Irr(e)wege - Eine Radreise durch Schottland

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    • OdinNord schrieb:

      Nimrod77 schrieb:

      Nach dem Frühstück bin ich erstmal auf den Sattel, bevor es dann auf den echten Sattel ging....aber ich glaube außer Odin interessiert das hier niemanden ;)
      Das sind Informationen, die man der Welt nicht vorenthalten darf. Farbe, Menge, Oberflächenbeschaffenheit und spezifisches GEwicht ( hier und auf dem Mond) wären noch von weiterem Interesse!

      Konsistenz der ganzen Masse ist auch wichtig! Nicht nur die Oberflächenbeschaffenheit.
    • Eggi schrieb:

      OdinNord schrieb:

      Nimrod77 schrieb:

      Nach dem Frühstück bin ich erstmal auf den Sattel, bevor es dann auf den echten Sattel ging....aber ich glaube außer Odin interessiert das hier niemanden ;)
      Das sind Informationen, die man der Welt nicht vorenthalten darf. Farbe, Menge, Oberflächenbeschaffenheit und spezifisches GEwicht ( hier und auf dem Mond) wären noch von weiterem Interesse!
      Konsistenz der ganzen Masse ist auch wichtig! Nicht nur die Oberflächenbeschaffenheit.
      Whisky bringt auf jeden Fall Glanz auf'n Köttel. :rofl:
      Ich bin ein Blauer

      Je größer der Dachschaden, um so freier ist der Blick in die Sterne.
    • Schöner Cliffhanger mit den “Schmerzen im Knie“, oder ? :)
      Leider aber Realität. Insgesamt waren die Schmerzen jetzt nicht unerträglich, aber zumindest unangenehm.
      Ich nutze das wirklich gute Frühstück im Powfoot Hotel und gebe bei Google mal die Suchbegriffe Schmerzen, Knie und Fahrrad ein.
      Die ersten Ergebnisse sind irgendwelche pseudo Krankenforen, mit einer sehr deutlichen Diagnose - vermutlich Krebs.
      Anstatt den Bullshit ernst zu nehmen, präzisiere ich bei Google die Stelle an der der Schmerz Auftritt. Resultat - Hirntumor oder Meniskus.
      Na ja, zumindest das zweite Resultat klingt mir ein wenig plausibler. Ich verbringe noch gut 30 Minuten mit genaueren Recherchen, und wenn man sich Mühe gibt, stößt man tatsächlich irgendwann auf relativ gut fundierte Seiten. Anhand der Stelle an der der Schmerz auftritt, der Art des Schmerzes (eher ein Ziehen als ein Stechen) und den Bewegungen bei der die Schmerzen auftreten, handelt es sich mit recht hoher Wahrscheinlichkeit um eine Reizung der Patellasehne im Knie.
      Entsteht durch zu hohe Belastung, oder falsche Haltung bei Belastung, und ist bei Radfahrern ein nicht ganz so seltenes Problem. Nach Möglichkeit weniger belasten....so, so.

      Ich entscheide (auch wegen des guten Wetters) es erstmal zu versuchen. Ich lasse mir doch von meinem Körper nicht vorschreiben wann, wo und wie ich mit dem Fahrrad fahre ;)
      Gut 25 km später, die konsequent nah an der Küste verliefen, aber leider nie in direkter Sichtweite zum Meer, machen wir eine kurze Pause. Radfahrern ging bis dahin eigentlich mit meinem Knie. Nach der Pause waren die ersten Minuten auf dem Rad echt die Hölle für das Knie, was sich leider mit den Beschreibungen zu Symptome einer Reizung der Patellasehne deckt.
      Schön das ich hier eine Selbstdiagnose durch eigene Schmerzrfahrung stellen konnte.
      Wir halten erneut, und beschließen gemeinschaftlich mich in den Bus zum nächsten Zielort zu setzen. Weitere 50 km an dem Tag, hätten mein Knie sicherlich nicht wirklich toll gefunden. Die Entscheidung kotzt mich an, aber ich bin vernünftig genug es hinzunehmen.
      So fahre ich mit dem Bus in Richtung Gatehouse of Fleet.

      Währenddessen strampeln Bene und Scheppy brav den Rest der Etappe. Die Strecke verläuft relativ nah an der Südküste, und hat über weite Strecken echt schöne Abschnitte. Sanfte grüne Hügel, ab und an ein kurzer Blick auf das Meer und relativ ruhige Straßen. Die Sonne scheint, einige weiße Wolken wandern über den Himmel....läuft.
      Die letzten 8-9 km nach Gatehouse of Fleet verlaufen über eine stark befahrene Straße. Bei uns würde man es eine gut befahrene Bundesstraße nennen....und wo wenn nicht dort ist der richtige Ort für den ersten Platten Reifen der Tour. ;)
      Bei Scheppys Vorderrad ist die Luft raus.
      Da es keinerlei Standstreifen gibt und viele LKWs unterwegs sind, entscheiden sich die 2 dazu den Reifen nicht zu wechseln, und mit dem Plattfuß weiterzufahren. Am Hinterrad mit den Gepäcktaschen sicherlich keine Option, aber mit dem Vorderrad ging es. Entsprechend hart war der letzte Streckenabschnitt für Scheppy, aber er ist ja auch der jüngste und fitteste der Reisegruppe. Das muss er abkönnen ;)

      Aber auch mir erging es nicht viel besser....
      Bedingt durch die Busfahrt war ich viel zu früh in Gatehouse of Fleet, und natürlich total erschöpft. Ich musste also zunächst einen leckeren Kaffe trinken, ein Stück Kuchen essen....gefolgt von einem Scone.
      Als wenn das nicht schon hart genug wäre, habe ich danach eine restaurierte Mühle besichtigt, und im angeschlossenen Café, in der Sonne sitzend mehrere Cider trinken müssen :(
      Der einzige Lichtblick an diesem Tag war das ich wenigstens noch ein Galloway Ice essen konnte.

      Gegen etwa 15 Uhr trafen dann Scheppy und Bene in Gatehouse of Fleet ein, und wir berichteten uns von den jeweiligen Ereignissen...wobei ich bei meinen Ausführungen sehr detailreich war :D
      Gemeinsam wechselten wir dann noch den Reifen an Scheppys Fahrrad, und wurden an der reservierten Unterkunft vorstellig - The Ship Inn.

      Ein echt authentischer Laden. An der Rezeption hängt eine Tafel auf der alle Betreiber des The Ship Inn seit 1794 aufgelistet sind - nice.
      Da der Chef im Urlaub ist, empfängt uns ein Mädel (maximal 18 oder 19) mit einem so starken gälischen Akzent, dass wir echt Schwierigkeiten haben sie zu verstehen.
      Im Vorfeld hatte ich gefragt, ob es eine Möglichkeit gäbe unsere Fahrräder über Nacht unterzubringen...was mir zugesichert wurde.
      Das Mädel führt uns in den kleinen Hof, und zeigt uns einen Schuppen, in den wir die Fahrräder stellen sollen. Sie entschwindet in Richtung Rezeption, und ich öffne die Schuppentür....
      Are you kidding me ? Der Schuppen ist so mit Sperrmüll vollgestopft, dass so eben die Tür zu geht. Da passt selbst mit gutem Willen nicht ein einziges Bike rein.
      Bene ab zur Rezeption, und die Aussage ist klar...es gibt nur diesen Schuppen.
      Nun gut, wenn es ihr egal ist, ist es und auch egal ;)
      Wir räumen genug Zeug ins Freie, um 2 Bikes in den Schuppen zu bekommen. Hinter einer Tür entdecken wir einen Raum mit Waschmaschine und Trockner, und entscheiden dort Fahrrad Nr 3 zu parken.
      Ich bemerke eine sehr “interessante“ Form der Verkabelung in diesem Raum. Kabeltromneln, Mehrfachstecker, Stecker, Überbrückungen und blanke Kabel mit Panzertape auf dem Boden direkt vor der Waschmaschine festgeklebt. Memo an mich - mit den Fluchtwegen in der Unterkunft vertraut machen.

      Die Unterkunft selber ist aber durchaus sauber und in gutem Zustand. Das B&B hat (sieht man ihm von außen kaum an) 12 Zimmer, und ein entsprechendes, nettes Restaurant.
      Aus irgendeinem Grund, den uns aber niemand erklären konnte, werden in dem Restaurant und der Bar aber nur B&B Gäste bewirtet. Eigentlich schade, denn die Qualität des Essens war wirklich gut. So kam es, dass außer uns nur 5 andere Personen abends im Restaurant waren.

      Wir endeten dann noch im örtlichen Pub, der mit dem freundlichen Aushang aufwartete, dass man, wennman sich hier daneben benimmt, eins in die Fresse bekommt, und im einzigen Pub des Ortes Hausverbot erhält.
      Klare Ansagen, damit kann ich arbeiten.

      Erschöpft vom harten Tag (vor allem ich ;) ) fielen wir dann ins Bett, und ich fragte mich wie es meinem Knie wohl am nächsten Morgen gehen würde...


      (to be continued)
      Alba gu bràth
    • Sehr unterhaltsam und sehr anschaulich.

      Nur ein dicker Fehler: Ich fing schon an, dich wegen deines Knies sehr zu bedauern, aber Kaffee, Kuchen, Scone, Cider und Galloway Ice haben mein Mitleid doch erheblich relativiert.

      Fortsetzung erwartende Grüße
      Karl
      Ehret die Blends! Ohne sie hätten wir keine Single Malts!
    • Nimrod77 schrieb:


      Aber auch mir erging es nicht viel besser....
      Bedingt durch die Busfahrt war ich viel zu früh in Gatehouse of Fleet, und natürlich total erschöpft. Ich musste also zunächst einen leckeren Kaffe trinken, ein Stück Kuchen essen....gefolgt von einem Scone.
      Als wenn das nicht schon hart genug wäre, habe ich danach eine restaurierte Mühle besichtigt, und im angeschlossenen Café, in der Sonne sitzend mehrere Cider trinken müssen :(
      Der einzige Lichtblick an diesem Tag war das ich wenigstens noch ein Galloway Ice essen konnte.




      Wir endeten dann noch im örtlichen Pub, der mit dem freundlichen Aushang aufwartete, dass man, wennman sich hier daneben benimmt, eins in die Fresse bekommt, und im einzigen Pub des Ortes Hausverbot erhält.
      Klare Ansagen, damit kann ich arbeiten.
      Zu Punkt eins..... du fieser kleiner..... :D
      Zu Punkt zwei.... so kommt kein Heimweh auf.... wie du selbst schrobst: kommse ausm Pott, kommse damit klar.
      clansman-malt-connection@gmx.de
      Neu eingetroffen....

      Motörhead 1975 & Speyburn 1897
      Lemmy - never forget!
    • Kurzweil
      Busfahrer ausm Pott

      Mal beob8en was noch kommt :D
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Ich habe Karls Worte beherzigt, und werde mich ab jetzt deutlich heroischer und deutlich schwerer verletzt präsentieren ;)

      Also.....nachdem nicht klar war, ob ich die Nacht mit der Verletzung überstehen würde, und aufgrund des Unwetters auch eine Rettungsaktion aus der Luft abgebrochen werden musste, bis ich einfach die Zähne zusammen. Ich schrie vor Schmerzen und dämmerte im Laufe der mir endlos erscheinenden Stunden, immer wieder leicht ein, bevor ein neuer Schmerzimpuls mich wieder wachrüttelte.
      (So besser ? :D )

      Vielleicht mache ich aber doch einfach mit der eigentlichen Geschichte weiter.....
      Am nächsten Morgen geht es meinem Knie “geht so“. Insgesamt besser als am Vortag, aber gut ist anders.
      Wir beratschlagen uns bzgl meines Knies, da es heute in der 2ten Tageshälfte durch einen weiteren Nationalpark geht - keine Busse oder Bahnen, kein Handynetz, kein gar nichts. Soll ich das Risiko eingehen dort im schlimmsten Fall nicht weiter zu können ?
      Wir überlegen uns einen Kompromiss. Wir wollen an der Rezeption fragen, welcher Ort auf unserem Weg der letzte mit Bushaltestelle vor dem Nationalpark ist, und würden dann dort ggf entscheiden wie es weitergeht.
      Das Mädel mit dem starken Dialekt sitzt wieder am Empfang. Na das wird jetzt lustig.....
      Ich trage unser Anliegen vor, und sie plappert drauf los. Wooohhh, nochmal langsam bitte Lady.....
      Ok, ich verstehe das es einen Ort der “Nuttenschua“ oder so ähnlich heißen soll gibt...meine Karte hat aber keinen derartigen Ort parat. Ich zeige ihr unsere Karte und noch einigem hin und her stelle ich fest, dass sie den Ort Newton Stewart meint :)
      Das sind so 20 bis 25 km, und spätestens da muss sich entscheiden, ob das Knie heute mitmacht oder nicht.

      Wir fahren los, und kaum das wir Gatehouse of Fleet verlassen haben, beginnt es zu regnen. Was soll ich sagen....bei Regen und Wind macht eine Radtour nur halb so viel Spaß. Wir haben zwar gute Regenkleidung, aber insgesamt kann man die Landschaft und alles Drumherum weniger genießen. Wir benötigen knapp 2 Stunden bis Nuttenschua, trinken in einem Pub Tee zum aufwärmen (Zitat der Wirtin : This is a Pub guys. You don‘t have to pay for tea in this Pub), und beratschlagen.
      Ich entscheide mich gegen das Risiko irgendwo im Nirgendwo nicht weiter zu können, und schiebe das Fahrrad schweren Herzens zur Bushaltestelle.

      Bene und Scheppy treten in die Pedale, denn es liegen noch knapp 60 km vor den beiden.
      Ich verfrachte mein Fahrrad in den Bus und der fährt dann etwa 1Stunde an der Westküste entlang. Schöne Gegend, mit dem bewaldeten Nationalpark zu meiner Rechten und dem Atlantik zu meiner Linken. Auch der Regen und der Wind sind im Bus deutlich erträglicher.

      Der Bus spukt mich etwas außerhalb der Ortschaft Maybole aus, und ich fahre die letzten Kilometer zur Unterkunft.
      Das Gardenrose B&B ist eine Augenweide. Ein über 100 Jahre altes Herrenhaus in tollem Zustand. Hohe Decken, viel Holz....und dazu mit Robert und seiner Frau Morven zwei herausragende Gastgeber.
      Kaum das ich mein recht feudales Zimmer bezogen habe, gibt es schon Kaffee, selbstgemachte Pancakes mit Butter und Marmelade, und Kuchen.

      (Ich überlege grade, wie ich diese Szene so darstellen kann, dass Karl mehr Mitgefühl mit meiner Verletzung aufbringt....egal, denn)

      Es war wirklich köstlich, und schnell stellt sich Robert als Whiskynerd heraus. Da gibt es einiges an Gesprächsstoff....
      Unterbrochen werden wir dann als Bene und Scheppy eintreffen. Ich bin darüber sehr erfreut, aber auch ein wenig verwundert....hatten die beiden doch offensichtlich die 55-60 km in etwa 2,5 Stunden absolviert. Schon unglaublich wie motivierend so Dauerregen sein kann.

      Denkste, denn dazu gab es ebenfalls eine nette Geschichte.
      Bene und Scheppy hatten “Nuttenschua“ in Richtung Galloway Nationalpark verlassen, und folgten die ersten Kilometer einer stark befahrenen Straße. Bei jedem vorbeifahrenden Pkw und Lkw wurden die zwei von Gischt und aufspritzendem Wasser komplett geduscht.....30 Minuten lang.
      Als es von der Hauptstraße in den Nationalpark abging, war Scheppys Vorderrad erneut platt. Reifen demontiert, Mantel runter, Schlauch raus, neuen Schlauch rein, Mantel drauf, aufpumpen, Reifen montieren, weiterfahren....und nach 5 Minuten feststellen, dass der neue und letzte Reserveschlauch auch platt ist. Die armen Schweine.
      Die einzig logische Entscheidung, zurück nach Nuttenschua. Erfreulicher Weise gibt es in der Ortschaft wohl ein Fahrradgeschäft, und man konnte dort Mantel + Schlauch wechseln lassen.
      Da inzwischen einiges an Zeit verloren gegangen war, und die Aussicht nochmal 30 Minuten auf der Hauptstraße zu duschen eher demotivierend wirkte, entschieden die beiden ebenfalls den Bus nach Maybole zu nehmen.
      Bei gutem Wetter wäre das sicherlich eine sehr schöne Etappe gewesen...aber so war es dann jetzt unser Tag mit dem meisten Pech. Also bis dato ;)

      Da es den restlichen Tag weiter geschüttet hat, und Maybole auch keine wirklichen gastronomischen Highlights zu bieten hatte, hat Robert angeboten, uns in ein gutes Restaurant im Nachbarort zu bringen. Mehr noch - er hat darauf bestanden uns gegen 22 Uhr auch wieder abzuholen.
      Bei dieser Gastfreundschaft ist so ein Tag mit platten Reifen und schlechtem Wetter, schnell vergessen.

      (to be continued)
      Alba gu bràth
    • Schön zu lesen wie ihr kämpft,aber:
      Erfahrungsgemäß wird so eine Verletzung nicht mehr besser.
      Im Gegenteil.Jeder tritt macht es nur noch schlimmer.
      Es riecht nach Aufgabe....obwohl ich es euch anders wünsche
      Meine erste Liebe?....................Die Musik!

      VG
      Richie
    • Was für liebe Gastgeber,wohl eine Wohltat nach dem Nuttenschua Mädel

      Spoiler anzeigen
      Selbst! keinen Meter.....

      Herr Protagonist merk dich dat sonst hau ich ich dich auf Knie ;)
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge