30.05. - 13.06.2017; Schottland gegen den Uhrzeigersinn

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    • 30.05. - 13.06.2017; Schottland gegen den Uhrzeigersinn

      Fast 3 Wochen wieder zurück von meiner, unserer 14-tägigen Tour. Viele Highlights waren dabei, der Wettergott voll auf unserer Seite und auch kleinere Aufreger konnten das Gesamterlebnis nicht trüben.

      Kritik, Feedback etc. wie immer gerne an mich.

      Tag 1: Frankfurt - Edinburgh - Speyside; und keine Axt ist im Spiel
      Tag 2: Speyside zu Fuß; Burn baby burn
      Tag 3: Speyside; Endlich was zu trinken
      Tag 4: Speyside; Und täglich grüßt das Sonnentier
      Tag 5: Speyside - Orkneys; Ab in den Norden
      Tag 6: Kirkwall & Scapa; Higher and higher
      Tag 7: Orkneys, Kultur ist eine runde Sache
      Tag 8: Orkneys - Kilmartin; Die Luft ist raus
      Tag 9: Kilmartin - Oban - Islay; Back on track
      Tag 10: Islay; Durchatmen und hochgeistige Erlebnisse
      Tag 11: Islay; So klein ist die Insel gar nicht
      Tag 12: Islay - Edinburgh; Der Kreis ist rund und hat (k)ein Ende
      Tag 13: Edinburgh; Konfrontation mit Menschen
      Tag 14: Edinburgh; Final day
      Tag 15: Edinburgh - Frankfurt; In jedem Ende steckt ein Anfang
      Fazit: Nach der Reise ist vor der Reise

      Sollte es Probleme mit den Bilder geben, diese liegen auf meiner Webseite, bitte PN an mich. Ursprünglich hatte ich den Bericht hier nur verlinkt, aber auf Grund technischer Probleme jetzt 1:1 von meiner Homepage hierher kopiert.

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    • 30.05.2017 - Tag 1, Es geht endlich los!
      Am Ende wurde es dann wie üblich doch noch etwas hektischer vor der Abreise. Letzte Dinge wollten noch in der jetzt schon zu kleinen Tasche verstaut werden - wie sollte da bloß auf dem Rückweg noch etwas Zusätzliches reinpassen?! Doch irgendwann fiel dann endlich die Tür hinter mir ins Schloss, wurde ordentlich verriegelt und ich schleifte mich mit dem Gepäck zum Bus.

      Da aktuell "netterweise" unser Finanzamt saniert wird waren es allerdings einige Meter mehr, die es zu überwinden galt. So kam ich bei bereits früh am Morgen schon recht sommerlichen Temperaturen leicht verschwitzt an der Bushaltestelle an. Dieser lies zum Glück nicht lange auf sich warten und es ging zügig zum Bahnhof, dort in die S-Bahn nach Frankfurt und nach einem weiteren Umstieg dann zum Flughafen.

      Pünktlich um neun Uhr betrat ich den Abflugbereich des Terminal Eins und sah an der Gepäckaufgabe bereits meinen Mitfahrer Niels stehen. Kurze Begrüßung und dann ab zu den Check-In-Automaten fürs Gepäck. Endlich die großen Taschen loswerden. Doch diese Rechnung hatten wir ohne die grandiosen Automaten der Lufthansa gemacht….

      Während die Tasche von Niels noch recht zügig und problemlos angenommen wurde, kämpfte ich erst einmal damit, die Technik überhaupt zum Laufen zu bringen. Als dies geschafft war gelang es mir tatsächlich irgendwann mein Label auszudrucken, dieses an der Tasche zu befestigen und die Tasche auf ihre Reise in die Innereien des Flughafens zu senden. Dachte ich zumindest! Denn plötzlich stoppte das Förderband um dann direkt meine Tasche wieder zurück zu bringen. Meldung auf dem Display: „Tasche zu groß, bitte am Schalter aufgeben.“ Also gut, Tasche gepackt, wenige Meter weiter in eine kurze Schlange eingereiht – ich war augenscheinlich nicht alleine mit dem Thema :)

      Die Tasche wurde dann noch einmal komplett neu eingecheckt, verstehe wer will, warum das so ist. Aber dann waren wir endlich befreit und begaben uns auf die Suche nach unserem Gate. Nach der ein oder anderen Fehlweisung durch das Personal, die uns erst an eine gesperrte Security und danach in den Shop-Bereich anstatt zur alternativen Security schickten, war das Scan-Prozedere relativ schnell erledigt. Es wäre etwas schneller gegangen, wenn wir das dortige Personal in ihren permanenten Privatgesprächen gestört hätten, aber das wäre ja sicher unhöflich gewesen :)

      Mit viel Zeit bis zum Abflug erreichten wir den Eingangsbereich zu unserem Gate und machten es uns erst einmal auf der Bank bequem. Jetzt hieß es warten, warten, warten…

      Boarding dann überpünktlich, Treppe runter in den Bus, kleine Rundfahrt über den Flughafen und rein in den Flieger. Nach einem weiteren Bus einige Minuten später waren dann alle an Bord, die Maschine sehr gut ausgelastet und mit kleiner Verspätung ging es endlich los auf den Weg nach Schottland.

      90 ruhige Minuten später, draußen war den ganzen Flug über außer Wolken nichts zu sehen gewesen, Landung in Edinburgh. Kurzer Fußmarsch zur Passkontrolle, ich durfte danach die gleichen Fragen direkt nochmal bei der netten Dame von der Polizei beantworten, die in zweiter Reihe saß, auf zum Gepäckband. Dort kreiselte bereits die ersten Taschen, darunter auch meine. Auf Niels mussten wir etwas warten, aber hey, Urlaub!!!

      Mit dem gesamten Gepäck ging es dann raus aus dem Flughafen, dabei noch Geld abgehoben. Und hierbei ist sehr darauf zu achten, was der Automat einem anzeigt! So kosteten mich meine ersten Pfund 1,26€ statt der in den nächsten Tagen üblichen 1,15€, da der Automat „extra für mich“ schon in Euro umrechnete um mir die Umtauschgebühren zu sparen. Die ich aber dank meiner DKB-Kreditkarte eh nicht hätte. Na ja, Lektion gelernt!

      Nach einem kleinen Fußmarsch dann Ankunft bei Sixt, etwas Warten und dann das Auto entgegennehmen. Zuerst wurde uns ein Mercedes angeboten, leider merkte die Dame dann, dass sie doch noch etwas Kleineres im Fundus hat, und so fiel das Upgrade etwas schmaler aus. Sie überzeugte uns dann noch zusätzliche zu den im ADAC-Tarif enthaltenen Versicherungen das Mobilitäts-Paket abzuschließen, welches sämtliche Abschleppkosten u.ä. beinhaltet. Da es knapp £50 waren, entschieden wir uns zur Buchung. Papierkram noch eben erledigt und dann nix wie raus und ab zum Auto. Natürlich wieder ein Franzose, diesmal aber immerhin schon eingefahren.

      Auto beladen, zum Glück waren wir nur zu zweit, und dann begann das Abenteuer Linksverkehr. Doch bereits nach wenigen Meilen und einigen Roundabouts lief es sehr gut und fühlte sich kaum noch ungewohnt an. So fuhren wir bei Anfangs blauem Himmel über die M90 Richtung Norden, immer entlang der Ostküste. Die Landschaft in uns aufsaugend, entspannt dahin rollend realisierten wir langsam: „Wir sind da!“

      Am Dunnotar Castle legten wir dann eine kurze Pause ein, um das ein oder andere Foto zu knipsen und uns die Beine zu vertreten. Da der Wettergott just jetzt meinte uns die eher nasse Seite seines Könnens präsentieren zu müssen ging es aber recht zügig weiter nach Aberdeen. Dort eine kleine, unfreiwillige Runde durch die Stadt, da wir vergessen hatten, das Navi anzupassen. Bei Abfahrt am Flughafen hatten wir Aberdeen als Zwischenziel angegeben, damit wir die Route entlang der Ostküste fahren und nicht quer durchs Land in die Speyside – dadurch leitete uns die nette Dame allerdings in den Stadtkern. Na ja, so konnte ich direkt weiter an meinen Skills im Linksverkehr arbeiten :)





      Irgendwann waren wir dann zum Glück wieder raus aus den kleinen Straßen und konnten das letzte Wegstück des Tages in Angriff nehmen. Bei sehr geringem Verkehr erreichten wir dann um 17.30 Uhr Ortszeit unsere Unterkunft, das Cardhu Country House in der Speyside. Bereits 2015 waren wir hier abgestiegen und damals so begeistert gewesen, dass wir einfach wieder buchen mussten. Dave, der Besitzer, empfing uns sehr freundlich und schnell konnten wir die Zimmer beziehen. Viel Zeit zum Einrichten hatten wir aber nicht, da wir am Abend noch zum Essen verabredet waren. Also nur grob die Sachen ins Zimmer geräumt, kurz frisch gemacht und dann ab nach Aberlour.

      Ich übergab die Schlüssel an Niels, jetzt durfte er mal zeigen, was er am Steuer kann. Nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase, die am ehesten den Beifahrer belastet, wenn er den Baum auf sich zukommen sieht, kamen wir gut durch und stoppten wenige Minuten später direkt vor dem Mash Tun; unserem Lokal für den Abend. Bevor es jedoch ganz gemütlich wurde noch schnell zum örtlichen Supermarkt und ein paar Getränke und etwas zum Knabbern besorgt. Hier die erste Überraschung: Im Gegensatz zu 2015 gab es tatsächlich Whisky, der zum gleichen bzw. sogar günstigeren Preis angeboten wurde. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen, zumal wir eine Flasche für die Tour brauchten und der Duty Free in Frankfurt diesbezüglich nur zum Lachen verleitet hatte.

      Einkauf erledigt, im Auto verräumt – durchschnaufen. Dann Thomas und seine Frau informiert, dass wir jetzt da sind und uns an die vorbeifließende Spey begeben. Wenig später kam die zwei und ich nahm das vorab versendete Bier entgegen. Da sie mit dem Auto von Deutschland angereist waren, hatten sie netterweise eine kleine Kiste deutscher Craft-Biere für mich transportiert, die ich als Mitbringsel angedacht hatte.

      Wir enterten den Mash Tun, bekamen den gleichen Tisch wie vor zwei Jahren und ein entspannter Abend begann. Viele tolle Anekdoten wurden ausgetauscht und natürlich kräftig auf den Ehrentag von Thomas und seiner Frau angestoßen. Auf den Tag genau 25 Jahre verheiratet – danke, dass wir eure Festgemeinde sein durften!





      Mit vollen Bäuchen und müde geredet endete der gemeinsame Abend dann gegen 21.30 Uhr. Die beiden hatten nur noch einen kurzen Fußmarsch zum Hotel und wir, besser Niels, fuhren zurück ins CCH. Dort dann noch ein Absackerbier und -Whisky und grobe Planung des folgenden Tages: Frühstück und dann schauen. Irritiert durch die Helligkeit draußen stellte ich dann bei einem Blick auf die Uhr fest, dass es bereits kurz vor Mitternacht ist (Sonne ging gerade unter) und so beendeten wir diesen ersten Tag kurz darauf. Lang war er, bereits Erlebnisreich ebenfalls. Aber wir sind endlich, ENDLICH angekommen. Und es liegen noch viele tolle Tage vor uns.

      Mit diesem Gedanken im Kopf lies es sich kurz darauf sehr gut einschlafen!

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    • 31.05.2017 – Tag 2, Das Wandern ist des Schotten Lust

      Aufwachen ohne Wecker - und trotzdem früh und pünktlich. Lange nicht mehr so gut und tief geschlafen!

      Punkt acht, Ordnung muss ein, Landung am Frühstückstisch. Neben dem obligatorischen Müsli-Joghurt dann natürlich noch das Full Scotish geordert. Das Land verpflichtet schließlich :) Niels wagt erneut das Experiment mit dem Kaffee, wobei bereits zwei Jahre vorher das CCH hier positiv hervorgestochen hatte. Gut, wenn man sieht was uns sonst häufig als Kaffee verkauft worden war, lag die Latte nicht sehr hoch!

      Frisch gestärkt besprechen wir den Tag und sind uns schnell einig: Bewegung muss her. Das permanente Rumsitzen am Tag zuvor war uns beiden auf die Nerven gegangen. Also Karte raus und geschaut. Die Entscheidung fiel dann für den Speyside Way, zumindest einen Teil der vierten Etappe. Kleiner Tagesrucksack gepackt, Foto geschnappt und Sonnenbrille auf – los geht’s!





      Vom Country House geht es ein kurzes Stück bergab, vorbei an der Knockando Woolmill und der Tamdhu Brennerei runter zur Spey. Wir folgen dem Weg, der leider etwas oberhalb des Flusses verläuft. Entlang der alten Bahnstrecke Strathspey Railway passieren wir kurz darauf die Knockando Destille. Leider ist auch diese, wie Tamdhu, nicht für Besucher offen. Und mach das mit diversen Schildern auch sehr deutlich.





      Weiter geht es, immer entlang der Spey, jedoch selten mit Blick aufs Wasser. Schade, da hatten wir uns mehr erhofft! Aber auch so war es schön, die Beine zu vertreten und die Landschaft in sich aufzunehmen. Bei strahlend blauem Himmel genossen wir den Schatten der Bäume und Büsche um uns herum. Da soll mal einer sagen in Schottland regne es nur…

      Kurz darauf verlassen wir den schmalen Weg durchs Grün und sehen rechts von uns einen charakteristischen Schornstein. Nanu, noch eine Destille? Handy raus, Google Maps auf und siehe da – Tatsächlich! Die Dalmunach Distillery, auf dem Gelände der ehemaligen Imperial Brennerei. Der Weg führt uns entlang der imposanten aber sehr schön anzuschauenen Gebäude. Große Glasfronten lassen den Blick auf die Brennblasen zu; einige Fotos halten dies fest. Doch unsere Vorfreude wird je gebremst als wir die Einfahrt erreichen: „Not open to public“. Warum, ganz ehrlich, WARUM baut man so hübsch und prächtig, wenn man dann doch niemanden rein lässt. Was soll dieses Ganze „No Public“ Zeug? Das nervt echt gewaltig! Ich habe absolutes Verständnis, wenn nicht überall üppige Touren etc. angeboten werden. Aber wer sich so viel Mühe gibt beim Design und Bau seiner Destille – der sollte doch jeden Interessenten mit stolzgeschwellter Brust herumführen wollen. Aber vllt. kommt das ja noch in Zukunft. Also dann, weiter geht es. Dann halt keinen Weg-Dram zur Stärkung. Merke ich mir :D





      Es geht wieder mehr ins Grüne und weiter entlang der ehemaligen Bahnstrecke. Insgesamt sehr entspannt zu laufen, kaum Höhenunterschiede und sehr breite Wege. Aber wie schon erwähnt leider immer von Bäumen und Büschen umgeben und so leider weder Blick auf den Fluss, noch auf die imposante Landschaft.

      Wenig später erreichen wir die alte Bahnstation von Dailuaine – da musste ich natürlich schnell einen Abstecher zur naheliegenden Destille für ein paar Fotos machen. Kenne ich doch einen großen Fan dieser Brennerei. Das freudige Feedback zu den direkt gesendeten Bildern folgte dann auch prompt. Doch für uns ging es erst einmal weiter, Aberlour war jetzt nahe und wir entschlossen, dort eine Rast einzulegen. Im bereits bekannten Supermarkt dafür ein paar Sandwiches und etwas zu trinken besorgt und dann endlich eine Bank mit Blick aufs Wasser gefunden. Überhaupt mal eine Bank mit Blick auf etwas – die bisherigen hatten so grandiose Aussichten auf Dinge wie „Zugewachsener Busch“, „Großer Baum“ oder auch einfach „Im Rücken hätten sie einen tollen Ausblick“.





      Das vorbeiziehende Wasser, der blaue Himmel, die kräftige Sonne – Mensch, ist wie Urlaub. Doch halt, nicht einschlafen. Wir müssen schließlich noch zurück. Also, Handy gezückt und Weg geplant. Gleiche Strecke zurück? Hm, ne, lass mal sein. Aber hier schau mal, da geht ein Weg doch relativ direkt. Ja schon, aber ab hier (Hälfte des Weges) nur noch an der Straße entlang, ohne Fußweg. Hm, haste recht, auch doof. Aber hey, wenn wir hier den kleinen Schlenker machen sind wir zwar etwas länger unterwegs, dafür aber viel weniger an der Straße.





      Gesagt – getan! Rucksack geschulter und den Rückmarsch angetreten. Durch erneut tolle Landschaft, vorbei an Schafen und Kühen, teils in der Sonne, teils im Schatten. So marschierten wir fröhlich vor uns hin, bis wir dann etwa eine halbe Stunde vorm Ziel den Wegteil erreichten, der an der Straße entlangführte. Ohne Seitenstreifen und wirkliche Möglichkeiten den Autos und LKWs aus dem Weg zu gehen nahmen wir diese letzte Strecke des Tages in Angriff und waren wieder einmal von den hiesigen Autofahrern überrascht. Wann immer möglich fuhren sie einen großen Bogen über die Gegenfahrbahn wenn sie uns passierten und reduzierten immer das Tempo. Denke daheim in Deutschland hätten wir uns im Gegensatz dazu diverse Hupkonzerte anhören und eindeutige Gesten anschauen dürfen.





      Um kurz vor fünf waren wir dann endlich wieder im Countryhouse und gönnten uns erst einmal ein Belohnungsbier in der Sonne. Der Schrittzähler zeigte stolze 24km Tagesstrecke. Das konnte sich sehen lassen und so entspannten wir noch etwas bei tollstem Wetter, bevor es unter die wohlverdiente Dusche ging.

      Das Abendessen nahmen wir dann im Pub des Craigellachie Hotel, dem Copper Dog ein. Insgesamt ein Abend der eher in der Kategorie „Einmal und nie wieder“ fällt. Das Essen selbst soweit ordentlich, aber das geheime Gewürz "Salz" war wohl noch nicht in der Küche erforscht worden. Zum Glück stand je ein Salz- und Pfefferstreuer auf dem Tisch zum Nachwürzen. Der stets bemühte Service verstand es aufs Vortrefflichste uns zu verwirren, in dem immer wieder neues Personal an unseren kleinen Tisch geschickt wurde, um immer wieder die gleichen Fragen zu stellen. Wurde mir dann irgendwann etwas zu bunt und ich wies darauf hin, wir hätten nun mittlerweile zweimal bestellt und hätten 1) Gerne unsere Getränke und 2) Dann auch zeitnah das Essen. Amüsiert beobachteten wir weiter wie das Servicepersonal wie ein Haufen Insekten um das Licht, den „Chef des Services“, schwirrten. Wenn es ein System dabei gab, dann ist es am ehesten mit Chaos zu beschreiben. Der Barchef musste mittlerweile auch ein Schleudertrauma vom permanenten Kopfschütteln haben. Aber zumindest er schien sein Fach zu beherrschen und den Überblick zu haben.

      So hielten wir uns auch nicht lange mit der Suche nach einer Bedienung auf, als wir fertig gegessen hatten, sondern signalisiertem ihm, dass wir bitte zahlen wollen. Das war schnell erledigt und wir auf dem Weg ins B&B. Unterwegs noch Wasser für die nächsten Tage gebunkert und dann Apres-Sun. Die Sonne über den Tag hatte dann doch ihre Spuren auf uns hinterlassen. Sehr deutliche Spuren!

      Im Country House dann der übliche Abendausklang bevor es vorfreudig ins Bett ging. Morgen steht endlich die erste Destille an. Und mit „The Balvenie“ eine, von der ich im Vorfeld viel Positives hinsichtlich der Tour gehört habe.

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    • 01.06.2017 – Tag 3, Balvenie und Dufftown – endlich Whisky

      Punkt 8 Uhr wieder den Platz am Frühstückstisch eingenommen und "As usual" geordert. Dann frisch gestärkt für den Tag vorbereitet und um kurz vor 9 verlies der Franzosen-Express das Gelände. Ohne dabei wie einige andere Gäste die halbe Einfahrt umzugraben.

      Nach kurzer Fahrt passierten wir bereits „The Balvenie“ und direkt danach „The Glenfiddich“, ohne jedoch anzuhalten. Erst einmal ging es ins Städtchen Dufftown. Es galt die Bar-Reserven aufzufüllen. Doch dies gestaltete sich schwieriger als zuerst gedacht. Die Geldautomaten sind echt gut versteckt in Schottland – Hinweisschilder über ihnen, wie wir es hierzulande kennen Fehlanzeige. Aber wenn man erstmal weiß, wonach man schauen muss, geht es dann doch recht gut. Diesmal half uns aber eine nette Angestellte aus dem lokalen Supermarkt.

      Mit dicker Hose, der Automat gab nur 10-Pfund-Noten aus, zurück zum Auto und ab zur Brennerei. Die Tour hatte ich bereits Ende 2016 gebucht, da ein Besuch nur mit Tour möglich ist und diese schnell ausgebucht sind.

      Überpünktlich, 9.30 Uhr, kamen wir am Visitor-Center an und wurden von unserem Guide Charles erst etwas frostig begrüßt. Als dann aber klar war, dass wir wirklich gebucht haben wurde er sehr freundlich und bat uns in den Warteraum. Hier gab es Kaffee und Tee für den der wollte und so verstrich die Wartezeit auf die anderen Teilnehmer recht zügig. Jedoch waren es am Ende nur sechs statt der erwarteten neun – und dazu noch zwei Teilnehmer ohne Anmeldung. Die fehlenden Teilnehmer waren zwar auf dem Gelände, aber hatten sich dann auf Grund der „zu langen Tour“ dafür entschieden, wieder zu fahren. Verstehe wer will, es steht klipp und klar auf der Homepage, dass mit drei Stunden Dauer zu rechnen ist. Aber letzten Endes war die Größe so auch perfekt!

      Mit zwei anderen Teilnehmern, Marc und Pam aus Minnesota, kamen wir schnell ins Gespräch. Das andere amerikanische Pärchen war hingegen eher reserviert und ruhig.





      Charles führte uns dann entlang dem Herstellungsprozess über das Gelände der Brennerei. Malzböden, Mühle, Kiln. Von dort zu den Mash Tuns beider Destillen; die Kininvie-Brennerei nutzt die Infrastruktur ebenfalls. Abschließend dann der Besuch im Heiligsten, dem Brennraum. Die Führung sehr plastisch, es war viel Zeit für Fragen und Fotos und immer wieder wurden wir animiert Dinge anzufassen, zu probieren oder uns am Gerste-Wenden zu üben.






      Nach dem kleinen Rundgang ging es mit einem Kleinbus das kurze Stück zum anderen Ende des Geländes in die eigene Küferei. Hier schauten wir einige Zeit zu, wie die Fässer überholt wurden. Im Vergleich zur Speyside Cooperage in 2015 gab es hier keine Glasscheibe, so dass Geräusche und Gerüche ungefiltert zu uns drangen. Nachdem unser Guide auch hier alle Fragen erschöpfend beantwortet hatte, die beiden amerikanischen Pärchen schienen noch extrem frisch und neu in der Materie des Whisky, kamen wir dann endlich zum interessantesten Teil.





      Hierzu wieder per Bus zurück zur eigentlichen Brennerei und dort ins Warehouse 24, dem einzigen Bereich der gesamten Tour, bei der wir alle Fotos und Handys abgeben mussten. Immer wieder lustig, wie unterschiedlich dieses Thema bei den einzelnen Brennereien gehandhabt wird…
      Im WH24 dann Verkostung dreier Whisky direkt aus dem Fass, zweimal Bourbon (13 und 14 Jahre) und einmal Sherry (14 Jahre). Anschließend durfte jeder sich eigene Flaschen direkt vom Fass abfüllen, ein Angebot was ich für alle drei Fässer annahm (£30 pro 200ml-Flasche). Mit der Beute unterm Arm dann zurück ins Visitor-Center zum abschließenden Tasting.





      Charles kredenzte uns hier zur Einstimmung einen 12er Double-Wood, gefolgt von einem 14er Carribean-Rum-Cask. Danach gab es den 15er Single Cask Sherry und den älteren Bruder des Opener, den 17er Double Wood. Abgeschlossen wurde das Tasting dann mit dem Tun 1509, Batch 3. Die Dame des zweiten, ruhigen Pärchens sprach den Drams kräftig zu und da ihr Mann fahren musste trank sie sein eben mit. Und das nach der Ankündigung gleich zu Anfang, dass sie keinen Alkohol vertrage. Überhaupt war sie während der Tour mehr und mehr durch Lautstärke und nervige Fragerei aufgefallen – auch unser Guide schien mittlerweile Mühe zu haben, Ruhe zu bewahren.





      Irgendwann waren dann alle Gläser geleert und es ging ans Bezahlen im Shop direkt nebenan. Dort griff ich mir Charles und fragte unter Vier-Augen nach dem Sonder-Dram für die Mitglieder der WH24-Community. Grinsend bat er mich etwas Ruhe zu bewahren und einfach mit Niels noch etwas sitzen zu bleiben. Die anderen vier Teilnehmer waren alle nicht Mitglied und deshalb wollte er warten, bis sie weg sind.

      Mit der Botschaft ging es dann zurück in den Tastingraum und kurz Niels informiert. Dann Verabschiedung von Marc und Pam. Kurz darauf wurde dann auch die „laute Dame“ von Ihrem Mann abgeholt. Zum Glück, sie begann gerade ihre Krankengeschichte und andere persönliche Details zu erzählen…

      Als wir dann mit Charles alleine waren schenkte er uns noch einen 43er Single Cask ein. Nach den sechs vorherigen, in kurzer Zeit getrunkenen Drams eigentlich zu Schade. Die Zunge war doch schon arg beschäftigt und „beschlagen“ :D

      Danach noch netter Plausch mit unserem Guide und ihm etwas Trinkgeld in die Hand gedrückt. Hat er echt gut gemacht! Niels zahlte noch und dann ging es auch für uns los. An Auto fahren natürlich gar nicht zu denken, so kehrten wir erst einmal im Sidings Cafe nebenan ein, um uns zu stärken.

      Dies gelang sehr gut mit Suppe, Bacon-Roll und einer Quiche. So beschäftigt waren wir mit dem Essen, dass wir glatt das laute Ami-Paar „übersahen“ :P





      Etwas erholt beschlossen wir die nähere Umgebung zu erkunden. Zuerst ging es zu Fuß zur naheliegenden Glenfiddich-Brennerei. Dort ein paar Schnappschüsse gemacht und eine Runde durch das Visitor-Center gedreht. Aber das war uns viel zu überkandidelt und aufpoliert. Waren also schnell wieder raus und gingen dann weiter zum Balvenie Castle. Dort kurz überlegt, ob wir es besichtigen wollen – doch gefühlt hat man von außen schon alles gesehen und so sparten wir uns das Geld für den Eintritt.






      Über einen kleinen Hügel ging es dann nach Dufftown rein und etwas kreuz und quer durch die Straßen. Als uns das dann auf Dauer zu langweilig wurde kehrten wir noch einmal auf einen Kaffee und einen Scone ein. Nach dieser erneuten Stärkung führte uns der Weg zurück zum Auto. Einige Stunden vergangen, somit alles im grünen Bereich, wir fuhren zurück.





      Da wir fürs Essen noch viel zu früh waren, machten wir einen kleinen Schlenker über Walkers und bunkerten dort ordentlich Kekse ein. Die B-Ware war aber auch preislich extrem fair. Nur eine SMS meines Lieblings-Wirt verwirrte mich im Nachgang etwas, er suche nach den Space-Walkern. Ich versprach ihm am nächsten Tag noch einmal zu fragen, da wir bereits wieder unterwegs waren.

      An der Craigallechie-Bridge dann noch eine kurze Foto-Session bevor wir endlich ins Highlander Inn fahren konnten. Nach der Enttäuschung am Vorabend waren wir gespannt, was uns heute hinsichtlich Essen und Service erwarten sollte. Zumal die beiden Lokationen nur wenige Meter auseinanderliegen. Doch wir wurden extrem positiv überrascht und das obwohl wir wirklich etwas versteckte Plätze gewählt hatten.

      Wohlig gesättigt und rundum zufrieden ging es zurück ins B&B – dort wartete Dave mit einer Überraschung, die wieder einmal zeigt, wie klein die Welt ist. Marc und Pam, die beiden netten Amis von der Balvenie-Tour, hatten für eine Nacht eingecheckt. Sie waren gerade nochmal weg zum Essen, aber später würde man sich sicher sehen.

      Gegen 19 Uhr saßen wir dann mit Bier und Whisky im Kaminzimmer, jedoch ohne Feuer. Es war einfach zu warm :D

      Ich übergab Dave dann noch einen Teil der mitgebrachten Craft-Biere für ihn und seinen Schwiegersohn Collin, den wir diesmal leider verpasst haben. Aber beim nächsten Mal dann – immerhin hat er einen Job bei Glenfiddich, Vielleicht geht da was für uns :D

      Etwas später schauten Marc und Pam dann auch tatsächlich nochmal kurz rein. Da beide aber an dem Morgen um 4 Uhr von Edinburgh losgefahren waren, verabschiedeten sie sich bald darauf ins Bett.

      Niels und ich folgten dann etwas später auch – ein erneut toller und relaxter Tag geht zu Ende.

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    • 02.06.2017 – Tag 4, Walking in sunshine

      Nach dem obligatorischen Frühstück zur üblichen Uhrzeit kurze Tagesplanung. Nach dem eher passiven Vortag wollten wir uns heute wieder etwas bewegen am Vormittag. Am Nachmittag dann mit dem Auto ein paar der naheliegenden Brennereien abklappern.

      2015 hatte ich ein Stück oberhalb des CCH ein altes, verfallenes Haus entdeckt. Dies wurde das erste Tagesziel. So ging es dann frisch gestärkt vom üppigen Frühstück los, links weg und den kleinen Berg nach oben. Nach einer guten Viertelstunde erreichten wir dann die Ruine und bannten diverse Bilder von ihr. Wie schon in den Tagen zuvor wurde das Ganze von strahlend blauem Himmel und Sonne begleitet – wenn Helden reisen…





      Nach der Fotosession ging es dann bergab mit uns. Am CCH vorbei liefen wir zur Knockando Woolmill. Dort angekommen besichtigten wir zuerst etwas das Gelände, machten erneut diverse Fotos und enterten dann den Shop. Leider war die diesjährige Sommerkollektion (?) ausschließlich in Erd- und Oliv-Farbtönen. Da begeisterte uns nichts, so dass wir recht schnell und ohne Kauf wieder vor die Tür traten. Wir schlenderten noch etwas übers wirklich hübsche und toll aufbereitete Gelände, bevor wir zum B&B zurückkehrten.





      Dort direkt ab ins Auto und dann Abfahrt zu Glenfarclas. Niels wollte endlich sein T-Shirt und ich hatte ja noch ein paar Biere zur Weitergabe im Kofferraum :)

      Im Visitor-Center wurde gerade noch eine größere Reisegruppe abgefertigt und so schlenderten wir etwas herum. Für große Augen sorgte die aktuelle Liste der Family Cask. Hatte ich mich zwei Jahre zuvor noch schwergetan, meinen Jahrgang vor Ort zu kaufen – mit Blick auf die aktuelle Liste beglückwünschte ich mich nachträglich zur damaligen Entscheidung. Fast verdoppelt hatte sich die aktuelle Abfüllung!

      Nachdem dann alle Mitglieder der Reisegruppe versorgt waren kehrte etwas Ruhe ein und das Personal hatte Zeit für uns. Ich gab meinen Karton mit Bier ab und da Georg selber nicht anwesend war, wurde er schnell mit einem Zettel mit meinen Kontaktdaten versehen. Zwischenzeitlich war Niels auch im Textilienbereich fündig geworden und so zogen wir wieder weiter.

      An Strathisla vorbei, mit kurzer Pause für Fotografieren und Kurzbesuch im Shop, ging es weiter durch die Speyside. Wir fuhren noch einmal nach Dufftown, hatten wir am Vortag doch nur knapp die Dufftown Brennerei verpasst. Nachdem auch diese Lücke Bildtechnisch geschlossen war fuhren wir noch etwas kreuz und quer, bevor es dann nochmal nach Aberlour ging. Galt es doch noch die Space Walkers zu finden.





      Bei Walkers blieb die Suche aber erfolglos und auch das Personal war überfragt. Das kommt davon, wenn man manche Dinge zu ernst nimmt. Nicht immer meint dein Lieblingswirt alles ganz ernst ;)

      Mit Blick auf die Uhr entschieden wir langsam den Rückweg anzutreten. Beim Frühstück hatten wir für den heutigen Abend das Dinner im CCH gebucht, so dass wir das Auto schon vorpacken können und auch mal keiner von Beiden fahren muss abends. War mir sehr recht, da ich bisher eh die ganzen Strecken gefahren war, abgesehen vom kleinen Intermezzo am ersten Abend.

      Mit kleinem Schlenker über den üblichen Co-op, wo wir uns noch für die Fahrt am nächsten Tag ausstatteten, ging es zurück ins B&B. Etwas verwundert hat uns dabei direkt vorm Supermarkt ein permanentes Hupen. Also kleinen Schlenker gefahren und jemand im Auto verzweifelt aufs Lenkrad einprügeln sehen – da klemmte wohl was :D

      Als wir dann zurück waren setzten wir uns noch eine Weile in die Sonne, die sich allerdings nach kurzer Zeit hinter Wolken versteckte. So entschieden wir uns den kleinen Snack zur Überbrückung bis zum Dinner im Haus zu uns zu nehmen. Danach packten wir zusammen, beluden das Auto schon einmal soweit möglich und machten es uns dann beim Aperitif im Kaminzimmer gemütlich. Auf das Feuer verzichteten wir erneut auf Grund der gegebenen Temperaturen.

      Um 19 Uhr dann Wechsel ins Speisezimmer und ein großartiges Drei-Gänge-Menü zu uns genommen. Was Val da immer wieder aus der Küche zaubert ist großartig und ich kann nur empfehlen, dieses Essen einmal mitzumachen. £30 kostet es, ist aber jeden Pence wert. Und da Getränke selber mitgebracht werden dürfen, das CCH hat keine Liquor License, ist es durchaus vergleichbar mit einem anderen Restaurant.

      Den Digestif gab es dann wieder im Kaminzimmer. Eine kleine kanadische Reisegruppe (4 Personen) leistete uns noch Gesellschaft und wir tauschten uns etwas aus. Sprachen über die Reisepläne generell und konnten ihnen noch den ein oder anderen Tipp für den nächsten Tag mitgeben. Eine echt nette Truppe und ich würde mich freuen, wenn ich in ihrem Alter noch so agil und unternehmungslustig bin!

      Nach und nach wurde es dann aber ruhiger und nachdem wir zwei dann wieder einmal das Licht ausmachten ging es ins Bett. Morgen steht eine längere Autofahrt an, es geht in den hohen Norden.

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    • 03.06.2017 – Tag 5, Ab in den Norden

      Etwas früher als sonst trafen wir uns zum Frühstück. Wir wollten möglichst bald aufbrechen, um keinerlei Stress zu bekommen unterwegs. Die Fähre zu den Orkneys war gebucht und würde nicht auf uns warten.

      Frühstück verspeist und dann etwas wehmütig die letzten Taschen im Auto verräumt. Schnell noch bezahlt und dann von Dave und Val verabschiedet – schon heute freue ich mich auf das nächste Wiedersehen. Zumal Dave Umbauten und Erweiterungen angekündigt hat. Da bin ich persönlich sehr gespannt!

      Die ersten Meilen im Auto verbrachten wir schweigend, hingen unseren Gedanken nach. Die Strecke führte über kleine Straßen, teils Single Track, in Richtung Küste. Auf dem Weg dorthin hatte ich intensive Gelegenheit meine alten Mario-Kart-Skills aufzufrischen. Die örtliche Tierwelt hatte doch einen sehr suizidalen Hang und verstand es vortrefflichste, immer genau DIE Bewegung zu machen, die für sie am ungünstigsten ist. Aber es gelang uns ohne Opfer und Verluste bis zum Cawdor Castle zu gelangen.

      Dort waren wir etwas zu früh und so schlenderten wir noch etwas herum. Punkt 10 betraten wir dann das Gelände, hatten uns aber für die „Garden Only“ Variante entschieden. Für die Besichtigung der Innenräume fehlte uns leider etwas Zeit.

      Der Garten selbst ist wunderschön und bietet mannigfaltige Möglichkeiten, sich mit dem Foto zu vergnügen. So stromerten wir kreuz und quer durch die einzelnen Gartenbereiche und knipsten, bei natürlich blaustem Himmel, was Foto uns Smartphone hergaben.





      Durch die einzelnen Gärten ging es dann auf den Waldpfad, der uns in einem kleinen Bogen zurück zum Auto führte. Wir hatten uns aus Zeitgründen für die kürzestes Variante entschieden und so kamen wir nach rund eine halben Stunde Fußmarsch wieder auf dem Parkplatz an. So gesehen könnte man diesen Weg andersrum gehen und an der Kasse vorbei kostenlos auf die Schlossfläche gelangen…

      Zurück am Auto und das Navi auf das nächste Ziel programmiert. Über Inverness geht es dann entlang der Ostküste bis nach Brora. Hier kehren wir im lokalen Supermarkt ein und decken uns mit Sandwiches für die Mittagspause ein.

      Nach der kurzen Pause dann weiter in Richtung Nord-Ost Spitze. In Wick dann plötzlich überall Polizei. Auf den Wiesen links und rechts dunkelblau vermummte Beamte mit MGs. Erst später finden wir heraus, dass an dem Tag Atommüll in die USA ausgeflogen wurde. Doch wir durften ohne Pause und Probleme alles passieren und erreichten wenig später unser nächstes Sightseein-Ziel, Duncansby Head. Und wieder war das Wetter auf unserer Seite.

      Der weiße Leuchtturm strahlte vor blauem Himmel und forderte förmlich dazu auf, die Speicherkarten weiter zu Befüllen. Auch die charakteristischen Felsnadeln rechts davon wurden zumindest aus der Ferne betrachtet und auf Bild gebannt. Für einen direkten Besuch war einerseits der Weg zu weit und andererseits zu viel los. Denke hier muss man früh am Morgen sein, um die Chance zu haben, Bilder ohne andere Menschen machen zu können.





      Wenig später dann der letzte Hüpfer zum Fähranleger in Scrabster, wo wir gegen 15.30 Uhr dann eintrafen. Bis zum Check-In hatten wir noch viel Zeit, so dass wir ein wenig die nähere Umgebung erkundeten. Zu wirklich langen Aufenthalten bietet sich der Hafen selbst meiner Meinung nach aber nicht an. Lieber etwas später dort eintreffen wäre meine Empfehlung.





      Um 18.30 Uhr begann dann das Boarding und pünktlich um 19 Uhr ging es los. Auf dem Sonnendeck, bei ausnahmsweise Mal etwas Nieselregen und einem leichten Wind dazu, genossen wir die sehr ruhige Überfahrt. Zum Ende konnten wir dann sogar noch im Bar-Bereich einen Teil der ersten Halbzeit des CL-Finale schauen.

      Nach Fahrplan liefen wir in Stromness ein, konnten zügig vom Schiff herunter und machten uns auf den Weg nach Kirkwall. Dort schnell das B&B Bellavista gefunden und eingecheckt und bei einem kleinen Abendmahl und einem Feierabend-Bier den Tag ausklingen lassen. Noch schnell den Bestellzettel fürs Frühstück ausgefüllt und dann ab in die Koje. War ein langer Tag.

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    • 04.06.2017 – Tag 6, Whisky Visits

      Zur üblichen Frühstückszeit begannen wir mit einem reichhaltigen Essen den Tag. Und manchmal ist der Hunger am Vorabend kein guter Berater beim Bestellen des Frühstücks, gell Niels :D

      Tagesrucksack gepackt und raus. Beine schreien nach Bewegung. Noch eben warten bis eine kleine Gruppe mit ihren Treckern den Parkplatz des B&B freigemacht hat, um unser Auto ordentlich zu parken. Dann geht es los.

      Vorbei am Hafen geht es quer durch die Stadt Kirkwall und dann Richtung Scapa Bay. Das Wetter? Na ja, wie üblich. Blau-weiß, wie es sich gehört!

      Sitzen in der Sonne vor dem Gebäude der Orkney Islands Council Marine Services. Blick über die Bucht von Scapa Flow. Am rechten Rand das Gebäude der Scapa Brennerei, weiß strahlend in sattgrüner Wiese vor blauem Himmel. Toll!





      Nach etwas Ruhezeit machten wir uns dann auch auf den Weg zur Destille. Da es Sonntag war, machte der Visitor-Bereich erst etwas später auf. Trotz gemütlichen Laufens waren wir noch immer zu früh. Na ja, schlenderten wir halt etwas übers Gelände und machten schon mal ein paar Bilder. Dabei fiel auf: Alle Warehouses die wir einsehen konnten, und dass waren einige, waren komplett leer. Wäre mal interessant zu wissen, wo die ihren Whisky den nun wirklich lagern. Und wieviel sie im Vorrat haben.

      Als dann wenig später das Visitor Center öffnete kurz einen Besuch abgestattet aber schnell erkannt: Hier gibt es nichts Interessantes für uns zu holen.





      So machten wir uns zurück in die Stadt und suchten ein kleines Cafe auf, um uns für das Bevorstehende zu rüsten. Fündig wurden wir im „Real Food Cafe“. Kleines, schnuckeliges Self-Service Cafe im hinteren Bereich eines Shops. Echt gemütlich da!

      Doch langsam drängte die Uhr – Highland Park rief!

      Weiterhin zu Fuß ging es nun bergan und wir erreichten bald darauf das Geländer der Brennerei. Dort kurz zur Tour angemeldet und bezahlt und dann noch etwas gewartet, bis alle weiteren Teilnehmer da waren.





      Die Magnus Eunson Tour begann mit einem kurzen Film, eher unser Senior Guide (stolze 89 Jahre alt!) uns in einer guten Stunde über das Gelände führte. Maltings, Kiln, Still House und Warehouse. Auch hier durfte nahezu überall fotografiert werden, lediglich im Still House herrschte striktes Fotoverbot. So mussten die Bilder aus der Tür heraus gemacht werden. Und hier zeigte sich leider wieder einmal der Egoismus einiger Zeitgenossen. Erst drängten sie sich nach vorne, um als erstes ein Bild zu machen. Und liefen danach dann auch stumpf allen anderen in die Fotos rein. Na ja – ich konnte dann nach der Erklärung zu den Brennblasen beim verlassen des Raumes doch noch einmal in Ruhe knipsen.





      Abschließend begaben wir uns in den Tasting Room wo schon eine Auswahl von sieben Whiskys auf uns wartete. Das folgende Tasting fand ich persönlich sehr erfrischend – der Guide hielt nicht mit seiner Meinung zu NAS- und Marketing-Abfüllungen hinter dem Berg. Und plauderte sehr offen mit uns.

      So gab es zum Anfang erst einmal den Leif Erikson. Eigentlich als Dram #2 vorgesehen, bat uns unser Führer gleich zu beginn, die ersten beiden zu drehen. Sein Chef würde zwar immer so verkosten, aber er fände es andersrum besser :D Im weiteren Verlauf gab es dann den 12er, 18er, 21er, 25 und 30er. Final abgeschlossen dann mit dem 40er.

      Persönlich spannend fand ich das kleine Spiel, das unser Guide mit uns spielte. Er fragte nach unserer Meinung zu dem 12er und bat darum, noch etwas im Glas zu lassen. Nicht ganz einfach, da auch hier mMn etwas geizig eingeschenkt worden war. Als wir dann beim 25er angekommen waren bat er wieder um unsere Meinung. Und dann, jetzt noch einmal den 12er zu nosen und tasten. Beeindruckend, wie flach und gewöhnlich dieser sich plötzlich gab!





      Im Anschluss erwarb ich noch die Abfüllung, die es nur im Rahmen der höherwertigen Touren zu erwerben gibt. Einen 18er aus dem Single Cask in FS. Der Preis ist allerdings trotz £5 Rabatt noch immer stolz mit £125. Aber was soll der Geiz!

      Von der Brennerei wieder zu Fuß zurück in die Stadt und dort einen Pub zum Dinner aufgesucht. Fündig wurden wir im „The Ola“ und freuten uns nach diesem sehr flüssigen Nachmittag über etwas Festes zum Kauen.

      Noch einmal gestärkt nahmen wir den letzten Fußmarsch in Angriff und erreichten bald darauf wieder unsere Unterkunft. Dort lassen wir den Abend ausklingen und sinken wenig später müde in die Koje.

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    • [spoiler[/spoiler]05.06.2017 – Tag 7, Kultur im Rundgang

      Nach dem obligatorischen und reichhaltigen Frühstück Check-Out. Auto gepackt und „on the road“. Rundtour über das Mainland stand an.

      Zuerst fuhren wir bis an die Nordspitze und schauten auf dem Weg bei der Swannay Brewery vorbei. Mit einem 12er-Paket eingedeckt ging es dann weiter, entlang der Küste zum Brough of Birsay. Dort die obligatorische Foto-Session. Vorbei am Earl’s Palace fuhren wir eine kleine Straße und erreichten kurz darauf den Birsay Tea Room für einen kleinen Mittagssnack.

      Direkt am Fenster mit tollem Ausblick über den Atlantik ließen wir es uns schmecken.





      Weiter ging es mit kurzem Zwischenstop an der Fluke Jewellery zwecks Mitbringsel-Shopping zur naheliegenden Küste. Dort dann das Auto abgestellt und den kurzen Fußweg zum Kitchener Memorial angetreten.

      Die dortige Steilküste ist schon beeindruckend anzuschauen und es zeigt sich, dass die Schotten vieles entspannter sehen als viele andere Nationen. Keinerlei Absperrungen trennen die teils rutschigen und bröckelnden Felsplatten ab. Klarer Appell an den gesunden Menschenverstand – finde ich gut!





      Zurück am Auto folgten wir dem Küstenverlauf nach Süden. Wenig später erreichten wir einen weiteren Parkplatz und nahmen von dort den kurzen Fußweg zu einigen alten Fischerhütten. Leider wurden diese gerade von einer größeren Wandergruppe komplett belagert, so das nach einigen Schnappschüssen der Rückweg angetreten wurde. Nächstes Ziel: Skara Brae






      Dort schnell einen Parkplatz gefunden und die Tickets organisiert. Dem Zeitverlauf in die Vergangenheit folgend erreichten wir die alten Siedlungsreste. Dem kleinen Rundweg folgend umrundeten wir die Ruinen, bevor wir noch abschließend das Skail House besichtigten.

      Genug der Kultur, wieder zurück ins Auto. Einem Reisebus folgend führte uns der Weg zum Ring of Brodgar. Zum Glück ließ uns der Bus auf halbem Weg dorthin passieren, so dass wir vor Ort einen Vorsprung vor der Gruppe hatten. Und das war gut, denn große Teile des Steinringes sind aktuell gesperrt. Grund hierfür ist, dass durch die Besucherströme der Boden zu sehr verdichtet wurde. Das führte bei Regenfällen zur Auswaschung der Steine und bedroht die gesamte Sehenswürdigkeit. Leider schränkten die Absperrungen und Baumaschinen das Gesamtbild etwas ein.





      Mit einigen weiteren Fotos im Gepäck wieder ins Auto und den Weg gen Stromness fortgesetzt. Nach einigen Meilen erreichten wir dann auch den letzten Zwischenstop des heutigen Tages: Yesnaby Cliff.

      Am dortigen Parkplatz, mitten in alten Militäranlagen, das Auto abgestellt und zu Fuß in Richtung Süden. Auf der Suche nach dem Yesnaby Castle folgten wir dem Coastle Path eine Weile. Als wir jedoch nach einiger Zeit noch immer keinen Erfolg in unserer Suche hatten, entschieden wir uns umzudrehen. Später sahen wir, es wäre genau die nächste Felsnase gewesen. Wie üblich. Nun ja, man muss ja was für den nächsten Besuch aufheben :)





      Nach weiterer kurzer Fahrt dann Ankunft im Hafen von Stromness uns wie vereinbart das Auto in Lane 5 abgestellt. Die heutige Nacht würden wir bereits an Bord der Fähre verbringen, so dass wir trotz Abfahrt um 6.30 Uhr einer recht entspannten Nacht entgegensehen konnten. Tolles und praktisches Angebot von Northlink, dieses B&B Package.

      Wir drehten noch eine kleine Runde durch die Stadt, bevor wir uns im Ferry Inn zum Dinner einfanden. Gewohnt gute Gerichte wurden serviert, dazu ein Bier und entspannt zurücklehnen. Halbzeit der Reise ist erreicht – Wahnsinn wie die Zeit rennt.

      Wir mussten dann unseren Tisch freigeben und wechselten in den Pub-Bereich. Schnackten noch etwas über die heutigen Erlebnisse und warteten darauf, dass der Check-Inn der Fähre öffnete.

      Um 21.30 Uhr war es dann endlich soweit. Kurze Übergabe des Fahrzeugschlüssels inkl. Schadenprotokoll, Marschgepäck geschnappt und ab an Bord. Dort schnell die gemeinsame Kabine bezogen und dann in die Lounge gewechselt. Hier noch unseren Gutschein eingelöst, dann aber auch recht bald ins Bett verabschiedet.

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    • 06.06.2017 – Tag 8, Und es hat BUMM gemacht

      Was für eine Nacht – nicht wirklich ruhig und erholsam.

      Die ungewohnten Geräusche, die recht warme Luft in der Kabine, all das führte dazu, dass wir eher ruhten als schliefen. So war ich dann auch recht früh munter und als ich die Dusche verließ traf das Gleiche auf Niels zu.

      Die Abfahrt der Fähre war für 6.30 Uhr vorgesehen und wir waren bereits wenige Minuten vorher schon auf dem Außendeck. Die frische Luft tat gut, wenngleich das Wetter uns sehr untypisch empfing. Tiefhängende Wolken und leichter Niesel, dazu ein recht frischer Wind. Es war ganz augenscheinlich mal wieder ein Reisetag.

      Recht pünktlich ging es los und bei ruhiger See glitten wir in Richtung Scrabster zurück. Als wir den Old Man of Hoy passierten wünschte ich mir wieder einmal, doch eine größere Kamera mit einem guten Tele zu besitzen. Aber ich machte das Beste aus dem vorhandenen Equipment.





      Mein Mitfahrer fand mittlerweile heraus, dass sich blindes Anlehnen auch manchmal rächt. Es zischte kurz, dann plätscherte es etwas. Aber erst nach meinem Hinweis, dass es an seinem Rücken tropft merkte er es wirklich. Hatte er doch versehentlich den Absperrhahn eines Schlauchanschlusses geöffnet. Nur gut, dass er die Regenjacke an hatte :D

      Die gute Stunde Fahrt verlief insgesamt unspektakulär und ruhig – sogar noch ruhiger als die Hinfahrt, was ich kaum für möglich gehalten hatte. Gab uns die Gelegenheit in Ruhe die Frühstücksgutscheine einzulösen und noch kräftig frische Luft zu tanken. Immerhin standen heute rund 250 Meilen auf dem Programm. Da würden wir unterwegs nicht übermäßig viele Pausen machen.

      Gegen 8.15 Uhr rollten wir dann von der Fähre und machten uns auf den Weg in Richtung Süden. Bei weiterhin durchwachsenem Wetter mit einer Menge Regen ging es mal zügig und dann wieder sehr zäh vorwärts. Diverse Radfahrer wollten sicher überholt werden und das war auf vielen Straßen gar nicht so einfach. Aber es gelang alles schadfrei und auch der ein oder andere freundliche Verkehrsteilnehmer, der alles um sich herum vergessen zu haben schien, konnte uns nicht wirklich aufhalten.

      Gegen 13 Uhr dann Ankunft in Fort William und erst einmal Mittagspause. Bis hierher waren wir alles in allem sehr gut vorangekommen und ich brauchte dringend eine Pause vom Fahren. Aus 2015 kannten wir die Örtlichkeiten noch und so waren Parkplatz und Restaurant schnell gefunden. Anschließend noch etwas die Beine vertreten und Wasservorräte auffüllen. Dann hieß es: Endspurt!

      Durch Oban hindurch bei etwas zähem Verkehr immer weiter Richtung Süden. Die Restdistanz des Navis schrumpfte erfreulich schnell. Und das Wetter passte perfekt zu den Örtlichkeiten; tiefhängende Wolken, Dämmerlicht, Regen – das in Kombination mit den zum Teil recht hohen und steilen Bergen links und rechts. Da wird man demütig.

      Doch wirklich genießen konnte ich das Leider nicht. Immer wieder musste ich dem Gegenverkehr ausweichen, der meine Spur in den Kurven mitnutzte. Speziell größere Busse und vor allem immer wieder schwer beladene Holztransporter fuhren mit sehr breiten Ellenbogen. Und da fährt man dann doch freiwillig etwas weiter links.

      Doch als das Navi noch gut eine Meile zeigte passierte es dann. In einer Rechtskurve kam mir erneut ein Transporter sehr weit auf meine Spur entgegen. Ich konnte gerade noch nach Links ziehen und schon tat es einen heftigen Schlag, gefolgt von einem weiteren, etwas Schwächeren. Sofort merkte ich: Da stimmt was nicht!

      Warnblinker an, noch etwas bergab gerollt und dann zum Glück auf der rechten Seite eine Parkbucht gefunden. Auto abgestellt, ausgestiegen, Schaden begutachtet. Beide Reifen auf der Linken Seite hatte es erwischt. Vorne Links war direkt platt und wies einen etwa 10cm langen Riss auf. Das Hinterrad eine dicke Beule und zischte vernehmbar, war aber noch gefüllt. Ich hatte den Stein direkt am Fahrbahnrand zwar noch im Augenwinkel gesehen, aber da war es zu spät. Andererseits: Die Alternative wäre gewesen die Spur zu halten. Und dann würde ich das hier vllt. nicht mehr Schreiben…





      Alles ärgern und jammern half nichts. Kofferraum ausräumen und zum Glück ein Notrad gefunden. Dazu lag der Aufsatz für die montierten Felgenschlösser glücklicherweise auch dabei. Warnwesten und Warndreieck suchten wir hingegen vergebens. Wie ich später lernte, sind diese in GB nicht verpflichtend. Zumindest eine Weste kommt auf meine Packliste für den nächsten Trip!

      Im leichten Nieselregen dann das Auto aufgebockt und das Vorderrad ausgetauscht. Ein schottisches Pärchen hielt an und fragte ob wir zurechtkommen, was wir bejahten.

      Wenig später konnten wir dann den Weg, es war nicht mal mehr eine Meile, fortsetzen und erreichten kurz darauf das B&B Old Manse für die Nacht. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen und schilderten kurz die Geschehnisse. Dann konnten wir unser Zimmer beziehen und ich begann damit, mich um Hilfe für das Auto zu kümmern.

      Spätestens jetzt war ich froh, dass wir uns noch für das Mobilitäts-Package zu £50 entschieden hatten bei der Mietwagen-Abholung. So konnte ich jetzt sehr entspannt dem was kommt entgegen schauen – zusätzliche Kosten waren nicht zu erwarten.

      Was dann begann hatte teils sehr humoristische Elemente und im Nachhinein kann ich auch darüber lachen. Aber in der Situation selbst war es nur noch nervig.

      Das erste Gespräch mit der Hotline war schnell erledigt, der Schaden gemeldet und aufgenommen. Da es gerade kurz nach vier war stellte die Dame mir in Aussicht, dass vielleicht sogar noch am gleichen Tag ein Ersatz möglich wäre. Sie wolle das klären und würde sich in spätestens eine Stunde wieder melden. Leider verstrich die Stunde, ohne dass etwas passierte. Gerade als ich noch einmal anrufen wollte klingelte das Handy und ein Mitarbeiter vom Sixt-Mobilitätsteam war am anderen Ende. Er erklärte mir die Lage sei schwierig, da wir nicht so einfach zu erreichen sein. Wie lange ich planen würde wach und erreichbar zu sein. Ich sagte ihm in aller Deutlichkeit, dass ich gerne lange wach bin, wenn dafür die Reifen noch heute repariert würden. Er notierte dies und Versprach ebenfalls einen zeitnahen Rückruf.

      Kaum hatte ich das Gespräch beendet, klingelte es schon wieder. Ein anderer Sixt-Mitarbeiter teilte mir diesmal mit, dass sie keine Ersatzreifen im Umkreis verfügbar hätten und somit heute keine Lösung der Situation mehr möglich sei. Spätestens jetzt beschlich mich der Verdacht, dass innerhalb des Mobilitätsteam eine gewisse Kommunikations-Thematik gegeben sei. Bestätigt wurde dies, als ich ihn auf das eben mit seinem Kollegen geführte Gespräch hinwies – von dem er nichts wusste. Mit dem Versprechen das schnell abzuklären und dann zurück zu rufen beendeten wir das Gespräch.

      Zwischenzeitlich hatte ich bei Springbank angerufen und vorgewarnt, dass wir unsere für morgen geplante Cadenhead Warehouse Tour eventuell nicht würden wahrnehmen können.

      Dann ging es weiter im Sixt-Zirkus. Erneuter Anruf: Wir haben Reifen – aber erst morgen um 11 Uhr. Ob das OK sei? Auf die Frage nach der Alternative kam nur: Wir können weitersuchen, ob wir morgen etwas Anderes finden. Mittlerweile doch leicht genervt wies ich daraufhin, dass dies ja wohl kaum eine Alternative darstelle. Also sagten wir zu, diese Option zu ziehen. Auch wenn das nun bedeutete, dass wir Campeltown von unserer Liste streichen mussten.

      Dann gab es erst einmal ein Bier auf den Schreck, Lust auf den Weg ins nahe Hotel mit Pub hatte ich aber nicht mehr. Daher mussten die eigenen Vorräte dran glauben.

      Kaum war die Flasche offen klingelt mein Handy. Sixt. Sie würden noch suchen, aber es sähe nicht mehr gut für heute aus. BITTE?!?! Ich bat dann mühsam beherrscht darum, dass sie sich bitte intern einmal abstimmen sollen, da ich keine Lust mehr hatte, diese Aufgabe als Kunde zu übernehmen. Danach war dann Ruhe für den Tag.

      Wir ließen dann den Abend bei einem Bier ausklingen und ich legte mich ziemlich erschlagen ins Bett.

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    • 07.06.2017 – Tag 9, Alles wird gut

      Ein Gutes hatte der Reifenschaden dann doch – wir mussten nicht um 7 Uhr aufstehen, um unseren Weg nach Campeltown anzutreten. Am Vorabend hatte ich noch dementsprechend unser Frühstück für 9 Uhr bestellt und die Nacht genutzt, um etwas Schlaf nachzuholen.

      Nach einer erfrischenden Dusche und dem Anruf bei Sprinkbank, dass wir wirklich nicht kommen, ab zum Frühstück. Gewohnt reichlich und deftig wurden wir versorgt. Dazu ein sehr netter Plausch mit dem Hausherren, der immer wieder von seiner Frau aus dem Hintergrund angewiesen wurde, doch endlich mal was zu tun :D

      Kurz vor 10 Uhr räumten wir dann die Zimmer und ich rief nochmal bei Sixt an, um das weitere Vorgehen zu erfahren. Der Hausherr hatte uns netterweise angeboten, wir könnten Autoschlüssel und Telefonnummer hinterlassen und dann etwas die Gegend erkunden. Er würde sich melden, wenn etwas passierte.

      Der Sixt-Mitarbeiter konnte mir nur sagen, es hätte sich jemand bei mir melden sollen, er würde dem Nachgehen und zurückrufen. Mir graut noch heute vor dem Tag, wo ich all diese versprochenen Rückrufe auch wirklich bekomme…

      Plötzlich steht Niels winkend vor dem Fenster. Schnell rausgeflitz und siehe da, ein Abschlepper! In der Situation mir deutlich lieber als ein Rückruf!

      Wir klärten schnell das weitere Vorgehen ab: Auto zurück nach Oban, da zwei neue Reifen, dann könnten wir weiter.

      Problem: Wie von Kilmartin nach Oban kommen?

      Unser Hausvater kam just in diesem Moment dazu und klärte für uns ab, dass wir mit dem Abschlepper mitfahren konnten. Der lokale ÖPNV sei sehr überschaubar und immerhin wollten wir am Abend unsere Fähre nach Islay nicht auch noch verpassen.

      Schnell noch die Unterkunft bezahlt, während der kleine Franzose verladen wurde. Dann ging es wieder zurück nach Oban zu Kwik Fit.





      Die Fahrt bei Kaiserwetter war in allen Belangen äußerst unterhaltsam. Ich hatte endlich mal die Muße, in Ruhe aus dem Fenster zu schauen während der Fahrt. Und unser Fahrer, Namen leider vergessen, war ein sehr angenehmer Gesprächspartner. So verging die knappe Stunde fahrt wie im Flug.

      In Oban Auto abladen lassen und dann kurz mit rein in die Werkstatt. Und hier etwas Positives: Sixt hatte uns angekündigt und auch auf die Thematik mit der Fähre hingewiesen. So wurde unser Fahrzeug direkt als nächstes repariert und man bat uns, in etwa einer Stunde wieder hier zu sein. Vom Fahrer verabschiedet und ab in die Stadt. Etwas Bummeln, ein paar Bilder. Aber bei mir war noch immer die Luft raus. So setzten wir uns direkt vor der Oban Brennerei auf eine Bank mit Blick auf das Treiben im Hafen und warteten einfach nur ab. Ich merkte, wie die gesamte Anspannung langsam von mir abfiel. Die Fähre war sicher und außer etwas versichertem Sachschaden war alles sehr glimpflich ausgegangen.





      Kurz vor eins nahmen wir dann unser Auto wieder in Empfang, neu beschuht. Schnell noch zwei Unterschriften und dann ab zur nächsten Tankstelle. Dort vollgetankt und das Auto wieder vernünftig gepackt. Hatten wir am Vortag beim Ausräumen des Kofferraumes einfach nur alles auf die Rückbank geworfen.

      Navi programmiert und auf nach Kennacraig. Wir würden zwar deutlich zu früh dort sein, aber so konnte ich die Strecke ganz entspannt und ohne Stress fahren. Lieber mal eine Kurve langsamer anfahren. Der gestrige Tag hatte mir gereicht :)

      Gegen 14.30 Uhr waren wir dann in Tarbert. Dort besichtigten wir die Ruine des Tarbert Castle und vertraten uns dabei die Beine. Danach dann das letzte Wegstück zum Fährterminal, wo wir um etwa 15.30 Uhr eintrafen. Schnell die Tickets abgeholt und dann warten auf das Schiff.





      17.45 Uhr durften wir dann Boarden und belegten Platz 2, neben einer anderen deutschen Reisegruppe. Gute Aussichten für die Insel, so stand unserem Abendessen nichts mehr im Weg, sobald wir da waren.

      Die knapp 2 Stunden Überfahrt hatten etwas von einer Flussfahrt und wir kamen pünktlich in Port Askaig an. Runter vom Schiff, bei erster Gelegenheit den Kleinbus der Reisegruppe überholt und ab nach Bowmore. Dort dann noch kurz nach dem Appartement suchen müssen, es dann aber doch bald gefunden. Nur eben die Taschen aus dem Auto geholt und dann direkt zum Dinner.

      Wir entschieden uns für das Restaurant des Lochside Hotel und wurden nicht enttäuscht. Ein toller Fensterplatz mit Blick über die Bucht wurde uns zugewiesen.





      Das Essen kam schnell und war sehr lecker, leider wirkte das Personal gestresst und es war kaum möglich, ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. Wir zahlten dann auch recht bald, nachdem wir fertig waren und wechselten in die Unterkunft. Beim Verlassen des Hotels sahen wir dann auch den Grund der Nervosität des Personal. Sie hatten Feierabend und wir hatten an einem Tisch gesessen, den sie für das morgige Frühstück eindecken wollten. Warum sagen die nicht einfach einen Ton? Mit dem Essen waren wir zu der Zeit lange fertig und hätten gerne für ein Absackerbier an die Bar gewechselt.

      Auf dem sehr kurzen Rückweg noch eben ein paar letzte Dinge aus dem Auto geholt und einige Schnappschüsse des Sonnenuntergangs gemacht. Dann klang auch dieser Tag langsam aus.

      WIR SIND ENDLICH AUF ISLAY! – mit dem Gedanken schlief ich ein.

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    • 08.06.2017 – Tag 10, Somewhere - beyond the sea

      Den Tag begannen wir sehr entspannt. Bei Tee und Kaffee erst einmal versucht uns mit den vorhandenen elektrischen Geräten mehr vertraut zu machen. Irgendwann verstanden wir dann, dass es zwar TV gibt, aber nur on-demand und nicht live. Da wurde dann auch kurz darauf so von unserer Vermieterin bestätigt.

      Ich flitzte dann einmal über die Straße ins Celtic House um mein Monopoly – Islay Edition zu besorgen. Außerdem war es mal wieder an der Zeit, die Bargeld-Reserven aufzustocken.





      Zum Lunch und als Grundlage für den weiteren Tag gab es dann die bekannten Sandwiches aus dem Co-op nebenan. So vertrödelten wir den Tag bis es Zeit war, den weiten Weg zur Bowmore Brennerei anzutreten.

      Nachdem wir die 100 Schritte gerade so überstanden hatten meldeten wir uns an der Kasse und bezahlten die vorgebuchte Craftman’s Tour. Nach ein paar schnellen Schnappschüssen im Außenbereich beschlossen wir dann, die restliche Wartezeit wie angeboten im Bar Room zu verbringen. Mit uns warteten noch zwei Schotten und ein Asiate darauf, dass es los ging.





      Hier wurden wir bald darauf von der äußerst charmanten Catriona abgeholt und zu einer tollen Tour mitgenommen. Wenngleich sich natürlich bei solchen Touren vieles Wiederholt, so waren doch wieder neue Erlebnisse gegeben. In einem Kiln zu stehen, bis über die Knöchel in der Gerste einsinkend und die Restwärme des vor kurzem abgeschlossenen Darrens zu spüren, den Rauch zu riechen und zu schmecken. Oder dann einmal hinter die Feuerstelle zu kommen und zu sehen, welchen Weg Hitze und Rauch zur Gerste nehmen.





      Auch bezüglich der Thematik „Fotografieren“ gab es mal wieder eine neue Variation. Überall erlaubt, im Stillhouse aber bitte kein Blitz.

      Und dann kamen wir endlich zum Highlight der Tour, das sagenumwobene No.1 Vaults; das Lagerhaus unter dem Meeresspiegel. Leider war an dem Tag erneut das uns mittlerweile wohl bekannte Wetter (Sonne, blauer Himmel, kaum Wind). Aber Catriona erklärte uns sehr anschaulich, wie es sich hier unten an einem stürmischen Tag anfühlt und -hört.

      Doch viel Reden und auch das viele Zuhören macht durstig. Und so gab es nach dem Begrüssungsdram vom Anfang der Tour jetzt wieder etwas zum Probieren. Und ich kann einen weiteren Punkt auf meiner To-Do-Liste abhaken: New Make probieren. Eine sehr spannende Erfahrung die ich unbedingt auch mit anderen Brennereien ausprobieren muss! Alle sprechen immer über den tollen Fasseinfluss etc. – aber ich finde, nur wer das Basisprodukt pur kennt, der kann doch wirklich etwas über die Entwicklung und Charakteristik sagen. Oder?!

      Danach gab es dann noch zweimal „Straight from the Cask“, einmal Bourbon (18 Jahre, First Fill) und einmal Sherry (14 Jahre, meine Second Fill). Das in der Atmosphäre des Warehouses. Da hätte ich ewig bleiben können. Mit dem Dram in der Hand um die Fässer laufen. Tolle Fotos machen. Einfach nur die Atmosphäre auf mich wirken lassen.

      Doch irgendwann mussten wir dann weiter. Alles Bitten und Betteln half nichts, Catriona wollte uns partout nicht alleine hierlassen. Verstehe ich gar nicht :D





      Sie brachte uns dann noch zurück an die Tasting-Bar und übergab uns dann an eine Kollegin. Und weg war sie – schade, unsere Gruppe hätte sich gerne noch in Ruhe verabschiedet und bedankt. Wir durften dann frei aus dem vorhandenen Sortiment wählen und gingen es strategisch an. Nach kurzer Abstimmung entschied sich Niels für den 25-jährigen, während ich den 23-jährigen aus dem Portfass wählte. So konnten wir untereinander tauschen.

      Ab in die bequeme Lümmelecke, wo uns kurz darauf auch die restlichen Teilnehmer der Tour Gesellschaft leisteten. Wir kamen dann schnell mit den beiden Schotten Neil (Angestellter im „Royal Mile Whiskystore“, Edinburgh) und Rav (Arzt und Arzt-Trainer) ins Gespräch. Fachsimpelnd verstrich die Zeit und die Gläser leerten sich. Rav ging dann eine zweite Runde für sich und Neil holen und kam mit einer erstaunlichen Nachricht zurück: Wir hätten wohl eine Flatrate mit der Tour erworben.

      So orderten auch wir eine zweite Runde und wählten ob der Empfehlung der zwei den „No. 1 Vault“ und den 11-jährigen Distillery Only. Gerne hätte ich noch einmal die beide aus dem Warehouse gehabt, aber diese sind leider nicht zu erwerben und werden nur im Rahmen der Tour ins Glas eingeschenkt. Ein Self-Bottling wie zum Beispiel bei Balvenie ist somit nicht vorgesehen.

      Mittlerweile war es nach 17 Uhr und die Anzeichen, dass es Zeit wäre zu gehen, wurden immer deutlicher. Stühle hochgestellt, Personal putzte erste Bereiche. Nun ja – war ja auch üppig gewesen.

      Wir verließen die Brennerei und verabredeten uns dann mit den Beiden auf ein Bier im Pub des Lochside. Dort trafen wir uns wenig später und setzten unsere Gespräche fort. Irgendwann war es dann an der Zeit etwas zu essen. Während Rav und Neil sich für die Peatzeria entschieden, ließen Niels und ich schnell einen Tisch im Lochside fertigmachen.

      Nach dem recht flüssigen Tag brauchten wir dringend etwas Festes im Bauch und so gab es diesmal auch eine Vorspeise. Und für mich war meine Vorspeise das absolute Highlight dieser Reise in kulinarischer Sicht. Black Pudding mit gratiniertem Ziegenkäse – zum Niederknien!!!
      Nach dem opulenten Mahl dann noch ein Wechsel ins Bowmore Hotel auf einen Abschlusswhisky mit Neil und Rav. Weiteres Fachsimpeln über Whisky im Allgemeinen und die aktuellen Hypes, die Zukunft des von uns allen verehrten Getränkes. Aber auch politisch wurde es dann irgendwann. Nicht das erste Mal auf dieser Reise, dass wir einen sehr intimen und offenen Einblick in die schottische aber auch britische Seele bekamen. Brexit war ein großes Unwort bei allen, die mit uns darüber sprachen.

      Nachdem wir dann den Barchef ausreichend ins Laufen gebracht hatten, in dem wir zielgenau die Whiskys orderten, die gut versteckt bzw. in sehr einheitlichen Flaschen abgefüllt worden waren, beendeten wir den Abend. Rückkehr in die Unterkunft und dann noch schnell auf die Couch. Immerhin war heute Wahl in GB gewesen und wir wollten sehen, wie es aktuell stand.

      Doch der Tag forderte bald darauf seinen Tribut und so dauerte es nicht mehr lange, bis wir uns in die Waagerechte begaben.

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    • 09.06.2017 – Tag 11, Kleine Insel - Große Strecken

      Nach dem recht faulen Vortag stand heute wieder Bewegung auf dem Programm. Außerdem galt es noch ein paar spezielle Flaschen zu besorgen, die ich mitzubringen versprochen hatte.

      Etwas später als geplant ging es dann endlich los. Zuerst in Richtung Bridgend und das dortige Hotel. Man hatte mir gesagt, dass ich dort ggf. fündig würde wegen eines sehr speziellen Bowmores. Allerdings musste das sehr nette Personal mich noch einmal weiterschicken, zum Gelände des Islay House.

      Dort, im Shop der sich noch in der Entstehung befindenden Ardnahoe Destille, fand ich dann endlich die Sonderabfüllung von Hunter Laing. Noch kurz durch den Shop geschaut aber dann schnell raus – das wäre sonst ein sehr, sehr teurer Vormittag geworden :)

      Weiter ging es zu Bunnahabhain, die einzige Destille, die wir 2015 nicht mehr geschafft hatten. Auf dem Weg passierten wir die Baustelle von Ardnahoe. Da ist noch einiges zu tun, bis hier Whisky produziert wird. Aber die Dame im Shop hatte recht optimistisch geklungen, als sie uns den groben Plan skizziert hatte. Im August soll die Hallenkonstruktion aufgebaut werden und wenn ich es richtig verstanden habe spätestens Mitte 2018 das Brennen losgehen.

      Kurz darauf dann Ankunft bei Bunna. Auto abgestellt, Foto gezückt, los ging es. Das Visitor Center zu finden war dann auch schnell erledigt. Leider trafen wir hier auf eine amerikanische Reisegruppe, die bereits auf der Fähre getroffen hatten und uns auch am Tag zuvor aufgefallen war. Nach diversen Ellenbogen im Rücken und Fußtritten ergriffen wir die Flucht – gerne hätte ich hier etwas gekauft aber so war das nicht möglich :(





      Zurück zum Auto und weiter zur nächsten Brennerei, Caol Ila. Hier nur kurz in den Shop, die ganze Brennerei wirkt einfach wenig einladend. Demnach auch nur ein paar schnelle Knipser und dann, mit der diesjährigen Feis Ile Abfüllung im Gepäck, weiter nach Port Askaig.





      Hier wollten wir uns die Station des Rettungsbootes anschauen, aber der kleine Shop hatte zu und das Wetter just in diesem Moment seine 5 Minuten Regen. So entschieden wir uns dazu den Weg in den Süden anzutreten.

      Über die alte Hauptstraße ging es dann nach Port Ellen und dort direkt rechts ab an der Mälzerei vorbei zum Port Ellen Lighthouse. Obligatorische Fotosession und wieder ins Auto. Nächster Halt: American Monument.





      Über teils abenteuerliche Straßen, ich sah mich schon wieder bei Sixt anrufen, erreichten wir den Parkplatz. Weiter ging es zu Fuß in Richtung des Monumentes. Allerdings legten wir nur etwa den halben Weg zurück, da ein Blick auf die Uhr uns leider doch etwas zur Eile drängte.





      Zurück am Auto dann zügig auf den Weg zu den Südbrennereien gemacht. Laphroaig rechts liegen lassend, für die geplanten Einkäufe wäre eh kein Platz mehr im Gepäck gewesen, erreichten wir Lagavulin. Auch hier schnell ein paar Festival-Abfüllungen besorgt, teils für mich, teils auf Bestellung.





      Weiter zur Ardbeg und dort Neil und Rav noch einmal getroffen, die gerade von einem sehr schönen Tasting kamen. Im Old Kiln Cafe Mittagspause eingelegt.





      Wieder von der Uhr getrieben zurück ins Auto, das Kildalton Cross im Navi eingegeben und über die Single Track Road den Weg angetreten. Vor Ort ein paar schnelle Fotos, leider wieder mit teils sehr egoistischen anderen Besuchern, die ohne Rücksicht auf andere in die Bilder liefen und sich insgesamt aufführten, als wäre das alles ihr Gelände. Bloß weg hier!





      Der Straße weiter entlang der Küste folgend fuhren wir, bis uns endgültig in Gatter den Weg versperrte. Hier drehten wir um und begannen unseren Spurt zurück. Wir wollten noch unbedingt zur Kilchoman Brennerei.

      Diesmal nahmen wir die neue Straße entlang des Flughafens. Schon lustig, diese mit dem Lineal gezogene Strecke. Durch Bowmore hindurch und dann links ab Richtung Bruichladdich kamen wir bald zum Abzweig zu Kilchoman. Dort Ankunft um 16.30 Uhr, also noch etwas Zeit bis zur Schließung. Doch unser Besuch war recht schnell wieder zu Ende. Die Festival-Abfüllung zwar noch üppig vorhanden, aber ich hatte eh schon Sorgen hinsichtlich Gepäck. So musste ich wiederstehen. Schauten dann noch einmal kurz übers Gelände und sahen, dass wohl aktuell einen zweiten Kiln gebaut wird. Schön, dass sich diese sehr sympathische kleine Familienbrennerei beweisen konnte bisher und wohl positiv gestimmt nach vorne schaut!





      Nach einem kleinen Abstecher zur Machir Bay fuhren wir zur Hauptstraße zurück und dort dann Richtung Süden. An Bruichladdich vorbei, durch Port Charlotte immer weiter bis Portnahaven. Hier ein paar Fotos des Leuchturmes, bevor unseren knurrenden Mägen uns zurücktrieben.





      Wir kehrten zum Dinner ins Port Charlotte Hotel ein und wählten den Pub. Leider hatte sich just an diesem Tag die Crew von Bruichladdich zu einer Feier getroffen. Soweit nicht schlimm – aber als wir kurz nach sechs ankamen waren die Jungs und Mädels schon derart „fröhlich“, dass man sein eigenes Wort kaum noch verstand. Auch dem Wirt reichte es irgendwann und er pfiff sie zur Ordnung. Ferner gab es nur noch alkoholfreie Getränke.





      Doch insgesamt beeinflusste das den Eindruck des Abends doch etwas. Wir verspeisten unser Essen daher zügig und waren bald darauf auf dem Heimweg. Hier packten wir noch schnell das Meiste zusammen und ins Auto, bevor wir den Abend entspannt auf der Couch enden ließen.

      Mehr als 100 Meilen im Auto und dazu noch über 10 Km zu Fuß – ein voller Tag lag hinter uns.

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    • 10.06.2017 – Tag 12, Es schließt sich der Kreis

      Verhältnismäßig früh klingelte der Wecker, war unser Plan doch zeitig an der Fähre zu sein, um dort einen Platz weit vorne zu bekommen. Hätte den Vorteil, dass wir hoffentlich nicht allzu viele Bummler und Träumer vor uns hätten am Festland.

      Nach einer schnellen Dusche die letzten Kleinigkeiten im Auto verstaut und auf nach Port Askaig. Am Vortag hatte man uns informiert, per E-Mail und über die App von Calmac, dass auf Grund der Wettervorhersage und den Bauarbeiten in Port Ellen das Routing geändert wurde.

      Im Hafen angekommen reihten wir uns als viertes oder fünftes Fahrzeug in die Lane 1 ein und jetzt hieß es: Warten!

      Das Wetter war reisetagtypisch diesig und ab und an Nieselregen. Das Wasser zwischen den beiden Inseln Islay und Jura war recht ordentlich in Bewegung, schien aber in erster Linie bedingt durch gegenläufige Wind- und Strömungsrichtung. Die kleine Jura-Fähre war jedenfalls ordentlich am Arbeiten auf ihrer Route hin und her zwischen den beiden Küsten.

      Irgendwann war dann die Fähre auch da und nachdem auch der letzte vollbeladene LKW den Weg aus dem Hafen herausgefunden hatte, begann unser Boarding. Etwas verwundert sah ich dabei, wie sie kurz vor uns einen Kleinbus zur Seite winkten. Die Erklärung folgte prompt, als ich in das Schiff schauen konnte. Seit wann geht es da drin bergauf?!

      Die Lösung war simpel. Auf Grund des Andranges wurde ein erster Schwung PKWs auf das absenkbare Zwischendeck geparkt. So mussten wir auch erst noch im Auto warten, bis die Fläche voll genutzt war und in die waagerechte bewegt wurde. Erst danach durften wir das Auto verlassen und uns in Richtung des Bordcafes bewegen. Da dies jedoch noch nicht geöffnet hatte, ging ich erst noch einmal aufs Außendeck und beobachtete die weitere Beladung. Irgendwann kehrte dann Ruhe ein, keine weiteren Fahrzeuge warteten mehr in der Schlange. Aber es passierte nichts Weiteres. Auch als die Abfahrtzeit erreicht war konnte ich keinerlei Bestrebungen erkennen, dass es losgehen sollte.

      Wenig später sah ich dann warum. Mit einem Taxi kamen noch ein paar Nachzügler, die vermutlich in Port Ellen gewartet hatten. Kaum waren diese an Bord ging es dann mit etwa einer halben Stunde Verspätung los. Mit zügiger Fahrt ging es dann nach Kennacraig, wo wir trotzdem fast pünktlich ankamen.





      Im Auto mussten wir dann warten, bis alle unter uns das Schiff verlassen hatten, soviel also zum Vorhaben als einer der Ersten vom Schiff zu kommen.

      Doch irgendwann durften dann auch wir von der Rampe und machten uns auf den Weg in Richtung Edinburgh. Durch Inverary und den Loch-Lomond-and-the-Trossachs-Nationalpark fuhren wir bis Stirling. Kurzer Stop und das Stirling Castle zumindest von außen besichtigt. Danach dann noch ein kleiner Abstecher zum Wallace Monument und den Berg erklommen. Das war fast Sport da hinauf :D





      Als die entsprechenden Bilder gemacht waren, wichtig war der blaue Himmel als Hintergrund, wieder ins Auto und die letzten Meilen dieser Rundreise angetreten. Gegen 17 Uhr erreichten wir dann auch den Flughafen von Edinburgh. Auto getankt und dann abgegeben.





      Mit unseren Gepäckbergen begaben wir uns dann zum Taxistand und fuhren zu unserer letzten Unterkunft für diesen Trip, ebenfalls bei AirBnB gebucht und schön zentral in der Princess Street gelegen. Leider war sich der Taxifahrer auch nicht sicher, wo wir genau hinmüssen und so landeten wir prompt am falschen Ende der Straße. Zum Glück war der Weg nicht zu weit und so hatten wir wenige Minuten später das Gepäck abgeladen und gingen schnell einkaufen.

      Danach rief dann, frisch geduscht, das Abendprogramm in einem der Pubs um die Ecke. Zumal heute die deutsche Nationalmannschaft kickte. Fanden dann auch quasi um die Ecke mit der Milnes Bar genau die richtige Location. Bei Burger & Beer plätscherte das Spiel an uns vorbei. Auch die danach auftretende Live-Band konnte uns nicht wirklich binden.

      Zu laut, zu trubelig, zu viele Menschen. Faszinierend, wie sehr man sich in kurzer Zeit an die Ruhe und die Geruhsamkeit gewöhnen kann. So war es schon fast eine Flucht die wir dann antraten. Zurück in die Unterkunft und dort noch etwas TV geschaut, bevor es recht zeitig ins Bett ging. Der Tag war wieder einmal lang!

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    • 11.06.2017 – Tag 13, Zurück in der Realität

      Oh Mann – was waren das bitte für Betten? Hängematten…!

      Mit leichten Rückenschmerzen und recht müde nach einer durchwachsenen Nacht erst einmal in die Küche im Keller und dann auf die Couch. Langsam wach werden. Auch Niels schaut erst etwas später und zerknittert aus seinem Zimmer – er scheint ein ähnlich gutes Bett erwischt zu haben.

      Wir beschließen den Vormittag geruhsam angehen zu lassen und machen uns erst gegen 11 Uhr auf zu einem kleinen Einkauf. Im örtlichen Argos-Shop erstehen wir die dringend benötigte LuPo-Folie für den Rücktransport der erworbenen Flaschen und nehmen auf dem Rückweg noch ein kleines Frühstück von Oink – The Hogroast mit. Praktischerweise haben die etwa einen Monat vorher einen dritten Laden ein Edinburgh eröffnet, der direkt um die Ecke von unserem Appartement lag.

      Nach diesem leichten und delikaten Frühstück musste ich mich erst noch einmal ablegen, bevor wir gegen Nachmittag doch noch einmal vor die Tür gingen. Unser Weg führte uns zum Royal Botanic Garden Edinburgh. Eine beeindruckende Gartenlandschaft, unterteilt in verschiedene Themengebiete. Hier könnte man sicher stundenlang herumlaufen und würde doch immer wieder etwas Neues entdecken.





      Ganz so lange hielt es uns dann doch nicht und wir strebten unserem nächsten Ziel entgegen. Jenem Pub, den Niels und ich auf dem Rückweg vor zwei Jahren notgedrungen aufsuchen mussten. Und damals wie heute enttäuschte uns das The Cask & Barrel nicht. Bei Live-Sport und ein, zwei lokalen Bierspezialitäten machten wir es uns eine Weile bequem.

      Irgendwann, wir konnten es nach dem Frühstück selber kaum glauben, machte sich dann doch Hunger bemerkbar. Schnell waren wir uns einig: Heute bitte keine Burger, Steak, Fish&Chips oder ähnliches. Glücklicherweise fand ich einen sehr gut bewerteten Thai, Nok's Kitchen, ganz in der Nähe und wir machten uns auf den Weg.

      Leider waren dort alle Plätze ausgebucht, aber die Variante des Take Away war nicht die schlechteste an dem Tag. Noch immer taten wir uns mit der Lautstärke und Hektik dieser Stadt schwer – wie sollte das erst zu Hause werden?

      Mit dem leckeren Essen klang der Abend dann auf der Couch aus und wir verschwanden erneut recht früh im Bett. Voller Hoffnung, diese Nacht besser zu schlafen als in der Nacht zuvor.

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    • 12.06.2017 – Tag 14, The final Countdown

      Kleines Frühstück, Dusche und dann direkt los. Nicht das wir wieder den halben Tag an der Couch kleben bleiben!

      Vorbei an der Weaverly Station geht es zur Royal Mile und dann zum Edinburgh Castle. Hier sind wieder die Aufbauarbeiten für das The Royal Edinburgh Military Tattoo im vollen Gange, so dass es schwer ist ein Foto ohne die Bühne zu machen. Weiter zum Grassmarket und von dort dann zum Arthur’s Seat.





      Leicht verwundert erreichten wir den Fuß des Hügels und sahen die Restzeit-Kalkulation von Google bis zum Gipfel. Google kennt wohl keine Höhenmeter :D

      Es folgte ein recht sportlicher Anstieg über einen besseren Trampelpfad. Mit zunehmender Höhe machte sich auch mehr und mehr der recht kräftige Wind bemerkbar. An der ein oder anderen Stelle galt es schon, die Böen gut abzupassen. Doch unfallfrei meisterten wir dann auch diese letzten Meter und standen endlich oben. Der Blick über die unter uns liegende Stadt ist schon beeindruckend – und das Ganze ist knapp 45 Minuten Fußweg vom Zentrum und dem Schloss entfernt.





      Irgendwann wurde es dann doch recht frisch und wir begannen den Abstieg und den Rückweg in die Stadt. Dort trennten wir uns beim Erreichen der Royal Mile. Niels wollte ein paar Plattenläden durchstöbern und ich musste noch bei Cadenheads vorbei. Da wir es ja nicht zu Springbank geschafft hatten, sollten hier hoffentlich meine zwei Society Flaschen auf mich warten.





      Beim Betreten des Ladens fiel mir direkt die sehr leere Tafel der eigenen Abfüllungen auf. Habe aber letzten Endes vergessen zu fragen, ob das jetzt nur temporär ist, oder die Entwicklung wiederspiegelt, dass es immer schwerer für die Unabhängigen Abfüller wird.

      Meine Nachfrage nach meinen Flaschen wurde tatsächlich positiv beantwortet. Zusätzlich wanderten noch zwei Eigenabfüllungen in den Rucksack. Dann trat ich den Heimweg an. Unterwegs noch einmal bei Argos vorbeigeschaut und eine zweite Rolle LuPo-Folie und Klebeband besorgt. Und eine Reisetasche, da bereits jetzt feststand, dass wir mit dem ursprünglichen Gepäck nicht auskommen würden. So hatte ich bereits am Tag zuvor bei Lufthansa ein extra Gepäckstück angemeldet.

      Mit den Einkäufen unterm Arm erreichte ich dann etwas später das Appartement. Niels war noch nicht zurück und so belegte ich das Wohnzimmer mit Whisky, Kleidung und Einkäufen. Nach und nach wanderten die einzelnen Stücke gut verpackt in die beiden Taschen und es gelang mir tatsächlich alles gut unterzubekommen.

      Etwas später traf dann auch mein Mitfahrer mit seinen Beutestücken ein und es begann Packen Part 2. Danach machten wir noch etwas Klarschiff in der Unterkunft, ich orderte schon einmal das Taxi für den nächsten Tag und wir planten unseren letzten Abend.

      Netterweise hatte Neil, den wir auf Islay getroffen hatten, uns einen Pub in nächster Nähe empfohlen. So liefen wir wenig später im The Abbotsford Bar & Restaurant ein und gingen erst einmal in den ersten Stock, um etwas zu Essen. Hier überraschte mich Niels mit einer Einladung zum Dinner als Dank für die ganze Orga-Arbeit meinerseits – das hat mich echt gefreut!

      Nach dem Essen wechselten wir dann ins Erdgeschoss und direkt an den Tresen. Der ein oder andere Plausch mit dem Personal, lokales Bier und den ein oder anderen Whisky. Wenngleich die arme Bardame hier doch immer wieder ins Schwimmen kam, da sie augenscheinlich wenig mit Whisky zu tun hat. Auch das alphabetische System der Flaschen schien ihr neu zu sein :) Aber wir bekamen stets was wir wollten und hatten so alle drei immer wieder zu Lachen. Ganz im Gegenteil zu einigen Landsleuten, die in „typisch deutscher Manier“ doch über das ein oder andere jammern mussten.

      Irgendwann war dann der Moment erreicht zu gehen und wir machten uns auf den Weg zurück. Das war er also, der letzte Abend. Morgen geht es zurück. Wo ist die Zeit hin?





      Diese und andere Fragen gingen mir noch durch den Kopf als ich im Bett lag. Doch bald schlief ich darüber nachdenkend ein.

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    • 13.06.2017 – Tag 15, Fly away

      Der Tag ist kurz und schnell erzählt.

      Morgens klingelt wie gewohnt zu früh der Wecker. Wortlos schlurfen wir aneinander vorbei, während wir die letzten Kleinigkeiten in die jeweiligen Taschen stopfen.

      Irgendwann war es dann Zeit das Appartement zu verlassen, das Taxi würde in Kürze kommen. Ein letztes Mal die Feuertreppe herunter, Tür und Schlüssel wie vom Besitzer gefordert abgeschlossen und verräumt. Da bigt auch schon unser Fahrer um die Ecke. Alle Sorgen, ob wir unser Gepäck verstaut bekommen waren vollkommen unnötig. Ein Kleinbus steht für uns zwei bereit.

      Taschen verladen, ab zum Flughafen. Unterwegs muss der Fahrer kurz tanken, immerhin hält er das Taxameter an... Dann sind wir da. Fahrt bezahlt und ab ins Terminal. Mal wieder viel zu früh, Check-In noch nicht offen. Warten...

      Halbe Stunde später dann Gepäck abgegeben und Extra-Gebühr gezahlt. Schnell durch die Security und dann warten am Gate. Duty-Free besichtigt, aber nichts, was sich lohnt.

      Flug aus Frankfurt kommt verspätet wegen Gegenwind, trotzdem verspricht uns der Kapitän eine pünktliche Ankunft dank des auf dem Rückweg dann unterstützenden Rückenwindes. Hätte sicher auch alles gestimmt, wäre es nicht bei der Abfertigung der Maschine zu Verzögerungen gekommen. Doch irgendwann ging es dann wirklich los und wir landeten nach gut 90 Minuten mit kleiner Verspätung wieder im Rhein-Main-Gebiet.

      De-Boarding, Fahrt mit dem Bus zum Terminal und Passkontrolle waren schnell erledigt, nur das Gepäck lies diesmal auf sich warten. Gute 45 Minuten nach Ankunft am Gepäckband dann aber alle Gepäckstücke samt Inhalt heil und wohlbehalten in den Händen. Raus aus dem Ankunftsbereich, kurze Verabschiedung von Niels und ab zum wartenden Taxi nach Hause.

      Ankommen, Tür aufschließen, Taschen auspacken und Waschmaschine anwerfen. Dann nur noch Couch und die letzten Tage erst einmal sacken lassen...!

      DAS WAR ES!

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    • Schottland 2017 - Fazit einer fast unwirklich schönen Reise

      Heute, mit etwas Abstand, kann ich nun endlich das Fazit der Reise verfassen. Die Kurzform: Es war genau das, was ich erhoffte und benötigte!

      Schon im Verlauf der diversen Vortreffen mit Niels zwecks inhaltlicher Planung, begleitet von leckerem Essen & Getränken, aber auch von diversen Trash-Filmen zur Auflockerung, hatte ich ein gutes Gefühl. Das passt einfach zwischen uns beiden für die Reise.

      Beide haben Ideen und Wünsche und bringe diese aktiv ein. Die Zeiten zwischen den gemeinsamen Events werden zur weiteren Suche und Evaluierung eigener Ziele genutzt. So kam nie das Gefühl auf, einer von uns sei „der Reiseführer“. Und genau das sollte bei so einer Reise auch nicht der Fall sein. Das gemeinsame Erlebnis steht im Mittelpunkt!

      Zu den einzelnen Tagen und Erlebnissen habe ich ja in den jeweiligen Tagesberichten schon genug geschrieben, so will ich hier nur ein paar meiner Highlights benennen. An erster Stelle ist das für mich ganz klar die Zeit auf Islay, trotz aller Hindernisse am Tag der Anreise und trotz der sehr heftigen Fahrerei am zweiten Tag. Es ist einfach wie von vielen anderen Schottland-Reisenden schon erwähnt eine ganz besondere Ecke dieses schönen Landes. Sicher auch dank der Landschaft, aber zuvorderst dank der Einheimischen dort. Sie zu beschreiben fehlen mir die Worte, daher unternehme ich erst gar keinen Versuch.

      Von den drei besuchten Tasting-Touren ist mir Bowmore besonders in Erinnerung geblieben, aber auch Balvenie. Highland Park fällt dabei etwas zurück, aber immer noch sehr positiv. Zumal der rührige Guide mit knapp 90 in mir einen Knuddel-Reflex auslöste :D

      Ein paar Worte nochmal zu meinem Mitfahrer Niels. Seit nunmehr fast fünfzehn Jahren kennen wir uns, haben gemeinsam das Studium begonnen. Diverse Reisen nach Italien gemeinsam gemeistert. Und jetzt der zweite Trip nach Schottland – und sicher nicht unser letzter. DANKE an Niels, für die Reise mit dir, das war echt super entspannt und hat einfach nur Spaß gemacht!

      Was haben die 14 Tage nun mit mir gemacht? Ich denke am besten lässt sich das an einer Reaktion einer Freundin auf einen meiner mehr oder wenigen erfolgreichen Selfie-Versuche erklären. Die Antwort auf das Bild von ihr war kurz aber präzise: „Du siehst glücklich aus!“ Und genau das war der Fall.

      Vieles was mich in den Wochen und Monaten davor genervt und belastet hatte fiel ab oder trat zumindest sehr weit in den Hintergrund. Lange hatte ich den Kopf nicht mehr so frei. Und im Gegenteil zum letzten Urlaubsversuch im Oktober/November 2016 gab es diesmal auch keine unerwarteten Krankenhaus-Dienste für mich zu erledigen…



      Zum Abschluss der Blick nach vorne!


      Bereits während der Tour notierte ich mir gedanklich schon erste Punkte auf die To-Do-Liste für den nächsten Trip. Ich muss dazu sagen, dass wir diese bereits im Rahmen der Vorplanungen begonnen hatten. Auch wenn 14 Tage lang sind – Schottland ist groß und bietet viel zum Entdecken an. Und da ist manchmal weniger mehr. So haben wir zum Beispiel Skye auch diesmal nicht eingeplant. Aber 2018 soll es dann endlich soweit sein.

      Überhaupt will ich im kommenden Jahr den Fokus auf die Westküste legen. Grobe Idee ist es, wieder nach Edinburgh zu fliegen, sofern es keine günstigen Alternativen zu einem Flughafen weiter nördlich/westlich gibt. Von dort dann wieder in die Speyside zu Dave und Val, aber wohl nur ein bis zwei Nächte diesmal. Dann ab an die Nordspitze bei Scrabster und von dort langsam entlang der Westküste nach unten arbeiten. Campeltown dann als südlichsten Punkt, bevor es den kleinen Hüpfer nach Islay zu bewältigen gilt. Etwa eine Woche will ich auf der Insel verbringen, um auch mehr Zeit für Entdeckungen zu Fuß zu haben. Der Rückweg nach Edinburgh dann definitiv über Arran.

      So steht der grobe Rahmen bereits, ein erstes Zeitfenster ist ebenfalls schon identifiziert – es darf also wieder geplant werden.

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    • Danke für den sehr ausführlichen Bericht danke_2:
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)