Schottland 2016 - mit dem Wohnwagen quer durch die Highlands

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    • Schottland 2016 - mit dem Wohnwagen quer durch die Highlands

      Dann will ich mich auch mal an die Tasten klemmen und nach langer Zeit wieder einen Reisebericht schreiben.

      Waren meine Schottland-Urlaube die Jahre zuvor Solo- oder reine "Männer"-Urlaube war dieser nun der erste Familienurlaub. Damit wir es so richtig spießig wird, betrieben wir "Fucking-Camping" mit Wohnwagen und liehen uns das Ding von meinem Schwiegervater.

      Bei der Vorplanung hatte ich anfangs so einige Sorgen, ob ich mit einem 2,5m breiten und ca. 7,8m langen Wohnwagen in SCO auf engen Straßen zurecht komme. Unser Gespann hatte immerhin eine Länge von 12,5m und war so groß wie ein Bus. Vor allem da in UK bis vor ein paar Jahren Wohnwagen mit über 2,3m nicht erlaubt waren. Also habe ich möglichst geschaut, dass wir "große" Straße fahren. (Am Ende oder während des Berichts schreibe ich noch was dazu. In Kürze: Ängste unbegründet. Wer in Dtl. Hänger/Wohnwagen fahren kann, kann es auch in UK. Das bißchen Linksverkehr und die engen Straßen stören nicht.)

      Die Tour haben wir babybedingt vorher relativ durchgeplant, Campingplätze reserviert bzw. vorab angefragt, da wir nicht vor geschlossenen Campingplätzen stehen wollten und mit schreienden Baby nach Alternativen zu suchen. Und annehmbare sanitäre Anlagen sind mit Baby ja auch ganz nett.

      Als Verbindung wählten wir den Klassiker Amsterdam-Newcastle. Durch unsere frühe Buchung letztes Jahr konnten wir sogar den Wohnwagen kostenlos mitnehmen. Die Commodore-Class-Kabine war auch nicht viel teurer als die Standard-Kabine und so gönnten wir uns gleich ein bißchen Luxus. (Kann ich nur empfehlen: wesentlich besseres Bett, besserer Service, schöneres Frühstück, Freigetränke im Kühlschrank... .) Die Abfahrt der Fähre verzögerte sich durch technische Probleme um 2-3 Stunden und so genossen wir die Rundumsicht des Ijmuidener Hafens von Deck aus bei reichlich Bier und Whisky (also ich mehr als Maike, aber ich hatte ja auch kein Baby um den Bauch gebunden 8) ).

      Morgens in Newcastle war die Verspätung auf 30 Minuten aufgeholt. Frisch durch das Frühstück gestärkt fuhren wir durch England um die erste Nacht in North Berwick auf schottischen Boden zu verbringen. Ein sehr schön am Firth of Forth gelegener Campingplatz mit Blick auf den Bass Rock, die nach Rosyth/Edinburgh einfahrenden Schiffe usw.. Bei besten Wetter erkundeten wir nachmittags noch North Berwick. Der Abend verlief dann leider nicht so streßfrei, da Klaas Zähne bekam und den ganzen Abend und die halbe Nacht durchschrie. Ich erlebe das ja zuhause sonst nie in dieser Intensität, da ich 6 Tage die Woche arbeite, nun hier zum ersten mal live und die nächsten Tage 24h - es war wie Krieg. :nein:
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    • Bei schönsten Sonnenschein machten wir morgens den Wohnwagen fertig. Leider sah es bei Klaas nicht besser aus (feuerroter Po, schreiendes Baby...) und so fuhren wir auf direkten Weg nach Pitlochry zu unserer nächsten Station. Hier beherbergte uns die Milton of Fonab Caravan Site - direkt am River Tummel in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt gelegen. Der Zeltplatz war an und für sich sehr schön, mich störten nur die wie an der Perlenkette gereihten Static Caravans - das hatte so ein leichten Charme von Militär- oder KZ-Baracken.

      Am nächsten Morgen war Klaas' Po mittlerweile dermaßen feuerrot, offen und nässend, dass wir uns entschieden, ins hiesige Krankenhaus zu fahren. Hier gab es dann zum Glück Entwarnung, dass anscheinend es "nur" die Zähne sein. Nach einigen Tagen ging es dann auch wieder.

      Wir beschlossen also es ruhig angehen zu lassen, fuhren mal kurz zu Edradour, zum Queen's View, machten ein Picknick am Loch Tummel und abends ein Barbecue. Die Steaks in Schottland sind einfach klasse. Die Schlachter wirken zwar für unsere Verhältnisse etwas ranzig, aber die abgehangenen Sirlion- und Ribeye-Steaks sind einfach göttlich. Da ich mir schon vor dem Urlaub dachte, dass das mit abends weggehen und noch was trinken diesen Urlaub wohl nichts wird, hatte ich mir alle offenen Flaschen eingepackt und abends meine privaten Whiskytastings abgehalten.

      Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass wir gestern den "potechnischen" Tiefpunkt erreicht hatten. Ab jetzt ging es aufwärts. Ist schon scheiße, wenn man da sein Kind liegen sieht, wie es schreit, als ob es am Spieß wäre und man kann nichts machen...

      Heute fuhren wir mal in Richtung Aberfeldy. In der hiesigen Brennerei kauften wir kurz eine Pulle Whisky als Mitbringsel für meinen Schwiegervater. Dann besichtigten wir das Scottish Crannog Centre am Loch Tay bei Aberfeldy. Hier hat man nach jahrtausendealter Methode ein Pfahlbau nachgebuat, die früher in Seen errichtet wurden. (So sind übrigens einige noch jetzt erhaltene, kleinere Inseln in den schottischen Lochs entstanden.) Sehr, sehr empfehlenswert und sympathisch. Von hier drehten wir noch eine Runde durch das Glen Lyon. Ein ingesamt sehr schöner Tag.

      Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Ullapool zu unserer nächsten Station. Auf dem Weg machten wir einen Stopp am Loch Ness, um Urquart Castle zu besichtigen. Als wir hier weiterfahren wollten, stellten wir fest, dass die schottischen Straßen eine Extrembelastung für den Wohnwagen darstellten. Eine Schublade war samt Führung aus dem Schrank gebrochen. Abends konnte ich das dann aber zum Glück reparieren. Mein Schwiegervater hat eine - gefühlt - komplette Werkstatt im Wohnwagen.

      Der Zeltplatz in Ullapool war von der Lage am Loch Broom... wir standen direkt am Wasser... und der fußläufigen Erreichbarkeit der Geschäfte (in 2-5 Minuten war man überall) total klasse, jedoch waren die sanitären Anlagen selbst für schottische Verhältnisse nicht gerade der Hit.
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    • Der Campingplatz in Ullapool war von der Lage einfach genial. Wir konnten die einfahrenden Schiffe beobachten (morgens und abends die Fähre nach Stornoway und ab und an mal ein Fischerboot...) und das Wetter war einfach genial: Sonnenschein, Wind und keine Midges. Ein bißchen weniger Wind wäre auch gut gewesen, aber so verbrachten wir halt die Abende im Wohnwagen und genossen die Aussicht von innen. Mit Klaas wäre das draußen nicht gegangen.

      In Ullapool machten wir sternförmige Ausflüge und ich forderte meine Familie ganz schön vom Programm... :$ (nächstes mal etwas weniger).

      Den ersten Tag führen wir südlich. Schauten uns die Inverewe Garden's an - toll, was dort vor ca. 150 Jahren an der Atlantikküste geschaffen wurde und so wächst. Kann ich nur empfehlen. Fuhren noch noch weiter südlich zum Loch Maree, um ein bißchen zu Spazieren zu fahren.

      Die nächsten beiden Tage ging es nördich.

      Den ersten Tag nach Kylesku. Hier stellten wir unser Auto Kylestrome ab und gingen 3 Stunden am Loch Glendhu spazieren. Ein guter Landrover Track geht hier nördlich am Loch entlang. Es war zwar etwas mühevoll den Kinderwagen über den groben Schotter und teilweise größere Steine bergauf und bergab zu schieben - und die 3 Stunden fühlten sich hinterher für mich deshalb an wie 6 Stunden Bergwandern -, aber es war einfach klasse. Hinterher gab es dann als verdienten Lohn Ribeye-Steak und Austern satt im Kylesku-Hotel. (Übrigens: Sehr empfehlenswert zum Essen. Den Tipp habe ich mal vor ein paar Jahren von Schorsch bekommen.) Als wir in Kylesku fertig mit Essen waren, sind wir einfach noch ein paar Meilen nördlich gefahren nach Kinlochbervie. Ich liebe die Nordwestküste einfach - so herrlich ruhig, so wenig Touristen, so viel Landschaft, Küste... . Kinlochbervie ist übrigens ein winziger Ort, jedoch ein riesiger Fischereihafen - interessant die Gegensätze.

      Den zweiten "nördlichen" Tag ging es ruhig nach Polbain, Assynt. Wir brauchten dringend Bewegung. Dieses ständige meist im Auto sitzen und sich nur Sehenswürdigkeiten anzuschauen an den Tagen in Pitlochry ging so ein bißchen auf unsere Gemütslage. Da das mit Kinderwagen nicht so einfach ist und die Babytrage nur bedingt "Langwandern" geeignet war, mussten wir uns auf Straßen oder gute Landrover-Tracks beschränken. Wir beschlossen also das Auto in Polbain zu parken und die kleine Single-Track-Road nördlich Richtung Reiff zu gehen. Hier war relativ wenig Verkehr, da die Straße eine Stichstraße war und in Reiff endete. Das Wetter war schön, der Wind bließ um die Ohren und die Straße führte die meiste Zeit am Meer mit wunderschönem Blick auf die Summer Isles. Bis kurz vor Reiff sind wir gegangen und dann wegen des Wetters (sah nach Regen aus) umgekehrt. In Altandhu wollten wir in der Am Fuaran Bar Mittag essen. Leider hatte die Küche am Montagmittag zu, also beschränkten wir uns auf Bier und Wein, gingen zum Auto zurück und fuhren zum Lunch nach Achiltibuie. Hier waren wir dann zum Lunch zu spät und es gab Scones. Ab jetzt überstrapazierte ich meine kleine Familie etwas. Ich wollte unbedingt von hier die geniale Single-Track-Road nach Lochinver und von dort nördlich und dann westlich über Stoer und Drumbeg. Die Straße ist einfach klasse, eng, Kurven, 25% Steigungen, ständig Hidden Dips bei denen man in den förmlich in den Himmel schaut... Naja, Klaas Magen fand das nicht ganz so toll und so flog erstmal eine Ladung Milch in den Volvo... Ich gelobte Besserung, fuhr langsamer (also ich schlich) und wir kamen irgendwann sicher in Ullapool an. Manchmal ist weniger mehr und die Tour über Lochinver war an diesem Tag einfach zu viel.
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    • Von Ullapool führte uns der Weg nun nach Invercoe im Glencoe Village.

      Das Abbocken des Wohnwagens wurde mittlerweile zur Routine, ebenfalls das Fahren auf den Straßen. Insgesamt war das Fahren mit Wohnwagen jedoch wesentlich anstrengender als früher ohne Wohnwagen. Die Straßen sind einfach ziemlich eng für einen 2,5m breiten Wohnwagen. Nach Links fährt man meist mit dem Wohnwagenrad genau auf dem Standstreifen, damit man in der Mitte nicht über den Mittelstreifen kommt. Schlenker darf man sich keine Erlauben, da es normalerweise im Norden/Nordwesten keinen Randstreifen/Bankette gibt und dort häufig die Straße 10-20 cm senkrecht abfällt oder sich ebenso tiefe Schlaglöcher befinden. Das hat man jedoch sehr schnell raus und fährt dann bequem mit 60-80 km/h Stundenkilometer durch die Landschaft.

      Da das Fahren durch diese ständige absolute Konzentration ziemlich anstrengend war, beschlossen wir auf den längeren Touren immer einen Zwischenstopp mit Sehenswürdigkeit einzulegen. Nach Invercoe fuhren wir also nicht über Inverness und am Loch Ness Richtung Fort William den direkten Weg, sondern fuhren über das Eilean Donan Castle bei Dornie durch das Glen Carron über teilweise Single Track Road. Vorher bei der Planung hatte ich die Straßen so ausgesucht, dass wir mit Wohnwagen keine Single Track Roads fahren würden, aber jetzt hatte ich richtig Lust dazu und die Routine war da. Kurz vorm Eilean Donan Castle ging es noch einige Steigungen mit geschätzten 20% hoch. Hier kam dann unser Gespann auch fast an die Grenzen. Volle Traktion auf der Vorderachse hatte ich nicht mehr. Aber Lenken ging noch einigermaßen. Ich kann nur empfehlen mit 4x4-Antrieb ein Gespann in Schottland zu fahren, wenn man auch Passstraßen oder starke Steigungen fahren will.
      Das Eilean Donan Castle haben wir dann noch kurz besichtigt - bisher bin ich immer nur dran vorbeigefahren. Eine schöne Kulisse, leider touristisch überladen. Am Cluanie Inn machten wir noch Stopp für Lunch (tolle Burger!) und fuhren dann gemütlich im mittlerweile einsetzenden Dauerregen nach Invercoe.
      Unser Campingplatz war einfach genial. Direkt am Fuß des Pap of Glencoe gelegen und ebenso direkt am Loch Leven. Wir standen wieder in erster Reihe und hatten wunderbaren Loch-Blick. Die sanitären Anlagen waren auch wesentlich schöner und gepflegter als in Ullapool.

      In Invercoe reihte sich dann ein Highlight an das nächste. Am ersten Tag dort fuhren wir mit dem Jacobite Steam Train von Fort Wiliam nach Mallaig und Retour. Natürlich standesgemäß erster Klasse im Harry Potter-Abteil. Die Dampflok hatte so einige Probleme. Auf dem Hinweg sammelten wir schon 30 Minuten Verspätung an. Auf dem Rückweg wurden es fast 2 Stunden. Und ohne fremde Hilfe wären wir wahrscheinlich immer noch auf der Strecke. An einer Steigung packte es die Lok nicht. Nach drei Anläufen gab der Lokführer es auf und forderte eine zusätzliche Dampflok aus dem nahen Glenfinnan an. Wir blieben davor zweimal im Tunnel stehen und mussten uns jedes mal wieder zurückrollen lassen, um neuen Anlauf zu nehmen, aber es reichte trotzdem nicht. Mit vereinten Kräften schafften wir nun endlich den Anstieg, die zweite Lok wurde in Glenfinnan abgekoppelt und wir tuckerten gemütlich nach Fort William. Ingesamt eine sehr lustige, abenteuerliche Fahrt - jedoch mit quengelnden Baby im engen Zug auch anstrengend, weil wir so fast 4 Stunden anstelle von 2 Stunden unterwegs waren. Wir waren auf jeden Fall hinterher heilfroh in der größeren 1. Klasse gesessen zu haben als in der 2..

      Am nächsten Tag ging es zum Castle Stalker. Maike wollte gerne reiten und ich organisierte ihr in Lettershuna ein Pony-Riding um das Castle Stalker mit am Strand Reiten, Fluß furten usw.. Klaas und ich begleiteten die dreier Reitgruppe so lang wir konnten. Vorm Castle Stalker kam ich dann mit dem Kinderwagen nicht mehr durch und wir drehten unsere eigene Runde. Nass bis auf die Unterhose sind wir (bzw. vielmehr ich) dank einsetzenden Starkregens dann wieder nach Lettershuna heimgekehrt. Meine Regenjacke hatte ich zwar dabei, jedoch Klaas Regenhaube für die Karre vergessen. Also zog ich meine Regenjacke über den Kinderwagen und wurde stattdessen nass. Nach diesem Highlight (war wirklich klasse) gönnten wir uns ein fürstliches Mittagessen im Pier House Hotel in Port Appin. Für mich eines der besten Fischrestaurants in Schottland. Nachmittags fuhren wir noch nach Oban zum Shoppen - ich brauchte unbedingt ein paar neue Tweed-Schlägermützen. - und ließen den Abend in Invercoe mit einem Barbeque ausklingen.

      Am Tag darauf fuhren wir nach Kinlochleven um ein bißchen Spazieren zu gehen. Hier ist ein schöner Rundweg, wo man ca. 2-3 Stunden unterwegs, ist einen Teil auf dem Westhighland Way geht und dann auf dem Rückweg an dem schönen Grey Mares Waterfall wieder herauskommt. Am Anfang ging es ordentlich den Berg hoch. Hier hatte ich die Babytrage dabei und Klaas auf dem Rücken. Unsere Trage ist zwar für das Kind sehr ergonomisch, aber für den Tragenden nur was für kurz 1-2 Stunden und mal gar nicht zum Bergwandern geeignet. Man muss das Kind ziemlich weit oben anschnallen, das ging ziemlich auf die Lendenwirbelsäule. Für den Spaziergang suchten wir uns natürlich die Zeit des Tages aus, an der es stark regnete, als wir am Auto waren, klarte es auf. :rofl: Zur Stärkung fuhren wir noch in das Café des Ice Factor Climbing Centre in Kinlochleven, guckten den Kletterern zu, aßen was und kauften im angegliederten, sehr kleinen, jedoch äußerst feinen Outdoorshop Maike endlich mal eine ordentliche Regenjacke von Mountain Equpiment. Den Tag ließen wir langsam ausklingen, fuhren in das Glencoe, hielten auf 2 Parkplätzen an und ließen einfach Landschaft auf uns wirken.
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    • Langsam aber sicher ging es seit Ullapool immer weiter südlich und somit irgendwann nachhause. Von Invercoe führte uns der Weg wieder zurück nach North Berwick, wo wir die letzte Nacht auf schottischen Boden wieder auf der Tantallon Campsite verbrachten. Wir fuhren durch über den Pass of Glencoe am Rannoch Moor vorbei durch die Trossachs um bei Stirling seit langem mal wieder Autobahn zu fahren. In North Berwick hatten wir wieder einen wunderschönen Stellplatz. Das Wetter war klasse und wir gingen zu Fuß am Strand entlang in die Innenstadt, um noch ein bißchen Cheddar, Krimskram zu kaufen, ein paar Bier zu trinken und ein letztes Dinner zu genießen. North Berwick ist als Ort wirklich schön und eignet sich meiner Meinung nach wunderbar, wenn man von Newcastle kommt und am ersten Tag in Schottland nicht mehr als 200 km fahren möchte. Mit normalen PKW habe ich meine Etappen immer länger gesteckt, jedoch mit Wohnwagen war es sehr angenehm, langsam "reinzukommen".

      Am nächsten verließen wir bei Sonnenschein nun Schottland. Wir fuhren mit Schlenker über Kelso nach Newcastle. In Kelso schauten wir uns die Reste der Abbey an, gingen noch ein bißchen Spazieren und aßen was. Lieblich ging es dann über Jedburgh nach Newcastle. Das Check-In ging mal super schnell - innerhalb von 20 Minuten waren wir vom Check-In-Schalter in unserer Kabine.

      Die Rückfahrt verlief ereignislos.


      Fazit zum Wohnwagen in SCO:
      Vorher hatte ich so meine Bedenken, ob das mit einem 2,5m breiten und ca. 12,5m langen Gespann in Schottland so klappt. Immerhin war es erst unsere zweite Tour mit Wohnwagen (letztes Jahr waren wir für ein paar Tage an der Ostsee). Ich hatte Bedenken, Single Track Roads zu fahren und und... Hinterher war alles sehr einfach. Klar, die Straßen sind relativ schmal, häufig in einem schlechten Zustand und man muss vor allem bei Regen aufpassen, da man nicht sieht, wie tief die Schlaglöcher sind. Man darf sich keine Schlenker erlauben beim Fahren und muss ruhig fahren, da man links meist auf den Randstreifen fährt und es zur Mitte dann genau passt (Standstreifen/Banketten sind in SCO im Nordwesten meistens unbekannt, häufig geht es links 10-20cm senkrecht runter oder ein evtl. Standstreifen ist mit ähnlichen tiefen Schlaglöchern gesät). Aber wenn man das berücksichtigt, dann geht es. Man kommt auf der Landstraße auf geraden Strecken locker mit 60-80 km/h voran. Was mir jetzt beim Gespannfahren mehr aufgefallen ist als früher: Es wird auf den Landstraßen schnell gefahren - von allen: Autos, LKWs, Gespannen -, jedoch schneidet fast niemand wie in Deutschland Kurven. Wenn man also selbst auch genau auf der Spur fährt, ist das in den Kurven kein Problem. Was mir dann auf den Campingplätzen aufgefallen ist: Die Schotten und Engländer haben fast alle Mover unter ihren Wohnwagen, teilweise auf unter 4m langen Wohneiern. Finde ich etwas befremdlich. Entweder ich kann mit meinem Gespann umgehen oder lasse es sein. Wenn ich auf der Fähre rückwärts in eine andere Spur setzen muss, weil sich der Einweiser vertan hat, bringt mir der Mover mal herzlich wenig... (auf der Rückfahrt passiert, der Fahrer konnte fahren). Wenn man einen 2,3m breiten Wohnwagen hat, ist es sicherlich entspannter in SCO zu fahren, jedoch gehen meiner Meinung auch 2,5m. Ich bin es es von meinem Wohnort aus gewohnt, ca. 10-15 km bis zu breiten Hauptstraßen auf ähnlich engen Straßen wie in Schottland zu fahren. Und meiner Meinung nach sind die 0,2m mehr im Wohnwagen an Breite ein absoluter Komfort.

      Fazit zu Schottland mit Familie:
      Auf jeden Fall wieder! Nächstes mal familiengerechter. Der eine Tag in Ullapool, als ich noch den Schlenker über Lochinver gefahren bin, war zu viel. Als nächstes Ziel haben wir uns die Western Isles ausgesucht. Von Barra über The Uists nach Harris/Lewis. Bedenken über Single Track Roads habe ich in diesem Urlaub beiseite geräumt. Bedenken über evtl. Aufsetzten bei den kleinen Fähren an den Rampen mit dem Wohnwagen konnte mir ein Einweiser von Calmac in Ullapool ausräumen. Ich erklärte ihn mein Problem, erzählte ihm die Maße des Gespanns und er meinte: Kein Problem, wenn das nicht passt, unterfüttern wir die Rampe irgendwie. Das reichte mir als Antwort. Nächstes Jahr Western Isles. Klaas kann am Strand spielen und wir lassen einfach Landschaft auf uns wirken. Da ist dann auch hoffentlich nicht so viel "Trubel" wie an der Nordwestküste. ;)
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    • Gut gemacht Hannes :klatschen: :klatschen: :klatschen: :klatschen:
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Meinen allerhöchsten Respekt vor Deiner fahrerischen Leistung Eggi. Aber Du hattest ja zum Glück nur ein Baby an Bord...
      Für mich fällt Wohnwagen komplett aus, mir reicht das Kanzlermobil für zwei Menschen. Sicher auch irgendwann mal mit "Skye" nach SCO, um ihr ihre Heimat zu zeigen.
      Es ist wunderbar zu lesen, dass es Dir auf die kleinen Dinge ankommt. Freut mich wirklich, dass Du wieder "auf Sendung" bist.
      Selbst an guten Tagen bin ich nur durchschnittlich...
      ROT ist BLAU
      und Ironie ist normal
    • whiskykanzler schrieb:

      Meinen allerhöchsten Respekt vor Deiner fahrerischen Leistung Eggi.

      Es ist wunderbar zu lesen, dass es Dir auf die kleinen Dinge ankommt. Freut mich wirklich, dass Du wieder "auf Sendung" bist.


      Unterschrift :thumbsup:
      clansman-malt-connection@gmx.de
      Neu eingetroffen....

      Motörhead 1975 & Speyburn 1897
      Lemmy - never forget!
    • OdinNord schrieb:

      whiskykanzler schrieb:

      Meinen allerhöchsten Respekt vor Deiner fahrerischen Leistung Eggi.

      Es ist wunderbar zu lesen, dass es Dir auf die kleinen Dinge ankommt. Freut mich wirklich, dass Du wieder "auf Sendung" bist.


      Unterschrift :thumbsup:


      Bis vor einem Jahr hätte ich mir das Wohnwagen auch nicht zugetraut. Als ich den Führerschein gemacht habe vor zig Jahren, habe ich zwar einfach auf blauen Dunst den Anhängerschein BE gleich mit gemacht. (Ich habe den neuen EU-Führerschein, wo man mit dem normalen B [Autoführerschein] keine großen Hänger mit fahren darf.) Damals habe ich mit Biegen und Brechen die Prüfung bestanden und bin auch seitdem so gut wie nie Hänger gefahren.
      Letztes Jahr habe ich mir von einem Freund meiner Schwägerin, Fahrlehrer für LKW und alles Große, mal einen "Intensiv-Nachmittag" geben lassen in Sachen Wohnwagenfahren, Rangieren usw.. Danach lief es. Der Respekt gebührt dem Fahrlehrer, der es mir richtig beigebracht hat!
    • Hannes super Tour und das mit dem Gespann und Deiner jungen Familie da kann ich nur sagen Daumen hoch. Die Bilder machen Sehnsucht und der Sonnenuntergang treibt mir Tränen in die Augen. Freut mich Dich wieder hier aktiv zu finden. :umarmen: :top: :sch:
      Grüße

      Heinz

      "Wenn Dir eine Taube auf den Kopf sch**** dann freu Dich, dass Kühe nicht fliegen können."
      "Ohne Gaudi is ois nix!" (Fredl Fesl)
    • Schön, dass du wieder da bist! Nicht, dass ich dich nicht öfters sehe, aber jetzt kann ich dich ja weder lesen! Ich hoffe ja für nächstes Jahr auch auf einen Familien-Schottlandurlaub, aber bei mir sinds ja mittlerweile 3, also erhöhter Schwierigkeitsgrad... mal sehen. Falls jemand Erfahrung mit Schottlandurlaub mit 1 Kleinkind und 2 Babys hat, würde ich mich über Tipps freuen... :sch:
      Save the planet - drink organic! (Black Isle Brewery)
    • Hach, wat schön! Die Bilder vom Campingplatz am Loch Leven und dem Wanderweg ab Kinlochleven kamen mir doch gleich bekannt vor! Finde ich auch beides sehr empfehlenswert, wobei den Campingplatz eher außerhalb der midgieseason...
      Save the planet - drink organic! (Black Isle Brewery)
    • Hallo Eggi,

      ich freue mich "unbandig" darüber, wieder etwas von Dir zu hören, und dann gleich so einen schönen Reisebericht. An dieser Stelle auch noch nächträglich meine allerallerherzlichsten Glückwünsche zu Deiner Familie, das hatte ich gar nicht mitbekommen :umarmen:
      Realität ist eine Illusion, die durch Alkoholmangel hervorgerufen wird

      Gruß Andreas ;)
    • Hannes, schön das du wieder an Bord bist. :umarmen:
      Schöner Bericht, schöne Bilder und tapfere Familie.
      Fehlt nur noch eine Runde Campen auf Applecross, für nächste Mal Mut zur Lücke. :duck_weg:

      Ein ehemaliger Studienkollege und ex. sportlicher Widersacher, die einzige Urlaubsform welche er und seine Familie kennen und mögen ist Caravaning (seine Frau ist English-Lehrerin und Schottlandfan), ringt schon seit Jahren mit sich mit Familie und Caravan in Schottland Urlaub zumachen. Er hat exakt die selben Vorbehalte wie du anfangs beschrieben.
      Ich werde ihn mal deinen Reisebericht ans Herz legen. :top:

      Danke dir.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.