Angepinnt Projekt Whiskybar aus einem Fass...

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    • Projekt Whiskybar aus einem Fass...

      Schon viele Jahre keimte in mir immer mal wieder der Gedanke, aus einem Fass eine Whiskybar zu bauen. Aber irgendwie habe ich das immer wieder verworfen, andere Dinge waren wichtiger und was ich so an Ideen gesehen hatte (Fass vorne offen und einen Boden reingelegt oder alternativ die ausgeschnittenen Dauben als Tür vorgesetzt) gefiel mir nicht.

      Letzte Woche habe ich mir dann endlich ein Fass besorgt. Am liebsten hätte ich ein Glenfarclas-Original-Fass gehabt, aber an die ist es wohl unmöglich heranzukommen (lt. Nachfrage eines befreundeten Whiskyhändlers bei den Hanseaten, Importeur für Glenfarclas). Bestellt habe ich mir dann halt das Fass jetzt stattdessen bei Wilhelm Eder. Habe mich für ein Hogshead entschieden. Inkl. Spedition hat mich das Fass 205,87 € gekostet.

      Eben ist es per Spedition geliefert worden. Ein zuletzt 2005er Glenrothes hat darin gelagert. (Wenn ich fertig mit dem Fass bin, wird es ein Glenfarclas-Fass sein. ;) ) Die Grundsubstanz vom Fass ist nach erster äußerlichen Besichtigung schonmal ordentlich.

      Mein Plan ist im Groben jetzt zuerst das Fass aufzuarbeiten. Die Dauben will ich wahrscheinlich abzuschleifen. Die Fassringe evtl. aufarbeiten. Einerseits ist die Patina des alten Eichenholzes und der verrosteten Fassringe zwar schön, aber das Fass soll bei uns im Wohnzimmer stehen...
      Wegen der Oberflächenbehandlung werde ich mal mit einem Tischler sprechen. Wahrscheinlich werde ich es, wenn es fertig ist, Beizen und Ölen. Das gibt wieder eine natürliche Optik.

      Vor der Oberflächenbehandlung will ich jedoch einen ca. 70 cm hohen und ca. 30 cm breiten Ausschnitt in das Fass machen. Davor werden natürlich die Dauben mit den Fassringen einzeln verschraubt, damit mir das Fass nicht später auseinanderfällt.

      In diesen Ausschnitt werde ich einen Korpus einsetzen. Diesen will ich mir aus Eichenholz bauen. In den Korpus dann einen Schubkasten mit Vollauszug. Unten im Schubkasten soll Platz für 8 bis 10 Whiskyflaschen sein, oben für Gläser, Wasserkrüge und Samples. Ein Raumwunder wird die Bar nicht werden, in erster Linie soll sie ja auch schön aussehen. Das alles wird wahrscheinlich ziemlich frikelig, aber anhand von Skizzen in den letzten Tagen weiß ich schon, wie ich es technisch lösen kann.

      Da ich gerne die Außenoptik des "geschlossenen" Fasses erhalten möchte, werde ich als Schubkastendoppel (Schubkastenblende) den Ausschnitt der Fassdauben vorsetzen.

      Den Fassdeckel werde ich wohl abschleifen. Nehme ihn dafür raus. Und hinterher weiß streichen und ihm einen Glenfarclas-Touch versehen. Zusätzlich werde ich den oberen und unteren Fassdeckel noch mit innenliegenden Holzstreben quer gegen die Maserung verstärken, damit er sich nicht so stark verzieht. Wahrscheinlich befestige ich beide auch noch zusätzlich von innen. Wer weiß, wieviel das Fass noch nachtrocknet, am Ende fallen sie raus. Am optimalsten wäre es natürlich das Fass jetzt erstmal 1-2 Jahre in einen trockenen Raum mit ungefähr gleicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit wie unserer Wohnzimmer zu lagern, alle paar Wochen die Ringe nachschlagen und abwarten... aber ich habe jetzt keine Lust 2 Jahre zu waren. Da nehme ich es lieber in Kauf, dass sich kleine Fugen zwischen den Dauben durch Trocknung bilden können.

      Wie lange das Projekt dauert und wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, weiß ich noch nicht. Aber es macht ja auch Spaß, von daher ist es egal... :)

      Glücklicherweise kann ich eine vollausgestattete Tischlerei nutzen (mit Abrichter, Dickenhobel, Formatkreissäge, Tischfräse, Bandschleifmaschine...).

      Wenn ich es zeitlich hinbekomme und daran denke, werde ich hier meine hoffentlichen Fortschritte immer mal wieder in Form eines Blogs niederschreiben und evtl. auch bebildern.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eggi ()

    • Na dann, viel Erfolg und gutes Gelingen bei deinem Whiskyfassprojekt.

      Wäre schön, wenn Bilder der einzelnen Arbeitsschritte von dir eingestellt würden.

      Hannes, go. :thumbsup:
      Ich bin ein Blauer

      Je größer der Dachschaden, um so freier ist der Blick in die Sterne.
    • Dann gutes Gelingen. Und den Daumen hoch :top: ( Was nicht bedeuten soll: ”Fünf Bier für die Männer vom Sägewerk!")

      Wir kommen dann zur Einweihung. :trinken:
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • Na dann viel Erfolg und vor allem Spaß!
      Die Patina alten Eichenholzes und angerostete Fassringe sind in der Tat sehr schön und sehen auch in einem Wohnzimmer mit Sicherheit hervorragend aus, ich würde da nichts großartig dran ändern... ;)
      "I´m dirty, mean and mighty unclean" - Bon Scott
      "Will you let me go to hell the way I want to?" - Wild Bill Hickock
    • Vorhin habe ich erstmal den Stopfen abgeklopft. Da kam mir erstmal eine schöne Bourbonfasslagerungsnote entgegen. 8)

      Schleifpapier für den Hand-Bandschleifer habe ich mir eben im Baumarkt geholt. Und einen Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine auch.
      Wenn das Fass in einem Party- oder Whiskyraum stehen würde, würde ich die "Patina" lassen, aber das ist mir zu viel, Maike auch... (ich bin ja schon froh, dass meine Entscheidung im Wohnzimmer zukünftig ein Whiskyfass zu stellen ohne murren akzeptiert wurde... wenn ich da jetzt mit einer halbverrosteten, peckigen Tonne ankomme... :rofl: ). Evtl. richte ich mir ja irgendwann mal einen Whiskyraum ein (Platz in der Dachgeschosswohnung hätten wir), dann mache ich mir ein zweites Fass mit "Patina".

      Am liebsten würde ich sofort mit den Arbeiten anfangen. Aber heute ist erstmal Klaas' 1. Geburtstag. Und bis Montag fahre ich mit ein paar Freunden über's Wochenende weg.

      Badze schrieb:

      Viel Spaß Hannes, spannendes Projekt. :thumbup: Hast du schon mal in den anderen Foren geguckt wo so etwas ähnliches schon gemacht wurde? Bestimmt. Wenn nicht schau doch mal hier oder hier.


      Danke für die Links. Ich habe zwar die letzten Tage gefühlt alles aufgesaugt in den Whiskyforen, was an Informationen bezüglich eines Fassausbaus zu bekommen war, aber den Thread vom zweiten Link vom Haus an See kannte ich noch nicht.
    • Nimm' ein Quarter Cask. ;)

      Wenn mir morgen keine Sterbefälle dazwischen kommen, werde ich mich wohl vormittags aus der Firma loseisen und ein bißchen werkeln. Bin heiß wie Frittenfett und habe keinen Bock, bis nächste Woche zu warten.
    • Hier ein paar Tipps, ich habe schon einige Fässer für Bekannte umgebaut.

      Wenn dein Faß noch nach "Whisky" riecht, stelle es im Freien
      für ein Jahr unter einen Dach auf, damit es austrocknen kann.
      Bei meinen Fässern habe ich nach diesem Zeitraum die Eisenringe
      um bis zu 5 cm nachschlagen können, bis die Dauben
      wieder auf Spannung waren. Ohne Spannung auf den Reifen ist
      das Fass instabil.

      Trotzdem habe ich erlebt. dass sich die Dauben von umgebaute Fässer,
      die augenscheinlich trocken waren, sich in der Wohnung noch
      soweit zusammengezogen haben, dass das Faß locker wurde.
      Deshalb solltest du die äußeren Eisenreifen am Boden und Deckel
      und jeden Ring, der nicht aufgeschnitten werden muß, nicht
      festschrauben, um sie später noch nachschlagen zu können
      und die lockeren Dauben wieder auf Spannung zu bringen.

      Die Eisenreifen habe ich von Fass genommen. Du kannst alle Reifen
      runternehmen außer die beiden äußerten, die sollten fest drauf sein.
      Dann bei den Eisenteile mit etwas gröberen Schleifpapier (120er) den lockeren
      Rost abschleifen und mit matten Klarlack lackieren. So hast du eine saubere
      Oberfläche und die Patina der Reifen bleib erhalten.
      Und solange der Lack trocknet, kannst du beim Fass außen mit einen
      Schleifgerät die Dauben abschleifen
      Jetzt die Reifen wieder fest aufs Fass und dann die äußeren Reifen lösen
      und genau so behandeln.

      DSCN5087.jpg

      Beim Verschrauben der Eisenreifen sind wenige Schrauben besser, dafür
      durchgehend durch Eisen und Holz (Gewindeschrauben).

      DSC_0977.jpg

      Wenn das Holz der Fassdeckeln sehr verworfen ist, baue ich sie aus und
      hobel sie entsprechend ab. Bei einem Fass sollte oben eine glatte Oberfläche
      sein. da habe ich nach dem Zusammenbau die Deckelfläche mit reichlich
      Kunstharz ausgeglichen und geschliffen und polier und man kann mit
      Möbelschalter und LED-Strips einen tolle, blendfreie Beleuchtung einbauen!

      DSCN4114.jpg

      Gutes Gelingen!

      Käfer
      Whisky trinken ist gut für mich...
      ... Whisky sammeln ist gut für meine Erben !

      ICH BIN, WIE ICH BIN!
      DIE EINEN KENNEN MICH, DIE ANDEREN KÖNNEN MICH!
    • Meine gesammelten Fässer habe ich 2015 an die Malzfabrik verschenkt, da sie keiner haben wollte.
      Nun aber habe ich mir ein Quarter Cask besorgt und habe damit auch etwas in Richtung Whisky vor. Näheres dann zu gegebener Zeit...
      Selbst an guten Tagen bin ich nur durchschnittlich...
      ROT ist BLAU
      und Ironie ist normal
    • Also das Fass riecht noch nach Whisky und wird sicherlich noch um einiges schwinden/schrumpfen. Aber ehrlicherweise will ich kein Jahr warten. Ich gehe jetzt einfach das Risiko ein. Die Dauben will ich an den Fassreifen befestigen. Dann werden sich wahrscheinlich Fugen zwischen den Dauben bei voranschreitender Trocknung bilden.

      Vielleicht bestelle ich mir sogar noch ein zweites Fass und stelle das einfach in den trockenen Keller. Wenn ich nochmal Lust habe, kann ich mir dann spontan die Whiskybar 2.0 bauen. Da hätten dann die Holzdauben die richtige Holzfeuchte.
    • Eigentlich wollte ich ja erst nächste Woche anfangen. Aber ich bin heiß wie Frittenfett, hatte heute keine Morgen keine Termine und so bin ich den Vormittag in die Werkstatt gefahren.

      Bilder habe ich nur ein paar wenige gemacht, deshalb sind die Schilderungen wahrscheinlich interessanter. Die wenigen Bilder füge ich aber noch unten an.

      Als erstes habe ich die Fassreifen bearbeitet. Hier wollte ich ursprünglich die Reifen blank schleifen. Habe es dann jedoch aufgrund der besseren "Patina-Optik" gelassen. Ich bin mit einem Messingbürstenaufsatz für die Bohrmaschine über die Außenseiten (Sichtseiten) gegangen und habe lediglich den Flugrost entfernt. Dann habe ich die Fassreifen einzeln abgeschlagen und die Innenseiten (am Fass anliegenden Seiten) mit einem gröberen Stahlbürstenaufsatz entrostet. Hinterher habe ich sie einfach mit normalen Öl (Ballistol) eingerieben und fertig. So sind sie halbwegs sauber, dass man sich nicht mehr komplett dreckig macht, haben aber ihre schöne Patina behalten.

      Ähnlich habe ich es mit den Außenseiten der Dauben gemacht. Hier wollte ich ursprünglich mit einer groben Handbandschleifmaschine die Dauben richtig abschleifen (mit 40er bis 120er Körnung) und ihnen später mittels Beize und Öl einen "Patina-Look" verpassen. Probeweise habe ich auf einem kleinen Stück, was später die Rückseite des Fasses wird, experimentiert und fand das Ergebnis nicht schön. Da fehlt einfach die "Patina". Wenn ich ein altes Fachwerk mit Eichenbalken habe, schleife ich die ja auch nicht ab, dass die wie neu aussehen. Stattdessen bin ich mit einer feineren Schleifmaschine und mit 180er Papier über die Seiten gegangen und habe lediglich den Schmutz und die groben Rauheiten entfernt.

      Den Fassdeckel wollte ich ursprünglich rausnehmen und dann auf der Bandschleifmaschine abschleifen. Das habe ich besser gelassen und habe stattdessen mit dem kleinen Handschleifer mit 60er und 120er die alte Farbe abgeschliffen. Hier war wichtig, die alte Farbe herunterzukriegen, weil sonst der neue Deckelanstrich womöglich nicht richtig halten würde. Interessant fand ich, dass das Fass vor dem jetzigen weißen Anstrich einen blauen Anstrich hatte. Leider könnte ich beim Abschleifen keine alten Fassbezeichnungen freilegen, die auf ursprüngliche Verwendungen des Fasses Rückschlüsse hätten ziehen können.

      Das war es dann auch erstmal für heute Vormittag.

      Und ein bißchen bin ich schon weiter in der Planung der nächsten Arbeiten. Heute Abend fahre ich zu einem Tischler, von dem ich Eichenholz bekomme. Eichenholz könnte ich zwar auch im Holzhandel holen, aber bei diesem Tischler weiß ich, dass der das schon jahrelang liegen hat und es auf natürliche Weise getrocknet ist. Wenn das Fass hinterher durch Trocknung etwas schief wird... kann man verkraften, so lannge die Öffnung für die Schublade noch groß genug ist. Wenn aber der Korpus oder der Schubkasten sich verzieht und alles klemmt, ist es richtig Mist.
      Und wenn ich ganz viel Glück habe, hat der sogar noch ein Paket alte Schmiedenägel mit platten Kopf. Das wäre die schönste Lösung, die Fassringe mit den Dauben zu verbinden. Macht wahrscheinlich zwar mehr Arbeit, weil die Nägel länger als das Holz sind und ich alle innen umschlagen muss, aber schöner als Zierkopfschrauben wären die schon. (Alternativ wären noch Gewindeschrauben denkbar, wie von dir, Karl, beschrieben.)

      PS: Damit das Fass von Innen noch zusätzlichen Halt bekommt, habe ich mir Baumarkt noch Windrispenband geholt. Das will ich von innen (sobald ich den Ausschnitt fertig habe) gegenschrauben. Jedoch bevor ich den Ausschnitt mache, will ich erst die Dauben mit den Fassringen verbinden. Zumindest in dem Bereich des Ausschnitts.
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    • Ich war so frei diesen Blog im Bezug auf weitere Projekte anderer Mitglieder oben anzuheften.

      Fleißig Du warst Hannes
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Ich höre einfach nie über die große Anlage :( und es ist bei Röhren nicht mal so das man einfach einschaltet und hören kann. Da braucht man Zeiten das die Röhren die richtige Temperatur bekommen. Also wenn jemand möchte ich verkaufte die komplette Anlage mit den Granit Racks recht günstig, im Verhältnis zum Wert.
      Bei mir stehen Sie nur noch als sehr schönes Objekt da und dafür sind Sie einfach zu schade.

      Das Klipsch Eckhorn hatte ich auch schon vor 30 Jahren, ist aber kein Vergleich zu meinen Boxen. Es sei denn man will Rock über die Lautsprecher hören, dann legen Sie richtig los.
      SLÀINTE MHATH :trinken:

      Thomas
    • sich von einer sooo schönen Anlage zu verabschieden drückt mir ein Tränchen raus
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      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Lass die Anlage in Whiskyfässer einbauen. Ein guter Tischler kann das.

      Endlich geht es an dem Projekt weiter. Gestern Nachmittag und Abend sowie heute Morgen für eine Stunde habe ich ordentlich was geschafft. Endlich sieht man die Resultate und hat nicht das Gefühl, Zeit zu investieren und es sieht noch aus wie vorher.

      Letzte Woche hatte ich beim Tischler Glück gehabt. Eichenholz habe ich bekommen und noch besser, er hatte noch ein Paket mit Schmiedenägel, die schon ordentlich Patina hatten. (Wer sich nicht vorstellen kann, was Schmiedenägel sind: http://geschichtshandwerk.de/files/2012/09/Ankernagel.jpg . Ich finde, die passen besser zu einem Fass als Schrauben.)

      Gestern Abend habe ich dann ca. 1,5-2 Stunden die Fassreifen nachgeschlagen, Löcher vorgebohrt und ca. 60-80 Nägel versenkt. Hinterher weiß man, was man gemacht hat. Das hat wirklich Körner gekostet und stellt jedes Fitnessstudio in den Schatten. (Und ist auch schön mal in einer Welt, wo mittlerweile so gut wie alles verschraubt wird, mit gefühlt 100 Jahre alten Nägeln zu hantieren.) Die Reifen habe ich nicht abgenommen, sondern durch den Ring und das Holz mit einem 3mm Bohrer vorgebohrt. Und dann die Nägel reingeschlagen. Alle Dauben habe ich nicht mit den Fassreifen verbunden, da ich dafür nicht genügend Nägel hatte und ich hinterher ja das Rispenband sowieso noch von innen vorlegen wollte. In dem Bereich, wo der Ausschnitt gemacht wurde, habe ich sämtliche Dauben an jeden Fassreifen verbunden.

      Den Ausschnitt habe ich mit der Stichsäge gemacht. Am oberen Fassende einen Schnitt sowie am unteren Fassende einen Schnitt. Längs muss man ja bekanntlich nicht sägen, da die Dauben nicht verleimt oder sonstig miteinander verbunden sind. Nehmt dafür eine ordentliche Stichsäge (Festo z.B.) und ordentliche Massivholzblätter. Die Dauben bei mir am Schnitt waren ca. 30 mm stark und dann ist es harte Eiche, die durch die Fassform auch noch unter Spannung steht. Nach der Stichsäge habe ich die Fassreifen an den Längsstoßkanten der Dauben abgeflext. Der Ausschnitt ist als ganzes Stück sofort herausgekommen. Hat sich nicht verkeilt oder verklemmt. Es ist sinnvoll beim Flexen einen Spanngurt um das Fass in der Mitte zu spannen, damit der Ausschnitt nicht zu schnell rausfliegt. Diesen habe ich sofort auf der Innenseite mit vier Streifen Rispenband verstärkt. Sowie im Fass innen ein Rispenband verschraubt.

      Danach habe ich mich an den Zuschnitt, das Abrichten und auf Dicke hobeln des Eichenholzes für den Korpus gegeben sowie dieses verleimt. Für die langen Außenseiten des Korpus hatte ich leider nicht genügend Holz. (Habe alles Holzabschnitte von Tischler bekommen. Muss ich nächste Woche nochmal vorbei.) Dann habe ich noch ein bißchen Holz verleimt und Feierabend gemacht. (Der Korpus hat eine Tiefe von ca. 40 cm. Da kann man Massivholz nicht an einem Stück verbauen und muss einzelne Streifen verleimen, weil sonst durch normale Holztrocknung schlimmstenfalls alles verzieht.)

      Heute Morgen bin ich nochmal kurz für eine Stunde in der Werkstatt gewesen und habe noch ein paar weitere Teile verleimt. (Gestern sind mir die Schraubzwingen ausgegangen.)

      Wenn mir nichts dazwischen kommt, will ich nach Feierabend wieder in die Werkstatt und mich um den Boden kümmern, den ich in das Fass unten einbaue, um den Korpus darauf zu befestigen. Dafür muss ich mir wahrscheinlich erstmal aus MDF eine Schablone basteln. Und die innenliegenden Querstreben für die Fassdeckel muss ich auch noch machen, damit die sich nicht verziehen. (Also die Deckel.)

      Eine Menge Arbeit und mittlerweile stelle ich fest, dass ich für alle Arbeitsschritte länger brauchte, als gedacht. Aber es macht richtig Spaß und ist ein schönes Gefühl, mal wieder mit den eigenen Händen ein Möbel zu schaffen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eggi ()

    • Wohl dem der so einen freundlichen Tischler kennt,
      guter Fortschritt Hannes :klatschen:
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