Whiskybase Gathering 2016 in Rotterdam

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    • Whiskybase Gathering 2016 in Rotterdam

      "Better late than never" - nach diesem Motto möchte ich euch von unserem Besuch bei der Erstauflage des Whiskybase Gathering am 26.11.2016 in Rotterdam berichten.

      Die Anreise aus Süddeutschland ist natürlich etwas weit. Meine Frau und ich wir sind daher von München aus mit Lufthansa (operated by BMI) am Freitag Abend nach Rotterdam geflogen. Das war bei rechtzeitiger Buchung erstaunlich preisgünstig (unter 200 € für 2 Personen hin und zurück).
      Vom Flughafen zum 4-Sterne Art Hotel Rotterdam ging es dann mit Bus und U-Bahn für 3 € pro Person - Tickets gibt es beim Busfahrer. Man kann Tickets für 1 oder 2 Stunden kaufen, muss bei jedem Besteigen und Verlassen eines Verkehrsmittels elektronisch ein- bzw. auschecken und kann in dieser Zeit beliebig hin und her fahren. Wir haben uns sicher gefühlt, zumal eigentlich immer Sicherheitspersonal anwesend war. Die Fahrtzeit vom Flughafen zum Hotel liegt bei ca. 30 Minuten.

      Das Art Hotel liegt direkt gegenüber vom Maassilo, wo das Whiskybase Gathering statt fand. Das Hotel hat relativ schlechte Kritiken, mir hat es aber sehr gut gefallen und vor allem kostete es nur insgesamt 146 € für 2 Personen und 2 Nächte in einer Suite und das wichtigste - das Bett war bequem. Die Gegend um den Maashaven wird von Einheimischen in Bezug auf Sicherheit kritisch gesehen. Uns ist nichts aufgefallen.

      Da das Whiskybase Gathering erst am Samstag um 12 Uhr begonnen hat, sind wir vorher vom Hotel aus noch etwas am Maashaven spazieren gegangen. Das hat bei Sonnenschein viel Spaß gemacht. Dabei haben wir auch die SS Rotterdam gesehen, ein als Hotel umgebautes Passagierschiff - sicherlich eine Empfehlung fürs nächste Mal.

      Um 11:45 Uhr waren wir zurück am Maassilo - von Warteschlangen keine Spur und wir sind Punkt 12 Uhr gleich als erste in die Halle gekommen. Der Ticketpreis von 27,50 € pro Person ist natürlich hoch. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass darin ein 5 € Gutschein, eine Wasserflasche, das Glas sowie Kosten für die Garderobe enthalten sind. Die zulässige Besucherzahl war nach dem was ich gehört habe auf 1000 Besucher limitiert, davon gingen über 800 im Vorverkauf und die restlichen an der Tageskasse weg. Die Veranstaltung war also ausverkauft.
      Die Bezahlung von Whisky, Essen, Trinken etc. ist ausschließlich mit Plastik-Chips möglich, die man am Eingang zu 5 € und 1 € kaufen kann. Unsere ersten 50 € haben nicht weit gereicht. Das Bezahlen mit den Chips verlief reibungslos und ich habe das nicht als Manko angesehen.
      Im Maassilo, einem ehemaligen Kornspeicher, sind 3 aneinander gereihte Hallen. In der mittleren gab es hauptsächlich Essen, in den beiden anderen Whisky. Essensgerüche waren kein Thema - es gab belegte Brötchen, Käse- und Wurstplatten, Hot Dogs, gefüllte Teigtaschen, Schokolade, Bier, Kaffee. Am leckersten fanden wir eine große Portion rosa gebratenes und warm serviertes Black Angus Roast Beef im Brötchen zu 8 €. Ich glaube außerhalb der Halle wurde Steak gegrillt. Ein Band von 5 Musikern wechselte zwischen den Hallen und spielte eine Mischung aus Hillbilly, Country & Western und Rock ... weiß nicht genau.

      Ein ganz großes Plus waren die sehr vielen Tische und Bänke in allen drei Hallen. Auf den Tischen standen Wasserflaschen und Körbe mit Brotstücken, die ständig nachgefüllt wurden. So haben wir, ganz ungewöhnlich für eine Whiskymesse, viel Zeit sitzend und nicht stehend verbracht. Erfreulich war auch dass insgesamt viel Platz war und sich das Gedränge in Grenzen hielt - kein Vergleich mit Limburg oder München am Samstag, obwohl das Gathering wie gesagt ausverkauft war.

      Die Whiskyauswahl war sehr gut. Am größten war der Whiskybase Stand (ca. 10 m lang) mit ca. 10 Personen, die Whisky ausgeschenkt haben. Die Preise an diesem Stand waren ungewöhnlich niedrig und man konnte viele längst ausverkaufte Abfüllungen probieren, z.B. die ganzen Littlemills und Springbank-Abfüllungen. Der 17-jährige Springbank Archives von 1999 war denn auch mein persönliches Highlight der Messe.
      Zum erst mal überhaupt auf einer Messe (mit Ausnahme vielleicht des Whiskyfests Biberach): Whisky-Fässle mit einem großen Stand und ebenfalls sehr vielen längst ausverkauften Abfüllungen. Hier habe ich mich durch die ganzen Iren durchprobiert sowie den 35- und 41-jährigen Speyside Region, die alle schlichtweg super waren. Auch der aktuelle Benrinnes war überraschend lecker.
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      Unter den anderen Ausstellern seien Van Wees, Maltbarn, Murray McDavid, Kintra, Maltstock, Besser & Timmer und Caminecci genannt. Gezielt habe ich ein paar Rosebanks probiert, die alle gut aber nicht überragend waren.

      Diejenigen, die einen Whiskybase-Account haben und ihr Passwort dabei hatten (!!!) konnten die Whiskies auf der Messe live bewerten. Hierzu war eine extra Internetseite eingerichtet worden, auf der viele (leider nicht alle) Whiskies aufgelistet waren samt Stand, an dem sie zu finden waren. Das fand ich sehr praktisch, denn man konnte sich einen Whisky oder eine Destillerie suchen und der Stand an dem er zu finden ist wurde einem angezeigt. Eine interessante Innovation auf einer Whiskymesse. Jedes Rating wurde live auf einer großen Leinwand angezeigt und unter den Teilnehmern wurde eine Flasche Whisky verlost.
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      Besucher aus Deutschland gab es nur wenige. Aus dem Forum ist mir niemand aufgefallen und ich bin auch nicht angesprochen worden, obwohl ich mein Forums-T-Shirt anhatte. Die meisten waren Niederländer. In wie weit man mit Deutsch alleine als Sprache durchgekommen wäre weiß ich nicht, denn ich habe es erst gar nicht versucht - alles lief auf Englisch, bis auf den Whisky-Fässle Stand natürlich.

      Kritikpunkte? So gut wie keine. Die Musik war mir manchmal etwas zu laut, obwohl leiser wie die Dudelsackspieler auf anderen Whiskymessen. Einige Besuchergruppen hätte sich nicht direkt vor die Stände stellen sollen, dann wäre man besser dran gekommen.

      Ob ich wieder hingehen würde? Unbedingt ... vielleicht aber nicht gleich wieder im nächsten Jahr. Mal sehen.

      Unser Rückflug war erst Sonntag Abend. Ich finde es schade, dass viele Besucher sich nicht die Zeit nehmen, eine Stadt näher anzusehen, in der sie eine Veranstaltung besuchen.
      Wir waren von Rotterdam höchst positiv überrascht, um nicht zu sagen begeistert. Wir sind zu Fuß vom Hotel zur Markthalle gelaufen, zunächst an Hafenanlagen entlang (größter Seehafen Europas), dann an vielen architektonisch sehenswerten Gebäuden entlang. Rotterdams Innenstadt wurde im zweiten Weltkrieg praktisch vollständig bei einem deutschen Luftangriff und den anschließenden Bränden zerstört und wurde vollständig neu aufgebaut. Sogar die alte Kanalisation hat man heraus gerissen. Die Architekten bekamen freie Hand und so entstand eine in meinen Augen sehenswerte Stadt. Besonders angetan haben es uns die gelben Kubushäuser, die auf einer Ecke stehen. Da mussten wir unbedingt in eines rein, das man gegen Eintritt besichtigen darf.
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      Die Markthalle ist fantastisch mit vielen Leckereien, vor allem Käse, Fisch, Süßigkeiten (Kokosgebäck!) ...
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      Wer nichts als Chemie versteht versteht auch die nicht recht.

    • Callaman schrieb:

      Toller Bericht. :klatschen:
      Ist das ein "komische Gefühl" in so einem Kubushaus? Es fehlen ja irgendwo die "gerade Bezugs-/Orientierungspunkte"...
      Aber nur bis zum, sagen wir mal, 7ten Dram. 8o :lala:

      Ach ja, echt schöner Bericht. Sowas wird immer wieder gern gelesen. :top:
      Ich bin ein Blauer

      Je größer der Dachschaden, um so freier ist der Blick in die Sterne.