Schottland 2010

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    • Schottland 2010

      Leicht verspätet und auf besonderen Wunsch schreibe ich mal meine rudimentären Erinnerungen des letzten Schottlandurlaubs nieder.

      Irgendwie merkwürdig, hätte mir vor 2006 mal jemand gesagt, dass ich in Schottland Urlaub machen werde und das sogar jedes Jahr hintereinander und jetzt schon Pläne für 2012 habe, da ich alles, was ich noch gerne machen würde, in 2011 nicht unter kriege, hätte ich ihm wohl den Vogel gezeigt – Zeiten ändern sich!

      Jetzt zum Urlaub…

      Dieses Jahr ging es zum ersten mal mit der Fähre nach SCO. Die Jahre davor bin ich immer Lufthansa FFM-EDI geflogen, aber hatte immer Probleme mit Übergewicht im Koffer (sind zwar recht tolerant beim Check-In in EDI und ich musste nie zuzahlen, aber 30 + x kg lässt sich so schwer „wuppen“ ). Gewählt habe ich die Verbindung Amsterdam – Newcastle. Fand ich ganz gut, da für mich die Entfernung von zuhause nach Amsterdam fast die gleiche ist, wie von zuhause nach FFM und man relativ nah in SCO ankommt (die Verbindung nach Rosyth bzw. Edinburgh war mir zu teuer). Die Entscheidung für die Fähre war im Nachhinein auch goldrichtig, denn genau an dem WE meines Urlaubsstart lag komplett Europa flugtechnisch lahm aufgrund eines kleinen Vulkans in Island. Die Zustände am Hafen waren dementsprechend und die Fähre proppevoll.

      Am Ankunftstag bin ich direkt von Newcastle nach Edinburgh gefahren (mit einem kleinen Stopp in North Berwick). In Edinburgh habe ich dann mein Auto beim B&B abgestellt (die haben sogar einen eigenen Parkplatz direkt in der City – nicht unbedingt üblich für Edinburgh). Das B&B war übrigens absolut klasse und ist wärmstens zu empfehlen: tantallonplace.co.uk/ (die Betreiber sind auch absolute Maltheads ).

      In Edinburgh war ich für zwei Nächte und bin auf Arthur Seat hoch und habe die üblichen Whisky-Shops und –Bars unsicher gemacht (Bow Bar, SMWS in Leith und Queenstreet, Royal Mile Whiskies, Cadenheads usw.). Dann war ich noch in einem Outdoorshop gewesen und das war es – ihr merkt, ich bin kein Städtefan .

      Ich war dann auch froh, dass ich nach zwei Tagen die Stadt verlassen habe und ab in „mein“ Schottland konnte (fernab von Städten und großartiger Zivilsation). Die nächste Station war Islay. 2007 war ich schonmal kurz dort, aber nur 2,5 Tage und das ist für diese Insel definitiv zu kurz gewesen. Islaywhiskyfan bin ich zwar nicht, aber die Insel selbst ist absolut klasse, ich bezeichne mal halt als Islayfan .

      Auf Islay habe ich 5 Nächte in diesem B&B übernachtet: islay-bandb.co.uk/. Kann ich auch wärmstens empfehlen, sehr kleine, aber schnuckelige Zimmer, supernetter Host und tolles Frühstück. Das Schöne war, dass auf Islay aufgrund der Aschewolke fast überhaupt keine Touris waren (war ja sowieso schon Nebensaison im April). So konnte ich die Touren bei Ardbeg und Laphroaig komplett alleine machen. 1. Tour war Laphi (Peat and Cut – sehr zum empfehlen, am Anfang geht es zum letzten Loch und dann zum Torfstechen, jeweils mit kleinem Whiskytasting. Am Ende waren wir noch auf den Malzböden und ich durfte noch alle Sachen ausprobieren. Ob der die Malzböden und das Ausprobieren normalerweise dazu gehören, weiß ich aber nicht. Ist auch nicht jeden Tag diese Tour, am besten im Vorfeld nachfragen). Dann bin ich über Lagavulin leicht angeheitert nach Ardbeg gewandert. Dort habe ich mich erstmal ausgiebig im Kiln Café gestärkt, eine Stunde auf den Pier in die Sonne gelegt und dann eine Tour mit Jackie gemacht – ebenfalls spitze und Jackie ist klasse. Nach der Tour habe ich natürlich meine Kamera bei Ardbeg vergessen, es aber erst in Lagavulin gemerkt, als ich fotografieren wollte, und bin wieder zurückgelaufen, war schon alles zu, aber einer hat dann noch schnell für mich von Jackie den Schlüssel vom Visitor Centre geholt – die sind echt supernett alle auf Islay. Danach hatte ich kein Bock mehr auf Wandern und bin erst nach Port Ellen getrampt und dann weiter nach Bowmore – klappt übrigens super auf Islay, stand beides mal keine 5 Minuten.

      Ein weiterer Punkt auf Islay war ein Ausflug nach Jura mit leicht verhinderter Wanderung auf einen der Paps, so knapp 100hm vor dem Gipfel änderte das Wetter schlagartig, zog sich komplett zu und regnete, so dass ich es vorzog, dass es sicherer ist, wenn ich umkehre. Jura ist übrigens klasse und dort werde ich auf jeden Fall nochmal hinfahren und dann die Paps wieder in Angriff nehmen und eine kleine Trekkingtour mit Zelt oder Bothyübernachtung unternehmen.

      Dann war ich noch auf Islays höchsten Hügel, den Beinn Bheigier. Sehr schöne, nicht zu anspruchsvolle Wanderung durch wegloses Terrain (jedenfalls habe ich keinen Pfad gefunden). Eine kleine Tageswanderung habe ich dann noch von Port Charlotte rüber zur Machir Bay und von dort nach Kilchoman (klasse Essen dort übrigens) und weiter zur Hauptstraße, die von Bowmore nach Bruichladdich/Port Charlotte geht, gemacht.

      Islay ist wirklich absolut klasse, den Schlag Menschen, der da rumläuft, liebe ich einfach. Und in den Pubs kann man auch leicht unter die Räder kommen . Ich war zwar noch nie zum Festival dort, glaube aber, dass ich das gar nicht will, wenn so viele Leute dort sind. Ein paar Spezialtouren sind zwar ganz nett, aber die Locals meinten alle zu mir, dass Islay während Nicht-Festival-Zeit viel schöner, gelassener und ruhiger ist – kann ich mir gut vorstellen.

      Von Islay ging es weiter an der Westküste Richtung Glencoe. Dort habe ich für 4 Nächte hier Quartier bezogen: tighbhan.co.uk/. Wie auch die anderen B&Bs spitze. Den Tipp habe ich in einem Schottland-Forum bekommen und kann ihn jeden weitergeben. Das B&B liegt in unmittelbarer Nähe der Hauptstraße A82 südlich von Ballachulish, ist aber durch eine kleine Nebenstraße etwas abgelegen (die meisten liegen B&Bs dort liegen direkt an der A82). Für diesen Teil des Urlaubs habe ich mir einige Munros vorgenommen, die ich leider aufgrund der Schneesituation canceln musste … Mitte/Ende April ist wohl doch für einige Sachen in SCO zu früh, aber wenigstens midgefrei. Es sind dann einige kleine Touren geworden (u.a. Pap of Glencoe – sehr zu empfehlen, wunderschöner Blick auf Loch Leven). Hier werde ich auf jeden Fall auch wieder hinfahren und mit einer Bekannten die Aonach Eagach Ridge gehen (wenn ich bis dahin tritt- und höhensicher genug bin). An einem Regenmorgen habe ich mir in Fort William noch die Ben Nevis Brennerei angesehen – das war absoluter Mist: langweilige Tour, am Ende nur ein Blend, auf die Nachfrage, ob ich denn wenigstens mal den Single Malt probieren könnte (ich hätte ja sogar für den Dram bezahlt), habe ich die Antwort erhalten: „Ja, wenn du dir eine Großflasche kaufst!“ An der Westküste habe ich eigentlich nur Fisch gegessen. Restaurants, die ich empfehlen kann, sind: Kinlochleven Seafood Cafe (spitzen PLV, habe für einen kompletten Hummer um die 35 PST bezahlt), Pier House Port Appin (ist fantastisch), EE-Usk (sehr gut, aber von der Atmosphäre mir etwas zu modern und unpersönlich) und das Holly Tree Hotel (ebenfalls sehr gut).

      Vom Glencoe ging es dann entlang der Südseite des Loch Ness über Inverness (kurzer Halt im Tiso, klasse Outdoorshop im Industriegebiet mit großer Auswahl von Marken, die es in Dtl. nicht gibt oder nur sehr schwer) über Elgin (Gordan & MacPhail: gucken, staunen, leider nichts kaufen… der Outdoorladen war an dem Tag teuer genug ) nach Craiggelachie. Hier habe ich die letzten Tage in einem richtig schönen und verhältnismäßig sehr günstigen B&B übernachtet: speybank.co.uk/. Super Zimmer, absolut klasse Frühstück (u.a. verschiedenste Lachskreationen) und richtig nette Hosts.

      In der Speyside war dann passenderweise noch das Festival. Tourtechnisch habe ich Mortlach gemacht und war beim Help-To-Choose-The-Family-Cask-1995 bei Glenfarclas (als Ferkel-Fan war das natürlich klasse). Bei der Ferkelei habe ich dann noch Mark von der Mash Tun getroffen (dort habe ich die Jahr davor immer übernachtet) und er meinte gleich: „Komm mal morgen, George macht ein Tasting 105 bis 30yo, kostet nur 12,50 PST“… eigentlich hatte ich ja schon für den nächsten Tag ein Tasting in Dufftown gebucht und bezahlt, bin dann aber doch noch nächsten Tag in die Mash Tun gegangen – war geil, warum der überhaupt Measures auf die Flaschen geschraubt hat, war mir ein Rätsel … die Whiskys kannte ich ja bereits und so wurde es leicht feuchtfröhlich, da ich viele alte Bekannte Locals der letzten Urlaube getroffen habe. Brennereitechnisch war es dann auch in der Speyside, habe dann noch eine kleine Wanderung im Nebel auf den Ben Rinnes unternommen (nach so einem Hardcore-Glenfarclas-Tasting ist einem Sicht am Morgen mal scheißegal, da ist man froh, wenn man das Zeug wieder ausschwitzen kann ). Einen Landrovertrip in die Cairngorms sowie eine geführte Wanderung dort habe ich auch noch gemacht. Wer mal in Craigellachie ist, den kann ich nur das Fiddichside Inn empfehlen (natürlich auch das Highlander Inn, aber das Fiddichside Inn ist uriger… und lasst euch nicht zuviel Zeit, der Besitzer ist 80 oder älter und hat wohl keinen Nachfolger).

      Jetzt bin ich schon zum Ende gelangt, am letzten Tag bin ich dann morgens direkt von Craigellachie nach Newcastle gefahren. Der erfahrene Schottlandfahrer wird wahrscheinlich mit dem Kopf schütteln: so eine weite Strecke an einem Tag und dann die ganzen Highlights links liegen lassen… aber ich hatte leider nicht mehr Zeit und mich interessieren in SCO eigentlich nur die Küsten, Highlands und Whisky.

      Ich hoffe mal, dass ich euch nicht gelangweilt habe und wenn jemand möchte, kann ich noch ein paar Bilder einstellen.
    • Mir fehlen da noch ein paar Daten, wieviele km du jeweils gefahren bist, wieviel du getankt hast, was der Sprit gekostet hat, wieviele Pints in welcher Kneipe zu welchem Kurs, um wieviel Uhr du aufgestanden bist, was es zum Frühstück gab und was das gekostet hat und natürlich die jeweiligen Wetterdaten ;) .
      Save the planet - drink organic! (Black Isle Brewery)
    • Le** mich am Ar***... :P

      Ich kann dir aber gerne bei unserem nächsten Sampleklatschen einen ca. 8-stündigen Vortrag (natürlich ohne Pinkelpause versteht sich) mit Bilderschau halten (jedes Bild versteht sich, auch die Bilder die 8-fach die immer gleiche Persepektive zeigen) und dir ausgiebig erklären, wann ich wo wie war. Spritverbrauch weiß ich nicht, ich tanke immer nur für 20 € (oder dann halt wahlweise 20 PST) ... in Echt ;) :D
    • Eggi schrieb:

      ...mit Bilderschau halten (jedes Bild versteht sich, auch die Bilder die 8-fach die immer gleiche Persepektive zeigen) und...


      Und natürlich auch die vielen schiefen Bilder, die daher zustande kommen, weil der Fotograf nicht mehr senkrecht stehen konnte :D :duck_weg:
      Whisky is water without the bad parts!
      :sch: you can take the boy out of scotland, but you can`t take scotland out of the boy :sch: