Reisetagebuch Schottland: Aberdeen - Inverness - Cullen 08/2016

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    • Reisetagebuch Schottland: Aberdeen - Inverness - Cullen 08/2016

      Hallo zusammen,

      ich hatte ja für eure guten Tipps einen Reisebericht Schottland versprochen. Ich beschränke die Berichte auf die m.E. allgemein interessanten Themen.

      Tag 1
      Abflug ab Frankfurt am Main im strömenden Regen und nach knapp 2 Stunden Landung in Aberdeen bei...Sonnenschein. Koffer vom einzigen Gepäckband gerettet und dann schon den Mitarbeiter der Autovermietung mit dem orangenen Schild gesichtet. Da wir als einzige Kunden den Shuttle-Service in Anspruch nahmen, wurden wir schon mit unserem Mietwagen zum Mietwagenstation außerhalb des Flughafengeländes gefahren. Dort schnell die Formalitäten geregelt, dann konnten wir uns auf der Fahrt nach Aberdeen an den Linksverkehr gewöhnen.
      Positive Überraschung dann bei unserem Hotel ( Skene House Hotelsuites Whitehall ), denn unser Zimmer entpuppte sich als eine kleine, aber voll eingerichtete 3 ZKB Wohnung im ruhigen Hinterhaus. Sehr sauber, klasse Service, guter Kaffee ( frei ), eigener Parkplatz, fußläufig zur Union Street...und Platz 1 bei TipAdvisor.

      skene-house.co.uk/apartments/whitehall/

      Am Nachmittag dann schon die erste Wanderung entlang der Union Street bei...Sonnenschein. Granite City von seiner besten Seite...zumindest, solange die Möven friedlich waren. Von der Union Terrace ein schöner Blick über den Park auf die Häuser der Belmont Street. Dort fiel uns eine Gaststätte mit einer Sonnenterasse zum Park auf...mit Blick auf unsere knurrenden Mägen wurde das Lokal gesucht und mit dem "Revolution" auch gefunden. Top eingerichteter Laden, Tisch erobert und Nudeln und einen Riesen-Burger bestellt. Essen und Getränke waren gut, danach konnten wir frisch gestärkt weiter die Stadt erkunden.

      revolution-bars.co.uk/bar/aberdeen/

      Nach einem doppelten Espresso in einem Cafe Nero haben wir noch einen Blick in "The Grill" geworfen...schöne Whiskyauswahl.

      thegrillaberdeen.co.uk

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    • Tag 2
      Start mit Besichtigung von Old Aberdeen. Die Saint Machar Kathedrale ist sehenswert und die Gebäude des Kings College beeindruckend. Anschließend eine der ältesten Brücken der Insel ( Brig o Balgownie, ca. 1320, über den Fluss Don ) angesehen. Dann an dem kilometerlangen Sandstrand von Aberdeen ( zwischen den Mündungen der Flüsse Don und Dee ) gewandert, der allerdings im Norden ruhiger und besser ist. Ach ja... das alles bei bestem Sonnenschein. Footdee ( kleine Siedlung an der Mündung des River Dee ) war o.k., aber muss nicht sein.

      Zum Abend haben wir uns zuerst das Illicit Still angesehen, einen Pub im Stil einer illegalen Destille. Klasse gemacht, allerdings sehr übersichtliche Whiskyauswahl.

      illicit-still.co.uk

      Daher ging es noch in das Soul, einer zur Cocktailbar umgebauten Kirche. Sehr angesagt und edel. Habe einen Porto Smoke Sour auf Basis eines Dalmore 12y ( mit Zitronensaft und Portwein ) probiert - sehr lecker.

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    • Sehr schön Carsten :beerchug:
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)
    • Tag 3
      Fahrt von Aberdeen nach Inverness ( ca. 100 Miles, 2,5 h ). Da ich an diesem Tag gerne einen Whisky handbottlen wollte, haben wir den kleinen Umweg über Gen Garioch gemacht. Auf die Tour haben wir verzichtet, aber die Gebäude angesehen. Dann ins Visitor-Centre und nach dem Handbottling gefragt. Es wurden ein Bourbon Cask ( aus 2000 ) sowie ein 1st fill Sherry Cask ( Nr. 8 aus 1997 ) angeboten. Beide konnten probiert werden. Habe mich für den Sherry Cask entschieden. Mussten dann allerdings etwas warten, bis es in ein Warehouse ging, in dem in einem abgetrennten Bereich die Bottling-Prozedur durchgeführt wurde. Um in der Flasche etwas Luft zu lassen ( angeblich sicherer w/ Transport im Flugzeug ) wurde der Rest in ein Samplefläschchen gefüllt. Insgesamt ein schönes Erlebnis und ein klasse Whisky.

      glengarioch.com/visitor-centre

      Anschließend ging es weiter nach Inverness. Das gemietete Appartment ( neu und höherwerting ausgestattet, Tiefgaragenplatz ) liegt sehr zentral direkt am River Ness bzw. Castle ( Bridge Street ).

      highlandapartments.co.uk

      Später haben wir eine ersten Spaziergang durch Inverness gemacht ( bewölkt, aber trocken ). Mit den vielen alten Gebäuden und der Lage am River Ness gefällt uns Inverness sehr gut, bietet zudem viele Restaurants und Pubs.

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    • Sehr schön.
      Der Glen Garioch sieht aber auch gut aus :top:
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)
    • Tag 4
      Den Tag haben wir genutzt, um Inverness näher zu erkunden. Zuerst hoch zum Castle, dann in die Innenstadt.
      Am Nachmittag eine ( für meine Verhältnisse) längere Wanderung quer rüber zum Caledonian Canal. Dort an den Muirtown Locks angekommen wurde gerade die TS Royalist ( Schulschiff der Marine ) per Schleusentreppe hochgetragen. Dahinter gab es sogar etwas Stau. Dann den Canal vor bis zum Sealock in Clachnaharry. Ein herrlicher Blick inklusive. Habe mich dann entschlossen, an der Küste weiter zur Mündung des River Ness zu wandern, was sich als sehr lohnenswert herausstellte. Danach den River Ness entlang zurück bis zum Castle.

      Abends haben wir uns die Band Schiehallion im Pub The Gellions angesehen. Gute Musik und die Stimmung war klasse.

      gellions.co.uk

      Dann weiter zu dem neu eröffneten Pub der Black Isle Brewing Co. Sehr schön und modern eingerichtet und eine riesige Auswahl von Craft Beer (> 50). Klasse ist, dass gut beraten wird und man dann die Biere der Black Isle Brewing Co. jeweils in einem kleinen Pinnchen probieren kann und diese dann auch als 1/3, 1/2 oder Pint ausgeschenkt werden. Habe mich für das Porter entschieden, welches mir gut geschmeckt hat ( und dass als Nicht-Biertrinker )

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    • Tag 5
      Tour zur Black Isle. Traum des Biobauern und Vogelkundlers ( bis auf die Bohrinseln auf der Nordseite ), saftige Landschaften, spektakuläre Ausblicke, dabei meist trocken und sonnig, nur 2 heftige Schauer - da waren wir aber nicht draußen unterwegs.

      Zuerst waren wir in Fortrose am Leuchtturm ( letzten freien Parkplatz erwischt ) und vergeblich nach Flipper Ausschau gehalten. Dafür klasse Blick auf Fort George. Danach haben wir uns die Ruine der Kathedrale angesehen ( lohnt sich - kein Eintritt ) und im Fortrose Cafe eine Kleinigkeit gegessen ( sehr gut und selbstgemacht ). Zurück dann nicht über Avoch sondern quer über die Insel (B9160) - der Mietwagen hatte bei den Steigungen gut zu kämpfen, dazu meist Single Track Roads - aber es lohnt sich.

      Anschließend Besuch von Strathpeffer, einem früheren Kurort aus viktorianischen Zeiten. Skurille Ausstellung im alten Pumpenhaus. Genauso skurill war der "Rocky Road" Kuchen im Cafe, der in wesentlichen Teilen aus Marshmallow bestand ( hatte eher Nüsse unter dem Schokoguss erwartet ) ... wieder etwas gelernt.

      Auf dem Rück haben wir uns noch die Glen Ord Destille angesehen, die - wie am deutlichen Malzgeruch zu erkennen war - in Produktion war. Schöne kleine Ausstellung im Visitor-Centre angesehen, dann ging es zurück nach Inverness.

      discovering-distilleries.com/glenord/

      Abend waren wir in einem schönen Lokal in der Nähe des Castles ( Number 27 ) essen. Sehr gute schottische Küche. Es gab ein Highland Chicken - in Speck gewickelt, auf Haggis, Kartoffelpüree mit Black Pudding, gedünsteten Möhren und dazu eine Whiskysauce - klasse.

      number27inverness.uk

      Fotos:

      drive.google.com/open?id=0Bw1-SAztE1gqLXJNOGRSYlVhZjg
    • Carsten schrieb:

      Tag 5
      Tour zur Black Isle. Traum des Biobauern und Vogelkundlers ( bis auf die Bohrinseln auf der Nordseite ), saftige Landschaften, spektakuläre Ausblicke, dabei meist trocken und sonnig, nur 2 heftige Schauer - da waren wir aber nicht draußen unterwegs.
      ...


      Das mit den Bohrinseln ist relativ, ich finde das sieht schon auch "schön" aus, so irgendwie (siehe Anhang).
      Im Cromarty Firth gibt es eine Firma, die diese Bohrinseln baut und wartet. Ich habe auch mal von Lossiemouth aus gesehen, wie eine zur Wartung geschleppt wurde, zumindest in Richtung Cromarty Firth.
      Dateien
    • Tag 6
      Besichtigung des imposanten Fort George, welches heute noch als Armee - Standort genutzt wird. Fantatischer Ausblick über das Meer auf die Berge der Highlands. Wieder kein Flipper ( falsche Tageszeit ) - dafür ist der Eintritt ganz schön teuer.

      Danach haben wir uns den wunderschönen Wildblumen-Garten von Cawdor Castle angesehen. Super gepflegte und professionell gemanagte Anlage. Lohnt sich.

      cawdorcastle.com/Home.aspx

      Abends waren wir ein zweites Mal in dem Pub der Black Isle Brauerei. Dort habe ich nach dem Porter ( Erstbesuch ) zwei weitere schwarze Biere probiert. Eins davon wurde in ex-Ardbeg Fässern gereift und ich konnte das Torf sehr gut riechen und schmecken, sonst schmeckte das Bier aber mild und nach Karamell. Wirklich klasse.

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    • Tag 07
      Es ging rund... um Loch Ness... Nessie suchen. Auf dem Hinweg haben wir die östliche Route genommen, da diese weniger touristisch ist. Allerdings ist die Straße, die lange am Ufer entlang führt, oft nur eine Single Track Road. Wir haben ein paar mal gehalten und die schöne Aussicht genossen. Falls of Foyer war überlaufen, daher weiter gefahren. Alles bei trockenem Wetter, allerdings nur rd. 15 Grad bei kräftigem Wind.

      Noch ein Verpflegungstipp: Wenn man nach den Falls of Foyer die B852 weiterfährt, kommt man an "The Camerons Tea and Farm Shop" vorbei. In dieser urig eingerichteten Blockhütte werden viele selbstgemachte Kuchen etc. angeboten.

      booklochnesscottage.com/Camerons-Tea-Room-and-Farm-Shop.php

      Im Süden wurden die Berge höher und die Wolken hingen dort fest. Zeitweise regnete es leicht als wir über einen Gebirgspass fuhren. Dann ging es wieder herunter und das Wetter wurde besser. An der alten "White Bridge" gehalten - sehr schön.

      In Fort Augustus wollten wir uns die Schleusen ansehen, aber es war so überlaufen ( alle in Schottland verfügbaren Busse waren gerade dort ), dass wir gleich weiter Richtung Inverness gefahren sind. Innerhin bietet die Westseite auch ein paar schöne Aussichtpunkte.

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    • Tag 8
      Es ging in den nördlichen Highlands und dort sind ja auch Destillen zu finden.

      Zuerst ging es nach Balblair bei Edderton in Ross-shire ( 40% der Einwohner heißen dort angabegemäß Ross - so auch die Familie des Destillenmanagers).
      Balblair soll eine der schönsten Destillen sein, so wurden hier die Aufnahmen für den Film "Angel Share" gedreht. Wir haben die Führung durch die ( nicht in Produktion befindliche ) Destille gemacht und haben einige interessante Fakten ( 85% der Produktion wird für Blends genutzt; das Wasser ist Eisen- und Torfhaltig; es wird die Hefe aus der Inver House Gruppe - bereits als Flüssigkeit angeliefert und bei 2,5-3 Grad in Tanks gelagert ) erfahren.

      balblair.com

      Anschließend sind wir nach Dornoch gefahren und haben dort im Castle Hotel Kaffee ( nein, den alten Whisky nur fotografiert...waren auch saftige Preise ) getrunken. Dornoch ist ein schöner Ort mit vielen gepflegten Sandsteinhäusern im Zentrum. Auch die Kathedrale ist sehenswert.

      dornochcastlehotel.com

      Auf dem Rückweg nach Inverness haben wir noch bei Glenmorangie und Dalmore gehalten und uns die Destillen angesehen. Beide liegen wunderschön direkt am Wasser.

      Abends habe ich noch in Inverness ein paar Aufnahmen mit dem schönen Abendlicht gemacht.

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    • Wunderhübsche Bilder mal wieder. Danke für den tollen Reisebericht. Also bei den alten Abfüllungen wäre ich wohl mit einem Dram schwach geworden. Die 25 oder 30 Pfund hätte ich wohl investiert.
      Genau diese Runde hab ich mir auch schon mal vorgenommen, wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin. Hat sich die Führung bei Balblair geloht?
    • Tom na Gruagaich schrieb:

      Wunderhübsche Bilder mal wieder. Danke für den tollen Reisebericht. Also bei den alten Abfüllungen wäre ich wohl mit einem Dram schwach geworden. Die 25 oder 30 Pfund hätte ich wohl investiert.
      Genau diese Runde hab ich mir auch schon mal vorgenommen, wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin. Hat sich die Führung bei Balblair geloht?


      Es war auf jeden Fall sehr gut, um in Ruhe die Fotos schießen zu können. Einen anderen Guide oder eine andere Guide hätte ich lieber genommen... ( Zitat der Mitarbeiterin: der Destillenmanager hat so kurz vor dem Urlaub keinen Bock mehr auf Führungen...) hätte man besser machen können. Ist aber vielleicht auch einem Gewöhnungseffekt geschuldet, vor allem, wenn in der Gruppe Leute dabei sind, die an jeder Station die (...) dümmsten Fragen stellen. Ferner war gerade große Renovierung angesagt und es roch in vielen Räumen penetrant nach Farbe.
    • Tag 9
      Eigentlich wollten wir noch weit in die Highlands fahren, aber wir haben uns dann doch für eine kurze Tour an den Strand entschlossen, da in Inverness die Sonne so schön schien ( bei 20 Grad ).

      Ausgesucht haben wir uns Findhorn, wobei die Fahrt sich doch schon etwas zog. Genau als wir ankamen, setze der Regen ein... der zum Glück nicht lange anhielt. Wir haben einen kurzen Spaziergang am Stand gemacht und haben dann ein schönes Cafe ( The Bakehouse ) für einen Imbiss gefunden.

      bakehousecafe.co.uk

      Anschließend sind wir dann nach Nairn gefahren, um auch dort den kleinen Hafen und Strand anzuschauen.

      An beiden Orten fantastische Ausblicke auf das Wasser, den Strand und den bewölkten Himmel... und es blieb dann zum Glück auch trocken.

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