Angepinnt Wieviel PPM kommt wirklich in die Flasche

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    • Wieviel PPM kommt wirklich in die Flasche

      Die Frage stellte sich mir beim Lesen des Buches Whisky Dream.

      Dort wurde der PPM Gehalt der einzelnen Islayabfüllungen angesprochen.

      Zum Schluss stand dort etwas vom Octomore II - The Beast- genannt und dessen PPM Gehalt von 167.

      Ich gehe davon aus, dass es sich um den PPM Gehalt der getorften Gerste handelt, oder irre ich mich da?

      Wie viel kommt von dem eigentlich in der Flasche an,


      fàilte
      Heinrich
    • Bei der Angabe des Phenolgehaltes handelt es sich immer um den des Malzes.
      Nach der Destillation ist ca. noch ein Drittel übrig.
      Außerdem geht weiterhin ein Teil des Phenolgehaltes bei der Lagerung durch Verdunstung verloren.
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    • Leute, ich kann mir nicht helfen, aber der Begriff "Phenolgehalt" geht mir immer noch gegen den Strich, denn Phenol riecht und schmeckt einfach anders als Torf. Okay, es mag ein messbarer Indikator für die Stärke der 'Torfung' des Malzes sein, aber der einzige Malt der tatsächlich nach Phenol schmeckt ist üblicherweise der Laphi, daher finde ich den Begriff irreführend.

      Eure Meinungen?
      Slainte

      Dein / Euer


      Peat-Chaser

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    • Mit Phenol verbinden die meisten wohl ein falsches Bild.
      Phenole sind zum Beispiel auch Tannin(kommt in den Fässern vor), Karbolsäure(das als eigentliches Phenol bezeichnet wird), und viele andere chemische Verbindungen. 2,4,6 Trichloranisol ist auch ein Phenol, dieses kennt man zum Beispiel als Grund für den Korkgeschmack bei manchen Weinen.
      Die meisten Phenole werden aus Steinkohleteer gewonnen, es kommen aber eben auch einige Phenole im Torf vor.

      Im Grundsatz lässt sich sagen, dass Phenole kein eigenes Geschmacksempfinden ist(riecht nach Phenol o.ä.), sondern Substanzen, die aus verschiedenen Stoffen gewonnen werden, auch aus Torf.
      Und da wird der Anteil eben in ppm gemessen.
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    • Ja, das wird er.
      Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt:
      Phenol ist nicht gleich Phenol. Es gibt viele Phenole, die aus den unterschiedlichsten Verbindungen bestehen.
      Wenn Du sagst, Phenol hat für Dich ein bestimmtes Aroma, dann meinst Du wahrscheinlich Karbolsäure. Das will ich damit sagen.
      Das ist aber nur ein Phenol, und es gibt noch viele andere, die auch anders riechen.
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    • Ja, ich hab dich schon verstanden, mich interessiert nur, was denn dann gemessen wird. Alle Verbindungen dieser weitläufigen Stoffgruppe? Oder ist die Messung spezifisch auf ein bestimmtes Phenol gerichtet?

      Was mich betrifft, so habe ich aus dem Chemie LK einen Geruch gespeichert, der für mich Phenol verkörpert. Die chem. Formel war glaube ich C6H5OH.
      Das ist meines Wissens keine Karbolsäure, sondern ein Alkohol und die nach dem Benzol einfachste Variante der Aromaten (Herr Kekulé läßt grüßen). Beschreiben würde ich den Geruch als medizisch, antiseptisch und ein bißchen Richtung Farbenchemie (evtl. anilin-artig) und ziemlich aggressiv.

      Jedenfalls hat der Geruch mit Torf - wie ich ihn kenne - wenig oder gar nichts gemein. Das ist es ja gerade, was mich an dem Ausdruck stört. Wenn ich meine Google-Ergebnisse richtig gedeutet habe, dann steht der Begriff Phenol sowohl für den von mir gemeinten Stoff, alsauch als Überbegriff bzw. Gruppenname einer ganzen Stoffgruppe und genau das disqualifiziert ihn in meinen Augen als Maßeinheit für den Torfgehalt.
      Dass meine Meinung für die große Whiskygemeinde und vor allem die Industrie unmaßgeblich ist, ist mir durchaus bewußt, das hindert mich aber nicht daran, sie kund zu tun. :ok:
      Slainte

      Dein / Euer


      Peat-Chaser

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    • Gibt es irgendwo im Netz eigentlich eine etwas umfangreichere Liste mit ppm-Werten. Jetzt nicht die „leicht, mittel, stark von … bis Listen“, sondern eine Aufstellung diverser Abfüllungen?
      "Der Hund liegt hier wirklich sehr ungünstig."
      Loriot (1923-2011)


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      Prost Mahlzeit!
      Guido
    • Die Phenolgehalte werden meist nicht zu den Abfüllungen mitgeteilt.
      Es handelt sich auch, wie gesagt, wenn, dann nur um den Gehalt des Malzes.
      Aber das ist ein Anhaltspunkt:
      Lowlands: meist 1 - 2 ppm
      Highlands(mit Speyside): 1 - 4 ppm
      Mittel getorfte(z. B. Talisker 7 - 10 ppm
      Stark getorfte(z. B. die meisten Islays): 25 und mehr ppm
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    • Meines Wissens nach gibt es 2 Messverfahren:
      Beim einen werden die Farben von Standardlösungen mit der Probe verglichen ("colormetrically"), die andere ist genauer und ergibt in der Regel höhere Werte: HPLC ("high pressure liquid chromatography").
      Der Wert bei HPLC basiert auf den 7 höchsten Ausschlägen im Analyseergebnis, allerdings kann es durchaus sein, dass ein Phenol mit geringerem Wert kräftigere Aromen bewirkt als einer dieser Spitzenwerte.
      Ein Beispiel für die ppm - Geschichte von Bruichladdich:
      Für den 2003 Octomore wurde Malz mit mindestens 80 ppm angefordert. Gemessen wurden 129 ppm (col.) bzw 300,5 (HPLC)! Davon blieben im new spirit ca. 46 ppm. Andrew Jefford hat sie genauer aufgeschlüsselt: Die 7 Hauptphenole sind phenol, guiacol, m/p - cresol, o - cresol, 4 - methyl guaiacol, 4 - ethylphenol, 4 - ethyl guiacol (wasimmerdasauchseinmag)
      Bei Ardbeg verwenden sie Malz mit ca 50 + ppm. Daraus würden im new spirit ca. 18 ppm werden. Da man aber die Spelzen des Malzes, in dem die meisten Phenole sitzen, nicht wegbläst, sondern absaugt und mit ansetzt, erhalten die Ardbegler 23+ ppm
      Viel Spaß bei dem weiteren ppm-Studium, darauf einen gemütlichen Laphi (in freudiger Erwartung des Münchner Jahreswhiskys, einem Port Charlotte)
      Grüße von der Donau
      klausmaus
      Der Storch frisst Frösch - i mogs ned ( Übers.: Über Geschmack lässt sich herrlich streiten)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von klausmaus ()

    • servus ppm-narrische,


      ich habe mal folgende Aufstellung irgendwo gefunden (Quelle unbekannt, könnte aber lt. den Ausführungen von Klausmaus von Andrew Jefford stammen oder von einem Dr. Klassen-Vortrag)

      Phenol-Analyse (Method Ref No 7.1)

      Octomore:

      .......................... mg/kg

      phenol...................46,1
      guaiacol.................4,0
      m/p-cresol..............4,2
      o-cresol..................8,0
      4-methyl guaiacol....1,9
      4-ethyl phenol........11,1
      4-ethyl guaiacol.......5,2
      ====
      = total phenols......80,5


      Viel Spaß beim lesen dieser Zungenbrecher!

      @klausmaus: vielen Dank für die Dose. Die Überraschung war groß und viel Freude, wieder von dir zu hören!


      Soweit,sogut

      Käfer
      Whisky trinken ist gut für mich...
      ... Whisky sammeln ist gut für meine Erben !

      ICH BIN, WIE ICH BIN!
      DIE EINEN KENNEN MICH, DIE ANDEREN KÖNNEN MICH!