorte, auch sehr feurig :P )

      Noch eine kleine Anmerkung zu Cobán und dem Alta Verapaz: die Gegend ist eines der Zentren des Kaffeeanbaus in Guatemala, der von Deutschen im 19. Jhd. in Guatemala begründet wurde. Auch wird dort viel Kardamom angebaut, der vorallem in den nahen Osten exportiert wird.

      Im nächsten Teil wird´s ein klein wenig abendteuerlich, wir schalten den Allrad zu und ich nehem Euch mit nach Semuc Champey :D
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Schon Lustig in einem Whiskyforum einen Reisebericht über Guatemala zu lesen. Aber Danke Andreas das Du uns teilhaben lässt. :klatschen: Da kommt doch richtig Sehnsucht auf. Ist schon wieder 14 Jahre her, das ich dort war. Und echt mutig in Guatemala mit Mietwagen unterwegs zu sein, besonders in Guatemala City. Bin gespannt was noch kommt. In Coban habe ich meine erste Kaffeeplantage gesehen.
      Vg Leo
      Velll Jröööösss
      Leo

      "Popcorn: Wenn Gott gewollt hätte, dass man Lebensmittel zum Explodieren bringt, hätte er Zündschnüre an Zervelatwurst gemacht"
      Torsten Sträter - aus "Der David ist dem Goliath sein Tod"
    • Leomhann schrieb:

      Schon Lustig in einem Whiskyforum einen Reisebericht über Guatemala zu lesen.

      Auch nicht anders als Schottland oder Husum Reisebereichte. Ich find des toll. :umarmen:
      I do hereby proclaim that today shall be the first day of the most exciting time of my life.
      .

    • Leomhann schrieb:

      Schon Lustig in einem Whiskyforum einen Reisebericht über Guatemala zu lesen. Aber Danke Andreas das Du uns teilhaben lässt.


      Was genau ist denn daran "lustig" ?
      Ich finde das völlig normal und auch GUT so .... es erweitert einfach den Horizont - mal abgesehen davon, das man auf beiden Seiten die Freude am Erlebten teilt.
      clansman-malt-connection@gmx.de
      Neu eingetroffen....

      Motörhead 1975 & Speyburn 1897
      Lemmy - never forget!
    • Guatemala 2014

      Leomhann schrieb:

      Und echt mutig in Guatemala mit Mietwagen unterwegs zu sein, besonders in Guatemala City.
      Vg Leo


      Stimmt, Guatemala City mit dem Auto ist der Horror, aber z.Gl. waren wir dort kaum unterwegs. Die ersten Teil der Strecke Richtung Osten auf die Hauptroute zum Atlantik hat uns ja unser Freund eskortiert, und dann musste ich am Schluss nur wieder zu seinem Haus zurückfinden, die Strecke kenne ich aber schon von den ersten 2 Guatemalareisen und es ist recht einfach, wenn man über die Roosevelt aus Richtung Antigua kommt (und trotzdem habe ich ganz zum Schluss am Trebol die richtige Fahrspur verpasst und musste wieder umdrehen und ein Stück zurück, bis ich erneut wenden und die richtige Spur nehmen konnte. Wäre auch anders gegangen, ist aber dann extrem kompliziert: als uns Jose-Manuel am letzten Tag aus Antigua, wo wir ohne Auto waren, abholte, fuhr er diese Route, das hätte ich alleine im Leben nicht gefunden :rolleyes: ) Aber im Rest des Landes ist es eigentlich überhaupt kein Problem, mit dem Auto alleine unterwegs zu sein. Wenn man die nervigen Tumolos mal beiseite lässt, ist es ob der geringen Geschwindigkeiten (ich bin bis auf kurze Abschnitte der CA1, dem guatemaltekischen Abschnitt der Panamerikana, kaum mal schneller als 80km/h gefahren) sogar recht stressfrei und auf alle Fälle hoch interessant, da es praktisch immer was zu sehen gibt.

      Tag 6 / Semuc Champey


      Im Rahmen unserer Reisevorbereitung haben wir bzw. meine Frau in unserem Guatemalaführer über Semuc Champey gelesen und beschlossen, da hinzufahren. Dieser Wunsch führte auch dazu, dass wir als Mietwagen etwas geländegängiges wollten, ganz abgesehen davon, dass hohe Bodenfreiheit in Guatemala immer von Vorteil ist, schon alleine wg. meiner speziellen Freunde, der Tumolos :D Der Ort liegt ca. 2 - 2,5 h Fahrzeit von Cobán entfernt im Tal des Rio Cahabón. In der Nacht und am Morgen hatte es geregnet (in Cobán regnet´s oft, auch ausserhalb der eigentlichen Regenzeit), und ich hatte etwas Muffe ob der zu erwartenden Strassenverhältnisse, es hat sich dann jedoch als unkritisch herausgestellt. So sind wir dann nach dem Frühstück losgefahren --- und haben uns erstmal in Cobán verfranzt. :whistling: (Einmal pro Tag in einem Ort verfahren war unser Durchschnitt :D ) Nach kurzem ´Rumgekurve haben wir dann aber doch die richtige Ausfahrt gefunden. Der erste Teil der Strecke führte durch eine schöne, völlig grün bewachsenen Karsthügellandschaft im Hochland des Alta Verapaz. Man umfährt eine grosse Anzahl an günen Kegeln, die von oben sicher wie eine Ansammlung grüner Maulwurfshügel wirken würde, und die alle mit Kaffee und sonstigem bewachsen sind. Nach einiger Zeit kamen wir an die Abzweigung nach Lanquin, und ab da ging es auf 11km über 1000 Höhenmeter kurvig eine Schotterpiste bergab, war zwar etwas rappelig, aber gut zu fahren, die ist lt. Karte auch in der Regenzeit befahrbar. Nach der Ortsdurchfahrt duch Lanquin begann dann am Ortsausgang eine Lehmpiste, die ich bei Regen nicht würde fahren wollen, im einigermassen trockenen Zustand aber geht. Diese führte erstmal wieder steil einen Bergkamm hinauf und anschliessend weitere 8-9 km ca. 500 Höhenmeter nach unten, kurvig, eng, teilweise matschig, durch immer tropischer werdende Vegetation, mit vielen Kakaobäumen. (in Semuc Champey verkaufen viele Kinder handgefertigte Schokolade, die eigentlich nur aus auf einem Stein zermahlenen Kakaobohnen und etwas Zucker besteht. Diese Paste wird dann mit den Händen zu Schokoladenscheiben mit ca. 8cm Durchmesser geformt. Gibts mit Zimt, Kardamom, Vanille oder Natur) Am Ende der Strasse kommt man an eine alte Stahlhängebrücke, schon recht rostig, deren Fahrbahn nur noch aus Bohlen und Brettern besteht 8o An deren Ende geht´s dann nochmal ein paar Meter steil nach oben -- und da musste ich den Allrad zuschalten(und vorsichtshalber gleich auch noch die Diff.-Sperren), da ich wg. Gegenverkehr anhalten musste und die Fahrbahn aus einem releativ lockeren Gemisch aus Geröll und Lehm bestand. Ohne wäre ich da nicht mehr ´raufgekommen.

      Die Besonderheit von Semuk Champey ist eine Kalksteinbrücke, unter der der Rio Cahabón auf einer Länge von mehreren 100 m hindurchfliesst, und auf der sich Pools aus Sinterkalkterassen befinden, in denen man baden kann -- nur blöderweise habe ich meine Badehose vergessen, also nix war´s mit einem erfrischenden Bad bei 30° Aussentemeratur ;( Das ganze in einer tropischen Nebelwaldvegetation. Überhaupt konnte man sehr schön bemerken, wie es auf der Strecke von der Abzweigung nach Lanquin bis Semuc Champey immer wärmer wurde, die Temperaturdifferenz betrug 10 - 15° C

      Da es bei den Pools trotz der etwas beschwerlichen Anreise sehr zuging, haben wir uns auch recht bald wieder vom Acker gemacht und sind die gleiche Strecke zurück nach Cobán gefahren. Insgesamt kann man wohl sagen: an diesem Tag war der Weg das Ziel 8) In Cobán haben wir uns auf dem Weg zum Hotel nochmal kurz verfahren :whistling:, haben nochmal kurz die Plaza Central besucht und in einem netten Lokal auf einer Dachterasse ein leckeres Abendessen genossen.

      Im nächsten Teil fahren wir von Cobán immer am Fuss der Sierra de los Cuchumatanes nach Huehuetenango (sprich "UiUitenango)
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • :thumbsup: toll Andreas - jetzt weiss ich auch wieder wie die Gegend hiess. Freu mich auf die weiteren Beschreibungen!
      Velll Jröööösss
      Leo

      "Popcorn: Wenn Gott gewollt hätte, dass man Lebensmittel zum Explodieren bringt, hätte er Zündschnüre an Zervelatwurst gemacht"
      Torsten Sträter - aus "Der David ist dem Goliath sein Tod"
    • Schöner und interessanter Bericht!!! :top:



      Doradndandler schrieb:

      ..... nach Amstardam startete. Dort hatten wir 1 1/2 h Aufenthalt bis zum Transantlantikflug nach Panama. Leider
      konnte ich beim Web-Check-In keine Sitzplatzvorauswahl treffen, und so sassen wir ein einer der 3er-Reihen Mitte und Fenster in der Boing 777-300 ER .....

      Hört sich nach KLM an wenns über Amsterdam geht, oder war es ein Code Sharing Flug? Also ich fliege fast nur mehr mit den Holländern, aber das mit dem Check In hat immer bestens geplappt. Normalerweise kann man seit 2012 glaub ich wars gleich beim Buchen, auch in der Economy Class die Wunsch Sitzplätze auswählen.
      (c) by HIAS
    • Guatemala 2014

      hias schrieb:

      Schöner und interessanter Bericht!!! :top:

      Doradndandler schrieb:

      ..... nach Amstardam startete. Dort hatten wir 1 1/2 h Aufenthalt bis zum Transantlantikflug nach Panama. Leider
      konnte ich beim Web-Check-In keine Sitzplatzvorauswahl treffen, und so sassen wir ein einer der 3er-Reihen Mitte und Fenster in der Boing 777-300 ER .....

      Hört sich nach KLM an wenns über Amsterdam geht, oder war es ein Code Sharing Flug? Also ich fliege fast nur mehr mit den Holländern, aber das mit dem Check In hat immer bestens geplappt. Normalerweise kann man seit 2012 glaub ich wars gleich beim Buchen, auch in der Economy Class die Wunsch Sitzplätze auswählen.


      Stimmt, hin ging´s bis Panama mit der KLM, Panama - Guatemala (und zurück) mit Copa und Panama via Paris nach München mit Air France.

      Tag 7 / von Cobán nach Huehuetenango

      Nach dem Frühstück sind wir los auf die Strecke nach Huehuetenango, relativ früh, weil es eine der längesten Strecken des Urlaubs werden würde und ein ca. 20-30km langes, nichtasphaltiertes Teilstück aufweist. Zuerst habe ich mich natürlich wieder verfahren, aber nur geringfügig, einmal um einen Strassenblock gegurkt und es hat wieder gepasst:D

      Die Strecke führt von Cobán in Richtung Süd-West über Santa Cruz Verapaz nach San Christóbal Verapaz, und danach hört dann die asphaltierte Strecke auf und es beginnt eine Schotterpiste, immer am Fuss der Sierra de Cuchumatanes entlang, die aber, abgesehen von den obligatorischen Schlaglöchern, recht gut zu fahren ist, die ginge auch mit einem normalen Auto, aber mit unserem X-Trail und der grossen Bodenfreiheit ist´s natürlich deutlich kommoder 8) Auf dieser Piste hatten wir zwei erwähnenswerte Erlebnisse: an einer Stelle konnte man schon von weitem einen grossen Bergrutsch erkennen, und beim Näherkommen sahen wir, der war echt gewaltig: auf einer Breite von mind. 500 m (eher mehr) war eine komplette Bergflanke weggerutscht, und da haben sie einfach quer durch eine neue Piste geschoben. Das etwas unangenehme dabei: da lagen noch überall gewaltige Felsbrocken im Hang, wenn da einer in Bewegung gekommen wäre und uns erwischt hätte, hätten wir uns um die Zukunft keine Gedanken mehr machen zu brauchen 8o Das zweite: an einer langen, geraden und breiten Stelle machten wir eine kurze P&Z - Pause, da kam ein Pärchen auf einem Moped vorbei und warnte uns davor, hier lange stehen zu bleiben, da es die Gefahr von Raubüberfällen gäbe 8o Also lieber schnell weiter. Der Rest der insg. etwa 6h dauernden Fahrt (für die Gesamtstrecke) verlief dann unspektakulär: immer schön bergauf-bergab-um Berge rum Kurve links Kurve rechts usw. durch schöne und abwechslunsreiche Landschaften.

      Hier mal eine kurze Zwischenbermerkung über Streckenführungen in Guatemal: wegen der häufigen Erdbeben bauen sie dort kaum Brücken, daher werden quasi alle Täler "ausgefahren", und eigentlich kurze Distanzen nach Luftlinie können recht lange Fahrten werden.

      Nach einer kurzen Mittagsrast in Cunén ging´s weiter via Sacapulas und Aguacatán (wo wir Indigena-Frauen in sehr schönen Trachten bewundern konnten, zu dem Thema schreibe ich noch was im Bericht über den kommenden Tag) nach Huehue ......... wo ich mich erstmal wieder verfahren habe und mitten in der Innenstadt gelandet bin, aber dank der freundlichen Hilfe eines Polizisten auch schnell wieder ´raus und zu unserem Hotel fand. (Auch zu diesem schreibe ich was im morgigen Bericht, es war das einzige, das uns nicht so gefallen hat)

      Morgen besuchen wir dann den Mirador de los Cuchumatanes und den Ort Todos Santos
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      Tag 8 / Huehuetenango & Todos Santos

      Im Bericht über den gestrigen Tag liess ich ja schon kurz anklingen, dass wir mit dem Hotel in Huehue nicht ganz so zufrieden waren wie mit den anderen, obwohl es das teuerste auf der ganzen Reise war. Ich hätte lieber ein anderes gehabt, das ich schon kannte, aber die haben weder auf Anrufe unseres Freundes noch auf Mails reagiert, und bevor ich dann ohne Zimmer dastehe, habe ich halt das einzige genommen, welches übers Internet buchbar war. Das hat sich als eine Art Tagungshotel entpuppt, sehr ab vom Schuss, irgendwie ungemütlich und das Personal zwar nicht unfreundlich, aber irgendwie uninteressiert und "wurschtig", ganz im Gegensatz zu allen Dienstleistern sonst, sei es Hotelpersonal, Bedienungen etc., die sind im ganzen Land von ausnehmendster Freundlichkeit und Bemühtheit, auch wenn uns manche Sachen etwas umständlich erscheinen mögen und etwas länger dauern. In diesem Hotel jedoch hatten wir z.B. beim Abendessen das interessante Ergebnis, dass wir nach der Bestellung ca. 1/2 h warteten und dann erfuhren, dass das bestellte leider aus sei ?( Anscheinend waren aber noch jede Menge Spagetti da, die wollte er uns hartnäckig andrehen, bis wir dann doch erfuhren, das das eigentlich gewünschte (gegrilltes Rindfleisch mit landestypischen Beilagen) auch zu haben sei, nur mit einem anderen Teil des Rindviehs. :D Auch unsere Nachfrage nach einem Hotelsafe für unsere Reisepässe (wegen des Ausflugs nach Honduras konnten wir die nicht bei unserem Freund lassen) wurde mit der Antwort "nur Montags" beschieden ?( Sehr interessant in diesem Hotel war auch die Tatsache, dass jeden Morgen und jeden Abend mindest. 10-15 der schwarz gekleideten, bewaffneten Polizisten (einer sogar mit einer AK 47 8o ) dort zum Essen kamen und immer sofort bedient wurden. Anscheinend hatte das Hotel irgendeinen Verpflegungsvertrag mit der örtlichen Polizei und fungierte als deren Kantine.

      Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück losgefahren in die Berge der Sierra de los Cuchumatanes. (Dabei habe ich mich wegen der Karfreitagsprozessionen sowohl in Huehue als auch kurz danach in Chiantla wieder einmal verfahren :whistling: Zur eher rudimentären Beschilderung: in Chiantla fand sich tatsächlich ein Hinweis Richtung Todos Santos --- einfach auf den Bordstein gepinselt :D ) Man erreicht dabei eine Höhe von über 3000 m auf einer zwar recht guten, aber ungeheuer steilen und kuvigen Strasse. Unterwegegs kamen wir auch an einem Unfall vorbei, da standen zwei im Graben, Gottseidank auf der Bergseite, auf der anderen wäre es ein paar hundert Meter ´runtergegangen! Als wir dann den Mirador erreichten, war´s leider Essig mit der guten Aussicht. An guten Tagen hat man dort einen Blick bis auf die Vulkankette im Westen, aber leider kam der Nebel aus dem Tal, gerade als wir den Aussichtspunkt erreichten. :cursing: Aber egal, dann eben weiter nach Todos Santos. Zu diesem Ort gelangt man über eine Hochebene, recht kühl da oben, überall Schafe, Felsbrocken, riesige Agaven und --- Hollunderbüsche 8| Irgendwann kommt dann eine Abzweigung, und von da führt die Strasse wieder ein paar hundert Höhenmeter nach unten bis zu dem Ort. Dort hat es sich als Glücksfall erwiesen, dass wir am Karfreitag da waren: wir kamen genau richtig zur grossen Prozession, und der ganze Ort war bevölkert mit den Einwohnern in ihren traditionellen Trachten (auch die der Männer), die zu den schönsten in ganz Guatemala gehören. An dieser Stelle eine kleine Ausführung zum Thema: Guatemala ist unter Eingeweihten berühmt für die traditionellen Trachten der indigenen Bevölkerung, vor allem die der Frauen. (Männer findet man leider nur noch selten in traditioneller Bekleidung, ich habe auf bisher drei Guatemalareisen nur in Chichicastenango, in Solola, in Santiago de Atitlan und eben in Todos Santos welche gesehen)
      Die trad. Kleidung der Frauen besteht aus einem Wickelrock, genannt Corte, sowie einer Art Bluse, dem sog. Huipil. An der Ausführung, dem Muster und den Farben des letzteren kann man, wenn man darüber Bescheid weiss, erkennen, aus welchem Ort oder welcher Region die Trägerin stammt. Teilweise kombinieren sie es heutzutage auch mit modernen Klamotten wie T-Shirts, und die jungen Männer von Todos Santos trugen ihre traditionellen Hosen (rot mit weissen Streifen) z.T. in modernen Schnitten (bei einigen fast "Baggy Style") Ich werde, nach Abschluss des Reiseberichtes, ein Album in der Galerie anlegen und Bilder davon zeigen, nur aus der Beschreibung kann man sich´s nicht wirklich vorstellen. A` Propos Bilder: in Todos Santos sollte man mit dem Fotografieren etwas vorsichtig und defensiv sein: immer vorher fragen oder unauffällig mit grossem Zoom von weitem. Uns wurde mehrfach bedeutet, dass zu direktes Fotografieren unerwünscht ist. Vor ca. 16 Jahren haben sie dort einen Japaner gelyncht (am Markt-Samstag karren sie da busseweise die Touris hin), der, ganz in schwarz gekleidet, extrem aufdringlich mit riesen Kamera ein Kind fotografiert hat, was die Mutter zu der irrigen Annahme brachte, ihr Kind solle entführt werden. Darauf haben sie ihn gesteinigt 8o In Todos Santos hat meine Frau auch das erstemal auf dieser Reise der Einkaufsrappel gepackt (zu dem Thema komme ich auch noch in den nächsten Berichten): dort gibt es eine sehr hübsche Tienda, die Produkte einer Kooperative ohne Zwischenhandel verkauft. Auf jedem Stück ist ein Aufkleber mit dem Namen der jeweiligen Herstellerin. Dieser wird dann an der Kasse in ein Buch eingetragen, und die Herstellerin bekommt das Geld direkt. Aus diesem Grund haben wir dort auf jedwede Handelei (die sonst ein MUSS ist) verzichtet. Dort haben wir auch einen Kaffee getrunken und uns sehr lustig und nett, soweit es unsere Spanischkentnisse hergaben, mit zwei kleinen Jungs unterhalten, wo wir den herkämen etc.
      Die beiden hatten für dortige Verhälnisse auch schon ganz ordentliche Geografiekenntnisse, sie wussten immerhin, dass Deutschland in Europa liegt und man den Atlantik überqueren muss, um dahin zu kommen. Allerdings dachten sie, es grenzt direkt an Spanien ;) An dieser Stelle auch noch kurz zum Thema "als Touri in Guatemala": Es war immer wieder auffällig, dass man, sobald man sich als Deutscher zu erkennen gab (No somos gringos, somos Alemanes!), mit besonderer Herzlichkeit und Freundlichkeit bedacht wurde, vor allem, da wir ja die offizielle Landesspache einigermassen sprachen und verstanden. Das wird dort sehr geschätzt und honoriert!
      Der Rest des Tages verlief dann eher unspektakulär: wir fuhren zurück nach Huehue (wobei ich mich erneut in Chiantla verfranzte :rofl: ) und besuchten die Ruinen von Zaculeu, der letzten Stadt des dort ansässigen Volkes der Mam, die im frühen 16. Jhd. von den Spaniern erst nach mehrwöchiger Belagerung erobert werden konnte. Diese Ruinen bieten nach einer missglückten "Restaurierung", bei der sie quasi mit Beton überzogen wurden, die etwas eigentümliche Anmutung einer Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg, in Maya-Tempelform. Die Anlage wird von den Einheimischen, die dort nur ein Zehntel des Eintrittspreises, den Touristen entrichten, bezahlen, auch als normaler Park genutzt. Sie dürfen auch nach der offiziellen Schliessung noch dableiben, und spielen dort Fussball und picknicken. Kaputtmachen kann man eh nix, ich finde diese Regelung gut :thumbup:

      Morgen reisen wir weiter die kurze Strecke nach Quetzaltenango, auch Xela (sprich Schela) genannt, dem Sitz des Reifungslagers des Ron Zacapa (die ich leider nicht besuchen konnte, da wir am Ostersonntag da waren ;( )
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      Tag 9 / von Huehuetenango nach Quetzaltenango

      Und weiter geht´s. Heute haben wir uns, nach einem etwas längeren Ausschlafen und dem Frühstück (wieder in Gesellschaft der Polizei :D ) auf den Weg nach Quetzaltenango / Xela (Xela ist die gebräuchliche Abkürzung des alten Maya-Namens Xelajú, sprich Sche-la-hu), der zweitgrössten Stadt Guatemalas, gemacht. Sie liegt übrigens in einer Höhe von 2234 m und ist Insidern bekannt als der Lager- und Reifungsort des Ron Zacapa :D Von der Fahrt selber gibt´s nicht viel zu berichten, Die Strecke ist nur kurz (ca. 1,5 - 2 h) und führt über die gut ausgebaute CA 1, den guatemaltekischen Teil der Panamerikana. Kurz vor Xela hatten wir dann jedoch, dem schönen und klaren Wetter an diesem Tag sei Dank, einen traumhaften Ausblick auf den Santa Maria, den höchsten der Vulkane von Xela. Er besitzt eine fast perfekte Kegelform und ist derzeit nicht aktiv, hat jedoch im Jahr 1902 die Stadt nahezu vollständig zerstört. Kurz vor Xela machten wir dann einen Abstecher in den kleinen, ein wenig abseits gelegenen Ort San Andrés Xecul, um die dortige Kirche zu bewundern, deren Fassade komplett bunt bemalt ist, Hauptton ist ein richtig knalliges Gelb 8) (In Guatemala mögen sie´s farbig, auch die Friedhöfe sind in vielen Fällen sehr farbenfroh gestaltet)
      In Xela angekommen habe ich mich erst mal wieder kurz verfahren, da ich die Abfahrt auf die Umgehungsstrasse (gibt´s dort tatsächlich :!: ) Richtung Pazifik verpasst habe (obwohl die gross genug gewesen wäre, aber leider mit einer etwas verwirrenden Spurführung) und erstmal in der Stadt gelandet bin. War aber weiter kein Problem, einmal umgedreht, ein Stück zurück und wir waren am Hotel. Nach dem Einchecken sind wir dann am Nachmittag mit dem Taxi (das Hotel lag etwas ausserhalb) ins Zentrum gefahren, haben uns dort herumgetrieben auf dem Parque Centroamérico, ein paar Bierchen getrunken in einem mir bereits bekannen Lokal in einer Passage direkt am Parque, dort etwas später auch gegessen und sind dann wieder mit einem Taxi zurück zum Hotel. Das war dann noch lustig: die schon etwas betagtere Kiste japanischer Provenienz wollte erst nicht anspringen (Aussage des Fahrers: zu kalt --- bei ca. 20° :rofl: ), und dann musste er erst noch zur Tanke fahren, wo er dann für 20 GTQ, das sind etwa 2,-- € getankt hat, bevor er uns zum Hotel brachte :rolleyes:

      Morgen gehen wir dann baden in den Fuentes Georginas
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)
    • Guatemala 2014

      Tag 10 / Quetzaltenango / Fuentes Georginas

      Nach dem Frühstück sind wir losgefahren, um die Fuentes Georginas zu besuchen, ausnahmsweise, ohne uns zu verfahren, da man vom Hotel aus nur links abzubiegen braucht und über die Umgehungsstrasse Richtung Pazifik nach wenigen Kilometern direkt an die Abzweigung (sogar mit Hinweisschild :!: ) oberhalb des Ortes Zunil gelangt. Die Fuentes sind heisse Schwefelquellen am Abhang des Pico de Zunil, die eingefasst wurden, in einem sehr schönen Ambiente aus Bergnebelwald liegen und in denen man baden kann! Die Strasse aus dem Almolongatal dort hinauf ist sehr schmal und führt in vielen Kurven teils durch Bergnebelwald, teils durch Gemüsefelder, die teils erstaunlich steile Hanglagen aufweisen. Durch die vorherrschenden vulkanischen Böden und das Klima ist die Gegend sehr fruchtbar und gilt als der Gemüsegarten Guatemalas. So grosse Radieschen (span. Rabanos) wie dort habe ich noch nie gesehen, die haben z.T. die Grösse kleiner Äpfel. Leider wird das Zeug ausgiebig gespritzt und mit Wasser aus dem Almolonga bewässert, der leider sehr stark belastet und verschmutzt ist (wie leider viele bzw. die meissten Flüsse in Guatemala, auch der Atitlansee ist bereits sehr stark belastet), so dass von Bio keine Rede sein kann. Überhaupt ist das leider ein Thema im ganzen Land, so ist z.B. die Kindersterblichkeit in einigen Regionen dort sehr hoch ;( Auf diesem Gebiet hat Guatemala einen gewaltigen Nachholbedarf, hoffentlich packen sie´s irgendwann.

      Auf dem Weg zu den Fuentes haben wir auch DAS Foto des Urlaubs geschossen: (eine Persiflage auf die Ansichtskarten von Bayern "Kuh vor Bergpanorama", hier die guatemaltekische Variante. Der Vulkan im Hintergrund ist der Santa Maria)



      Leider waren, da Ostersonntag, die Quellen an diesem Tag sehr überlaufen, aber ein wenig baden musste sein. Das grosse Becken, welches vor zwei Jahren kaum zu betreten war, da kurz zuvor die Quelle aufbrach und das Wasser eine Temperatur von fast 60° am Einstieg hatte, konnte wieder genutzt werden, das Wasser hatte sich auf 35 - 40° "abgekühlt. Länger als 15min hielt ich es trotzdem nicht aus, da ich dann Herzklopfen bekam :wacko:

      Anschliessend sind wir noch ein Stück die Strasse Richtung Pazifikküste weitergefahren und dann zurück nach Xela. (Auf dem Weg dorthin, über den Ort Almolonga, haben wir auch einen kleinen Unfall gesehen: da ist einer mit seinem alten Honda Civic zu flott um eine Kurve, hat ein seeehr tiefes Schlagloch übersehen und sich die linke Vorderradaufhängung komplett demoliert :whistling: )
      In Xela haben wir in einem netten Restaurant ein kleines Mittagessen genommen, dann zurück ins Hotel und am späten Nachmittag nochmal mit dem Taxi in die Stadt zurück. Leider hatte das Lokal vom Vortag, wo wir eigentlich wieder hin wollten, an diesem Tag geschlossen, sonst war auch irgendwie nix gescheites offen, so dass wir letztendlich im Hotel zu Abend gegessen haben.

      Morgen fahren wir weiter nach Panajachel (auch Gringotenango genannt ob der vielen Touris) an den Atitlan-See
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Hi Andreas,
      tolle Bilder :klatschen: - da bekommt man richtig Fernweh - ich will zurück....

      Mal schauen - werde auf jeden Fall auf Dich zu kommen, wenn ich darf, wenn ich doch mal wieder hinfahre.
      Gruß Leo
      Velll Jröööösss
      Leo

      "Popcorn: Wenn Gott gewollt hätte, dass man Lebensmittel zum Explodieren bringt, hätte er Zündschnüre an Zervelatwurst gemacht"
      Torsten Sträter - aus "Der David ist dem Goliath sein Tod"
    • Guatemala 2014

      Leomhann schrieb:

      Hi Andreas,
      tolle Bilder :klatschen: - da bekommt man richtig Fernweh - ich will zurück....

      Mal schauen - werde auf jeden Fall auf Dich zu kommen, wenn ich darf, wenn ich doch mal wieder hinfahre.
      Gruß Leo
      Aber immer gerne, nach 3 Reisen in´s Land des ewigen Frühlings kann ich Dir sicher ein paar Tipp´s geben :D

      So, weiter im Text:

      Tag 10, 11 und 12 / Atitlánsee und zurück in die Hauptstadt

      Von Quetzaltenango aus ist man in ca. 1 1/2 - 2 h am Atitlán. Verfahren habe ich mich diesesmal nicht, da die Strecke von Xela Richtung Hauptstadt über die CA1, an der die Abzweigung nach Sololá und Panajachel liegt, gut beschildert ist (in Guatemala eine Ausnahme). Nur die Abzweigung nach Sololá habe ich übersehen, da ich aus der anderen Richtung kam und sie da, obwohl ebenfalls beschildert, schlecht zu sehen ist. :whistling: In Sololá haben wir einen kurzen Zwischenstopp am Parque Central gemacht und meine Frau hat das in den nächsten Tagen stattfindende Powershopping eröffnet in einem Laden, der ebenfalls als Kooperative betrieben wird und dessen Erlöse unmittelbar den Erzeuger(innen) zugute kommen, daher wurde auch hier nicht gehandelt.

      Um das Thema gleich umfassend abzuhandeln: man kann in Guatemala wirklich wunderschöne Kunsthandwerksachen zu seeehr moderaten Preisen kaufen, auch wenn man als Touri immer! Extranjero-Zuschlag bezahlt, da kommt es dann bei der Höhe desselben auf´s Verhandlungsgeschick an, wer den zuerst aufgerufenen Preis gleich bezahlt, ist selber schuld :D Das finde ich völlig ok, die Preise sind trotzdem moderat bis sehr günstig, wenn man den Arbeitsaufwand berücksichtigt. Da gibt es dann z.T. handgewebte Stoffe, Tischdecken und -läufer, Tischsets, Kissenbezüge, bunte Handtaschen, Lederwaren, Holzschnitzereien, kleine Mäppchen, bunte Hemden und und und und noch mehr. Man kann sich kaum sattsehen, auch als Mann ist man nicht dagegen gefeit. Die Sachen sind auch durch die Bank gut verarbeitet, z.B. habe ich mir zwei Gürtel gekauft, schönes, stabiles Leder, die Oberseite durchbrochen und mit farbigem Stoff hinterlegt. Einen hatte ich noch von vor 2 Jahren, der ist immer noch tadellos in Schuss. Die kosten dann zwischen 8 - 12 Euro! In Santiago de Atitlan erwarben wir eine handgewebte und bestickte Decke, an der die Schwester des Ladeninhabers 3-4 Monate gesessen hat, für ca. 75 €. Das Teil hängt jetzt, auf einen dünnen Holzrahmen gespannt, wie ein Bild bei uns im Wohnzimmer. Sieht einfach klasse aus! Etwas gewöhnungbedürftig ist, dass man als Tourist unablässig angesprochen wird, etwas zu kaufen, da braucht´s teilweise gute Nerven. Einfach nur was anschauen is´ nicht. Sofort heisst es: Adelante, good Price, what are you looking for uswusf.... (dort sprechen sie inzwischen auch etwas englisch) Aber sie bleiben immer nett und freundlich, auch wenn man nix kauft. Auch gibt es viele fliegende Händler, die z.T. auch einen auch an den Tischen der Cafes und Restaurants ansprechen, wenn sie an der Strasse liegen. Das kann dann schonmal etwas lästig werden, gehört aber einfach dazu. Abschliessend kann ich Euch verraten: wir haben die Zollfreigrenzen und unser Gepäcklimit weidlich ausgereizt und für über 800,-- € eingekauft, das war im Vorfeld auch eingeplant und wird bei der nächsten Reise wieder so sein :whistling: :D (Kontrolliert wurden wir in München übrigens nicht)

      Noch eine kurze Anmerkung zu den Restaurants und Cafes und Bars: auch in Guatemala herrscht im Inneren der Lokale mittlerweile Rauchverbot! (überhaupt sieht man wenig Raucher, und wenn, dann sind es meistens Touristen, Einheimische fast nie!) Auch in Patios oder auf Terassenplätzen von Lokalen findet sich oft ein einschlägiger Hinweis, der dann allerdings oftmals nicht so streng gehandhabt wird, wenn man freundlich fragt, ob man rauchen dürfe und sich keiner gestört fühlt. ;) Allerdings war es dann auch so, dass z.B. unser Hotel in Antigua komplett rauchfrei war, auch der Garten, und ich zum Qualmen auf die Strasse musste. Auch im Hotel in Cobán wäre es das gleiche gewesen, allerdings hatte ich einen kleinen Reiseaschenbecher dabei, sodass sie ein Auge zudrückten, und in Copán / Honduras konnte ich auf dem Balkon zur Strasse hin rauchen, ebenso in Pana auf dem Balkon vorm Zimmer. Aber auf keinem Flughafen Mittelamerikas, auf denen wir Aufenthalte hatten, gab es eine Möglichkeit zum Rauchen, weder in Guatemala noch in Panama, das ist dann schon hart, wenn man viele Stunden Flug vor oder hinter sich hat :thumbdown:

      Da wir viel zu früh am Hotel in Pana ankamen, mussten wir ca. 1h warten, bevor wir unser Zimmer beziehen konnten, was aber in dem schönen Garten mit See- und Vulkanblick nicht wirklich störend war :D Anschliessend haben wir dann die erste Einkaufstour gestartet und sind abends einem der Lokale direkt am Seeufer zum Essen gegangen. Das ist dort auch lustig: sobald man da auftaucht und etwas unschlüssig blickt, stürzen sofort 2-3 Kellner auf einen zu und halten Dir die Speisekarte unter die Nase. Und dann soll man sich entscheiden..... :wacko: Zurück zum Hotel sind wir dann mit einem Tuctuc gefahren, da wir ja, ich erwähnte es bereits, nach Einbruch der Dunkelheit ungerne zu Fuss unterwegs waren (auch wenn das in Pana jetzt relativ unkritisch ist) Im Hotel habe ich mir an der Bar noch einen Zacapa und ein Bier gegönnt und mich im Hotelgarten noch sehr nett mit einem Päärchen aus Kalifornien unterhalten. In Pana und Antigua findet man überhaupt viele Amerikaner. Wir haben uns am folgenden Abend auch mit einer schon etwas älteren Dame aus USA unterhalten, und die fragte uns, ob wir wirklich gebürtige Deutsche wären, mein Akzent würde sich so irisch anhören :rofl:

      Am nächsten Tag sind wir dann nach dem Frühstück mit dem Auto nach Santiago de Atitlán gefahren. Üblicherweise fahren die Touristen mit Booten über den See, aber das haben wir schon vor zwei Jahren gemacht, und ich wollte meiner Frau gerne die Strecke um den Südrand des Sees zeigen, die ich noch aus 2008 kannte und die einige wunderbare Ausblickspunkte bietet. In Santiago habe ich mich dann wiedereinmal verfahren, da ich den bewachten Parkplatz am Ortseingang übersehen habe. Und da war es dann wirklich lustig: total enge Gassen, einmal falsch in die Einbahnstrasse und um Ecken, bei denen ich kurz dachte, hoffentlich komme ich da heil ´rum. War ein ziemliches Gegurke, bis ich wieder ´raus und zurück zu dem Parkplatz fand. In Santiago haben wir uns dann auch hauptsächlich mit Einkaufen und Schauen und Kaffetrinken beschäftigt und sind am frühen Nachmittag wieder zurück nach Pana und am späten Nachmittag nochmal in den Ort, wieder ´was eingekauft und in einem hübschen Lokal auf der Terasse im 1. Stock mit Blick auf die Hauptstrasse zu Abend gegessen. Apropos Abendessen: ich habe Euch eine wundersame Begebenheit vom Anfang der Reise in Copán / Honduras vorenthalten: ich trank zum Essen immer Bier, so habe ich am ersten Abend in Copán auch eines bestellt und erhielt zur Antwort: gibt´s heute nicht, weil Sonntag nach 17:00 Uhr ?(
      Die haben dort tatsächlich ein Gesetz, das Alkoholausschank am Sonntag nach 17:00 verbietet. Den Ursache für dieses Gesetzt konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, wahrscheinlich hunduranisches Binge-Drinking am Sonntag :duck_weg: (in der Bar, die auch vom Innenhof unseres Hotels aus zu erreichen war, nahmen sie´s dann aber nicht so genau, frei nach dem Motto "Wo kein Kläger, da kein Richter)

      Am nächsten Morgen (wir sind wieder in Pana) hatten wir noch ein sehr schönes Frühstück: Buffet im Garten mit See- und Vulkanblick und haben uns anschliessend auf den Weg zurück in die Hauptstadt gemacht. Da das nicht sehr weit ist und wir Zeit hatten beschlossen wir, einen Teil der Route auf einer Nebenstrecke zu fahren, die ich noch nicht kannte, und die lt. Auskunft vom Hotelpersonal gut und sicher zu fahren sei. Nun, sicher war sie, aber gut? Die Strecke entpuppte sich als (mal wieder) sehr kurvige und schlaglochträchtige Strasse, hatte dafür aber eine schöne Streckenführung durch mehrere Täler. In einem davon hatten wir noch ein interessantes Erlebnis: plötzlich tauchte ein Schild auf: "Falta Puente, fehlende Brücke" 8o ?( Und tatsächlich: nach wenigen Metern wurden wir von der Strasse auf eine sandige Piste abgeleitet, welche geradewegs durch´s Bachbett führte (Der Bach war NICHT ausgetrocknet!) Egal, sicherheitshalber Allrad ´rein und durch, war auch kein Problem 8)
      Auf der anderen Seite haben wir dann angehalten und uns die Sache angesehen: da war tatsächlich die Brücke futsch, entweder Erdbeben oder Überschwemmung in der Regenzeit, nur in der Mitte stand noch ein Rest eines Brückenpfeilers. Muss auch schon länger her sein, die Büsche im Bereich der ehemaligen Fahrbahn sind schon ganz schön hoch! (siehe Bilder in der Galerie)
      Bei Chimaltenango hatten wir noch einen schönen Ausblick auf den Vulkan Acatenango und kamen gegen Mittag zurück zum Haus unseres Freundes, wo uns schon ein Mittagessen erwartete, und haben dann am Nachmittag den Mietwagen wieder zurückgebracht und sind auf dem Rückweg in den Supermarkt um die Ecke, da ich ja noch Rum kaufen wollte: 1 Flasche Zacapa 23 (kostet dort ca. 24,--€ / 750 ml) und eine vom Botran 18 (17,--) :D Am Abend haben wir dann noch unseren Freund und seine Frau zum Essen in ein sehr nobles Restaurant in der Stadt eingeladen, wo wir tolle Camarones gegessen haben :P
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Ein wunderschön zu lesender Reisebericht... Die Bilder unterstreichen das geschriebene eindrucksvoll. :top:
      Danke, das Du uns an der Reise in dieser Form teilhaben lässt.
      <Gruß Kay>


      Bernhardiner ist das letzte, was ich sein möchte. Dauernd die Flasche am Hals, und niemals trinken dürfen!

      Joachim Ringelnatz (1883-1934)
    • Guatemala 2014

      Tag 13, 14 und 15/16: Antigua und Heimreise

      So der Bericht nähert sich dem Ende, und wir machen noch einen Abstecher nach Antigua, die ehemalige Hauptstadt von Guatemala. Im 18. Jhd hatte die Stadt über 50.000 Einwohner, über 50 Kirchen, Klöster und Kapellen und wurde im Jahr 1773 durch ein schweres Erdbeben völlig zerstört. Daraufhin verlegte man den Regierungssitz ins heutige, 45km entfernte Guatemala City. Antigua ist heute Weltkulturerbe, eines DER Tourismuszentren des Landes und berühmt für seine Klosterruinen und den kolonialen Baustiel. Es gibt dort nur eingeschossige Häuser, mit zt. wunderschönen Innenhöfen (Patios), die Fassaden zur Strasse meist sehr farbig, die Strassen bestehen aus Kopfsteinpflaster. Sehr pittoresk das Ganze :D
      Da wir unseren Mietwagen tags zuvor bereits abgegeben hatten, hat uns Aldo, der älteste Sohn unserer befreundeten Familie, morgens vor der Arbeit hingefahren, es ist ja nicht so weit. Unser kleines Köfferlein konnten wir an der Rezeption des Hotels parken (das Zimmer war erst ab ca. 13:00 bezugsfertig) ---- und sind erstmal wieder zum Shoppen gegangen, dort gibt es einen sehr schönen, umfriedeten Markt extra für Artesaniasachen, ist zwar ein wenig teurer dort (nur ein wenig), aber mit unglaublicher Auswahl aus dem ganzen Land (und mit eigenem Cajero, Geldautomat :thumbsup: ) Leider hatte ich mich in den letzten Tagen etwas erkältet (wohl durch´s dauernde Fahren bei offenen Fenstern, aber sonst sieht man wg. der dunklen Seitenscheiben des Autos nix) und war den ganzen Tag etwas banane, was zu einem lustigen Erlebnis führte: An einem der Marktstände wollte ich nach ´was fragen und kam mit meinem (eh nicht sooo tollen) Spanisch und ob meine Verfassung etwas durcheinander und ins Stammeln und muss dabei wohl ziemlich verwirrt gewirkt haben, jedenfalls fragte mich der Ladenbesitzer, ob ich Hilfe brauche und er die Polizei rufen solle :wacko: 8o 8) :D :rofl: (was ich dankend ablehnte) Später haben wir dann unser Zimmer bezogen und sind zum Parque Central gewandert (lag gleich um die Ecke von unserem Hotel. Dort stand so ein kleiner, offener Bus für Stadtrundfahrten, und wir haben uns spontan dazu entschlossen, eine mitzumachen, war auch nicht teuer, und wir haben´s nicht bereut: Der Fahrer / Führer war superklasse, er hat, da wir Touristen waren, ein sehr verständliches "Spanisch für Touris" gesprochen (man merkte richtig, wie er sich ständig bemühte, nicht zu komliziert zu sprechen) Auf dieser Tour haben wir auch ein Jademuseum besucht, das war hochinteressant mit tollen Ausstellungsstücken und der Möglichkeit, beim Schleifen der Steine zuzusehen. Weltweit ist Guatemala das einzige Land, in dem violette und schwarze Jade gefunden wird, im Tal des Motagua in der Sierra de las Minhas. Die Jade spielte bereits in der Kulur der Maya eine wichtige Rolle. In der Galerie findet Ihr ein Foto der Nachbildung einer Jademaske. In dem dem Museum angeschlossenen Laden habe ich mir einen Anhänger aus schwarzer Jade gekauft, in den die Hyroglyphe meines "Maya-Sternzeichens", I´x (sprich I-sch) eingraviert ist: Es ist das Symbol des Jaguars. :D (Lustigerweise hat meine Frau das gleiche) Später sind wir dann zum Abendessen in ein mexikanisches Lokal, gleich um die Ecke. Seeeehr lecker :P Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück "unter Palmen" im Patio des Hotels nochmal auf den Artesania-Markt, noch etwas Kleinkram kaufen als Mitbringsel und anschliessend in ein interessantes Schokoladen- und Kakaomuseum, wo wir auch vorgeführt bekamen, wie die Maya traditionell ihre Trinkschokolade herstellten. Dort machen sie auch aus den Schalen der Kakaobohnen einen Tee! Kommt gut! Am Nachmittag hat uns dann Jose-Manuel, der jüngere Sohn, wieder abgeholt, wir sind zurück in die Stadt und haben dort dann damit begonnen, unsere Koffer zu packen. Um das Gewichts- und Platzlimit nicht zu sprengen, habei ich einige Klamotten, die ich eh nicht mehr anziehe, die aber noch in gutem Zustand waren, dagelassen. Für die fanden sich sicher dankbare Abnehmer, die es nicht so dicke haben (finanziell) und denen es egal ist, ob sie zu gross sind (z.B. Müllfahrer etc) Am Abreisetag (der Flug ging um 14:20 Ortszeit) haben wir dann noch die komplette Familie zum Frühstücken eingeladen (Machte bei 10 Pers. + 3 Kinder für ein super Frühstücksbuffet in einem sehr schönen Lokal ca. 80,-- €) und sind dann gegen 11:30 zum Flughafen.
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Doradndandler ()

    • Guatemala 2014

      Aus is und gar is und schad´ is wei´s wahr is - die Rückreise

      Zum Glück hatten wir diesesmal (schon vom Hotel in Antigua aus) einen Web-Check-In gemacht. Vor zwei Jahren haben wir das nicht -- und waren prompt in Panama auf der Warteliste, Flug überbucht. (Wir kamen dann aber doch noch mit, diesesmal erwischte es eine Familie mit zwei Kindern, die auch in Panama vor dem Gate standen und nicht wussten, ob sie mitkommen, auch bei denen hat es dann geklappt, und sie mussten nicht bis zur letzten Minute vor Gate- und Boardingschluss warten wir wir damals. Leider überbuchen sie anscheinend bei KLM und Air France systematisch :thumbdown: Also merke: IMMER Web-Check-In machen!!!!!!!!! Blöd nur, wenn das Hotel keinen Onlinezugang hat, wie bei eben jener Familie :pinch: ) Aber bei uns ging diesesmal alles glatt. Beim Kofferwiegen hielten wir kurz die Luft an, beide Koffer hatten jeweils 23,5 kg (bei 23 erlaubten), aber die Copa-Leute haben es durchgehen lassen. Allerdings wurden wir dieses Mal "Opfer" der Security-Checks in Guatemala: Unsere Freunde hatten uns eine grosse Menge Chiltepe besorgt (das sind sehr kleine, grüne Chilis, sehr aromatisch und sehr charf & feurig) Da wir Angst hatten, dass, wie vor zwei Jahren, die Koffer nicht ankommen bzw. erst 2-3 Tage später wie vor zwei Jahren, wo uns dann die Hälfte der Chiltepe vergammelt waren, packten wir alle Frischware in´s Handgepäck, als da waren: 2 Dutzend Mango, einige Grenadillas (eine Art Maracuja) und eben die Chiltepe ---- und die haben sie uns bei der Handgepäckskontrolle weggenommen wg. "Gefährdungspotential" (man hätte sie ja kleinreiben und dem Flugpersonal in die Augen schmieren können) ?( :cursing: Zum Glück hatten wir sie auf zwei Beutel aufgeteilt, und den zweiten Beutel haben sie übersehen, weil er ganz unten im Köfferchen war. Allerdings haben sie am Gate nochmal kontrolliert und den zweiten auch gefunden und waren ganz verwundert, dass die bei der ersten Kontrolle durchgingen. Meine Frau hat dann ihren Charme spielen lassen, und so durften wir wenigstens die behalten :whistling: Mejor que nada! (Beiden Kontrollen an den anderen Flughäfen in Panama und Paris gab´s keine Probleme, wahrscheinlich kannten die sie nicht und konnten nix damit anfangen.

      Die Heimreise war dann unspektakulär, wieder 3 nervige Stunden in Panama, zum Glück bessere Plätze in der Maschine nach Paris, wo ich auch einige Stunden schlafen konnte, in Paris war´s erträglich (es gab ein Raucherkabuff, in dem bei meinem ersten Besuch eine Luft herrschte, dass man sich durch mehrmaliges tiefes Einatmen die Kippe hätte sparen können 8) ) und nach weiteren 3 h Wartezeit bestiegen wir die Maschine nach München, wo wir Sonntag abend um 19:45 landeten (gestartet waren wir in Guatemala wg. der 8h Zeitverschiebung am Samstag kurz nach 2 Ortszeit) und von einer Freundin, deren älterer Sohn ca. 1h vor uns von einem 2-wöchigen Englandaufenthalt zurückkam, abgeholt und mit nach Hause genommen wurden. Zum Glück hatte ich am Montag noch frei, im Gegensatz zu meiner Frau, die um 6:30 aufstehen musste. Die Lehrer haben´s bisweilen auch nicht leicht ;)
      Noch ein kleiner Nachtrag: ich bin froh, dass ich diesesmal nicht selber von München zurückfahren musste wie vor zwei Jahren, meine Karre sprang am Montag wieder nicht an, Batterie im Eimer, ADAC gerufen und gleich eine neue einbauen lassen :whistling:

      Und ganz zum Schluss das Fazit: Es war einfach nur klasse, super, wunderbar und: wir werden wieder hinfliegen, wenn alles klappt, in zwei Jahren. Schottland wird weiter warten müssen, Viva Guatemala :D :D :thumbsup: :thumbsup:
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)
    • Gut heimgekommen :top:
      Viel Spass beim lesen gehabt :top: :top:
      Nun mal ab in die Galerie :duck_weg:

      Danke Andreas :umarmen:
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Kleiner Nachtrag: habe noch ein paar Bilder hinzugefügt und den alten Ordner von 2012 teilweise gelöscht und mit dem neuen zusammengeführt (aus Platzproblemen :whistling: )
      Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt - frag' nach Salz und Tequila!

      Gruß Andreas ;)
    • Toller Reisebericht und super Bilder Andreas!

      Mittelamerika hat mich auch schon immer interessiert. Mein Traum wäe es, mal von Guatemala über Honduras und Nicaragua bis nach Costa Rica zu reisen.

      Wie hast du es denn die Sicherheitslage vor Ort erlebt. Leider soll die gesamte Region ja noch recht kriminell sein, wenn man die vielen Reisewarnungen liest.
      "Innovation beginnt im Kopf mit einer kühnen Idee und dem Mut zum Risiko."