Segeltörn 2017 „Celtic Crossing“ Scotland - Northern Ireland - Scotland

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    • linus schrieb:

      Und wieder wurde der Kaffee kalt,
      … tut mir echt leid.
      Das ist der Beweis, das Männer nicht Multitasking fähig sind. :D

      Mit den Lichtverhältnissen war es dieses Mal nicht weit her, zu diesig und zu wenig Sonne.
      So blieb die Kamera die meiste Zeit unter Deck, aber ein wenig geht immer.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 01. September - 5. Schlag: Portavogie - Portaferry (Strangford Lough) (Teil 1)

      Heute ging zeitig los (9 Uhr). Ich bin um 7 Uhr aus meine Koje gekrabbelt und erstmal an Deck.
      Ohh verdammt, der Gestank war bestialisch und das Hafenbecken sah noch schlimmer aus als in der Nacht.
      Ein Ölfilm mit reichlich Unrat und toten Fischen bis hin zu einen toten angeknabberten Delfin bedeckte das Wasser.
      Mal ganz schnell wieder unter Deck und die Nasenklammer holen.
      Mal davon abgesehen das am Morgen die Sonne strahlte, sie konnte den Geruch aber nicht überstrahlen.
      Bloß weg hier!

      01_Portavogie_Pan01.jpg 02_Portavogie_slip.jpg 03_Portavogie_Hafeneinfahrt.jpg

      Frühstücken wollte heute Morgen keiner, aber das können wir ja unterwegs auf dem Vordeck nachholen.
      Also sahen wir zu das wir hier so schnell wie möglich wegkommen und machten los, raus aus den Ekel-Hafen und Segel hoch
      und so schnell wie möglich dahin wo die Luft und das Wasser besser sind.
      Danach wurden erstenmal die Taue und Fender mit frischen Seewasser und Schrubber gereinigt.
      Bis zum Strangford Lough waren es ca. 20 Seemeilen Richtung Südwesten und dann noch 4-5 Meilen gegen 5-7 Knoten Strömung in den Strangford Lough nach Portaferry oder Strangford in die Marina.
      Es lief alles reibungslos, ein gutes Frühstück auf dem Vordeck mit Sonne und schöner satter grünen Landschaft Nordirland lies uns Portavogie schnell vergessen.
      Wir passierten das Angus Rock Lighthouse, der Eingang zum Strangford Lough.

      04_Angus_Rock_LH&Kilclief_Castle.jpg 05_Angus_Rock_Lighthouse_am_Strangford_Lough.jpg 06-Kilclief_Castle.jpg

      Und gelernt das die Meeresarme und Seen in Irland nicht Loch sondern Lough genannt werden!
      Beim Kampf gegen die Strömung stellten wir fest das sich das Steuern in Ufernähe nicht ganz so anstrengend und hektisch erwies,
      man muss nur besonders gut aufpassen das man nirgendwo hängen bleibt.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 01. September - 5. Schlag: Portavogie - Portaferry (Strangford Lough) (Teil 2)

      Aber der erste Eindruck von der nordirischen Landschaft war sehr imposant. Ok, der Strangford Lough (ist ca. 30 Seemeilen lang) sollte weiter hinten noch schöner sein,
      würde aber bedeuten wir müssten noch ein paar Stunden länger unter Maschine gegen die Strömung ankämpfen.
      Alternativ können wir die Strangford oder Portaferry Marina (liegen sich defacto gegenüber) anlaufen.
      Zumal wir Morgen dieselbe Strecke wieder gegen die Strömung ankämpfen müssten.

      07_Portaferry_Pano1.jpg 08_Portaferry_Pano2.jpg

      Also Marina in Strangford oder Portaferry wir konnten beide in der Ferne schon ausmachen, aber davor stand noch ein dicker schwarz-roter Turm mit Glaskuppel mitten im Strangeford.
      Als Seezeichen oder Leuchtfeuer etwas groß geraten, mal in die Karte schauen, aha eine Unterwasserturbine (Strömungskraftwerk) - das macht hier wirklich Sinn.
      Ich erinnerte mich an eine Doku über neue Arten der Energiegewinnung vor einigen Jahre, da hat man die Technologie vorgestellt und wollte diese in Irland zu Einsatz bringen.
      Scheint wohl zu funktionieren.

      Wir hingegen kämpften uns nahe dem Ufer auf der Seite des Örtchen Strangford weiter dem Strangford Lough hinauf.
      Portaferry auf der anderen Seite machte erstmal den größeren und netteren Eindruck. Bitte einmal die Portaferry Marina Commodore!
      Wird gemacht wenn du mir verräts wie wir bei der Strömung (an Rand knapp 4,5 kn - in der Mitte jetzt 8 kn) auf die andere Seite kommen.
      Kein Ding, machen wir es wie die Kylerhea Fähre (Kylerhea Sound Ostzipfel von Skye),
      die Breite mal vier in der Höhe dazugeben dann in die Strömung drehen und im Spitzenwinkel rübertreiben lassen und sauber Einparken.
      Und das fährst du jetzt?
      Nein - das ist Chefsache, ich schau mein Chef gerne bei der Arbeit zu, alternativ können wir schon mal die Fender und Festmacher klar machen.

      15_Strangford_Herrenhaus.jpg 16_Strangford_alte_Yacht.jpg

      Kaum waren die Fender und Festmacher klariert waren wir in der Marina, nur mit den Festmachen war nicht so einfach.
      Selbst in der Marina war die Strömung noch recht stark, also nicht so einfach auf den Ponton zukommen. Zum Glück half man uns von den benachbarten Schiffen,
      eine Manöverspring zugeworfen an der wir uns dann längsseits an das Ponton gezogen und die Panta ordentlich festgemacht haben.
      Der Festmacherdram zur Mittagszeit war ehrlich verdient und unsere Helfer nahmen die Einladung gerne an.
      Noch mitten beim Festmacherdram kam der Hafenmeister, mittrinken wollte er nicht (er sei im Dienst) war er dennoch ein kommunikationsfreudiger älterer Nordire.
      Er klärte uns gleich bereitwillig zu den Örtlichkeiten von Portaferry und Strangford auf, die Fähre nach Strangford rüber alle halbe Stunde bis 22 Uhr,
      da im Hotel - da in Restaurant - oder dort im Yachtclub (der macht erst 17 Uhr auf) kann man gut Essen, heute Abend 21 Uhr ist im „Fiddlers Green“ (bester Pub von Portaferry) Lifemusik,
      da ist das Lifebootmuseum, das Portaferry Castle, der Turm auf den Hügel ist kein Castle sondern eine ehemalige Mühle,
      auf der anderen Seite (Strangford) Strangford Castle, Ward Castle und Audley‘s Castle, der Bus nach Belfast von da … und und und.

      Gut wenn ich schon das Auskunftsbüro hier habe frage ich doch gleich wie man zur 10 Meilen entfernte Echlinville Distillery kommt.
      Oh ja schöne neue Distillery, zu Fuss zu weit, Bus fährt da nicht hin aber ein Freund von ihm ist Taxifahrer und fährt Euch für 10-12£, sagt Bescheid er ruft ihn dann an.
      Auch mit unseren Bootsnachbarn verstanden wir uns gleich auf Anhieb.
      Also ich war hin und weg, nach dem Grauen von Portavogie scheinen wir hier nun im Paradies angekommen zu sein.
      Die Location einfach nur schön und die Menschen nett, hilfsbereit und aufgeschlossen.
      Sogar das Wetter spielt heute mit.

      Das Abendprogramm war auch schon geklärt - wir gehen zur Mutter aller „Fiddlers Green“ Pub und schauen uns das Orginal an.
      Anscheinend war auch die deutsche Speedfolkband „Fiddlers Green“ dort eingekehrt und hat sich nach den Pub benannt.
      fiddlersgreenportaferry.com

      12_Portaferry_Pantagruel.jpg 13_Portaferry_Marina_Pano.jpg
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 01. September - 5. Schlag: Portavogie - Portaferry (Strangford Lough) (Teil 3 - Echlinville Distillery)

      Nach einer kurzen Phase des Besinnens, wir mussten erstmal runter kommen und feststellen das ist hier alles echt.
      Wir sind mitten an einigen Originalschauplätzen von „Games of Thrones“.
      Dann gingen wir vor zum Hafenmeister wegen dem Taxi nach Echlinville.
      Keine 10 Minuten später stand das Taxi vor der Marina.
      Der Taxifahrer auch ein Original Ire, er grüßte oder hupte ausnahmslos jeden an, anscheinend kennt hier wirklich jeder Jeden. Islay läßt grüßen. :top:
      Und er fuhr einen rasanten Reifen.
      Keine 10 Minuten später bogen wir in einen schönen Torweg ein, wir waren da … na ja fast,
      es ging erstmal durch eine geschwungene Allee entlang, diese war zu beiden Seiten dicht von Bäumen bestanden.
      Ihr kennt die Bilder aus Ireland, wo die Baumkronen zum Himmel hin dichtmachen und man defacto wie durch ein Tunnel fährt.
      Aus der Baumtunnelallee raus sah man als erstes ein schönes Herrenhaus auf einer kleinen Anhöhe in mitten eines gepflegten Parks.

      09_Echlinville_Zufahrt.jpg

      Man wird doch nicht, die Distillery, das Taxi hielt auf dem Hof hinter dem Herrenhaus. Nein, noch ein Hof weiter sah ich die Distillery.
      Es sah hier aber recht tot aus.
      Unser Taxifahrer meint bleibt sitzen er ruft da mal an.
      Und tatsächlich die Distillery war heute geschlossen, die sind alle zur Eröffnung der Slane Distillery. Ärgerlich! Für uns nicht für die Slane Distillery X(

      10_Echlinville_Distillery.jpg

      Wenn wir einmal hier sind dann machen wir auch ein paar Fotos.
      Der Taxifahrer wollte uns ja wieder abholen und wir fragten ihm ob es möglich ist die 10-15 Minuten zu warten. Klar - Kein Problem - Laßt Euch Zeit!
      Also stiegen wir aus und schauten uns um.
      Die Echlinville Distillery ist recht gut gelungen und derweil wir um die Distillery herumschlichen öffnete ein jungen Mädel die Seitentür und lies uns ein.
      Unser Taxifahrer hatte wohl doch jemand erreicht.
      Wir dürfen uns umsehen! Nur Fotografieren durften wir nicht sonst bekommt das Mädel Ärger mit Ihren Chef. Na gut, aber Schade!

      Also ich muss schon sagen Echlinville ist sehr imposant.
      Das Stillhouse ist der zentrale Raum, in der Mitte eine Etage tiefer standen zwei Irish Pot Still und daneben zwei schöne kupferne Coffee Stills (ca. 15 m hoch) und
      ragten in die höhere Etage hinein (die Coffee Stills ragten bis in den angedeuteten Kiln hinein). Hier wird der Whisky gebrannt.
      Auf der höheren Ebene um den Stills herum war großzügig der Gastro- und Eventbereich. Sehr schön. :top:
      Dahinter schloss sich durch eine Glaswand abgetrennt der eigentliche Produktionsbereich mit Tanks,
      Washback, Mash Tun etc. an, dort standen auch noch zwei kleinere Pot Stills und zwei kleine Coffee Stills für die Gin / Wodka / Rum Produktion.

      Alles sauber und intelligent gelöst.
      Sympathisch fand ich zudem, das die Echlinville Distillery mit einen unabhängigen Abfüller zusammenarbeitet und eben nicht versucht Irish Whisky von Cooley,
      Bushmills, West Cork oder Middleton als Echlinville Whisky zu verkaufen.
      Sie bieten derzeit neben ihren GIN, Wodka und Rum den „Dunville‘s Irish Whisky“ des UA zum Probieren und zum Verkauf an.

      Ende des Jahres wird der erste eigene Whisky drei Jahre alt.
      Völlig klar hier muss ist noch einmal wiederkommen, das Konzept gefällt mir.

      Dann noch einmal kurz mit unseren Taxifahrer geredet, ob wir noch 10 Minuten bekommen, denn die Gesamtanlage Herrenhaus und Park wollten wir uns auch noch geben. Kein Problem!
      Keine Stunde später waren wir glücklich und zufrieden wieder in der Marina von Portaferry zurück.
      Auf der Fahrt hin und zurück konnte ich feststellen die Landschaft ist hier einfach wunderschön.
      Ich möchte jetzt nicht sagen besser oder schlechter als „mein“ geliebtes Schottland, es ist anders schön.

      11_Echlinville_Herrenhaus.jpg
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 01. September - 5. Schlag: Portavogie - Portaferry (Strangford Lough) (Teil 4 - Strangford)

      An der Marina angekommen stand der Harbourmaster vor der Marina und unterhielt sich mit Einheimischen, sah uns und fragte schon zurück.
      Ja, die Destillerie hatte zu.
      Oh das täte ihm leid.
      Kein Problem es war super und jetzt wollen wir mit der Fähre nach Strangford rüber.
      Ohh, da müsst ihr Euch beeilen, die geht in 3 Minuten, schafft ihr aber, er ruft an und sagt dort Bescheid oder dann in 30 Minuten wieder.
      Einfach super der Typ.
      Wir also zur Fähre und nach Strangford, ein kleiner schöner Ort am anderen Ufer.
      Dort begaben wir uns auf eine kleine aber feine Wanderung. Einfach traumhaft.
      Kein Wunder das hier die Schauplätze für Games of Thrones ausgewählt wurden.

      17_Strangford_Pano.jpg 18_Strangford_Castle.jpg 19_Strangford_Hohlweg.jpg

      Auf den Weg zur Fähre zurück entschieden wir, lassen wir erstmal eine Fähre sausen und nehmen ein Bierchen und dann vielleicht die nächste Fähre oder auch nicht.
      Uns also einen schönen Pub gesucht und ich bekam mein erstes Smithwick‘s Red Ale meines Lebens, also die Inlandvariante vom Kilkenny. Ja hat was und geht gut runter. :beer:
      Dann ging es im Anschluss mit der Fähre zurück nach Portaferry wir wollten abends noch ins „Fiddlers Green“.

      20_Strangford_eule.jpg 21_Audley's_Castle.jpg 22_Strangford_Stones.jpg

      Auf den kurzen Weg zur Marina kam uns unser Bandleader mit Gitarrenkoffer entgegen.
      Ach da fällt mir auf, ich habe es Euch ja die ganze Zeit verschwiegen, natürlich waren wir dieses Jahr wieder mit eigener Bordband unterwegs (2 Gitarren, 1 Percussion, 2 Gesangsstimmen und gelegentlich ein „ganzer Marinechor“ als Background). Diese spielte eigentlich zu jeder sich bietenden Gelegenheit auf.
      Ich fragte ihn ob er sich schon warm spielt für heute Abend oder ob er sich ein paar Guinness dazu verdienen geht.
      Nee im Pub spielen traue er sich noch nicht. Da muss ich für wohl in Zukunft noch die richtigen Vertragsklausel für mitsegelnde Musikanten einarbeiten. :D

      Kurzer Besuch auf der Panta, oh der Commodore hatte eine Seite von den Lazyjack‘s neu gespleißt.
      Das sah mal richtig gut, die Lazyjack‘s auf der anderen Seite (alt) kamen dadurch noch schlechter weg.
      Aber unser Commodore wusste ja, wer auf einen blöden oder noch dümmeren Kommentar von uns wartet - wir enttäuschen Ihn da nie. :saint:

      23_Strangford_Ward_Castle.jpg 24_Strangford_altes_Gemäuer.jpg 25_Strangford_Hobbit_Hut.jpg
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
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    • 01. September - 5. Schlag: Portavogie - Portaferry (Strangford Lough) (Teil 5 - Strangford - Portaferry)

      Wir zogen los zum Fiddlers Green. Ein richtig schöner uriger Pub. Es war noch nix los, der Lifemusiker war noch am aufbauen.
      Die junge blonde attraktive Dame hinterm Tresen wurde gerade von ihrer Mutter oder war es doch die Oma (geschätzt weit über 70 Jahre alt).
      Nein, wir waren Gentleman und haben das Thema nicht hinterfragt.
      Die Bierauswahl war ordentlich (Guinness, Smithwick‘s, Harp, zahlreiche Craftbiere), die Whisky Auswahl jetzt nicht so toll und Essen gibt es hier nicht,
      aber es ist kein Problem wenn wir uns zu Essen besorgen und im Pub verspeisen.
      Ok, ein etwas komisches Geschäftsmodell, aber in der Umgebung gab es einige Fish & Chips - Burgerbuden etc. zur Auswahl.
      So sind wir nach und nach losgezogen unser Essen selbst zu holen.
      Aber dennoch der Pub war urig, der Lifemusiker hingegen mal so richtig schlecht.
      Nachdem es mir nicht gelungen ist unsere Bordband zu motivieren den Kollegen mal zu zeigen wo der Frosch die Locken hat.
      So bin ich nach 45 Minuten Ohrterror wieder zurück zum Schiff, da war Ruhe und die Whiskyauswahl besser.

      An Bord mit dem Commodore bei gepflegten Drams noch den morgigen Tag besprochen.
      Die 40-45 Seemeilen nach Belfast werden knackig. Aus den Strangford Lough kommen wir eh nur unter Maschine gegen die Strömung raus,
      dafür haben wir Richtung Belfast die ganze Zeit die Strömung mit uns wir fangen mit 10-12 Knoten Wind an und wird sich über den Tag auf 20-25 Knoten steigern.
      Den Wind die ganze Zeit von schräg hinten, dazu die Wellen (1,5 - 2 m) von schräg hinten.
      Ja schaut nach ein spannenden Tag aus und man sollte sich wasserfest einpacken - Mahlzeiten auf den Vordeck werden wohl nicht gereicht werden.
      Abends und Nachts kommt es dann richtig dicke (40+ Knoten & Starkregen), da müssen wir in Belfast sein, bzw. uns unterwegs in irgendeiner Marina verkrümeln.

      Schön da kann ich mich mit den schönen Eindrücken des heutigen Tages in meine Koje begeben und mir im Traum Gedanken machen,
      wie wir der Crew Morgen früh den aktionsgeladenen Tag schmackhaft verkaufen.

      26_Strangford_Games-of-Thrones.jpg 27_Strangford_Games-of-Thrones2.jpg 28_Strangford_Games-of-Thrones3.jpg 29_Strangford_Hohlweg_back.jpg 14_Portaferry_Ruine.jpg
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • Lemmy schrieb:

      Gerade weil ich auch in der Ecke war
      Ich habe es gelesen.
      Arran ist eine meiner Lieblingsinseln in Schottland (neben 100 anderen), aber nicht unbedingt Segler freundlich.
      Ist vielleicht auch gut so, sonst würden vielleicht nur die Schönen und Reichen mit Ihren Yachten von den Festlandmarinas in den Lowland Arran belagern.
      Mit der beste Bergwanderweg in Schottland ist auf Arran (Carrie - Genrosa - Saddle - Goatfell - Brodick Castle - Arran Distillery, bin ich 2008 gelaufen.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 02. September 2017 - 6. Schlag: Portaferry - Belfast (Teil 1)

      Heute Morgen ein herrlicher Tag, irgendwie scheint das Wetter hier im Süden wesentlich besser zu sein.
      Die aktuelle Wettervorhersage hat sich etwas gebessert, das heranrauschende Sturmtief hat sich etwas nach Norden verlagert.
      Es sieht nach einem schönen Segeltag aus und hintenraus wird es dann etwas wilder. Aber alles gut.
      Und gut das wir die Crew gestern Abend nicht verunsichert haben. Alles halb so wild!

      Gestern rief noch der Skipper von der Oceanlord an und gab seinen Statusbericht durch.
      Wo wir sind bekommt man ja über's Internet raus, da wird die Panta getackt, was auch den Vorteil hat das man da auch ein Notruf absetzen kann.
      Die Ozeanlord ist am 31. August von Campbeltown nach Carrickfergus (auf der Nordseite vom Belfast Lough) gesegelt.
      Gestern Vormittag dann von Carrickfergus nach Bangor (Ostseite vom Belfast Lough).
      Sind von dort aus mit der Bahn nach Belfast reingefahren und hatten einen schönen Tag.
      Für heute könnte er beim Harbourmaster einen Hammerhead für uns reservieren, vorrausgesetzt wir wollen!?

      Nein, wollen wir nicht!
      Zum einen hat Bangor eine riesige Marina (sozusagen Käfighaltung für Yachten) und zum anderen hat Belfast eine eigene Marina direkt in der City.
      Ein Grund für uns Belfast ansteuern, ich habe im Vorfeld Bilder von der Belfast Marina gesehen, eine kleine neue Marina direkt unterhalb des Titanic Museums mitten in der City - geiler geht schon gar nicht mehr.
      So riefen wir beim Harbourmaster der Belfast Marina an und fragten ob für uns heute Abend ein schönes Plätzchen in seiner Marina frei wäre.
      Ja, kein Problem können kommen.
      Super, und warum auch nicht, ein fast 100 y.o. 20 m Segelyacht hat ja auch einen gewissen Schauwert für Touristen uns Spaziergänger und das in der City von Belfast.

      Dann wiederum die Skipper der Oceanlord angerufen und ihm mitgeteilt, das wir definitiv die Belfast Marina ansteuern und dort auch noch für die Oceanlord Platz wäre.
      Gut, Sie hatten es sich anders überlegt und wollten heute Vormittag Richtung Norden zur Glenarm Marina Segeln.
      Auch keine schlechte Idee in Anbetracht des herannahenden Sturmtiefs.
      Am Sonntagnachmittag hätten Sie bei dem Ritt mit Sicherheit keinen Spaß.

      6_Schlag_02092017_Portaferry-Belfast.jpg

      Alles geklärt, wir können los! Bei dem schönen Wetter wieder Frühstück auf dem Vordeck unterwegs.
      Bevor es an Segeln ging mussten wir uns erstmal gegen die Strömung aus den Strangford kämpfen.
      Was gut zwei Stunden in Anspruch nahm. Für gerade mal 4-5 Meilen verhagelt uns das gehörig unseren Tagesschnitt.
      Aber dann ging es ans Segeln, um Portavogie machten wir einen angemessenen Bogen. Das wollte keiner ein zweites mal Riechen.

      Strangford_Morgens.jpg Strangford_Strömungskraftwerk.jpg Strangford_Frühstück.jpg
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 02. September 2017 - 6. Schlag: Portaferry - Belfast (Teil 2)

      Mit 8 Knoten ging es stetig Richtung Belfast, da wir unsere Wacheinteilung beibehalten haben,
      war auch geklärt wer Wache hat und an Deck zu sein hat und die Freiwache ging anderer Beschäftigung nach.

      Auf Höhe von Dogaghahee (kurz vor dem Belfast Lough) platzten wir mitten in eine Regatta rein.
      Von Optimisten-Jollen bis hin zur modernen Yacht tummelte sich einiges auf dem Wasser und Segelten ihre Runden um die ausgebrachten Tonnen.
      Und es war doch tatsächlich eine Yacht dabei welche ansetzte uns überholen zu wollen.
      Manche Dinge muss man erstmal zulassen.
      Und dann ist es an der Zeit den dreisten Kollegen mal unser Unterwasseranstrich zu zeigen.
      Geschwind das Reef aus dem Großsegel ausgelassen und das Genuasegel voll entfalten.
      Wenige Augenblicke stellten wir die Ausgangssituation wieder her, mit freundlichen Grüßen und Tschüss.

      Nachdem wir die Ragattastrecke passiert hatten wurde das Reff wieder eingebunden und die Genua verkürzt,
      denn es begann der spannende Teil, wir bogen in den Belfast Lough ein.
      Es war einiges an Verkehr nach Belfast rein und raus, das Fahrwasser hingegen verhältnismäßig schmal, also volle Konzentration.

      Dogaghahee.jpg Dogaghahee_regatta1.jpg Dogaghahee_regatta2.jpg Dogaghahee_regatta3.jpg
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 02. September 2017 - 6. Schlag: Portaferry - Belfast (Teil 3)

      Gegen 18:30 Uhr machten wir in der Belfast Marina fest.
      Es war ein wenig Kulturschock, wenn man bisher nur Marinas in kleinen Städten aufsuchte und jetzt in einer Großstadt wo die Marina von modernen Neubauten und Hochhäusern umrahmt wurde.
      Und natürlich freier Blick auf das imposante Titanic Museum. 8o

      Belfast.jpg

      Wir wurden schon erwartet.
      Unser 10. Crewmitglied wartete darauf an Bord kommen zu dürfen.
      Er wollte vor dem Törn noch ein paar Tage mit der Familie in Schottland zu Lande verbringen und knickte gleich am ersten Tag in Edinburgh böse um - Bänderriss im Sprunggelenk.
      Die Ärzte in Germany erklärten ihm, in deinen Alter wird das nicht mehr operiert das verwächst sich und verpassten ihm eine Schiene.
      Nun nachdem die Schwellung zurück gegangen war und er mit der Schiene gut zurecht kam entschloss er sich die zweite Hälfte des Törns mitzumachen.
      Verständlich wenn man sich im Vorfeld ein ganzen Jahr darauf freut und dann so etwas. Also Zähne zusammen beißen und durch.
      Zumal so man der Literatur Glauben schenkt, ein Long John Silver (Schatzinsel) oder der Koch Thomas (Seewolf) mit nur einem Bein sehr gut auf ein Segelschiff zurecht kamen.

      Und dann gab es noch den Schnapp des Tages, ich musste ja noch unsere Liegegebühr entrichten.
      Bisher durften wir immer 33 bis 45 £ für eine Nacht in einer Marina entrichten, Campbeltown war da mit nur 25 £ sehr moderat. Aber hier in Belfast, selbst das Harbourgebäude war nagelneu und sah recht futuristisch aus, das wird wohl auf 50-60 £ hinauslaufen. Weit gefehlt, lediglich 16,80 £ waren fällig.
      Ein Grund mehr hier einzuparken. :top:

      In Belfast fand an diesem Wochenendedas Belfast Festival statt. Es war also Einiges geboten.
      So wehten von Zeit zu Zeit Dudelsackklänge (falsch Klänge von zahlreichen Irish Pipes) zu uns herüber, es lief gerade das Belfast Tattoo.
      Um den Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, gegen 21 Uhr marschierte ein Blasorchester aus Holland am Hafenbecken auf und gab ihre Hits zum Besten.
      Man könnte meinen extra für uns. :thumbsup:
      Da störte uns dann nicht das der Wind mittlerweile hörbar über die Häuser pfiff, das Sturmtief ist da, soll sich aber bis Morgen Vormittag wieder verzogen haben.

      Und wieder neigt sich ein schöner Tag dem Ende.

      Belfast_Marina1.jpg Belfast_Marina2.jpg Belfast_Marina3.jpg
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • Nachtrag zum 3. Schlag (Showeinlage vor Lochranza)

      Soeben erreichten mich Bilder von der Ozeanlord Crew von unserer sportlichen Einlage vor Lochranza.
      Unterwasserschriftzug der Pantagruel.
      Und ich mich muss korrigieren, der Schriftzug ist nicht wie von mir angenommen weiß auf Schwarz.
      Sondern Blau auf Schwarz.
      Blau ist eigentlich noch fieser, da muss man wirklich ganz dicht an den Anderen heransegeln, damit der Schriftzug gelesen werden kann.
      Es gibt Dinge die werde ich wohl nie mit eigenen Augen sehen. :D

      Panta_Unterwasserschriftzug.jpg Panta_vor_Arran.jpg
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • loonie schrieb:

      Belfast ist schon eine super Stadt und das Titanic-Museum nicht nur von außen sehr groovy.
      Da gebe ich dir recht, Belfast hat was und ist auf jeden Fall eine Reise wert.
      Ok, das Titanic Museum ist architektonisch der Wahnsinn (draussen & drinnen (was kostenfrei zugänglich ist)).
      Man hätte dort eine Kunstausstellung etc. unterbringen können.

      Aber ich verstehe den ganzen Titanic-Rummel in Belfast nicht.
      Ich finde es eher traurig das die Titanic nicht mal ihre Jungfernfahrt überstanden hat und damit reichlich Trauer und Tod über tausende Menschen gebracht hat.
      Kein Grund zum Feiern, vielleicht hätte man über ein Ort des stillen Gedenkens nachdenken sollen.
      Nebenbei ist nach dem Titanic-Unglück in Belfast nichts Großes mehr gebaut und zu Wasser gelassen wurden, die Werften alle tot.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • Hebrides schrieb:

      Unterwasserschriftzug der Pantagruel.
      Und ich mich muss korrigieren, der Schriftzug ist nicht wie von mir angenommen weiß auf Schwarz.
      Sondern Blau auf Schwarz.
      Blau ist eigentlich noch fieser, da muss man wirklich ganz dicht an den Anderen heransegeln, damit der Schriftzug gelesen werden kann.
      Es gibt Dinge die werde ich wohl nie mit eigenen Augen sehen.
      <---- :Nase: kräftig gelacht :rofl: , mit heißem Kaffee
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Das Titanic-Museum geht in seiner "Ausstellung" schon sehr beeindruckend darauf ein. Sowohl von dem unmenschlichen Arbeitsbedingungen beim Bau, zur sehr prunkvollen Ausstattung, sowie die Bergung von Teilen des Schiffes. Aber es wird auch sehr ruhig den Toten des Unglücks gedacht. Jedoch muss man auch bedenken, dass Belfast jahrzehntelang unter dem Untergang der Titanic und der darauffolgenden Niedergang des Schiffbaus gelitten hat. Durch das neue Selbstbewusstsein der Stadt, kam es dann eben zum Bau dieses Museums. Natürlich spielt es auch eine Rolle, das ein eventueller Bau vor dreißig Jahren nichts gebracht hätte, da es keine Touristen gab oder es durch Bomben zerstört worden wäre. Über den Sinn und Zweck dieses Museums sollte sich jeder selber eine Meinung bilden.
    • 3. August 2017 - Belfast

      Eigentlich war der Plan uns einen schönen Tag in Belfast zu machen, aber Nachts zog das Sturmtief hörbar über Belfast hinweg und es regnete in Strömen.
      Am Morgen war der schnelle Wind nahezu durch aber der Starkregen schien sich festgesetzt zu haben.
      Der Plan sozusagen vom Winde verweht bzw. ins Wasser gefallen. Machen wir das Beste daraus. ;(

      So warteten wir unter Deck und schauten uns ein Opfer aus.
      Wer war denn bereit für die Crew das Opfer auf sich zu nehmen und Morning Rolls aus den benachbarten Spar Markt (ca. 150 m ungeschützter Fußmarsch) zu holen.
      Die Crew würde dies würdigen und den Unerschrockenen den einzigen Regenschirm an Bord leihweise zur Verfügung stellen.
      Es gab dann irgendwann einen Freiwilligen und kurz darauf lecker Frühstück. Gut das es hier in Belfast noch wasserfeste Plastiktüten zum Einkauf dazu gibt. :love:

      Gegen 11 Uhr ließ der Regen stark nach und wir beschlossen uns über Belfast zu verteilen.
      Einige entschlossen sich heute mal in den Knast zu gehen.
      Hintergedanke dabei, im ehemaligen Gefängnis von Glasgow soll eigentlich eine Whiskydestillerie entstehen.
      Eigentlich schon sollte diese schon längst fertig gestellt sein, aber aufgrund von Denkmalschutzauflagen gab es fortwährende Verzögerungen.
      Grund genug für uns mal den Rechten zu schauen, waren ja nur 1,4 km Fußmarsch.

      Gut man hätte nicht gleich alle Straßen für uns absperren müssen, die Ampeln rechtzeitig auf Grün hätte uns schon gereicht.
      Ach, war ja gar nicht für uns! In der Belfaster Innenstadt fand gerade der Belfast Triathlon statt.
      Unser Weg führte uns genau über die Wettkampfstrecken fürs Radeln und Laufen.

      Dabei ist mir fast ein kleines Mißgeschick passiert und ich hätte das Ergebnis vom Triatlon verfälscht.
      Beinahe hätte ich den Führenden über den Haufen gerannt, dank guter Reaktion von beiden Unfallgegnern gab es nur eine leichte Berührung.
      Und ich wurde mit reichlich Beschimpfungen bedacht, wovon ich fast nichts verstanden (das was ich verstand möchte ich an dieser Stelle nicht wiedergeben).
      Das zeigt der Führende hatte noch Luft nach Oben.
      Die Schilder war auf der anderen Seite des Zauns angebracht (konnte ich nicht sehen), alle Läufer liefen generell geradeaus.
      Just in dem Moment wo ich die Straße überquerte bog ein Läufer (der Führende) nach Rechts ab und befand sich auf Kollisionskurs mit mir.
      Klar wo ich auf der anderen Straßenseite war und mich umblickte sah ich die Schilder (für die Läufer, geradeaus = nächste Runde / Recht abbiegen = Ziellinie).
      Nix passiert.
      Weiter ging es durch die Innenstadt und dem Pub-Viertel, ich glaube da kann man gut ein paar Nächte um die Blöcke ziehen.
      Beim ehemaligen Gefängnis angekommen, hätten wir das Gefängnis besichtigen können, aber nicht den Flügel wo die Destillerie entstehen soll ist noch in Bau und nicht zu besichtigen.
      Also zurück zur Marina und dann direkt zum Titanic-Viertel (den ehemaligen Werftgelände).
      Das ganze Titanic Ensemble ist recht eindrucksvoll aber ehrlich gesagt den ganzen Titanic-Hype kann ich nichts abgewinnen.
      Wäre der Kapitän der Titanic ein besserer Seemann und das Managment der Reederei nicht so vertrottelt, dann könnte man heute vermutlich an selber Stelle die alte Titanic besichtigen.
      Man kann und sollte auf See nichts erzwingen.
      Insgesamt ist Belfast eine Reise wert, wenn das Wetter etwas mehr hergibt.
      Ein Grund mal wieder zukommen.

      Gegen 15 Uhr wollen wir mal schauen ob uns der Schlag zur Glenarm Marina gelingt und wir uns heute Abend wieder mit der Oceanlord vereinen können.

      Belfast_Cathedral.jpg Belfast_Gefängnis.jpg Belfast-Marina.jpg Belfast_Titanic_Museum.jpg

      Belfast_Charlie.jpg Belfast_Gruppe.jpg Belfast_Titanic_Dock.jpg Belfast_titanic_Studios.jpg
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 3. September 2017 - 7. Schlag: Belfast - Glenarm

      Um 15 Uhr ging es dann los, die Wetterbedingungen waren alles andere als schön, von daher gab es Schwimmwestenpflicht an Deck.
      Aus der Marina raus geht es ja anfangs durch Hafen von Belfast und dann in die Belfast Lough, aber man sah schon am Horizont ein Nebel (Sichtweite um die 150 m) und gelegentlich ein Schauer dazu.
      Gut die 35 Seemeilen werden heute definitiv keine Kaffeefahrt, obwohl es an der Zeit für ein schönen Cappuccino war. Der wurde dann aber so was von prompt an Deck gereicht.
      Das letzte Stückchen Land was wir in der Nebelwand sahen war das Black Head Lighthouse am Ausgang von Belfast Lough danach verschwand der Horizont in einer grauen Wand.
      Von nun bekamen wir auch ordentliche Wellen (ca. 1,50-2 m) von schräg hinten.

      7_Schlag_03092017_Belfast-Glenarm.jpg

      Unsere einzige Frau an Bord machte sich etwas Sorgen: „Das sind jetzt schon heftige Bedingungen?“ „Keine Sorge alles gut. Die Sicht könnte besser sein um die Landschaft zu geniessen und der Regen geht einen so langsam auf den Keks. Ansonsten alles gut, in 4-5 Stunden sind wir da.“
      Davon abgesehen das dieses ständige in eine Nebelwand starren um irgend etwas zu erspähen sehr anstrengend und ermüdend ist.
      Und wie versprochen machten wir nach knapp 5 Stunden am Hammerhead der Glenarm Marina fest.
      Bereits während des Festmacherdrams wurde das Wiedersehen mit der Oceanlord Crew gebührend gefeiert. Ich denke wenn die Oceanlordtruppe heute auf Meer hinaus geschaut haben waren sie froh die Strecke bereits gestern absolviert zu haben.

      Morgen soll das Wetter wieder besser werden … am späten Nachmittag.

      Black-Head_Lighthouse1.jpg Black_Head_Lighthouse2.jpg
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 4. September 2017 - 8. Schlag: Glenarm - Ballycastle

      Am Morgen der erste Blick hinaus auf ‚s Meer, ja die Wellen im North Channel haben sich beruhigt und der Nebel hat sich auch verzogen.
      Nur der Himmel ist noch dunkelgrau, soll sich laut Vorhersage erst am Nachmittag in Blau verwandeln. Wir werden sehen.
      Der Skipper der Oceanlord teilte mir bei der morgendlichen Begrüßung noch mit das der Harbour Master gegen 8 Uhr da wäre und ich noch die Liegebebühr für die Panta in Höhe von 36 £ entrichten müsse.
      Da hatte ich beim meiner ersten Tasse Kaffee mal wieder so richtig schlechte Laune, diese Banditen.
      Die Glenarm Marina hatte eigentlich nichts, was diese Liegegebühr rechtfertigte, winzig klein, kein Service und keine Infrastruktur.
      Was mich am meisten ärgerte, draussen vor der Marina ein großes Schild: „Erbaut mit EU-Mitteln“.
      Echt super! Da baut man mit unseren Steuergeldern im Nichts eine belanglose Marina, dann kommt man einmal in sein Leben hierher und wird dann mal so herzhaft Abgezogen.
      So jetzt bin ich richtig in Rage und gehe jetzt vor zum Harbourmaster.
      Es war die Verhältnismäßigkeit die hier nicht stimmte, in der Belfast Marina wo alles passte und tipptopp war zahlt man 16,80£ und hier in der Pampa für ein Hauch von nicht 36 £.
      Könnte man meinen aber die Landschaft und die Ruhe - Häää die eingefallenen Häuser ringsum und die Hauptstraße direkt an der Marina entlang, nicht wirklich einladend.

      8_Schlag_04092017_Glenarm-Bellycastle.jpg

      Um 10 Uhr legten wir ab, gut wir gaben der Oceanlord wieder obligatorischen die 30 Minuten vor.
      Heute waren es ja nur 25 Seemeilen bis Bellycastle bei gutem Segelwetter.
      Die nordirische Steilküste erinnerte mich ein wenig an Skye, sehr schön und sehenswert.

      01_Carron Point Point.jpg 02_Grey Man_Drumnakill Point.jpg 03_Grey Man.jpg

      Gegen 14 Uhr streckten wir unseren Bug das erstemal über Drumnakill Point & dem Grey Man (die Nordostspitze Nordirlands) und schauten gen Westen. Ich hätte jetzt fast schon gesagt blühende Landschaften, aber das sagte schon jemand anderes. Jedenfalls im Westen hellte es schon auf und es scheint noch ein schöner Tag zu werden.
      Zumindest Ballycastle lag mitten in der schön Wetterzone.
      Bellycastle konnten wir vom Wind her nicht direkt ansegeln, so mussten wir von oben kommen und uns dann nur noch drauffallen lassen.
      Ich hatte immer noch die Hoffnung, dass wenn das Wetter gut wird - wir bis zu den Giants of Causeway segeln ein paar Fotos einfangen und dann nach Ballycastle.
      Aber es war kein Fotowetter, sozusagen ohne Wert, man kann halt nicht alles haben.
      Von den eindrücken der letzten Tage reift bei mir so langsam die Idee heran: „ Man könnte Irland eigentlich in der Zukunft Irland komplett umsegeln.“ In drei Wochen sollte das wohl machbar sein.
      Das werde ich auf jeden Fall in Ruhe durchrechnen.
      So bogen wir ab und segelten direkt nach Ballycastle, die Giants werden wir uns wohl heute am späten Nachmittag via Landweg anschauen.
      Bellycastle ist ein schmuckes Örtchen. Gefällt mir sehr.
      Praktisch fand ich die Zusammenlegung von Harbour Office und Tourist Information.

      04_Carrickkarade Island_Ravens Point.jpg 05_Ballycastle.jpg
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 4. September 2017 - Ballycastle - Giant‘s Causeway


      Am Nachmittag wollten wir mit den Bus die Coastel Route entlang zum Giant‘s Causeway.
      An der Bushaltestelle wartend stellten wir fest vom Giant‘s Causeway zur Bushmills Distillery braucht der Bus nur 4 Minuten.
      Dann könnten wir ja bis Bushmills fahren und mit den nächsten Bus zurück zum Giant‘s Causeway. Leider fiel der Bus aus.
      Wir mussten auf den nächsten warten, damit war Bushmills gestrichen. Der nächste Bus fuhr und die Coastel Route war richtig schön.
      Beim Giant‘s Causeway angekommen, nun haben wir knapp 1,5 Stunden Zeit bis der letzte Bus zurück fährt, oder wenn es besonders schön wird halt mit einem Taxi.

      Beim Giant angekommen war ich zuerstmal geschockt.
      Oben nahe der Klippe hat man das Giant‘s Causeway Visitor Centre hingebaut, ein riesen Bunker aus schwarzen Granit und Glas mit begrüntem Dach.
      Was soll das?
      Das hässliche Teil hat 18,5 Mio. £ gekostet, über 6 Mio. £ aus EU-Mitteln. Danke liebe EU, demnächst werdet ihr nicht mehr gebraucht.
      Der Eintritt kostet da 9 £. Für was eigentlich? Der 60 Mio. Jahre alte Giant‘s Causeway (UNESCO Weltkulturerbe) befindet sich zwei Buchten weiter direkt am Wasser.
      Ohh die Leute bekommen dort den Giant‘s Causeway via Videoanimation erklärt und können für teuer Geld schlechtes Kantinenessen und Souvenirs kaufen. TOLL :thumbsup:
      Natürlich kann man auch aussen dran vorbei gehen, der Weg ist aber nicht ausgeschildert, warum auch.

      Zum Glück ist der Giant kostenfrei. Die asphaltierte Straße bis runter zum Giant brauch es wohl auch nicht,
      ein schöner breiter Wanderweg würde seinen Zweck auch erfüllen, an stelle mit Bussen könnte man Fußkranke auch per Golfwagen hintunter geleiten.
      Aber egal kann man eh nichts mehr ändern.

      Giant_Causeway-eine_Bucht_davor.jpg Giant Causeway-noch-ganz_schön_viele_menschen.jpg Giant_Causeway03.jpg

      Also hinunter zum Giant‘s Causeway, zum Glück unverbaut und weitestgehend naturbelassen.
      Der Giant ist sehr eindrucksvoll, da das Licht nicht so optimal war sicher ein Grund hier mal wieder aufzuschlagen.

      Im Eilschritt den Weg zurück bis zum letzten Bus ist noch eine halbe Stunde Zeit, und direkt an der Straße ein kleiner netter Pub. So blieb noch Zeit für ein Gunniness.
      Rück zu nach Ballycastle hatten wie ein Busfahrerin, das machte aber überhaupt keinen Unterschied, das Mädel fuhr einen sehr heißen Reifen.
      Irgendwie fahren in Nordirland alle etwas wilder.

      Giant_Causeway04.jpg Giant_Causeway05.jpg Giant_Causeway06.jpg

      Giant_Causeway07.jpg Giant_Causeway08.jpg Giant_Causeway09.jpg
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      Platon
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    • 5. September 2017 - 9. Schlag: Ballycastle - Port Ellen

      Heute verlassen wir Nordirland und segeln zurück nach Schottland, besser gesagt auf die Insel (Isle of Islay), und das bei besten Bedingungen.
      Na ja unserer Commodore hat das etwas anders umschrieben: „Heute ist unser letzter schöner Segeltag!“.
      Nein, wir haben Morgen noch nicht fertig, nur das Wetter wird wieder schlecht und bleibt da auch.

      9_Schlag_05092017_Ballycastle-Port Ellen.jpg

      Also wollten wir den Tag sinnvoll nutzen, die Strecke gerade rüber nach Islay sind ca. 30 Seemeilen. Bei 20 Knoten Wind aus Südost nicht ganz ohne aber in 4-5 Stunden wohl Geschichte.
      Letzte Chance für unseren Commodore noch schöne Bilder aus der Luft zubekommen, unser Drohnenpilot war sofort dabei.
      Also setzen ließen wir das Drohnenkommando im Hafen von Bellycastle zurück und vollführten mit der Oceanlord wahre Kunststückchen auf dem offenen Meer immer verfolgt von einer Drohne.
      Das Rohmaterial habe ich kurz gesehen, da sind richtig gierige Szenen dabei. Das lässt auf den Final Cut hoffen.

      Danach ging die Oceanlord auf ihre Reise nach Port Ellen und wir mit der Panta fuhren wieder in den Hafen von Ballycastle und sammelten unsere Leute ein, dann begann unsere Reise nach Port Ellen.

      Raven_Point_pano.jpg Rathlin1.jpg Action1.jpg gutgelaunt.jpg

      Irgendwie waren es heute wohl mehr wie eine halbe Stunde Vorsprung bei der Oceanlord geworden.
      So sehr wir uns mühten, wir arbeiteten uns stetig heran, aber 30 Seemeilen sind nur 30 Seemeilen und ein paar zu wenig.

      West_Coast_Rathlin_Island.jpg Rathlin_Island-Lighthouse_West.jpg

      Die langten uns heute nicht, um vor der Oceanlord in die Marina von Port Ellen einzulaufen.

      Apropos sinnvoll nutzen. Der Tag war noch jung, erst 15:30 Uhr der Himmel blau eine gute Gelegenheit für einen Spaziergang und dabei Laphroaig einen Besuch abzustatten.
      Hat auch ein wenig mit Traditionen zu tun. Ich bin jetzt das neunte mal auf Islay und war bisher jedes mal bei Laphroaig.

      Mull_of_Oa_Pano.jpg Port_an_Eas-Mull_of_Oa.jpg
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 6. September 2017 - Islay Tag

      Vom Wetter her war es eine unruhige und feuchte Nacht, daran sollte sich im laufe es Tages auch nichts ändern.
      Gut das wir heute nicht auf ‚s Meer hinaus müssen.
      So konnte heute jeder das machen, was man meint auf Islay machen zu müssen.
      Ich wollte eigentlich mal wieder nach Bunnahabhain schauen und unterwegs einen Abstecher zur Baustelle von Ardnahoe.
      Bei dem Wetter nun doch nicht wirklich, also erstmal vormittags mit den Islay Coaches nach Bowmore rein.
      Auf Islay gibt es ja so etwas wie eine Wetterscheide, wenn es im Süden aus Eimern schüttet kann es im Norden der Insel durchaus schön sein.
      Dei Hoffnung stirbt zuletzt. In Bowmore angekommen starb Sie dann auch.

      Also besuchten wir die Bowmore Distillery, um 11 Uhr war die Bar nochgeschlossen (erst ab 14 Uhr geöffnet), aber man machte für uns eine Ausnahme.
      Danach brauchten wir dringend eine Kaffeespezialität im Celtic House.
      Das Wetter war unmöglich und wechselte im 10 Minutentakt zwischen Sonne und Starkregen hin und her. Das macht kein Sinn oder Spaß mit Bunni und Ardnahoe, also brechen wir ab fahren zurück nach Port Ellen und hocken uns in den Ardview Pub, dort sollte ab 15 Uhr sicher schon Bier fliessen.
      In Port Ellen angekommen, das Wetter blieb schlecht, zur Marina unser Zeugs abladen.

      Auf in den Ardview Pub. Unser Commodore hatte derweil die andere Seite von den Lazyjack‘s chic gemacht und begleitete uns spontan.
      Der Ardview Pub war nahezu leer, aber die Zapfanlage schon in Betrieb.
      An der Zapfanlage fiel uns ein Basecap von der Lark Distillery (Tasmanien) auf.
      Wenig später betrat der dazu gehörige Besitzer, ein älterer Ileach mit Hund, den Pub. Mein Bekannter schloss Freundschaft mit dem Hund und fragte den Ileach: „Schöner Hund, Ihrer?“
      „Nein, er das ist der Hund seiner Tochter, er habe ihn nur in Pflege. Seine Tochter wurde letzen Sommer auf Islay weggefangen und arbeitet seitdem in der Lark Distillery.“
      Das war ja mal spannend.
      So schwatzen wir mit ihm eine Weile und setzten uns dann an einen Tisch.
      Nach einer Weile kam der alte Ileach nochmal an unseren Tisch.
      Und stellte uns mit verschwörender Miene eine ganz miese Fangfrage: „Was schätzt ihr eigentlich, wieviele Whisky Distilleries es in Tasmanien gibt?“

      Na da scheint mal jemand seine Hausaufgaben gemacht zu haben, wir sind hier auf Islay, der schottischen Whiskyinsel. Es kann sich also nur um eine Falle handeln.

      So ging ich in mich, trank noch ein Schluck Gunniss und antwortete ihm: „Ziemlich genau 25 Whisky Destillerien, 3 unabhängige Abfüller, die TWA (Tasmania Whisky Association) und ca. ein Dutzend Destillerien die sich nur mit Gin, Wodka oder Rum beschäftigen!“

      Ihm klappte das Kinn herunter und es war erstmal Ruhe … dann: „Von über 20 wüsste er auch!“
      Der Punkt ging wohl an mich!
      Wir klärten ihn danach auf, das er mit seiner Frage wohl den ersten und einzigsten Touristen auf Islay erwischt hatte der seine Frage richtig beantworten könnte.

      Die Welt ist halt ein Dorf. Und nichts bleibt ohne Folgen.
      Wenig später rückte der Commodore mit ein Angebot raus: „Rudi bei meiner Weltumsegelung bin ich Januar/ Februar 2019 vor Tasmanien, wenn du Lust hast ….“
      2019 Tasmanien und 2020 Orkney - Shetland das klingt nach einen guten Plan, vielleicht 2021 oder 22 around Ireland. Gut das wir darüber geredet haben.
      Aber der Commodore war noch nicht fertig.
      ”Wegen 2020 Orkney - Shetland, er hat einen guten Freund und dieser nennt eine gute alte 22 m Ketsch sein eigen, der würde da sicher auch nicht abgeneigt sein. Nur mal so als Idee…"

      Ganz ehrlich ich liebe diese „Nur mal so Ideen - kommt da meistens was richtig Geiles bei raus!”
      Zwei alte Traditionssegler gemeinsam, das juckt schon in den Fingern.

      Ist unser Islay Tag dieses Jahr irgendwie komplett ins Wasser gefallen, war er unterm Strich für mich doch recht erfolgreich.
      Zumindest habe ich jetzt reichlich interessante Hausaufgaben, welche mich in naher Zukunft beschäftigen werden.

      Der Tag nahm dann aber noch ein grobes Ende.
      Unser Neuzugang in Belfast zugestiegen war dann auch einen längeren Zeitraum im Ardview Pub und wieder auf der Panta wollte er unbedingt gemeinsam mit unserer Bordband singen.
      Es war laut, schrill und besonders schlecht und zog sich leider bis in die Nacht hinein.
      Liebe Nachbarschiffe und Freunde von der Oceanlord, ich bitte diesen Exzess zu entschuldigen auch ich war schwer am Überlegen mir ein B&B auf der anderen Seite ( in Portnahaven) zu suchen.
      Es war grauenvoll und wird hoffentlich nicht wieder vorkommen. Ich hoffe ihr konntet ein paar Stunden schlafen … nach drei Uhr. :duck_weg:
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      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 7. September 2017 - 10. Schlag: Port Ellen - Oban (North Pier)

      Wie schon angekündigt das Wetter meinte es heute nicht gut mit uns, die erhoffte Verbesserung blieb aus.
      So müssen wir den fast letzten Schlag, immerhin gute 60 Seemeilen, größtenteils im Regen bei mäßiger Sicht bei Grau in Grau absolvieren.
      Der Wind hingegen war uns gewogen, mit sein 20-22 Knoten schon ein wenig zuviel, aber aus Richtung Südwest passte uns gut.
      Wir hatten jetzt auch keinen Streß nach Dunstaffnage zu kommen, der Donnerstag war noch jung und wir wollten erst am Freitagnachmittag dort sein.

      Das Gedankenspiel sich heute um den Segeltag zudrücken und evtl. erst Freitag früh von Port Ellen bis nach Dunstaffnage zu segeln verwarfen wir auch, denn das Wetter ist Morgen ähnlich unfreundlich.
      Dann spielten wir Ziele ausschließen, also wohin könnten wir segeln und die Nacht verbringen, um dann am Freitag leichtes Spiel mit dem Reststück nach Dunstaffnage zu haben.
      Gar nicht so einfach etwas auf der Strecke zu finden, was nicht nach Süden oder Westen hin offen ist.
      Letztendlich blieb die längste Streckenoption dann irgendwo die Beste Idee - Oban.
      Zumal Oban seit Juni 2017 eine nagelneue Marina neben dem North Pier hat.
      Man höre und staue, aber unser Commodore wusste Bescheid, war er doch Anfang Juni das erste Schiff, das dort direkt nach der Eröffnungszeremonie festmachen durfte.
      Für die Crew der Oceanlord wird das heute der längste Schlag des Törns.
      Dann wollen wir es mal angehen.
      Der Skipper der ”Seeadler“ (Deutsche Hochseesegelschule) der direkte Stegnachbar der Oceanlord, schaute nicht schlecht als sich unsere beiden Schiffe zum Ablegen bereit machten.
      „Wie ihr wollt bei der Sch… raus? Wohin denn?“
      „Ja - Nach Norden - Oban.“
      „Ohh - Dann viel Erfolg!“
      Und schon waren wir weg.

      10_Schlag_07092017_Port Ellen-Oban.jpg

      Um Islay‘s Südküste war es etwas beschwerlich, aber je mehr wir unseren Kurs in Richtung Nord absetzen konnten wurde es ein richtig schönes Segeln.
      Mal abgesehen von permanenten Regen und schlechte Sicht. Das Ganze ging dann im Sound of Jura schon fast in eine wilde Raserei über.
      Da war die Verkleinerung der Segelfläche sicher nicht die schlechteste Idee zumal es in naher Zukunft relativ dicht am Corryvreckan vorbei geht.
      Was an sich kein Problem ist.
      Wir wollten da ja heute auf keinen Fall durch, denn die Bedingungen waren maximal dagegen (Springtide, 8,5 Knoten Strömung drücken aus den Corry in den Sound of Jura / Luing, der Sound of Jura hatte auch schon 2,5 Knoten Strömung mit uns, dazu 20-25 Knoten Wind aus Südwest und aus dem Corry kommen Schätzungsweise 30 Knoten aus West dazu).
      Das was da vor uns was passiert sah man schon auf der Wasseroberfläche.
      Es wird uns dann eh gleich versetzen und durchrütteln, aber dicht am Corry haben wir genug Wasser um uns herum, um auf das zu reagieren was da kommen wird.
      Der Corry sah aus der Nähe recht bedrohlich aus, man konnte ihn heute auch gut hören, …nee muss heute nicht sein, den lassen wir mal schön links liegen.
      Wobei ich glaube der Corry hätte uns wohl auch gar nicht reingelassen.
      Am Corry vorbei und wieder auf Kurs.
      Unser Commodore gab dann per Funk noch ein paar Tipps und Impressionen an die Oceanlord durch, damit man sich dort auf die Passage am Corry vorbei einstellen kann.
      Danach begab er sich wieder in den trockenen Bereich unter Deck. Nicht ohne mich zu fragen ob er mir noch was Gutes tun kann.
      ”Ein schöner heißer Grog könnte mich Retten!“ War zwar nur Spaß, aber 5 Minuten später wurde mir selbiger an Deck gereicht.
      Ganz große Klasse und es wurde mal so richtig ordentlich am Wasser gespart. Gut das meine Wache (vier Stunden) in knapp 20 Minuten zu Ende ist.

      Weiter ging es Richtung Oban, wovon ich dann im Trocken und im Land der Träume nicht mehr allzuviel mit bekam.
      In der Horseshoe Bay in Kerrera Sound machten wir Rast und ließen (das erste Mal) unseren Anker fallen, das ungewohnte Geräusch der rasselnden Ankerkette ließ mich kurz aus meine Träume hochschrecken.
      Keine Panik wir parken nur kurz und warten auf die Oceanlord, dann fahren wir nach Oban rein.

      Gegen 20 Uhr machten wir erschöpft aber glücklich in der neuen Oban Marina fest.
      Und es gab neben dem Festmacherdram auch noch den verspäteten Ankerdram (Horseshoe Bay). Ankern ist Ankern, egal wie lange!
      Die Oceanlord machte in der fast leeren Marina an der am weitesten entfernten Position zu uns fest. Nachdem gestrigen nächtlichen Katzenjammer eine reine Sicherheitsmaßnahme.

      Zugegeben ich persönlich kann Oban absolut nichts abgewinnen, eins dieser Touristennester um die ich im Normalfall einen großen Bogen mache.
      Also blieb ich an Bord und verzichtete auf die allgemeine Pubtour und wir gönnten uns einen ruhigen Cocktailabend an Bord, denn die Barkünste vom Commodore wurden während des Törns auch noch nicht abgerufen. Geschweige denn hatte bisher Jemand die ordnungsgemäße Funktionsweise der Eiswürfelmaschine überprüft.

      So hatten wir einen anstrengenden, feuchten und erfolgreichen Segeltag absolviert. Einen den man nicht alle Tage freiwillig runterreißt.
      Für Morgen bleiben uns lediglich noch 5 Seemeilen bis zur Dunstaffnage Marina und der Törn 2017 ist Geschichte.

      Keine Sorge ein klein wenig geht noch.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • Eggi schrieb:

      Die Seeadler haben wir im Hafen von Port Ellen auch gesehen.
      Dann wäre es ärgerlich, das du dich bemerkbar genmacht hast.
      Das wäre ein Gaudi geworden.
      Zumal wir als Heimatflagge (schon aus Prinzip), eine EU-Flagge im integrierter Deutschlandflagge führten.
      Bei der Ozeanlord wäre es nicht so eindeutig mit der UK-Marine Flagge.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 8. September 2017 - 11. Schlag: Oban - Dunstaffnage Marina

      Bei den heute anstehenden letzten 5 Seemeilen zur Dunstaffnage Marina können wir eigentlich von ein kleines "Schlägchen" reden.
      Es regnete die ganze Nacht und es regnet schon den ganzen Morgen. So schauten wie in die Wetterprognose, sehr gut gegen 11 Uhr soll es aufhören mit Regnen.
      So gingen wir den Tag geruhsam an.
      Tatsächlich kurz vor 11 Uhr hörte der Regen auf und wir machten uns an die letzten paar Meilen.
      Zum Mittag waren wir in der Dunstaffnage Marina, als erstes Tanken und danach fanden wir einen schönen Liegeplatz am Hauptsteg, das erspart uns dann kurze Transportwege.
      Und natürlich den letzten Festmacherdram in dieser Saison und Runde.

      Genügend Zeit um so langsam unsere sieben Sachen zusammen zu suchen und uns für unser Commodore Dinner landfein zu machen.
      Aber dann erreichte uns ein aufgeregter Anruf vom Skipper der Oceanlord, die Oceanlord steckte fest.
      Sch…; wir griffen unser längstes Tau und eine Wurfleine und stürmten auf die rechte Seite der Marina zu den Liegeplätzen von Alba-Sailing und sahen das Problem (Elend).
      Beim letzten Einparkmanöver und natürlich bei der dem Land am nächsten gelegenen Parkbox drückte sagen wir mal die letzte Windbö des Törns das Heck der Oceanlord an der Box vorbei und wenige Meter weiter.
      Nun steckte Sie im Schlamm fest und rückte aber auch keinen Zentimeter mehr.
      Wir haben Springtide, was bedeutet es gibt den höchsten und den niedrigsten Wasserstand zweimal am Tag. Wir waren ca. eine halbe Stunde vom Tiefststand entfernt, so 40 cm geht es noch runter.
      Nee, selbst mit vereinten Kräften bekamen wir die Oceanlord nicht mehr frei.
      Also Ruhe bewahren, sie steckte ja nur in Sand und Schlamm fest, gegen 16 Uhr sollte sie wieder schwimmen und kann dann in Ruhe einparken.
      Ist natürlich eine traurige Erscheinung wenn eine 12 m Yacht mit ca. 20 Grad Schräglage mehr als ein halben Meter als normal aus dem Wasser ragt.
      Wie man sich da an Bord fühlt - Keine Ahnung, es gibt sicher schönere Situationen.
      Das ganze unter dem Bürofenster des Vercharterers, aber David und Julie quittierten das mit einen Lachen.
      Sowas passiert wohl ein bis zweimal die Woche an dieser Stelle. Also ungefährlich.

      Ich bekam dann Besuch von meiner Schwester und Schwager, diese sind am 5. September mit Wohnmobil nach Schottland übergesetzt und heute extra von der Ostküste zur Westküste rübergekommen um mich zu besuchen. Gute Aktion!
      Beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Wohnmobil sah ich die Oceanlord kurz vor 16 Uhr wieder schwimmen. Alles gut!

      Unsere Commodore hat sich derweil mein Auto geliehen und die Nachfolgercrew im Oban besucht und mit ihr die Bordverpflegung gekauft.
      Habe ihn nur gemahnt sei gegen 18 Uhr zurück, wir wollen dann zum Commodore Dinner.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.
    • 8. September 2017 - Loch Leven Hotel (Commodore Dinner)

      Wir haben seit einigen Jahren die Tradition unseren erfolgreichen Törn mit einem gemeinsamen Kapitänsdinner ausklingen zulassen.
      Dazu sind wir all die Jahre ins naheliegende Pierhouse Hotel nach Appin gefahren, ein erstklassiges Seafood-Restaurant.
      Diesmal hatte ich mir im Vorfeld überlegt, wir Segeln in Flottille und haben neben Kapitän auch Commodore, also muss es dieses Mal richtigerweise Commodore Dinner heißen.
      Na ja wenn schon Commodore Dinner dann muss ja auch nicht zwangsläufig das Pierhouse Hotel.
      Keine Frage das Pierhouse Hotel ist allererste Wahl von daher immer wieder gern, nun evtl. gelingt es mir mit dem Commodore Dinner eine neue Benchmark zusetzen.

      Loch Leven Hotel.jpg Loch_Leven_Hotel_Front.jpg


      Im Vorfeld habe ich das Loch Leven Hotel in North Ballashulish, direkt am alten Fähranleger vom Loch Leven entdeckt.
      2017 gerade zum Besten Hotel-Restaurant & Bar Schottlands gekürt entdeckt.
      Dort war man gerade dabei eine Distillery (Whisky, Gin & Wodka) in die Hotelanlage zu integrieren.
      Das klang sehr spannend und schien für unser Commodore Dinner wie gemacht zu sein.

      So habe ich im Vorfeld das Loch Leven Hotel kontaktiert um das Thema Commodore Dinner festzumachen.
      Ok, der E-Mail-Verkehr ging dahingehend ins nahezu uferlose. Das Hotel wollte aber auch Nichts dem Zufall überlassen.
      Die Distillery sollte Anfang September mit der Probephase anlaufen, Besichtigung kein Problem.
      Wo möchten wir im Hotel sitzen (Bar, Dinning Room, Salon, Privatbibliothek, Blick zum See), eine Tafel oder zwei Tische oder oder, wieviel Gänge, Menüfolge, evtl. vorab Gin-Tasting.
      Mein Wunsch, es war kein Seafood-Restaurant, den "Fisch des Tages" als "Seafood Platter" aufzuwerten (einige Mitsegler liebten die Seafood Platter im Pierhouse) - gar kein Problem.
      Aber es wäre doch besser wenn ich die Menükarte auf drei Gerichte je Gang reduzieren könnte.
      Also habe ich im Vorfeld erst die Menükarte ausgedünnt und danach die Umfrage nach den Essenswünschen an alle 16 Teilnehmer gestartet und die Ergebnisse dann zum Loch Leven Hotel gemailt.
      Eigentlich wollten wir nur nett beisammen sitzen und gemeinsam lecker und chic Essen.
      Nebenbei war mir völlig klar, das heute Abend kaum noch jemand wissen wird was er vor fünf sechs Wochen ausgewählt hatte. So nahm ich zur Sicherheit die Liste mit.

      Starters Main Corse Dessert
      1. Chef‘s Soup of the Day 1. Seafood platter 1. Gin & Tonic Panna Cotta
      2. Chicken Liver Pate 2. Scttish Lamp Rump 2. Dark Chocolate & Orange Mousse
      3. Home smoked Gin cured salmon 3. Ribeye Surf & Turf 3. Sticky Toffee Pudding

      Gewählt wurden: Name / Starter / Main /Dessert
      Commodore 1 2 1
      A 1 2 2
      R 3 3 3
      M 2 3 2
      S 2 1 3
      BM 2 2 3
      T 3 1 1
      V 3 3 1
      R 1 2 3
      L 2 2 1
      Skipper 3 2 2
      K 3 2 2
      BvH 3 1 1
      C 3 3 1
      H 3 1 2
      F 3 1 2

      Pünktlich 18:30 Uhr setzte sich die Fahrzeugkolonne Richtung Loch Leven Hotel in Bewegung.
      Nach ca. 30 Minuten immer schön an der Küste entlang erreichten wir das Hotel.
      Ja, sah auf den ersten Blick sehr gut aus und auch der zweite Blick wurde nicht enttäuscht.
      Der Hotelmanager höchst persönlich begrüßte uns sehr herzlich, nur war er ein wenig enttäuscht denn er war ex. Offizier der Royal Navy und hatte tatsächlich einen goldbetreßten hohen Offizier erwartet.
      Man muss wissen bei der Royal Navy kommt ein Commodore direkt vor Gott oder ganz knapp danach, also für die unteren Chargen eine unerreichbare Lichtgestalt.
      Das war bei uns an Bord ungefähr ähnlich. :D

      Aber der Manager hatte doch seinen Spaß mit uns und geleitete uns zu dem Schuppen worin sich die Distillery befand und übergab uns an Craig McInnes dem Manager der Distillery.
      Craig führte uns dann durch sein Reich und erzählte un von seinen ersten Brennversuchen vor wenigen Tagen und seinen weiteren Plänen.
      Das, was wir zu sehen bekamen, ist vermutlich die kleinste Distillery Schottland‘s.
      Neben zwei kleinen 1,5 Liter Postills gab es noch eine 100 Liter iStill.
      Man hat dort Einiges vor und ich wünsche dazu die nötige Ausdauer und das erforderliche Glück.

      Loch_Leven_Distillery.jpg Loch_Leven_Distillery2.jpg Loch_Leven_Pot_Stills.jpg Loch_Leven_iStill.jpg

      Dann ging es zurück an unsere Tafel, es wurde auch Zeit für unser Commodore Dinner.
      Zu Beginn wurden obligatorisch die Getränkewünsche abgefragt.
      Für unsere Tischecke war ein netter aufmerksamer hochpigmentierter Kellner verantwortlich. Das hat jetzt nichts mit Rassismus oder so zu tun, ich erwähnte es nur damit ihr Euch das Bild vorstellen könnt bei dem was folgte als ich nach meinen Getränkewunsch gefragt wurde.
      „Ein kaltes Irn Bru mit Eis!“
      Der Kellner fragte nochmals höfflich nach, ich wiederholte meine Bestellung.
      Daraufhin schaut er mich völlig entgeistert an und meint =O „Sir!… Das ist aber ohne Alkohol!”
      Worauf wir herzhaft lachten und ich ihm versicherte das wäre ok, ich sei der Fahrer.
      Nachdem alle wieder wussten welche Menüwünsche im Vorfeld geäußert wurden gab es das Dinner.
      Wie erwartet gab es keine offenen Wünsche, es war alles durch die Bank weg richtig lecker und schön was für ’s Auge angerichtet.
      Die Auszeichnung als bestes Hotel & Restaurant Schottlands 2017 ist zu 100% gerechtfertigt.
      Ich denke hier werde ich wieder gerne einkehren.

      Ein sehr schöner Abend neigt sich dem Ende.
      Noch eine Nacht an Bord, dann heißt für dieses Mal wieder Abschied nehmen.

      So nun bei dem einen oder anderen die Hoffnung aufkeimt das hier jetzt endlich Schluß ist.
      Sorry noch nicht ganz, noch sind wir nicht zu Hause.
      „Es gibt drei Arten Menschen: die Lebenden, die Toten und jene, die über das Meer fahren.“


      Platon
      427-347 v. Chr.

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