Der Brexit versetzt die Whisky-Brenner in Schottland in Katerstimmung

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    • Der Brexit versetzt die Whisky-Brenner in Schottland in Katerstimmung

      Wen es interssiert, der hocht auf.
      Gerade beim surfen entdeckt und sicher lesenswert.

      Quelle: Brexit auf dem Bauernhof News

      Berlin (Reuters) - Der Brexit versetzt die Whisky-Brenner in Schottland in Katerstimmung. Ein Gutteil
      ihrer Destillate wird in die Europäische Union exportiert.


      In Deutschland ist Whisky mit knapp 19 Prozent beziehungsweise 268
      Millionen Euro nach Zahlen aus dem Jahr 2015 der größte Einzelposten der
      Agrarimporte aus dem Vereinigten Königreich. Der nächst größere Posten -
      Fleisch aus Großbritannien - umfasste nur knapp 161 Millionen Euro.


      Gesteigert werden die Sorgen über den Verlust eines lukrativen Absatzmarktes durch
      die Ankündigung von Premierministerin Theresa May, einen klaren Bruch
      mit der EU anzustreben. Das heißt, Großbritannien schottet sich ab, die
      EU stoppt im Gegenzug den ungehinderten Zugang zum Binnenmarkt. Die
      Handelsbeziehungen müssen völlig neu ausgehandelt werden.


      Schon vergangenen Oktober rief die Vereinigung Schottischer Whisky-Hersteller
      die britische Regierung dazu auf, für Ersatz zu sorgen. Besonders
      wichtig ist dem Verband, dass Großbritannien die Vorteile von
      EU-Handelsvereinbarungen mit Drittstaaten erhalten bleiben. Konkret: die
      EU-Abkommen mit Mexiko, Südkorea oder Kolumbien sollen auf das
      Vereinigte Königreich übertragen werden. Die Whisky-Brenner stehen
      stellvertretend für viele Bereiche der britischen Land- und
      Lebensmittelwirtschaft, die sich durch den Brexit neu orientieren muss.


      BRITEN IMPORTIEREN MEHR AUS EU ALS UMGEKEHRTDer
      größte Teil der britischen Agrarexporte fließt in die EU. Von Ausfuhren
      im Wert von 23,4 Milliarden Euro gingen 2014 rund 61 Prozent in
      EU-Länder. Die Agrareinfuhren beliefen sich in dem Jahr auf 49,1
      Milliarden Euro. Knapp drei Viertel davon kamen aus der EU. Sollten die
      Handelsströme ins Stocken kommen, sind die Folgen für fast alle
      EU-27-Staaten weniger schmerzhaft als für Großbritannien, da in den
      EU-Ländern im Gegensatz zum Königreich ein vergleichsweise geringerer
      Anteil der Im- und Exporte betroffen ist. Eine Ausnahme ist Irland,
      dessen Agrarexporte 2015 zu 43 Prozent in das Vereinigte Königreich
      gingen.


      Für britische Landwirte sind nicht nur drohende
      Handelshemmnisse ein Problem. Jedes Jahr kommen rund 80.000 Erntehelfer
      aus der EU nach Großbritannien. Im Januar helfen sie bei der
      Narzissen-Zucht, im Sommer bei der Erdbeer-Ernte, im Sommer werden Äpfel
      gepflückt, im Dezember steht die Rosenkohl-Ernte an. Bereits im Oktober
      sagten zwei auf die Erntehelfer spezialisierte Arbeitsagenturen
      Reuters, sie hätten nicht genug Bewerber für die 600 offenen Stellen
      finden können. Die Agentur Fruitful Jobs berichtete, in ihren Büros in
      Polen und Bulgarien sei die Zahl der Bewerber drastisch zurückgegangen.
      Bauern klagen jedoch, mit britischen Erntehelfern lasse sich der Verlust
      dieser erfahrenen Feldarbeiter nicht ersetzen.


      Angst vor den Folgen des Brexit haben aber auch deutsche Bauern. "Ein offener Markt
      mit dem Vereinigten Königreich hat bei den Brexit-Verhandlungen für uns
      hohe Priorität", erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes
      (DBV), Joachim Rukwied, am Donnerstag auf der Branchenmesse Grüne Woche
      in Berlin. Die Sorge ist verständlich angesichts von Agrar-Exporten im
      Wert von 4,8 Milliarden Euro 2015 in das Vereinigte Königreich. Dabei
      wurde ein Überschuss von 3,4 Milliarden Euro erzielt. Allerdings stellen
      diese Ausfuhren auch nur sechs Prozent aller deutschen Agrarexporte
      dar. Schmerzhaft könnte der Brexit auch für deutsche Fischer werden,
      denen britische Gewässer versperrt werden könnten.


      NACH BREXIT DROHT STREIT ÜBER EU-AGRARSUBVENTIONENDie
      Landwirtschaft in der EU ist ineinander verwobenen wie kein anderer
      Wirtschaftssektor. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat
      eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich nur um das Thema Entflechtung
      kümmert. Dabei geht es auch darum auszuloten, wie scharf die Briten den
      Trennungsstrich ziehen wollen. Auch um mehr über die britischen
      Absichten zu erfahren, wird sich Schmidt am Wochenende mit seiner
      britischen Kollegin Andrea Leadsom am Rande der
      G20-Agrarminister-Konferenz in Berlin treffen.


      Thema der beiden dürfte auch die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) sein. Die EU
      sammelt jedes Jahr Milliarden Euro von ihren Mitgliedsländern ein und
      verteilt sie in der Union. Diese Subventionen machen etwa in Deutschland
      einen wesentlichen Teil der Einnahmen der Bauern aus. Bislang zählte
      Großbritannien zu den größten Netto-Einzahlern. Unterm Strich werden
      nach DBV-Berechungen dem EU-Agrarbudget drei Milliarden Euro fehlen,
      wenn Großbritannien nicht mehr Teil der EU ist. Zwar haben die Briten
      signalisiert, ihren bis 2020 eingegangenen GAP-Zahlungsverpflichtungen
      nachzukommen. Der Verteilungskampf hat aber bereits jetzt begonnen. Der
      DBV lehnt ebenso wie etwa der französische Bauernverband Abstriche bei
      den Subventionen ab.
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • So schnell können die Schotten gar nicht unabhängig werden. So, wie ich schon gelesen habe, können die nur alle 4 Jahre ein Referendum darüber abhalten. Und wenn sie dann unabhängig sind, müssen sie erst einmal in die EU rein kommen. Und so ein Prozess dauert auch Jahre. Was heißt das für uns Whiskliebhaber? Die nächsten 10 Jahre wird der Preis für unser Lieblingsgetränk nicht sinken, im Gegenteil. Die Preisspirale zeigt ja schon lange nach oben und Einfuhrzölle, Steuern etc. werden ihr Übriges tun, um die Preise weiter ansteigen zu lassen. Und die Verfügbarkeit oder Vielfalt der schottischen Malts, die hierzulande bei den Händlern zu finden ist, wird auch darunter leiden.

      Ist aber nur meine eigene Meinung und die muss nicht zwingend richtig sein ;)