Lochside, Finest Whisky Berlin (45 yrs./1967) Sherry Oak (38 Bottles) 40,8 Vol.-%

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    • Lochside, Finest Whisky Berlin (45 yrs./1967) Sherry Oak (38 Bottles) 40,8 Vol.-%

      Nase: Wow! – Was für ein Aroma schlägt einem da aus Flasche und frisch eingeschenktem Glas entgegen?!?! – Genial! ^^
      Ein Riech-Whisky vom Feinsten! Ein Mix aus Unmengen allerlei roter Beeren-Früchte (Johannisbeere), tollem dunklem Holz, leichtem Alkohol…
      Doch was ist das? ;( – Nach nur wenigen Minuten Standzeit wandelt sich dieses Bild komplett. – Scheinbar gewinnt dieser Malt nicht durch Zeit. Und auch nicht durch Luft. Scheinbar geht ihm die Luft aus… 8|
      Auf einmal riecht er spritig, holzig (Holzbeize), lackig und nach einer frisch aus der Verpackung entnommenen Folien-Plaste-Tischdecke… :huh:
      Kurz nach dem Einschenken hatte der doch so unendlich viele (und raumfüllende!) Beerenfrüchte… Und jetzt? Wo sind sie hin???
      Nach und nach bekommt dieser Malt Vanille (und das Aroma bewegt sich in Richtung Eierschecke). Tabak-Noten (Pfeiffen-Tabak) kommen hinzu. Geil. – Was ist das denn für eine Verwandlung?!?! Habe ich hier ein Chamäleon vor mir? – Noten von staubigem, trockenem, altem Holz erwachen… Und mit etwas Handwärme kommen auf einmal auch wieder die tollen Beeren-Noten zurück! Ja. Hier sind sie nun wieder (wenn auch deutlich zurückhaltender als zuvor): Brombeeren, schwarze und rote Johannisbeeren, Himbeeren… Das Ganze ist nicht mehr so brachial wie noch ganz am Anfang – es kommt feiner, komplexer, zurückhaltender, erhabener daher. Aber es ist alles wieder da… Dann tritt noch eine leichte Bitternote (Schwarztee) dazu – aber das ist nicht unangenehm. Im Gegenteil. Was für eine spannende Nase. Und was für eine Entwicklung! – Da werde ich wohl noch das eine oder andere Mal „nachverkosten“ müssen… Spät bemerke ich, daß auch Marshmellows mit Vanille hier mitspielen… Und eine Assoziation macht sich breit: Quarkkuchen mit roten Johannisbeeren… :top: :lala:

      Geschmack: (…) Ohne Worte. – Beeren (Brombeeren, schwarze Johannisbeeren ohne Ende), richtig viel (!) Vanille, Holz (trocken, alt, staubig)… Hier hat er plötzlich alles wieder, was uns die erste Nase vollmundig versprach… Geil. Einfach nur geil… Trotzdem taucht auch hier die Frage auf: „matured in Sherry Oak“??? – P.X. oder Oloroso Sherry war dies wohl nicht… Was aber dann? - Das ist alles so dicht miteinander verwoben… Sehr rund, sehr fein. Nix sticht heraus oder stört. Das ist alles sehr, sehr fein – fast schon zart… :top:

      Abgang: langer Abgang. – Ach, was sag´ ich: sehr langer, unendlich langer Abgang… Alles, was Maul und Nase zu bieten hatten, kann man hier genüßlich (der Erinnerung nachlauschend) nach-schmatzen… Sehr, sehr schön… Nach hinten heraus empfindet man fast nur noch diese Beerenfruchtigkeit… Johannisbeeren, Vanille und altes Holz…

      Bemerkung: Die Entwicklung der Nase irritiert zunächst schon gewaltig: nach DEM Start und DEM „Absturz“ folgt dann doch noch eine gewaltige Entwicklung, die scheinbar zu keiner Zeit im Glas enden will… Das ist wirklich ein Chamäleon. Mit spannender und toller Entwicklung. – An den ersten Eindruck (mit dieser fast brachialen Wucht) kommt die Nase zwar nie wieder heran – aber das, was dann geschieht, ist einfach nur spannend… (Und ich bin gespannt, wie dies andere empfinden und beurteilen!)
      Ich bin jedenfalls begeistert. Und ich danke Uwe und Lars für diese Erfahrung... :klatschen: