Unterschied zwischen "Torfig" und "Rauchig" ?

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    • Unterschied zwischen "Torfig" und "Rauchig" ?

      Hallo Zusammen,

      ich trinke jetzt zwar schon etwas länger Whisky, bin aber noch nicht soooo erfahren.

      Weil mir der Unterschied zwischen "torfig" und "rauchig" noch nicht bewusst ist, fragte ich heute in einem Whisky-Laden nach dem Unterschied.

      Die Dame im Laden - die selbst gern Whisky trinkt - erklärte mir, da ich bisher immer geglaubt habe, dass zwischen "torfig" und "rauchig" kein Unterschied sei,dass rauchige Whiskys nicht immer "torfig" sein müssten, da die Gerste z.B. auch über Buchenrauch geräuchert werden könne und die Gerste nicht immer über Torf geräuchert werde.

      Sie sagte auch noch "torfige Whiskys" würden wie Gummi und "rauchige Whiskys" wie Holzkohle schmecken.

      Es könne aber auch sein, dass ein getorfter Whisky rauchig schmecken könne.
      Jetzt bin ich total irritiert.

      Kann mich da jemand von Euch mal aufklären ????

      Für die Antworten bedanke ich mich schon jetzt im voraus sehr.

      Andreas
    • Eigentlich eine gute Frage, und ich will mal versuchen eine Antwort zu formulieren...

      Rauchige Whiskys, haben halt im Geruch und Geschmack etwas das man auf irgendeine Art und Weise mit Feuer bzw. Rauch assoziieren würde. Das kann Kohle, kalte Asche, Räucherrauch, Lagerfeuer, oder was auch immer dir beim Genuss des Whiskys in den Sinn kommt sein. Ich denke Talisker ist hierfür eine gute Referenz.
      Natürlich variiert auch bei Talisker der Geruch und der Geschmack, weil bei den unterschiedlichen Abfüllungen ja unterschiedliche Fässer und unterschiedliche Reifezeiten verwendet wurden.

      Torfig
      Da das Torf als Brennmaterial zum trocken der gemälzten Gerste verwendet wird, hat ein solcher Whisky natürlich automatisch beides. Also rauchige und torfige Aromen. Soll heißen, zu dem Rauch gesellt sich etwas erdiges, strenges. Dieser zusätzliche Faktor sorgt zeitgleich dafür, dass es viel mehr unterschiedlich wahrzunehmende Endprodukte gibt. Man kann also nicht sagen Totf schmeckt immer "so und so".
      Ich denke am ehesten kann man das nachvollziehen, wenn man zB einen Laphroaig 10 mit zB einem Caol Ila 12 vergleicht. Während sich Torf, Rauch, Fass und Brennereicharakter bei Laphroaig eher als medizinisch / phenolische Note bemerkbar machen, hast du bei Caol Ila eher geräucherten Speck.
      Ardbeg Abfüllungen (die jüngeren) haben oft süßlich-erdige Aromen...während manche ältere Ardbegs (vor allem aus Sherryfässeen) auch gerne mal was von Teer oder verbrannten Autoreifen haben.


      Um es kurz zu machen....es gibt sicherlich Indikatoren, die bei allen rauchigen und bei allen torfig-rauchigen Whiskys ähnlich sind, aber es gibt definitiv nicht DAS typische Aroma. Dafür sind die Brennereien, Fässer etc einfach zu verschieden.



      Gruß
      Andreas
      Alba gu bràth
    • :trinken: :rofl:

      Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Gut auf den Punkt gebracht.
      Damit ist alles dazu gesagt.
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)
    • Hmmm, soviel ich weiß wird nur über Torf getrocknet.
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)
    • Oder über Kohle z.B., wenn es nicht rauchig/torfig werden soll. Vor ein paar Wochen war ich bei Balvenie und die haben ja noch einen eigenen, traditionellen Kiln. Dort haben sie einen Hauptofen, mit dem sie hauptsächlich trocknen, der mit Kohle befeuert wird. Und daneben noch einen kleineren Ofen, der mit Torf befeuert wird, in dem kleinere Chargen torfiges Malz hergestellt werden.
    • Soweit ich weiß, wird abgesehen von Torf noch Holz (frag mich bitte nicht welche Holzsorte, aber ich vermute Buche) verwendet. Alternativ auch indirekte Hitze durch zB Kohle. Wenn ich mich recht entsinne, muss bei zB Kohle die Hitze indirekt sein, weil der Kohlenrauch giftige Bestandteile enthält, die nicht an die Gerste gelangen dürfen.

      Generell hat man torfige Aromen natürlich ausschließlich dann, wenn auch Torffeuer zum trocknen der Gerste verwendet wurde ;)
      Alba gu bràth
    • Wobei interessant wäre, ob Buchenholz sich überhaupt in Schottland als Befeuerung lohnen würde. Soweit ich weiß, ist die Buche eine fast ausschließlich mitteleuropäisch wachsende Holzart. Ob sich das rechnet, Buchenholz nach Schottland zu transportieren? Andererseits ist Buchenholz nicht so teuer...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eggi ()

    • Für Glen Els wird Gerste über Buche und Erle geräuchert. Das schmeckt dann auch eher nach Räucheschinken und hat nicht so torfig, medizinische Noten, wie man sie von Islay kennt.
      Bei Mackmyra wird neben Torf noch Wacholderstrauch mit verfeuert.
      Save the planet - drink organic! (Black Isle Brewery)
    • Zum Thema Torf und Rauch habe ich eine eigene Meinung:

      Zum Trocknen des Grünmalz (Angekeimte Gerste ) ist Hitze notwendig bzw. warme Luft.
      Dazu wird Brennmaterial eingeheizt. Je nach Brennmaterial ist die Verbrennung rauchfrei
      (gute Verbrennung) oder mit mehr oder weniger Rauch.
      Wenn Kohle gut heiß ist, ist das eigentlich rauchfrei wie z.B. beim Grillen, wo der Rauch
      eigentlich durch das Verbrennen von tropfenden Fett entsteht. Kohle bringt, wie bei Balvenie,
      nur Hitze ohne Raucharoma.

      Das Verbrennen von Torf ist eher ein Schwelbrand mit entsprechender Rauchentwicklung,
      je nach Feuchtigkeitsgehalt und Verrottungsgrad. Je tiefer das Torf gestochen ist, desto älter
      ist das Material und desto besser ist es verrottet. In den verschiedenen Torfschichten und
      Torfregionen sind die unterschiedlichen Pflanzenarten der letzten Jahrhunderte gespeichert,
      also die Pflanzen, die zu der Zeit und an diesem Ort gerade gewachsen war.

      Aus diesem Grund bin ich der Meinung, das ein Teil des unterschiedlichen Raucharomas
      auch aus der Zusammensetzung der verschiedenen verrottenen Pflanzen stammen.

      Nach meiner Meinung entstehen rauchige Whiskys nur aus dem Trochnen der Gerste. Der
      trofige Einfluß kommt eher nicht daher, da Torf, wenn es getrochnet ist, eigentlich geruchslos ist.

      Ich bin der Meinung, dass der torfige Einfluß eher vom Verwenden von torfhaltigem Prozesswasser
      kommt. Wasser, das durch Torfmoore geflossen ist, hat das Aroma und auch die Farbe von
      Torf (Eigenversuch in Schottland). Wenn das Wasser, dass beim Herstellen von Whisky in allen
      Produktionschritten bis hin zum Verdünnen torfhaltig ist, dann kommt der Torfgeschmack in den Whisky.

      Die erdigen Aromen entstehen meiner Meinung in den Fässer, den ein gut nasses Holz kann auch erdige
      Aromen entwickelt. Nehmt mal ein Stück feuchtes, morsches Holz im Wald und riecht daran.

      Wie gesagt, ist meine Meinung und eventuell auch eine neue Diskusionsgrundlage für dieses Thema,

      Käfer
      Whisky trinken ist gut für mich...
      ... Whisky sammeln ist gut für meine Erben !

      ICH BIN, WIE ICH BIN!
      DIE EINEN KENNEN MICH, DIE ANDEREN KÖNNEN MICH!
    • Käfer schrieb:




      Ich bin der Meinung, dass der torfige Einfluß eher vom Verwenden von torfhaltigem Prozesswasser
      kommt. Wasser, das durch Torfmoore geflossen ist, hat das Aroma und auch die Farbe von
      Torf (Eigenversuch in Schottland). Wenn das Wasser, dass beim Herstellen von Whisky in allen
      Produktionschritten bis hin zum Verdünnen torfhaltig ist, dann kommt der Torfgeschmack in den Whisky.

      Wie gesagt, ist meine Meinung und eventuell auch eine neue Diskusionsgrundlage für dieses Thema,

      Käfer
      Erstmal danke für deine differenzierte Meinung. Zwei Sachen, bei denen ich mir aber nicht mehr 100%ig sicher bin, stören mich an deiner Vermutung.

      1) Ich meine mal gelesen zu haben, dass einige Brennereien zwar über indirekter Hitze ihre gemälzte Gerste trocknen, aber torfhaltiges Wasser verwenden. Das Resultat ist ein Whisky ohne bzw. mit minimalem Torfaromen. Das würde ja dann eher gegen deine These sprechen.
      Kann das jemand hier belegen, da ich mir da nicht mehr 100%ig sicher bin ?

      2) Findet doch bei den meisten Brennereien die "Verdünnung" auf Trinkstörke in den Abfüllanlage statt, und somit bei den meisten Brennereien auf dem Festland mit ungetorftem Wasser.
      Oder hab ich da was im Produktionsprozess verpasst ?


      Schöne Diskussion hier :top:


      Gruß
      Andreas
      Alba gu bràth
    • @ Nimrod77

      Mein "Torfwasser" war natürlich mehr provokativ gedacht und ich danke dir für deine kritische Anmerkung.

      Eigentlich bin ich der Meinung, dass es torfigen Whisky gar nicht gibt. Im allgemeinen Sprachgebrauch habe ich
      festgestellt, dass die meisten Leute mit torfigem Whisky den mit Torfrauch aromatisierten Whisky meinen.
      Da können unterschiedliche Aromen auftreten wie Jod, Räucherspeck, Asche............

      Kommen erdige Töne dazu, sprechen viele von torfig, weil die Assoziation vom feuchten Moor durchschlägt,
      obwohl Torf so gut wie geruchslos ist.

      Torfiger Whisky kann eigentlich nicht existieren, da das Torf nie direkt mit der Whiskyproduktion zusammen kommt,
      sondern nur indirekt über dem Rauch. Somit können nur Rauchanteile des Torfs im Whisky wirken.

      Und hier hast du recht mit deiner Anmerkung, Destillerien verwenden das beste (Quell-)Wasser und oft wurde
      der Standort einer Destillerie nach der Wasserqualität ausgesucht.

      Käfer
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      ... Whisky sammeln ist gut für meine Erben !

      ICH BIN, WIE ICH BIN!
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    • Ah, ok. Jetzt bin ich dahinter. Es geht dir vorwiegend um die exakte Definition des Begriffs "Torf" im Whisky.
      Du hast natürlich Recht, dass sich genau genommen kein Torf, sondern Torfraucharomen im Whisky befinden.

      Ich finde es allerdings schwierig zu versuchen das Thema so weit runterzubrechen, dass man sagt es darf eigentlich genau genommen nicht "Torfaroma" heißen, weil es nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Torf steht.
      Die pflanzlichen / erdigen Bestandteile des Torfs, sorgen im Rauch und damit im Whisky einfach für ein bestimmtes Geschmacks- und Geruchsbild. Da ist es doch nur logisch diese auch mit dem Torf zu assoziieren, auch wenn echter Torf vielleicht gar nicht genau so riecht oder schmeckt.
      Zumindest weiß eigentlich jeder, der schon ein paar Islay Whiskys im Glas hatte, sofort was mit "Torf" gemeint ist.

      Erinnert mich ein wenig an die Diskussion um den "Schraubenzieher", wo ja immer darauf hingewiesen wird, dass es korrekt eigentlich "Schraubendreher" heißen müsste. Trotzdem weiß ja jeder was gemeint ist wenn man das inkorrekte Wort "Schraubenzieher" benutzt ;)


      Gruß
      Andreas
      Alba gu bràth
    • Nimrod77 schrieb:

      Zumindest weiß eigentlich jeder, der schon ein paar Islay Whiskys im Glas hatte, sofort was mit "Torf" gemeint ist.
      Ich habe eigentlich noch nie Torf oder "torfige Aromen" in meinem Whisky gehabt, weder auf Islay noch sonstso. Für mich ist das immer "erdig" oder "moderig", was aber auch nicht unbedingt aus der Nutzung von Torf bei der Produktion resultieren muss. Alles andere ist Rauch.

      Aber jeder beschreibt eben Aromen mit den Attributen, die er damit assoziieren kann. Torf als solches würde ich dabei nicht mit Aromen in Whisky in Verbindung bringen.
      Whisky-Journal - von, über und wegen Whisky

      Suche:
      - SMWS 38.xxx (Caperdonich)
      - Caperdonich 24yo Whiskykanzler Uncollectable Collection
    • Dieses erdige, modrige bezeichne ich ebenfalls als solches und nicht als torfig.

      Rauchig ist für mich häufig gleich torfig.

      Ich muß dazu aber auch sagen, dass ich nicht zu den Leuten gehöre, die Whiskys stets auf ihre genausten geschmacklichen Bestandteile auseinandernehmen.
    • Interessant :)

      Mir persönlich, und auch vielen Leuten die ich kenne, hilft die Assoziation "Torf" ganz gut, um einen Begriff für die Umschreibung von Raucharomen mit pflanzlichen bis erdigen Noten zu beschreiben.
      Talisker und Highland Park empfinde ich zB oft als rauchig, ohne dabei die extremen erdigen oder modrigen Noten zu haben. Daher ist das für mich so die Referenz für "rauchig".
      Wenn sich zum Rauch diese erdigen und modrigen Aromen in verschiedenen Ausprägungen und Varianten gesellen, spreche ich gerne von "torfig", auch wenn das, wie von euch beschrieben, nicht der tatsächliche Geruch oder Geschmack von Torf ist.

      Gruß
      Andreas
      Alba gu bràth
    • Edit :
      Ich glaube bei vielen Sachen spielt uns unser Gehirn auch einfach gerne Streiche. Ich hab mal vor 2 oder 3 Jahren einen schönen Sherry Bunna im Glas gehabt, und dort diese würzige, leicht säuerliche Note von gutem Balsamico Essig in der Nase gehabt. Ich liebe das :love:
      Da ich auch eben solchen Essig zuhause habe, habe ich daran zum Vergleich direkt mal geschnüffelt. Ein sehr ernüchterndes Erlebnis, denn es war wirklich nur eine sehr wage Ähnichkeit zu erkennen.
      Vermutlich wird das, wenn man es dann testen würde auch auf Aromen wie "grüne Äpfel", "Honig", "Vanille" und vieles, vieles mehr zutreffen.
      Trotzdem wird ja jetzt keiner auf die Idee kommen, nur noch Säure, Würze oder Süße als Beschreibung zu verwenden, anstelle von diesen Bildlichen Beschreibungen.

      Ok,manche vielleicht doch...aber die Tasting Notes sind dann eher langweilig ;)
      Alba gu bràth
    • Ich kann mich an meinen ersten LAPHROAIG noch sehr, sehr gut erinnern.
      Und ich hatte definitiv das Gefühl, in einen Torfklumpen hineingebissen zu haben.

      Ich kann mich sehr gut Nimrod77s Ausführungen (oben) anschließen und dabei
      ist es mir auch recht egal, ob mir mein Hirn gerade einen Streich spielt oder nicht.
      Hauptsache, ich hab Spass!! :D :D

      ruessel
      "Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen."
      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778)
    • Die Diskussion ist ja richtig spannend geworden.

      Ich bin da bei Andreas, denn mir wurde auch von verschiedenen Seiten erklärt das die Torfaromen nicht vom Wasser kommen.
      Und im Selbstversuch, ist ja der Wunsch eines jeden Whiskybegeisterten, bei den Destillerien Quellwasser abzuschöpfen um damit den fassstarken Whisky auf Trinkstärke zu reduzieren, sind mir sicher Unterschiede aufgefallen.
      Beim Wasser welches aus den Torfmooren kommt bzw. Torfpartikel enthält hat es einen erdigen bis ich sag mal brackigen Geschmack (ist schwer zu beschreiben).

      Aber Torfig oder gar Rauchig ist da nicht vorhanden, diese Aromen kommen ausschließlich beim Trocken des Grünmalzes zum Malz hinzu.
      Allgemein wird dies in den bekannten ppm (die Rußpartikel vom Verbrennungsprozeß welche dann am getrockneten Malz haften bleiben) angegeben.
      Höhere ppm Angaben, je mehr Rußpartikel anhaftend = rauchigere bzw. torfigere Aromen.
      Wobei die ppm nicht unbegrenzt in die Höhe geschraubt werden können, irgendwann ist das Malz gesättigt und nicht mehr aufnahmefähig.

      Die verschiedenen Torf-/Raucharomen kommen also von den verwendeten Brennstoffen beim Trocken bzw. der Trocknungsmethode.

      Ein paar praktische Beispiele:
      Viele Destillerien welche noch selbst wälzen sind ja nicht mehr übrig.

      Beginnen wir mit Springbank:
      Springbank produziert drei verschiedene Whiskys und stellt das Malz für die Glengyle (Kilkerran)
      1. Hazelburn - ungetorft (Das Malz wird zu 100% mit heißer Luft getrocknet)
      2. Spingbank - leicht getorft (Das Malz wird ca. 4 Stunden mit Torfrauch und 20 Stunden mit heißer Luft getrocknet (16% zu 84%)) Nagelt mich jetzt nicht auf die exakten Zeiten fest.
      3. Longrow - stark getorft (Das Malz wird ca. 12 Stunden mit Torfrauch und 12 Stunden mit heißer Luft getrocknet (50% zu 50%)) Nagelt mich jetzt nicht auf die exakten Zeiten fest.
      Bei Springbank werden für alle Whiskies die gleichen Produktionsanlagen und das gleiche Wasser verwendet, was die Theorie unterstreicht das das Wasser als Quelle für die Torf-/Raucharomen im Whisky ausscheidet.

      Highland Park:
      Bei Highland Park werden ca. 20% des Malzes selbst gemälzt.
      Man nutzt hier zum Trocknen Torf aus dem Hobister Moor (Mainland Orkney, sehr kleines Torfmoor mit begrenzten Resssourcen), die Torfzusammensetzung besteht hier zum überwiegenden Teil aus Heidekraut und zusätzlich wird beim Trocknen des Malzes getrocknetes Heidekraut mit verfeuert. Ich persönlich mag die typischen Heidekrautaromen im HP.

      Gut die Beispiele lassen sich uferlos weiterführen, mittlerweile produzieren sehr viele Distillerien (welche nicht selbst Mälzen) rauchigen/getorften Whisky und nicht rauchigen/ ungetorften Whisky.
      Alle haben eins gemeinsam sie nutzen das ihnen zur Verfügung stehende Wasser und ihre Produktionsanlagen, sowohl Wasser als auch Technik ist exakt einmal vorhanden.
      Selbst beim runter reduzieren des Whiskies auf die zur Lagerung notwenige Alkoholstärke und nach der Reifung später auf Trinkstärke hat mit dem verwendeten Wasser in den Destillerien in der heutigen Zeit selten etwas zutun.
      Einziger Unterschied bleibt das verwendete Malz.

      Was nun jeder in seinen Dram entdeckt (riecht, schmeckt oder fühlt) ist großes Kopfkino basierend auf die persönliche Erfahrungen und wie man dieses Erlebnis letztendlich mit seinen Worten umschreiben kann, nun das ist die nächste Baustelle. Das ist spannend und interessant, deswegen reden wir ja darüber und rufen uns nicht nur ”Prost!"; ”Hau weg,…" oder ”Runter damit" zu.
      Von daher ist es mir persönlich egal ob nun ”rauchig" oder ”torftig" - mir schmeckt der Whisky oder er schmeckt mir nicht.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • Um es mal zu vereinfachen: Der Engländer nennt seinen rauchigen Whisky gern "peated", sicherlich übersetzt "torfig" bedeutet, aber rauchig meint.
      Das irgendwo in Deutschland die gemälzte Gerste über Buchenholz geräuchert wird, ist dem Schotten ebenso fremd wie egal.
      Dort wird die Gerte traditionell über Torf geräuchert.
      Ich denke "torfig" hat wenig mit irgendwelchen "Torf-Geschmacksstoffen" im Wasser zu tun, sondern entspringt schlicht der Übertragung aus dem Englischen.
      Whisky ist also entweder rauchig (oder meinetwegen auch torfig) oder nicht.

      Tja, und wenn halb Islay sein "getorftes" Malz bei Port Ellen einkauft, dann ist es nicht verwunderlich, wennn man vom typischen Islay Raucharoma spricht. Mal abgesehen davon, dass die, die teilweise noch selber räuchern (Kilchoman, Laphroaig) letztendlich Torf der gleichen Herkunft nutzen.

      P.S.: Mackmyra aus Schweden würzt seinen Rauch z.T. mit Wachholder.
      All we ever wanted was everything
      All we ever got was cold
      Bauhaus
    • ... richtig schön aufgedröselt im Zuge des Freds. Dank an alle Beiträger.

      Aber früher war alles einfacher. Als ich so Mitte 60er Whisky kennen lernte galt bei uns:
      - durchsichtig und scharf: Korn
      - durchsichtig und süßlich: Obstler
      - braun: Weinbrand
      - braun und schmeckt nach Schinken: Whisky

      Geschmackvolle Grüße und allen, die das lesen einen schönen Sonntag

      Karl
      Ehret die Blends! Ohne sie hätten wir keine Single Malts!
    • willard schrieb:

      Um es mal zu vereinfachen: Der Engländer nennt seinen rauchigen Whisky gern "peated", sicherlich übersetzt "torfig" bedeutet, aber rauchig meint.
      Das irgendwo in Deutschland die gemälzte Gerste über Buchenholz geräuchert wird, ist dem Schotten ebenso fremd wie egal.
      Dort wird die Gerte traditionell über Torf geräuchert.
      Ich denke "torfig" hat wenig mit irgendwelchen "Torf-Geschmacksstoffen" im Wasser zu tun, sondern entspringt schlicht der Übertragung aus dem Englischen.
      Whisky ist also entweder rauchig (oder meinetwegen auch torfig) oder nicht.

      Tja, und wenn halb Islay sein "getorftes" Malz bei Port Ellen einkauft, dann ist es nicht verwunderlich, wennn man vom typischen Islay Raucharoma spricht. Mal abgesehen davon, dass die, die teilweise noch selber räuchern (Kilchoman, Laphroaig) letztendlich Torf der gleichen Herkunft nutzen.

      P.S.: Mackmyra aus Schweden würzt seinen Rauch z.T. mit Wachholder.
      Kleine Anmerkung:
      So fremd ist das dem Schotten nicht (zumindest nicht allen)! Als Tipp, einfach mal bei den großen deutschen Mälzereien anfragen für wenn sie alles Mälzen.

      Auf Islay Bowmore nicht unterschlagen, die wälzen auch ca. 20% selbst und bekommen den Rest meines Wissen von Festland Mälzereien.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.