Dein Weg

    • Nicht erst seit Hape Kerkeling sind Werke über die Pilgerreise auf dem Jacobsweg angesagt.
      Dein Weg reiht sich da ein und ist doch erfrischend anders.
      Ein amerikanischer Film, der so ganz unamerikanisch daher kommt, da er eine gute Geschichte zu erzählen hat und dies ohne den üblichen überkitschten Pathos tut.

      Aber zur Story:
      Tom Avery ist ein erfolgreicher Augenarzt und erfüllt die üblichen Klischees: Wohlstand, Golf und Country Club. Das Verhältnis zu seinem Sohn, in seinen Augen ein Rumtreiber, ist eher nicht so gut.
      Mitten im Golfspiel erreicht Avery die Nachricht, dass sein Sohn gestorben ist. Der wollte den Jacobsweg pilgern und kam am ersten Tag in ein Unwetter.
      Avery reist nach Frankreich, um die Asche seines Sohnes mit zu nehmen, entschließt sich aber überraschend selbst den Jacobsweg zu pilgern.
      Er lernt auf seinem Weg drei Menchen kennen: Joost, einen übergewichtigen Holländer, der die Reise vordergründig nutzt, um etwas abzuspecken. Jack, einen irischen Schriftsteller mit einer Schreibblokade. Und schließlich die Kanadierin Sarah.
      Alle begleiten ihn auf der Reise, obwohl er zunächst genervt von seinen neuen Reisefreunden wird.
      Aber der Weg verändert Avery. Zunächst wirkt er verbittert, abweisend, hadert mit dem Tod seines Sohnes. Aber im laufe der Zeit lernt er seine neuen Freunde, die Freundschaft und das Leben neu schätzen.
      Und so gehen die vier den Weg zusammen.
      Keiner wird jedoch erleuchtet, aber am Ende finden alle ein wenig zu sich selbst.
      Und das macht den Film so grandios. Die Geschichte bleibt normal, nachfühlbar. Niemand wird zu einem neuen besseren Menschen, nur weil er gepilgert ist. Nur Avery selbst wird sein Leben nach diesem Weg grundlegend ändern.
      Mich hat der Film sehr berührt, und gerade weil er nicht so dick aufträgt, der Himmel am Schluß nicht voller Geigen hängt.
      Es ist ein stilles und großartiges Stück Kino.
      Tom Avery wird von Martin Sheen dargestellt, der hier wohl die beste Leistung seiner schauspielerischen Karriere zeigt.
      All we ever wanted was everything
      All we ever got was cold
      Bauhaus

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