Irr(e)wege - Eine Radreise durch Schottland

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    • Das ist ein Top Gastgeber :top: :top: :top:

      Bei "Nuttenschua" habe ich mich eben am Kaffee verschluckt.......... :rofl:

      Weiter so. Mir macht es Spaß deinen Bericht zu lesen.
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)
    • Nimrod77 schrieb:

      Also.....nachdem nicht klar war, ob ich die Nacht mit der Verletzung überstehen würde, und aufgrund des Unwetters auch eine Rettungsaktion aus der Luft abgebrochen werden musste, bis ich einfach die Zähne zusammen. Ich schrie vor Schmerzen und dämmerte im Laufe der mir endlos erscheinenden Stunden, immer wieder leicht ein, bevor ein neuer Schmerzimpuls mich wieder wachrüttelte.
      (So besser ? )
      Geht doch, endlich Pop Korn Kino fernsehabend:
      SLÀINTE MHATH :trinken:

      Thomas
    • thomasfantasy schrieb:

      Nimrod77 schrieb:

      Also.....nachdem nicht klar war, ob ich die Nacht mit der Verletzung überstehen würde, und aufgrund des Unwetters auch eine Rettungsaktion aus der Luft abgebrochen werden musste, bis ich einfach die Zähne zusammen. Ich schrie vor Schmerzen und dämmerte im Laufe der mir endlos erscheinenden Stunden, immer wieder leicht ein, bevor ein neuer Schmerzimpuls mich wieder wachrüttelte.
      (So besser ? )
      Geht doch, endlich Pop Korn Kino fernsehabend:
      jetzt geht's wohl richtig ab!
      Spannung und Action pur!!! :top: chips:
    • hier ist besser als in jedem Kinofilm oder Buch. Ich gehe jetzt auch Cola ääh Bier und Popcorn holen und warte auf die Fortsetzung. Riecht ja schon immer mehr nach Drama, Krimi und purem Überlebenskampf :thumbsup:
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg
    • Ooops - wenn ich gewußt hätte, was ich da anrichte, hätte ich natürlich nix geschrieben. Also ehrlich. Wirklich wahr.

      Übrigens schön zu sehen, was die Schotten aus unserer schönen Maibowle machen ...

      Erwartungsvolle Grüße
      Karl
      Ehret die Blends! Ohne sie hätten wir keine Single Malts!
    • So still geworden hier, mein :kaffee: ist nun kalt. Müssen wir uns Sorgen machen?

      Ist Andi im Knievana =O ?(
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Neuer Tag, neues Glück....

      Das Wetter hat sich gebessert (um genau zu sein scheint die Sonne), meinem Knie geht es ebenfalls ein wenig besser, und ich habe die frühen Morgenstunden genutzt um etwas über meine selbstdiagnostizierte Verletzung zu recherchieren.
      Ok, es ist zu 99,5 % eine Reizung der Patellasehne....aber was kann ich damit jetzt machen, ohne dauerhafte Schäden zu verursachen ?
      Grundlegendes Resultat meiner Recherche - am besten keine größere Belastung, da daraus eine Patellasehnenentzündung werden kann. Nicht irreparabel, aber vermutlich mit einer Kortisontherapie verbunden. Ich finde aber auch zahlreiche Berichte von Radsportlern, die trotz ähnlicher Symptome moderat weiter trainiert haben, und keine Entzündung erlitten haben.
      Ich bin ja nicht zum Spaß hier, und höre Jürgen Prochnow vor meinem geistigen Auge sagen „Das muss das Boot abkönnen“
      Jawohl Herr KaLeu ;)
      Nach dem Frühstück wird wieder geradelt !

      Begünstigt wurde meine Entscheidung durch die Tatsache, dass die heutige Etappe sehr wenig Höhenmeter aufweist, und mit knapp 60 km eher kurz ist. Hey, außerdem scheint die Sonne :)
      Ich verstelle ein paar Kleinigkeiten an meinem Fahrrad, um das Knie weniger stark beugen zu müssen, und pflaster das Knie mit Tape zu. Kinesio Tape, das Panzerband des Hobbysportlers :D

      Wir radeln also los, und es geht die Westküste entlang in Richtung Norden. Grüne Hügel reihen sich an grüne Hügel, und wir passieren einen Golfclub. Ganz nett, auch wenn keiner von uns Golfen kann. Danach kommt ein Golfclub, ein paar grüne Hügel, und dann wieder ein Golfclub, gefolgt von einem Golfclub. Mittendrin ist irgendein Golfclub der Donald Trump gehört - unschwer zu erkennen an dem Hotel, dass jedem Palast der Renaissance Konkurrenz machen würde.
      Da ich keine Farbbeutel zur Hand habe, und mein Fluchtfahrzeug eine sehr begrenzte Höchstgeschwindigkeit hat, muss ein “auf den Boden spucken genügen“.

      Nach etwa 3 Stunden erreichen wir die Außenbezirke von Ardrossan. Nette Gegend, schöne Häuser, viel Grün und Radwege durch Parkanlagen, über Golfplätze (nicht ungefährlich) und ruhige Seitenstraßen.
      Kurze Kaffeepause und dann die letzten Meter bis zum B&B. Auch hier wieder eine top Unterkunft. Schöne Zimmer, wieder einmal Blick auf den Atlantik und eine super nettes Ehepaar als Gastgeber.
      Wir packen unsere Taschen aus, und wollen das gute Wetter nutzen, um den Ort etwas zu erkunden. Ein netter Hafen mit vielen privaten Booten, eine Burg (ok, das gehört in Schottland ja eigentlich zum Standard)....eigentlich ein netter Ort.
      Ok, der eigentliche Stadtkern Nähe des Hafens hat fertig. Viele leer stehende Geschäfte und Wohnungen...etwas abgerockt. Nicht schön, aber wie zuhause im Pott...und deswegen irgendwie doch schön ;)
      Man merkt dem Ort einfach seine Nähe zu Glasgow an. Viele Leute die sich vermutlich dort relativ günstig ein Haus leisten können, deren berufliches und privates Leben aber einfach mehr im nahegelegenen Glasgow stattfindet. Warum soll es in Schottland anders sein als anderswo....

      ...und weil tatsächlich nicht alles anders ist, werden bei einem Gespräch mit unserer Gastgeberin Anna auch einige romantische Schottlandillusionen zerstört. Ihr Mann und ihr Sohn arbeiten nicht in der Whiskyindustrie, auch nicht als Fischer oder Pubbetreiber....nein, die beiden arbeiten im ca 45 Minuten entferntem Atomkraftwerk. Irgendwie auch wichtig, sich zwischen Landschaft, Whisky, Burgen und uralten Pubs auch einmal diese Lebensweise vor Augen zu führen.

      Unsere Erkundungstour unterbrechen wir in einem italienischen Restaurant, direkt am Hafen. Für so einen überschaubaren Ort, ist das Essen in dem Restaurant wirklich gut, und wir wanken satt und zufrieden in Richtung B&B.
      Unterwegs kehren wir noch in einen Pub ein, und haben da wohl unbewusst den Pub für die Leute erwischt, die nicht in Glasgow arbeiten, und die nicht in den schnuckeligen Vorstadthäuschen wohnen.
      Wir kommen mit 2 Leuten ins Gespräch, aber selbiges ist sehr zäh. Zum einen sind beide Seiten nicht mehr ganz nüchtern, und zum anderen haben unsere schottischen Gesprächspartner vielleicht noch (zusammen) 20 Zähne.

      Gegen 23 Uhr horchen wir bereits an der Matratze, und freuen uns auf die ursprünglich nicht eingeplante Übernachtung auf Arran.


      (to be continued)
      Alba gu bràth
    • Ein Wohltat
      Ein ruhiger Bericht am Sonntagmorgen beim heissen :kaffee:

      Fünf Sterne und gut das dem Knie heute "entspannen" angesagt war.

      Geht sicher wieder in die Volle morgen.

      Edith merkt an: Wo sind die Blder von dem schweinerosa Kinesio tape
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
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      FT Theater:
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    • Macht Spaß deine Tapferkeit in Wort-Form zu verfolgen. Aber das ein oder andere bildliche Element wäre super :)

      Wegen der Patella: Ein Klassiker, gerade in der heutigen Zeit. Viel Sitzen und eher wenig bis moderate Bewegung im Alltag sei dank.
      Was mir als Vorsorge seit Jahren gut hilft, ist ein Dehnen des vorderen Oberschenkels und eine Kräftigung des Gegenspielers. Der Beinbizeps (Beinrückseite) ist bei den meisten per se zu schwach. Und dann zieht die Vorderseite halt kräftig an der Kniescheibe und damit an der zwar sehr starken, aber eben auch kurzen Patella.
      Einem Mitspieler hats die dann im Training beim Absprung mal zerissen, war nicht schön für ihn und uns.

      So, und jetzt: weiterfahren. Hop, hop!
    • Es ist Freitag. Fast eine Woche des Trips ist schon vorbei, und so langsam nähern wir uns der final Destination - Islay.

      Nun gut, noch sind wir aber auf dem Festland und frühstücken. Während wir die volle Bandbreite des full scotish Breakfast genießen beginnt es zu regnen, und es soll wohl den ganzen Tag so bleiben.....
      Zum Glück haben wir heute, weil wir ja einen Zwangsstop auf Arran einlegen werden, echt wenig zu fahren. Ist irgendwie auch mal ganz nett.

      Wir radeln im Regen die gut 15 Minuten bis zum Hafen, stehen geraume Zeit an der Fähre an, und fragen uns „ob das immer so brechend voll an / auf der Fähre ist.
      Nein, ist es nicht...aber it‘s Bankholiday on Monday, und irgendwie scheinen da alle nach Arran zu wollen ??? Egal, können wir eh nicht ändern.

      An Bord lecker Käffchen getrunken, und sich angefangen bzgl des recht starken Seegangs Sorgen zu machen. Ich denke mir “das wäre bestimmt was für unseren Odin“, und warte demütig auf das flaue Gefühl im Magen. Vergeblich :)
      Mir wird nicht nur nicht schlecht, sondern es geht mir die kompletten 60 Minuten echt gut. Irgendwie scheint mir das Geschwurbel einer kleineren Fähre weniger schlecht zu bekommen, als das einer großen Fähre. Good to know. An unserem Tisch sitzt noch ein junges Ehepaar aus England, samt Kindern, die mit dem Wohnanhänger auf Tour sind, und so verfliegen die 60 Minuten echt schnell.
      Gegen 11 Uhr spuckt uns die Fähre in Brodick aus, und es schüttet natürlich weiterhin. Alles andere hätte uns derbe enttäuscht. Kurze Orientierung - es geht noch etwa 8 Meilen nach Süden. Ok, in Anbetracht dessen, dass wir am nächsten Tag nach Lochranza, ganz im Norden, müssen, vielleicht nicht ganz ideal....aber mit Anlauf klappt alles besser ;)

      Runter vom Gelände des Fährhafens, nach Links, und es geht direkt fies bergauf...also so richtig fies.
      Gefühlt geht es in diesem Land übrigens fast immer bergauf. Selbst Etappen die 700 Höhenmeter bergauf und 800 bergab hatten, fühlten sich an wie 1000 bergauf und 200 bergab :D
      Im kleinsten Gang und maximal 5 km/h kriechen wir die Steigung hoch. Regen peitscht uns ins Gesicht, und wir passieren nach 2/3 des Anstiegs ein liegengebliebenes Gespann aus Kombi und Wohnanhänger. Es riecht übelst nach Kupplung - goldene Regel : Nicht im steilen Anstieg mit dem Anhänger anhalten. Um ein Klischee zu bedienen - Frau am Steuer ;)
      Allerdings die Frau von dem netten Ehepaar, das wir auf der Fähre kennengelernt hatten. Sofort anhalten ! Hilfe anbieten.
      Ich bin zwar skeptisch, aber der Plan lautet : Wir schieben das Geschoss an, bis die Karre etwas läuft...also den Berg rauf anschieben...
      Ich bin sehr skeptisch, muss dann aber feststellen, dass ich meine eigene Kraft unterschätze habe ;)
      Wir schieben zu viert das Gespann den Berg rauf....zack, wieder eine gute Tat. Am Ende haben wir bestimmt die halbe Insel gerettet, wenn wir abreisen.
      Ok, vielleicht auch nicht, aber so Taten sind definitiv gut für das Karma. Wie wir noch festellen sollten, ist Karma ‘ne Bitch.

      Wir radeln weiter, sind guter Dinge, und sind uns einig, dass die Gegen trotz Regen echt schön ist. Wälder, eine kleine Ortschaft, Küstenstraße, das Meer....bei Sonne wäre das bestimmt nochmal so geil gewesen, aber wir sind zufrieden mit dem was wir haben.
      Wir erreichen unsere Unterkunft - Burlington House. Insgesamt ist diese Übernachtungsmöglichkeit „ok“, aber mehr auch nicht. Für eine kurzfristige Notbuchung muss es genügen.
      Es ist grade einmal 14 Uhr, und wir nutzen die Heizungen in unseren Zimmern zum trocknen unser Sachen. Mal zuhause anrufen, etwas auf dem Bett rumlungern, und durch das Fenster auf den verregneten Atlantik blicken....tut auch mal gut.

      Wir entscheiden uns gegen das Abendessen in der Unterkunft, und nehmen den Bus nach Brodick.
      Wir stolpern in die Pierhead Tavern - was eine gemütliche Einkehr. Die Speisen sehen echt gut aus, aber für uns gibt es die nicht, denn der kleine Laden ist komplett ausgebucht für den Abend. Hmmpf
      Der Barkeeper bietet uns ‘n Stehplatz Platz an der Theke an, und wir gönnen uns Belhaven vom Fass und Whisky.
      Der Barkeeper ist nicht nur eine Frohnatur mit ansteckender, tiefer Lache....er könnte auch grade vom Braveheart Filmdreh kommen.
      Gute 1,90 groß, breit wie‘n Schrank, rote Haare die an an den Seiten kurz rasiert sind, die oberen Haare lang, und hintenan einem Zopf gebunden, dazu ein roter Vollbart.....geiler Typ !

      Wir bekommen den Tipp es bzgl Abendessen im Auchrannie Resort zu versuchen. Irgendwas mit Selfcatering Lodges, und Hotel mit Restaurant.
      Nun ja, sollen nur ca 15 Minuten zu Fuß sein - ok, lets go.
      Wir bekamen tatsächlich einen Tisch im Seafood Bramble Restaurant, und wie der Name schon sagt....gab es so allerlei Meeresgetier auf der Karte. Jetzt esse ich generell recht gerne Fisch, und auch in Schottland hatten wir schon einige vorzügliche Fischgerichte....aber an dem Abend hatten wir die verfickt nochmal besten Fischgerichte, die man sich vorstellen kann. Hummer Tatar, Jakobsmuscheln, Hecht, Lachs, Krabben....alles was wir an Gerichten bestellt haben war wirklich großartig.
      Das Ambiente war zum Glück nett aber legere. Also nix mit Stock-im-Arsch-Anzug-und-Kravattte...sondern Jeans und vernünftiger Pulli.
      Satt und zufrieden schleppen wir uns zurück in die Ortschaft Brodick, versuchen übermütig eine Abkürzung zu finden, und landen in irgendeiner Seitenstraße. Wo gehts jetzt lang ? Ich glaube wir müssen grob in diese Richtung....so da irgendwie. Moment mal, hört ihr auch...Stimmen und Musik ?
      Ich bin erleichtert, dass meine Mitstreiter ebenfalls Stimmen und Musik vernehmen, und ich nicht für den nächsten Tag eine TelKo mit meinem Psychiater anberaumen muss ;)
      Wir folgen der Musik zur Seitentür einer Halle und stecken vorsichtig unsere Köpfe durch die Tür. Es stellt sich heraus, dass wir in die Probe der inseleigenen Bagpipe Band gestolpert sind. Gut ein Dutzend Personen, mit allen Instrumenten, die das Herz höher schlagen lassen. Nach 2-3 Minuten wollen wir uns verdrücken, und die Damen und Herren in Ruhe üben lassen, werden aber von einer älteren Dame entdeckt und herein gebeten. Man stellt sich uns kurz vor, und ist offensichtlich recht froh über so begeistertes Publikum. Ich kann es nur grob schätzen, aber so gut 15 Minuten haben wir noch mit fettem Grinsen im Gesicht der Bandprobe gelauscht....groß-ar-tig.

      Die Probe endet, und wir haben noch gut 1 Stunde, bis der letzte Bus fährt. Wir finden einen Pub unweit der Bushaltestelle, und kehren dort auf ein paar weitere Getränke ein. Der Chef an der Bar ist gebürtiger Slowene, und wir erfahren, dass er seit nicht ganz 8 Jahren auf Arran lebt.
      Was ihn hierher verschlagen habe ? Ach, er habe in seiner Heimat Sozialwissenschaften studiert, aber keinen Job gefunden. Er sei dann mal hier mal dort in Europa gewesen, und dann irgendwie in Brodick gelandet. Das ganze hat eine ordentliche Portion Melancholie und Schwermut Inderinnen Schilderungen. Er wirkt jetzt nicht depressiv, aber man merkt ihm an....ja...wie formuliere ich das ?
      Man merkt ihm an das er in Schottland lebt, es aber nicht seine Heimat ist, und man merkt ihm an das viele Umstände und unabänderbare Dinge ihn bedrücken.
      Im Gegensatz zu dem rothaarigen Barkeeper liegen da Universen zwischen den Zuständen ihrer Seelen.

      Auch wenn das ein dann ein nachdenklicher, schwermütiger Abschluss des Abends war, war der Tag so - und genau so - perfekt.
      Die Busfahrt zum Hotel zurück verbringen wir eher schweigend und sind dann auch schnell pennen gegangen.
      Mein Handy musste aufgeladen werden, und die einzig freie Steckdose war im Bad - egal.
      Ich liege im Bett, mir fallen die Augen zu, und ich bekomme noch mit wie mein Handy im Badezimmer brummt.
      WhatsApp ? SMS ? Facebook ?
      Es ist egal. Was auch immer es ist, es kann definitiv bis zum nächsten Morgen warten.

      Wie falsch ich mit dieser Einschätzung doch lag.....

      (to be continued)
      Alba gu bràth

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nimrod77 ()

    • nice rainreport

      Wenn da nur dieses Ende nicht währe... :S
      1900
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Trolle gibt es leider immer noch, auch wenn ich in natura noch keinen sah" (unbekannt)
      FT Theater:
      El Tren´s Theater: Bar & Lounge
    • Wir loben ihn zu sehr. Da denkt er, er kann es leisten, uns einfach so hängen zu lassen ...

      Pah. Wird eben nicht gelobt. Zumindest jetzt nicht. Soll er mal sehen was er davon hat.

      Amabgrundhängende Grüße
      Karl
      Ehret die Blends! Ohne sie hätten wir keine Single Malts!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RavenNevermore ()

    • Am nächsten Morgen gönnen wir uns ein paar Minuten Extraschlaf. Immerhin wird der heutige Tag eher entspannt.
      Wir müssen die ca 28 km bis Lochranza abreißen, vielleicht kurz bei der Arran Brennerei reinschauen, eine der alle 1,5 Stunden ablegende Fähren von Lochranza nach Claonaig nehmen, von dort sind es 9-10 km nach Kennacraig...wo um 18 Uhr die Fähre nach Port Ellen ablegt.
      Da ist ausreichend Zeitpuffer, und selbst ein platter Reifen wäre kein Problem....alles easy heute.

      Wir frühstücken und haben dabei einen fantastischen Ausblick auf das Meer. Der Regen hat ebenfalls aufgehört. Es ist zwar stark bewölkt und etwas windig, aber angeblich soll es trocken bleiben. Das wird ein guter Tag.
      Beim Frühstück fällt mir wieder ein, dass mein Handy sich ja in der vergangenen Nacht gemeldet hatte....
      Mmmmm, keine WhatsApp, keine SMS, kein Anruf...merkwürdig.
      Ich entdecke ein kleines Nachrichtensymbol an der App von CalMac, und öffne die App.
      Der Fährbetreiber verkündet mir dort die Nachricht : 18:00 Uhr Fähre von Kennacraig nach Port Ellen fährt heute nicht. Ob die 13:00 Uhr Fähre von Kennacraig nach Port Askaig fährt, überlegen wir uns noch spontan.

      WHAT ?!? Ich verschlucke mich heftigst an meinem Tee, und halte das erstmal für einen Scherz. Ok, nochmal lesen....dann nochmal....das steht da tatsächlich so. Was ‘n Dreck.
      Wir überlegen was wir jetzt machen, und ziemlich schnell steht fest, dass es eigentlich nur eine Option gibt.

      Sofort aufbrechen, mit etwas Glück die 12 Uhr Fähre in Lochranza erwischen. Um 12:30 in Claonaig ankommen, in unter 30 Minuten die Strecke nach Kennacraig schaffen, und hoffen das die 13 Uhr Fähre nach Port Askaig nicht ausfällt.
      Innerhalb von 30 Minuten haben wir alles gepackt, ausgecheckt, und radeln im Eiltempo nach Norden. Absoluter Tunnelblick.
      Irgendwann merken wir, dass es zeitlich echt gut aussieht, und das wir mehr als rechtzeitig am Fähranleger ankommen werden. Der Tunnelblick weitet sich, und wir haben plötzlich einen Blick für die wunderschöne Natur dieser Insel. Es geht eine ganze Weile direkt an der Küste nach Norden, bevor es im letzten Drittel etwas landeinwärts geht. Hügelketten mit wunderbaren Hängen in Grün und herbstlichen Brauntönen, und die Straße schlängelt sich mitten hindurch. Echt wunderschön, und auf dem Fahrrad viel intensiver, als es jemals mit dem Auto seien könnte.

      Wir sind gut 20 Minuten bevor die Fähre anlegt in Lochranza. Läuft Baby ;)
      Die schnuckelige Fähre kommt in Sicht, legt an, und wir erwerben unsere Tickets. Was passt hier drauf ? Lass es 10 Pkws sein...echt knuffig.
      Wir haben wieder etwas mehr Seegang, aber der 30 minütige Ritt verursacht bei keinem von uns Übelkeit.
      Dazu die gute Nachricht eines Mitarbeiters an Bord - die 13:00 Uhr Fähre von Kennacraig fährt.
      Es wird kurz vor knapp, aber es könnte klappen.

      Um 12:30 sind wir runter von der Fähre, und ich bitte den Mitarbeiter in Kennacraig Bescheid zu geben, dass wir vor 13 Uhr da sind. Er meinte wir würden nie in 30 Minuten die 10 km schaffen, und ich gebe ihm zu verstehen, dass wir es schaffen werden, und er jetzt bitte an das Funkgerät gehen soll.

      Wir treten in die Pedale. Es geht etwa 4,5 km leicht bergauf, den Rest bergab. Jetzt zählt nur eins - Vollgas. Es sieht gut aus, und auf der zweiten Hälfte der Strecke misst Benes Handy über 55 km/h. Wenn es sein muss, können wir selbst mit Gepäck echt schnell sein.
      Um Punkt 12:52 Uhr stoppt mein Fahrrad vor dem Fährbüro in Kennacraig.
      Die Fähre ist noch vertaut, Gangway noch dran, und offensichtlich bereitet man sich just darauf vor die Laderampe zu schließen.
      Die Aussage des Mitarbeiters ist lapidar : Sorry guys, the Check-in closes at 12:50. You are 2 minutes too late.

      Ha, ha, netter Scherz, aber wir müssen jetzt auf diese Fähre. Ich mache es kurz - Es war kein Scherz. Wir stehen draußen, die Laderampe wird geschlossen. Die Gangway entfernt und die Leinen gelöst.
      Gut 15 Minuten betrachten wir fassungslos das Schauspiel. Es beginnt zu regnen.
      Alles Abhetzen, Diskutieren und Fluchen hat nichts gebracht. Wir stehen im Nirgendwo, es regnet, und eine Sache ist mal klar....vor Morgen fährt hier niemand mehr nach Islay.
      Die meisten Mitarbeiter am Fährhafen machen grade Feierabend.

      (to be continued)
      Alba gu bràth
    • Das ist ein fieser Tiefschlag. Aber das wird die Stimmung doch nicht trüben.....oder ?(
      „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn schließlich: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“ (unbekannt)